Dienstag, 22. Oktober 2024

Hildur – Der Schatten des Nordlichts: Kriminalroman (Die Hildur-Reihe, Band 3) von Satu Rämö (Autorin), Gabriele Schrey-Vasara (Übersetzerin)

 

Im Glanz der Polarlichter bereiten sich die Bewohner der isländischen Westfjorde auf das Weihnachtsfest vor. Auf einmal taucht in einem Fischgehege vor der Küste eine mysteriöse Leiche auf. Hildur und Jakob übernehmen den Fall, der schon bald ungeahnte Kreise zieht. Überall auf der Insel kommt es zu Gewalttaten, und Hildur stellt fest, dass ihre Schwester ihr offenbar etwas verschweigt. Unterdessen wird Jakob in seiner Heimat Finnland in einen Mord verwickelt und benötigt dringend ihre Hilfe. Unversehens muss Hildur mehr als einen Fall lösen.

„Satu Rämö hat mit ihrer Krimireihe um Hildur Rúnarsdóttir bereits zwei fesselnde Vorgängerbände veröffentlicht, die Leser in die rauen Landschaften Islands und die komplexen Charaktere entführen. Im dritten Band, Hildur im Schatten des Nordlichts, wird die Geschichte um neue Herausforderungen erweitert.


Im mittlerweile dritten Band der Reihe um Hildur Rúnarsdóttir lernen wir die isländische Kommissarin noch besser kennen. Ihre Schwester Björk ist nach Island übergesiedelt, doch von ihrer anderen Schwester Rosa, die wie Björk ihre Kindheit auf den Faröer Inseln verbrachte, fehlt jede Spur. Björk weigert sich zudem, über sie zu sprechen. Jakob, Hildurs finnischer Kollege, kämpft weiterhin mit seiner Ex-Frau um Telefon- und Besuchszeiten für ihren gemeinsamen Sohn Matias. Dann wird eine Leiche in einem Fischgehege entdeckt, offensichtlich dort deponiert. Doch es bleibt nicht bei diesem Mord: Ein weiterer Toter und mehrere Überfälle deuten bald auf ein Muster hin, das an eine isländische Sage erinnert.

Wieder erwartet Hildur ein spannender Fall, dem sie jedoch nicht ihre volle Aufmerksamkeit widmen kann, sie muss nach Finnland reisen, um Jakob beizustehen. Hinzu kommen ihre privaten Probleme, die ebenfalls ihren Tribut fordern.

Ich mochte die beiden Vorgängerbände sehr, aber bei diesem Teil muss ich leider etwas Kritik äußern. Jakobs Rolle nimmt hier für meinen Geschmack zu viel Raum ein. Eigentlich sind schon alle Fakten über ihn und seine Situation bekannt, was in diesem Band wiederholt und ausführlich thematisiert wird. Neues über ihn lässt den bisher so netten Finnen allerdings in einem etwas anderen Licht erscheinen als bisher. Diese Abschnitte haben den Lesefluss für mich gestört und das Lesevergnügen etwas geschmälert. Auch wenn der Originaltitel "Jakob" schon darauf hinwies, auf wen das Hauptaugenmerk bei diesem Band liegt.

 Ich denke aber das es mit dem Ende dieses Buchs noch nicht vorbei ist, der Fall schien mir noch nicht ganz gelöst.
Insgesamt ist Hildur im Schatten des Nordlichts dennoch ein recht spannender Krimi mit einer interessanten Handlung und so warte ich auf ein weiteres Buch um die isländische Kommissarin Hildur Rúnarsdóttir.


  • Herausgeber ‏ : ‎ Heyne Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (16. Oktober 2024)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 400 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453428196
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453428195
  • Originaltitel ‏ : ‎ Jakob

Maiko Chrome Runners Vol. 2 von Mario Steinmetz

 


In "Maiko" von Mario Steinmetz erwartet die Leserinnen und Leser eine spannende Cyberpunk-Geschichte, die tief in die düstere Atmosphäre einer futuristischen Welt eintaucht.  

