Montag, 6. Oktober 2025

Nebulös von Solveig Klaus


Die Geschichte erzählt von Jelda, die an einem nebligen Novembermorgen zu einem Arzttermin unterwegs ist und plötzlich spurlos verschwindet. Niemand hat sie gesehen, und es gibt keine Hinweise, was passiert sein könnte. Bald schon wird die Liste der Verdächtigen recht lang, Fabi, ihr Freund mit dem sie seit kurzem zusammenwohnt, Götz, der Lebensgefährte ihrer Mutter, ein Sagen wir mal so ziemlich schmieriger Fotograf, der mit ihr shoppen geht und mehr will als Fotos von dem Mädchen für ihre Mutter zu machen oder Matthias Lehmke der irgendwie an Jeldas Handy kam, so das es die Polizei nach Hamburg führte. Und wir lernen Joyce kennen, Jeldas jüngere Schwester, die hilflos zusehen muss, wie ihre Mutter unter der Ungewissheit, was mit der älteren Tochter geschehen ist, leidet.

Die Geschichte zeigt, wie schwierig es ist, mit so viel Ungewissheit umzugehen. Wichtige Themen wie das Erwachsenwerden, Entscheidungen und Geheimnisse.

Die Autorin erzählt die Geschichte auf eine ruhige und spannende Weise, ohne blutige oder sehr brutale Szenen. Das Buch hat viel mit den Gedanken und Gefühlen der jungen Hauptfigur zu tun und zeigt, wie sie die Welt um sich herum immer wieder neu hinterfragt, das sie sich erst an der Schwelle zum Erwachsensein befindet, erkennt man besonders an den Eintragungen in ihrem Tagebuch, das Fabi,  nach ihrem Verschwinden findet. 

Ich lese gern psychologische Thriller, aber "Nebulös" ist besonders für jüngere Leser gedacht, die gerade am Anfang des Erwachsenseins stehen oder sich für solche Erfahrungen interessieren. Für diese Altersgruppe ist das Buch sicher sehr spannend und gut gemacht. Für mich persönlich war es interessant, mal eine andere Sichtweise kennenzulernen, auch wenn ich nicht mehr ganz zur Zielgruppe gehöre.

Wer Geschichten mag, die mehr auf Gefühle und Gedanken als auf schnelle Action setzen, und sich für das Innenleben junger Menschen interessiert, sollte "Nebulös" auf jeden Fall lesen.


  • ASIN ‏ : ‎ B0FP5GJC6B
  • Herausgeber ‏ : ‎ Independently published
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 29. August 2025
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 350 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 979-8294674120

Zu Gast im Buecherhaus: Alex Beer

 

Heute darf ich die österreichische Autorin Alex Beer im Buecherhaus begrüßen, sie ist so freundlich mir ein paar Fragen zu beantworten.



Liebe Alex, herzlich willkommen, im echten Leben hätte ich Kaffee, Tee und Kekse vorbereitet, so müssen wir uns das einfach vorstellen. 

Für die Leserinnen und Leser die dich noch nicht kennen, beschreibe dich doch bitte in 5 Worten.


  • Diszipliniert

  • Introvertiert

  • Weltoffen

  • Tierlieb

  • Buchnerd


1.Du bist mit deinem Buch „Die weiße Stunde“ dem mittlerweile 6. Band der Reihe um den Kriminalinspektor August Emmerich für den Homer 2025 nominiert, was war dein erster Gedanke? Und wie geht es dir jetzt, so kurz vor der Verleihung?

 

Als ich von der Nominierung für den HOMER erfahren habe, war mein erster Gedanke: ‚Wirklich? Schon wieder darf ich dabei sein?‘ Es ist eine große Ehre – vor allem, weil ich weiß, wie viele talentierte Kolleginnen und Kollegen jedes Jahr großartige historische Romane veröffentlichen. Außedem ist so ein Preis ein Zeichen dafür, dass das, woran man monatelang gearbeitet hat – mit all den Zweifeln und Nachtschichten – Leserinnen und Leser berührt hat. Das ist einfach wunderbar.

Jetzt, kurz vor der Verleihung, kommt natürlich eine gewisse Aufregung auf, aber die Freude überwiegt.