 Maiko erhält von einer geheimnisvollen Netrunnerin den Auftrag, in ein hochmodernes Hotel einzudringen, um wichtige Daten von einem mächtigen Megakonzern zu stehlen. 
Was zunächst wie ein einfacher Job erscheint – rein und wieder raus – entwickelt sich schnell zu einem nervenaufreibenden Wettlauf gegen die Zeit, als der Kontakt zur Netrunnerin abbricht und Maiko  auf sich allein gestellt ist. 
Die Geschichte entfaltet sich in einer urbanen Umgebung, die von technologischem Fortschritt und sozialer Ungleichheit geprägt ist. 
Das Hotel, in das Maiko eindringen soll, wird zum Symbol für die Anonymität und Gefährlichkeit dieser Welt, wo illegale Aktivitäten und Machtspiele an der Tagesordnung sind. 
Der mächtige Megakonzern, der ihr dicht auf den Fersen ist, verdeutlicht die Ohnmacht des Individuums gegenüber übermächtigen Institutionen – ein zentrales Thema des Cyberpunk-Genres.
Maikos Überlebensinstinkt wird auf die Probe gestellt, als sie improvisieren muss, um sich aus der prekären Situation zu befreien. Diese Herausforderung macht sie zu einer typischen Antiheldin des Genres, die gegen widrige Umstände ankämpft und sich in einer feindlichen Welt behaupten muss. 
Ihre einzige Spur führt sie zur Edgerunner-Bar "Doesn’t Matter", einem Rückzugsort für Außenseiter und Rebellen, wo sie möglicherweise Antworten finden kann.Mit einer packenden Handlung voller Spannung und unvorhersehbarer Wendungen entführt uns der Autor Mario Steinmetz in eine Welt, in der Technologie und menschliche Schicksale auf faszinierende Weise miteinander verwoben sind. Es ist eine Geschichte über den Kampf ums Überleben in einer dystopischen Zukunft.

Die Story aus dem Cyberpunk-Genre hat mich erneut begeistert. Mario Steinmetz gelingt es hervorragend, die düstere Atmosphäre der von ihm geschaffenen Welt greifbar zu machen und einen kritischen Blick hinter die Fassade technologischen Fortschritts zu werfen. Das Buch hat mich von Anfang bis Ende bestens unterhalten.

  • ASIN ‏ : ‎ B0DC7B89F2
  • Herausgeber ‏ : ‎ Schund Verlag (4. August 2024)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 87 Seiten

Montag, 21. Oktober 2024

Das Böse vor deiner Tür: Unheimliche Geschichten | 16 spannende Horror-Kurzgeschichten, die dich das Fürchten lehren

 

Das Grauen kommt nach Hause

16 einzigartige Horror-Kurzgeschichten von den besten deutschsprachigen Spannungsautorinnen und -autoren


Die sechzehn Kurzgeschichten von renommierten deutschsprachigen Autor*innen bieten jede für sich einen einzigartigen Blick auf das Unheimliche und Übernatürliche. Gleichzeitig beleuchten sie tiefere menschliche Ängste und Konflikte. Besonders beeindruckt hat mich die Vielfalt der Erzählstile und Themen. Von psychologischem Horror über historische Erzählungen bis hin zu modernen Gruselgeschichten – die Autor*innen schafften es, ganz  unterschiedliche Stimmungen zu erzeugen. Jede Geschichte ist gut  konstruiert und erzeugt eine dichte, unheimliche Atmosphäre. Dank der geschickt eingesetzten Spannungselemente habe ich viele Geschichten mit angehaltener Atmung gelesen. Die verschiedenen Stimmen und Perspektiven sorgten dafür, dass es nie langweilig wurde. Ein absolutes Lesevergnügen für alle, die sich gerne dem Unheimlichen stellen!


Andreas Gruber: Die Nacht unter der Teufelsbrücke 

In Die Nacht unter der Teufelsbrücke von Andreas Gruber begegnen wir bekannten Persönlichkeiten wie Mary Shelley, Charles Dickens und Edgar Allan Poe. Alle sind auf dem Weg zum ersten Wiener Kongress der Phantastischen Literatur. Doch auf ihrer Reise machen sie Halt in einem Gasthof, in dem wir auf einen weiteren sehr bekannten Schriftsteller treffen, lasst euch überraschen.  Gemeinsam erleben sie eine schaurige Nacht, denn einmal in jedem Jahrhundert erheben sich die Donauweibchen und verbreiten Angst und Schrecken.

Iver Niklas Schwarz: Kilometer 267
 

"Was ist ihr schlimmster Albtraum" Mit dieser manipulativen Frage beginnt das Verkaufsgespräch zwischen Sven und dem Autoverkäufer Philip, an dessen Ende Sven mit einem vollkommen überdimensionierten SUV den Autosalon verlässt. Denn schließlich ist sein schlimmster Albtraum ist natürlich, wie sollte es anders sein das seiner Familie bei einem Autounfall etwas geschieht. Und tatsächlich, kurze Zeit später überschlägt sich Sven mit seinem Wagen, zu diesem Zeitpunkt ist er zum Glück allein im Wagen und das vom Verkäufer gepriesene Sicherheitssystem hält, was es verspricht, er kann den Wagen unverletzt verlassen, doch etwas an der Umgebung ist anders. Still und menschenleer liegt die Straße vor ihm.

Ivar Leon Menger: Eichendorf

1915, die Krankenschwester Helene ist auf der Flucht. Die junge Frau hofft darauf, nach Amerika zu gelangen, um dort ein neues Leben zu beginnen. Um ihre Flucht zu finanzieren, hat sie ihre Dienstherren bestohlen, doch der Diebstahl ist das kleinste ihrer Verbrechen. Im Zug gerät sie aus Angst vor Entdeckung in Panik und verlässt ihn. Im kleinen Dorf Eichendorf trifft sie am Dorfbrunnen ein kleines Mädchen, das sie bittet sich um ihre Großmutter zu kümmern und Helen trifft eine fatale Entscheidung.



Nina Blazon: Das Relikt

Chris zieht mit seiner Frau Jasna und seinem kleinen Sohn Finn in den 10. Stock eines Plattenbaues, die Familie hat schwere Zeiten hinter sich. Finn war lange schwer krank und die Ehe der beiden droht an den Sorgen und Ängsten zu zerbrechen. Ein Neuanfang soll es werden auch wenn die Liebe der beiden längst erloschen ist, Finn hält sie zusammen. Doch der Umzug in die Wohnung steht unter keinem guten Stern, es gehen seltsame Dinge vor und etwas will Besitz von dem Menschen ergreifen und es sucht sich immer die stärksten aus.


Markus Heitz: Convocantes

Auf der Beerdigung ihrer Freundin, verspricht Sophie dieser, die wahren Umstände ihres Todes herauszufinden, denn Sophie glaubt nicht an die offizielle Erklärung das Frederike Selbstmord begangen hat. Die erste Spur führt sie zu einem Chor namens Convocantes, dessen Chorleiter Menschen mit besonderen Stimmen für ein einzigartiges Konzert um sich versammelt. Sophie soll Frederikes Platz einnehmen und wird eingeladen, an den Proben im Leipziger Völkerschlachtdenkmal teilzunehmen. 

Sarah Bestgen: Schlaf, Mama, Schlaf

Lena kommt nachts nicht zur Ruhe, ihre kleine süße Tochter Rosalie raubt ihr den Schlaf, oder sind es doch nur  Albträume, die sie wach halten? Träume davon, dass ihre Kleine den Vogel aus dem Käfig holt und tötet? 

Wulf Dorn: Nachtgänger

Seit seine Frau gestorben ist, liegt Roberts Leben in Trümmern, Nora war der Sinn seines Lebens. Schlaflos spaziert er nachts durch die Stadt, um wenigstens dadurch so müde zu werden, um einige Stunden Schlaf zu finden. Auf einem dieser Spaziergänge findet er eine kleine, nasse und frierende Katze. Mitten in der Nacht bringt er das Kätzchen zu Marion, einer Freundin, die er schon lange kennt, die Tierärztin versorgt das kleine Tier und gibt ihm eine Grundausstattung mit nach Hause, denn das Tierheim, das sie leitet, ist vollkommen überfüllt. Widerwillig nimmt Robert das Tier mit und schläft seit langem wieder durch. Als Robert und Marion sich näher kommen, zeigt sich, dass die Katze genauso eifersüchtig ist wie einst Nora.