2. Welche Aspekte der historischen Epoche waren dir beim Schreiben von „Die weiße Stunde“ besonders wichtig?

 

In Die weiße Stunde spielt das Jahr 1923 eine zentrale Rolle – ein Jahr des Übergangs, voller Spannung und Gegensätze. Mir war besonders wichtig, die gesellschaftliche Polarisierung dieser Zeit spürbar zu machen: bittere Armut und überbordender Reichtum, politische Radikalisierung, aber auch die Sehnsucht nach Stabilität. Die Hyperinflation war in Deutschland in aller Munde – doch auch in Österreich herrschte Unsicherheit, Hoffnungslosigkeit, ein Gefühl des Ausgeliefertseins. Genau diesen historischen Druck wollte ich einfangen: Wie lebt, fühlt, kämpft ein Mensch wie August Emmerich in so einer Zeit? Wie sehr beeinflussen äußere Umstände unsere Moral, unsere Entscheidungen? Mich interessiert immer das Spannungsfeld zwischen Zeitgeschichte und Menschlichkeit – das ist für mich das Herz meiner Romane.

 

3.Gibt es reale historische Vorbilder für deine Figuren oder bewegst du dich ganz frei in der Fiktion?

 

Die meisten meiner Figuren entstehen aus der Fiktion heraus, bewegen sich aber in einem historisch fundierten Umfeld. Ich lege großen Wert darauf, dass das Denken, Fühlen und Handeln der Figuren glaubwürdig für die jeweilige Epoche ist. Bei August Emmerich zum Beispiel gibt es kein konkretes Vorbild, aber er trägt viele Züge jener Generation, die vom Ersten Weltkrieg gezeichnet wurde – traumatisiert, misstrauisch, aber unbeugsam. Anders ist es bei Felix Blom: Für ihn war Eugène-François Vidocq das ganz klare historische Vorbild. Vidocq war im 19. Jahrhundert zunächst selbst ein berüchtigter Verbrecher, bevor er zum Gründer der französischen Kriminalpolizei und zur Inspiration für zahllose Detektivfiguren wurde. Diese Doppelrolle – Täter und Ermittler in einer Person – fand ich faszinierend. Auch Blom trägt diese Ambivalenz in sich: Er ist ein ehemaliger Meisterdieb, der plötzlich gezwungen ist, auf die Seite des Gesetzes zu wechseln. Die Frage, ob man sich wirklich ändern kann, ob Vergangenheit und Schuld jemals hinter einem liegen – das ist ein zentrales Thema der Blom-Reihe.“

 

4.Gab es bei der Recherche für „Die weiße Stunde“ eine überraschende Entdeckung, die dich besonders beeindruckt hat?

 

Ja, tatsächlich. Während der Recherche zu Die weiße Stunde hat mich besonders die Rolle der Frauen in dieser Umbruchszeit beeindruckt – und überrascht. Wir sprechen oft von den ‚goldenen Zwanzigern‘, aber 1923 war davon in Wien kaum etwas zu spüren. Viele Frauen mussten plötzlich allein für ihre Familien sorgen, kämpften ums Überleben – und das mit einer Selbstverständlichkeit, die in den offiziellen Geschichtsbüchern kaum vorkommt.

5.Wie entwickelst du die Themen deiner Romane? Entstehen sie zuerst aus historischen Begebenheiten oder aus einer fiktionalen Idee?

 

In der Regel beginne ich mit einem historischen Thema oder einer realen Begebenheit, die mich nicht mehr loslässt – ein Zeitungsartikel, eine Gesetzesänderung, ein vergessener Skandal oder ein gesellschaftlicher Umbruch. Daraus entwickelt sich dann die Frage: Welche Geschichte könnte sich in diesem Umfeld abspielen? Welche Figur gerät unter Druck, muss handeln, verändern, verlieren? Manchmal sind es auch persönliche Fragen, die ein Thema anstoßen: Wie weit geht jemand für Gerechtigkeit? Was bleibt vom Menschen, wenn das System zerfällt? Erst danach entwickle ich die eigentliche Krimihandlung.