Vera Buck: Das engste Tal

Gemeinsam mit seinem Bruder Simon bricht Markus auf eine Wanderung in das engste Tal auf, Val`pli Stretga, der Legende nach soll der letzte Bauer im Tal dort einst seine Familie umgebracht haben und seit dem sind viele Menschen dort hingegangen und die wieder aufgetaucht. Markus und Simon scheren sich nicht um die Geschichten, nach 12 Jahren, in denen sie sich nicht gesehen haben, freuen sie sich auf die gemeinsame Wanderung, die erste, nachdem Unglück, das Markus damals verschuldete und das Simon ein Auge kostete und sein Gesicht zerstörte.


Andreas Eschbach: Kalkmänner

Ein Zementwerk auf der schwäbischen Alb ist seit einigen Jahren Sebastians Arbeitsplatz, als Sicherheitsfachmann und gleichzeitig Experte für Umweltschutz, schlägt er für die Firma gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Besonders um die Sicherheit scheint es in der Firma nicht gut bestellt zu sein, wie er nach dem Unfalltod eines jungen Auszubildenden feststellen muss. Auf sein Betreiben wird der Sprengmeister entlassen und der erzählt ihm eine haarsträubende Geschichte über Kalkmänner, die ihre Opfer fordern.

Uwe Laub: Nebelgrollen

Um die Zeit, die die Freunde Felix, Ozzy und Leon an der Bobbahn verloren haben, wieder aufzuholen, damit sie den Gasthof rechtzeitig erreichen, kürzen sie die Route ab. Bald haben sie sich hoffnungslos verlaufen, ohne Handynetz laufen die drei Jungen notgedrungen einfach weiter. Als sie auf ein Luxushotel stoßen, in dem sie entgegen ihren Erwartungen für wenig Geld übernachten dürfen ist die Erleichterung zunächst groß.

Annika Strauss: Matilda

Matildas Ehe mit Emil ist ein Trauerspiel, anstatt den Ruhestand gemeinsam zu genießen, leben sie nebeneinander her. Emil verbringt seine Zeit in der Gartenlaube oder vor dem Fernseher, trinkt zu viel und schwingt dann große, peinliche Reden. Matilda will herausfinden, was mit Emil los ist und sieht in seiner Laube nach, dort findet sie einen seit Tagen vermissten Hund und noch weitere Tiere. Voller Abscheu fasst sie einen Plan. 

Frank Goldammer: Der Fehler

Hannah begegnet auf einem Spaziergang an der Elbe einer alten, unbekleideten Frau. Minus 2 Grad zeigt das Thermometer, und gefühlt sind die Temperaturen noch niedriger. Hannah realisiert immer mehr das dieser Spaziergang ein Fehler war, denn der Gedanke an die Frau lässt sie nicht mehr los, vielleicht ist es auch mehr als nur ein Gedanke? 

Liza Grimm: Hägglmoo

Kilian ist mit den Geschichten vom Hägglmoo aufgewachsen, jenem Monster, das im Weiher hinter seinem Elternhaus auf Opfer lauert, so erzählt man es den Kindern um sie zur Vorsicht anzuhalten.Im Winter ist der Weiher aber weniger gefährlich weil der Häglmoo nicht durch die Eisschicht kommen kann und so spielte Kilian immer dann mit seinem Freund Bernd. Jahre später bitten seine Eltern ihn das Haus während ihres Urlaubs zu hüten. Und Kilian kehrt nach Hause zurück, an den Weiher in dem der Hägglmoo lauert.