 

6.Was bedeutet dir der Austausch mit anderen Autorinnen und Autoren der HOMER-Shortlist persönlich und beruflich?

 

Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen ist für mich stets ein echtes Highlight – sowohl menschlich als auch beruflich. Schreiben ist ein einsamer Prozess, oft voller Zweifel, und umso wertvoller ist es, sich mit Menschen auszutauschen, die genau wissen, wie sich das anfühlt. Manche AutorInnen kenne ich bereits, bei den anderen freue ich mich schon sehr darauf, sie kennenzulernen.

7. Wenn du dich an die Anfänge deiner Karriere als Autorin erinnerst, kurz vor der Veröffentlichung deines ersten Romans, wie hast du dich zwischen „Yeah der Pulitzer-Preis ist mir sicher „ und „Oh, weh man reiche mir ein Mauseloch“ gefühlt?

 

Ganz ehrlich? Ich habe zwischen beiden Extremen geschwankt – manchmal innerhalb weniger Minuten. An einem Tag dachte ich: ‚Das wird groß!‘ – und am nächsten wollte ich den Verlag anrufen und alles abblasen, weil ich mir sicher war, dass niemand das lesen will.

8. Und als letztes, welche Frage wolltest du schon immer beantworten, es hat sie nur noch niemand gestellt?

 

Vielleicht: Was würden Sie tun, wenn Sie einen Tag lang in Ihrer eigenen Romanwelt leben könnten? Ich würde sehr früh aufstehen – schon allein, um Emmerich zu beobachten, wie er seinen Kaffee trinkt, ohne Milch, aber mit viel Misstrauen. Ich würde versuchen, Blom auf frischer Tat zu ertappen, was mir wahrscheinlich nicht gelänge. Und ich würde sehr genau aufpassen, wo ich hintrete – denn das Wien oder Berlin meiner Romane ist zwar faszinierend, aber nichts für zarte Gemüter. Am Abend würde ich dann froh sein, wieder ins 21. Jahrhundert zurückzukehren – mit Zentralheizung, Zahnmedizin und Internet.


Ich drücke dir ganz fest die Daumen für die Preisverleihung und wünsche dir weiterhin viel Erfolg. Ich habe mich sehr über deine ausführlichen Antworten gefreut.

 





Sonntag, 5. Oktober 2025

Zwei Leben: Das Versprechen von Astrid Korten

2014. Ein Winter in Brügge. Auf dem Kopfsteinpflaster, den Kanälen und den alten Fassaden haucht der Frost seinen Atem. Die Stadt schweigt. Juna auch. Sie ist erschöpft
„Ein Burn-out“, sagen die Ärzte
.„Ein Zusammenbruch“, sagt Juna. Alles um sie herum ist still. Das Jetzt: kalt und unbewegt.
Um sich nicht zu verlieren, beginnt sie, als ehrenamtlicher Buddy zu arbeiten. So trifft sie Vincent Molen, einen alten Mann, wortkarg und verschlossen. Ihre Begegnungen sind flüchtig: ein Spaziergang, eine Tasse Tee, ein paar brüchige Worte. Doch die Stille zwischen ihnen ist dicht und allmählich entsteht eine leise Verbindung: ein Blick, ein vergilbtes Foto, ein Satz, der bleibt. Mit jedem Ausflug wächst Junas Zuneigung für Vincent.
Während sie ihm zuhört, entfaltet sich Stück für Stück Vincents Leben, das von Mut geprägt, von Verlust gezeichnet und von einer großen Liebe getragen ist. Etwas in seiner Geschichte ruft auch in Juna Erinnerungen wach. Sie spürt, dass da noch mehr ist. Etwas Ungesagtes, ein Schatten in seinem Blick. Eine Wahrheit, die ans Licht will.
Juna wendet sich an Florent, Vincents charismatischen Nachbarn. Gemeinsam stoßen sie auf Spuren eines gebrochenen Versprechens …

Ich kannte bereits den Vorgängerroman: Zwei Leben: Hinter dem Schweigen, der mich tief beeindruckt hat, allerdings kann man die beiden Bücher absolut unabhängig voneinander lesen. Mit zwei Leben: Das Versprechen gelingt Astrid Korten nun eine noch intensivere und eindringliche Erzählung, die mich sehr berührt hat.