Thomas Finn: Der Spiegel

Lost Places haben es Jan und seiner Freundin Vanessa angetan, in ihrer Freizeit besuchen sie gern verlassene Krankenhäuser, Fabrikgelände und ähnliches. Die alte Villa, die Jans alter Freund Marvin als ihr nächstes Erkundungsziel vorschlägt, passt allerdings nicht so recht zu dem, was man unter einem Lost Place versteht. Doch Marvin hat seine eigenen Beweggründe, dorthin zu gehen. Die Villa allerdings birgt Geheimnisse.

Vincent Voss: Frau Tutas und die Hexen aus Wakendorf II

Alte Traditionen sollte man beachten, auch wenn man sie für Humbug hält, das lernt Marten sehr schnell, als er mit seiner schwangeren Frau Marie und dem gemeinsamen Sohn Luca in Maries Heimatort Wakendorf II zieht. 


Kai Meyer: Kalvarienberg


Vor Jahren hat Adrian ein Buch über Wegkreuze in der Eifel geschrieben und nun will er die damalige Reise noch einmal wiederholen. Während seiner Reise erinnert er sich an alte Sagen und Legenden rund um die Kreuze mit verschiedenen Bedeutungen. Was aber wenn die Legenden der Wahrheit entsprechen?




Das Böse vor deiner Tür überzeugt als Anthologie mit einer vielseitigen Auswahl an Geschichten, die gekonnt das Unheimliche und Übernatürliche behandeln. Auch wenn mich nicht jede Story in ihren Bann ziehen konnte, bleibt am Ende ein besonderes Leseerlebnis, das ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann. 






  • Herausgeber ‏ : ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG; 1. Edition (17. Oktober 2024)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 512 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423220724
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423220729

Samstag, 19. Oktober 2024

[K]ein Hund passt nicht in mein Leben ! Lisa Sofie Müller

 

Babette ist  70 Jahre alt, das Leben der Witwe verläuft in ruhigen Bahnen, spazieren gehen, Fernsehshows schauen, gern auch die, an deren Produktion ihr Sohn, der zurzeit in Thailand lebt, beteiligt ist. Ein Tag ist wie der andere und Babette will es auch gar nicht anders haben.

Bis sie am Gründonnerstag, ihrem 71. Geburtstag , vor der Bäckerei, einen kleinen verwahrlosten Hund sieht, der dort angebunden sitzt und von dessen Besitzer auch noch Stunden später nichts zu sehen ist. Voller Mitleid mit dem kleinen Tier nimmt Babette ihn mit nach Hause, nur bis nach den Feiertagen, denn:

(K)ein Hund passt nicht in mein Leben.

Doch Babette hat nicht mit dem Charme der kleinen Hündin gerechnet, die ihren Widerstand schnell bricht und ihr Herz im Sturm erobert. Nach und nach bringt Dolores, wie Babette den Hund nennt, sie in Kontakt mit ihren Nachbarn, wie mit der jungen Kakiki deren Pakete sie immer annimmt und die sich leicht übergriffig in ihr Leben drängt.

Lisa Sofie Müller schafft es mit diesem Roman, ein einfühlsames und humorvolles Bild davon zu zeichnen, wie sich das Leben auch im Alter noch überraschend verändern kann – oft durch etwas ganz Unvorhergesehenes wie einen Hund. (K)ein Hund passt nicht in mein Leben ist eine liebevolle Geschichte über Freundschaft, neue Begegnungen und die kleinen Dinge, die das Leben reicher machen. Die Mischung aus sympathischen Charakteren, warmherzigem Humor und dem knuffigen Vierbeiner Dolores sorgt für eine rundum angenehme Leseerfahrung.

Der Roman erinnert uns daran, dass es manchmal nur einen kleinen Anstoß braucht, um uns aus unserer Komfortzone zu holen – sei es durch einen Hund oder andere Begegnungen, die uns neue Perspektiven eröffnen.

Erschienen ist das Buch im Katja von Berg – Verlag

Freitag, 18. Oktober 2024

8 Fragen 1 Interview mit Vanessa Kaiser und Thomas Karg

Guten Morgen liebe Vanessa, lieber Thomas, ich freue mich so sehr das ihr mich im Bücherhaus besucht. Kaffee, Tee und Kekse stehen bereit, macht es euch bequem und bedient euch.


Für die Leserinnen und Leser, die euch noch nicht kennen, Vanessa stell doch Thomas einmal vor und Thomas erzähl doch etwas über Vanessa, bitte.





Vanessa über Thomas: Tom ist voller Ideen, Begeisterung und Lebensfreude, außerdem halte ich ihn für einen wundervollen und talentierten Autor, der die Gabe hat, seine oft harten Geschichten mit viel Tiefgang zu versehen. Außerdem hat er ein Händchen für Überraschungen in seinen Storys, ob humorvoller oder schockierender Art. Immer wieder staune ich über das, was er in seinem stillen Kämmerlein scheinbar spielerisch ausbrütet und anschließend diszipliniert zu Papier bringt. Es ist eine Freude, mit ihm zusammenzuarbeiten, ob nun in meiner Funktion als Autor oder Lektor. Ich bin ein Fan von Tom – vom Autor genauso wie von der Privatperson dahinter.


Thomas über Vanessa: Vanessa ist ein sehr inspirierender Mensch mit einem sehr feinen Gespür für ihre Mitmenschen. Sie verfällt nie ins Jammern, sondern sucht stets nach Lösungen, egal ob in Konflikten mit anderen oder mit sich selbst und dafür bewundere ich sie sehr. Als Autorin kann sie sich dadurch in verschiedenste Figuren hineinversetzen und diese authentisch beschreiben, als Lektorin stellt sie sich auf den Autor ein, gibt die richtigen Tipps und Ideen und bleibt dabei nah am Stil des Autors. Das macht die Zusammenarbeit mit ihr zu einem spannenden Prozess.


Und nun zu den Fragen, die gern jeder für sich beantworten darf oder auch gemeinsam, ganz wie ihr möchtet.


1. Ihr arbeitet viel zusammen. Was hat euch dazu inspiriert, gemeinsam zu schreiben, und wie hat sich eure Zusammenarbeit im Laufe der Zeit entwickelt?


Das gemeinsame Schreiben holt diese doch etwas einsame Leidenschaft des Geschichtenerschaffens vom stillen Kämmerchen heraus. Man kann sich gegenseitig motivieren, aufeinander eingehen und sich in Momenten, in denen man sich verrannt zu haben glaubt, auf den anderen stützen, der mit Ideen aushelfen kann.

Mehrere Köpfe bringen auch mehr Ideen mit ins Spiel, bzw. hat man auch beim Schreiben gleich eine Art Qualitätskontrolle bzw. Inspiration durch den Mitschreiber. Insgesamt ist das gemeinsame Erschaffen von Werken ein sehr spannender Prozess, weshalb wir das sehr gern tun.

2. Wie gestaltet ihr den kreativen Prozess bei der Entwicklung von Charakteren in euren Geschichten?


Das ist sehr unterschiedlich. Manchmal hat man bereits bevor man Geschichte und Setting kennt eine Figur im Kopf, über die man schreiben will, dann steht diese auch schnell fest. In anderen Fällen entwickelt sich der Charakter erst beim Schreiben.

3. Die Welt in Die Erben Abaddons ist sehr detailliert. Welche Überlegungen fließen in den Weltaufbau ein.

Natürlich die große Frage: Wie sieht die Welt in den 2300er Jahren aus? Neben den Umweltfaktoren, die die Landschaft verändert haben, ist auch die Architektur unserer zukünftigen Generationen interessant – und das, was davon nach dem Untergang übrigbleibt. Genauso verhält es sich beim Thema Technologie. Gesellschaftliche Entwicklungen spielen dabei ebenso eine Rolle. Die unterschiedlichen Menschengruppen haben da auch unterschiedliche Rollenbilder. Ja, wir haben uns durchaus viele Gedanken gemacht, als wir uns diese Welt überlegt haben ;)

4. Welche zentralen Themen oder Botschaften möchtet ihr mit euren Geschichten vermitteln, und warum sind sie euch wichtig?