Astrid Kortens Roman erzählt auf eindrucksvolle Weise zwei miteinander verwobene Geschichten. Im Jahr 2014 begegnet Juna, erschöpft von einem Burn-out, dem älteren Vincent Molen. Sie will die Zeit die sie zur Erholung braucht sinnvoll nutzen bevor sie zurück in den Beruf geht, und arbeitet als ehrenamtlicher Buddy. Nach und nach entwickelt sich zwischen dem alten Mann und Juna eine ganz besondere Beziehung und er öffnet sich  Während Juna ihm zuhört, entfaltet sich Stück für Stück Vincents Leben, das von Mut, Verlust und einer großen Liebe geprägt ist.

Die zweite Erzählung führt in das Jahr 1942 nach Antwerpen, wo Vincent als junger Mann die Liebe zu Esther findet und sich mit den dunklen Zeiten der Besatzung und dem Grauen von Auschwitz konfrontiert sieht.Die Beiden lernen sich in einer Diamantschleiferei kennen in der Esther in der Buchhaltung arbeitet. Die Stadt ist von den Deutschen besetzt und Esther leidet als Jüdin unter den Repressalien der Besatzer, weg kann sie nicht, da sie ihre kranke Mutter und ihre Großmutter nicht allein lassen will, auch wenn nach und nach immer mehr Nachbarn und Freunde deportiert werden. Vincent ist im Widerstand und versucht alles um Esther in die er längst verliebt ist zu schützen.

In der Gegenwart versucht Juna, mit der Hilfe von Florent einem Nachbarn Vincents, mehr über Vincent und seine große Liebe Esther herauszufinden (fun fact, Florent hat eine Katze die er an der Leine spazieren führt, da sie sonst abenteuerlustig wie sie ist abhauen würde und er hängt doch sehr an dem Tier, damit hatte Florent mein Herz auf jeden Fall  schon mal gewonnen).

Ich mag die  Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart in der die Geschichte erzählt wird, sie sind flüssig und tragen dazu bei, die emotionale Tiefe der Geschichte spürbar zu machen.

Ein besonderer Aspekt ist, dass in dieser Geschichte auch ein Teil der eigenen Familienvergangenheit von Astrid Korten verarbeitet ist, was der Erzählung eine zusätzliche Authentizität und Tiefe verleiht. Das darin zentrale Versprechen, ich wusste schon aus dem Klappentext, wurde dabei nicht aus Eigennutz oder Feigheit gebrochen, sondern aus dem aufrichtigen Willen heraus, etwas Gutes zu tun, getragen von Liebe und Verantwortung.

Die stille Kraft seiner Erzählweise macht das Buch zu etwas ganz besonderem. Ohne übermäßige Dramatik oder Pathos gelingt es der Autorin, mit viel Feingefühl historische und persönliche Schicksale lebendig werden zu lassen. "Zwei Leben: Das Versprechen" ist eine berührende Geschichte über die Kraft von Erinnerungen und das Versprechen, das über Generationen hinweg trägt.

 

 

  • Herausgeber ‏ : ‎ BoD – Books on Demand
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 10. September 2025
  • Auflage ‏ : ‎ 1.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 316 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3695143754
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3695143757
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    Freitag, 3. Oktober 2025

    Kastanienallee: Roman von Louise K.

    Das Setting von „Kastanienallee“ wirkt auf den ersten Blick fast idyllisch: stattliche Häuser, gepflegte Nachbarn, ein gewisser Hang zur Exklusivität. Hier möchte jeder wohnen, der etwas auf sich hält, solche Wohngegenden gibt es wohl in jeder Stadt und jedem Dorf auf der Welt. Doch der Roman von Louise K. zeigt, dass hinter der Fassade vieles brodelt und manchmal ist alles mehr Schein als Sein, und genau das macht die Lektüre so interessant.