„Die Erben Abaddons“ zeigt nicht bloß eine mitleidlose postapokalyptische Welt, sondern drückt auch eine Hoffnung aus, dass es nach dem Untergang weitergehen kann. Diese Botschaft spielt für uns dabei eine große Rolle und schlägt sich auch in unseren individuellen Protagonisten nieder, die alle ihre eigenen Sorgen, aber eben auch Wünsche und Ziele mit sich herumtragen.

Wir bringen unsere Leser gern zum Nachdenken.


5. Welche Herausforderungen habt ihr beim Schreiben eurer Bücher erlebt, und wie habt ihr diese überwunden?


Och, der übliche Wahnsinn halt: Figuren, die plötzlich ein Eigenleben entwickeln, geplante Plots, die plötzlich nicht mehr passen, eine Geschichte, die viel zu lang für das angestrebte Format wird … Und das Zusammenarbeiten bringt seine eigenen Herausforderungen mit sich. Vieles wird im Team schwieriger, aber vieles andere wird auch leichter. Mit Tränen, Schweiß und Geistesblitzen konnten wir alle Schwierigkeiten gemeinsam bewältigen, sodass am Ende tolle Bücher rauskamen, auf die wir sehr stolz sind.

6. Euer neustes Projekt „Am Rande der Welt“ ist eine Anthologie, die im Verlag Thorsten Low erscheint und zu der ihr eine Kurzgeschichte beigetragen habt. Könnt ihr darüber etwas Genaueres erzählen? Macht uns neugierig, bitte. Gibt es einen Lesungstermin auf dem BuCon?


Unsere Geschichte „Die große Not“ entstand bereits vor langer Zeit und war eine unserer ersten gemeinsamen Arbeiten. Es geht um Pugnatoris, einen Jäger, der zum Wohl seines Volkes geopfert werden soll, um in der Welt der Götter um Gnade zu bitten.

Da es terminlich leider nicht klappt, werden wir beide leider nicht am BuCon dieses Jahr teilnehmen können, aber soweit wir informiert sind, wird im Leseslot des Verlag Torsten Low auch aus der Anthologie gelesen.

Es ist wirklich sehr schade, euch dieses Jahr nicht auf dem BuCon treffen zu können. Schließlich habt ihr maßgeblich dazu beigetragen, dass ich mich auf meinem ersten BuCon so willkommen und wohlgefühlt habe. Eure herzliche Art und die spannenden Gespräche haben das Erlebnis für mich unvergesslich gemacht.


7. Welche Projekte stehen demnächst für euch an, habt ihr schon Pläne, schreibt ihr wieder gemeinsam oder jeder für sich?


Als Autoren schwirren uns natürlich stets neue Ideen im Kopf herum. Es gibt Pläne für gemeinsame Projekte, aber auch für Geschichten und Bücher, die wir separat voneinander schreiben.

Thomas wird dieses Jahr noch zwei Kurzgeschichtensammlungen veröffentlichen, die gemeinsam mit Moe Teratos entstanden sind.


8. KI ist in aller Munde und wird es auch bleiben, seht ihr die Entwicklung eher positiv oder seid ihr skeptisch?


Thomas: Für den Moment machen wir uns da keine Sorgen. Die menschliche Komponente wird so schnell nicht durch eine KI vollständig ersetzt werden können, daher wird es auch immer eine Nachfrage nach menschlichen Geschichten geben.

Zur Unterstützung bzw. Ideenfindung usw. können KIs sehr nützlich sein, solange das geistige Eigentum nicht gefährdet wird.


Vanessa: Ich habe mich noch nicht ausreichend mit der Thematik auseinandergesetzt, um darüber eine sinnvolle Aussage treffen zu können.


Zum Abschluss möchte ich mich herzlich bei euch beiden, Vanessa und Thomas, für dieses wunderbare Gespräch bedanken. Eure Einblicke in die kreative Zusammenarbeit und die spannenden Projekte haben uns alle begeistert. Es ist beeindruckend zu sehen, wie viel Leidenschaft, Tiefe und Kreativität in euren Geschichten steckt. Wir dürfen uns also auf viele weitere fesselnde Werke freuen, die zum Nachdenken anregen und uns in faszinierende Welten entführen.