    Im Mittelpunkt stehen Menschen, die alle auf unterschiedliche Weise versuchen, ihren Platz in diesem exklusiven Wohnviertel zu behaupten. Der Kioskbesitzer Hermann Hartl ist so etwas wie der Mittelpunkt der Nachbarschaft: Er wirkt hilfsbereit, doch eigentlich ist er immer auf der Suche nach einer Gelegenheit Geld zu machen, selten auf legale Weise.  Besonders auffällig ist auch Hans, ein Mann, der sich auf Kosten seiner Frau Julie ein schönes Leben macht. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein, während Julie nichts in die Öffentlichkeit zieht, ist Hans ein Hans Dampf in allen Gassen (OK, das ging jetzt nicht anders) der am liebsten noch mehr Zugriff auf das Vermögen seiner Frau hätte. Oder auch der Erbe Rudolph Staller, der den Geist eines Kindes im Körper eines Erwachsenen hat und sich am liebsten mit seiner Eisenbahn beschäftigt. Seine Eltern haben theoretisch gut dafür gesorgt, dass es ihm auch nach ihrem Tod an nichts fehlt. 

    Erwähnenswert finde ich auch die arbeitslose Historikerin Elinor Pächter, die fieberhaft nach einem Thema für einen Artikel sucht, um endlich Anerkennung und damit mehr Aufträge zu bekommen und nicht mehr nur von der Hand im Mund leben zu müssen, weil sie sich mit einem Miniauftrag zum nächsten hangelt. 

    Jeder Bewohner der Kastanienallee verfolgt eigene Pläne, manche bleiben verborgen, andere treten offen zu Tage. Was alle verbindet, sind Schwächen, Träume und Geheimnisse. Gerade dieses Zusammenspiel ganz unterschiedlicher Persönlichkeiten macht Louise K.s Roman zu einer entwaffnend echten Momentaufnahme des Zusammenlebens.

    Mit viel Feingefühl und einem kritischen, oft augenzwinkernden Blick schildert Louise K. den Alltag in der Straße. Die „Kastanienallee“ wird so zu einem Spiegelbild unserer Gesellschaft:  Wer Freude an klugen, warmherzigen Gesellschaftsporträts hat, dürfte sich hier schnell wiederfinden und mit Staunen und ein wenig Schmunzeln auf das bunte Treiben zwischen den Villen blicken.



  • Herausgeber ‏ : ‎ Kremayr & Scheriau
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 10. September 2025
  • Auflage ‏ : ‎ 1.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 264 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3218014816
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3218014816


  • Donnerstag, 2. Oktober 2025

    Eisfalle: Thriller (Grönland-Reihe 2) von Roland Muller

     

    Klappentext: Mehr als vierzig Meter unter grönländischem Eis liegt die ehemalige US-Station Camp Century begraben. Hier sind große Mengen kontaminiertes Material und Diesel aus der Zeit des Kalten Krieges eingeschlossen – eine tickende Zeitbombe angesichts der abtauenden Eismassen. Als ausgerechnet hier eine Forschungsexpedition spurlos verschwindet, begibt sich Sonderermittler John Kaunak auf die Suche. Mit seinem Team arbeitet er sich tief in die weiße Wüste vor, wo er feststellen muss, dass die Station alles andere als verlassen ist. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. 

    Mein erstes Buch von Roland Muller und damit ist Eisfalle auch mein Einstieg in die  Grönland-Reihe des Autors. Aber  auch ohne Vorkenntnisse aus dem Vorgängerband fand ich problemlos Zugang zur Geschichte. Die eisige Atmosphäre wirkt sofort, Camp Century, diese unter dem großen Gletscher verborgene US-Station mit ihren Altlasten, hat mich schon beim Lesen des Klappentexts fasziniert.

    In diesem Buch verbindet Muller aktuelle Themen wie Klimawandel und Umweltproblematik mit klassischen Spannungselementen. Mir gefällt besonders die Kombination aus Thriller und brisantem Zeitgeschehen, denn hier ist die Gefahr nicht nur menschlich, sondern steckt auch in der schmelzenden Umwelt  und leider ist dieses Szenario realer als uns allen lieb sein kann. Viele Orte und zahlreiche Figuren tauchen auf, stellenweise wird es komplex, doch die Handlung bleibt verständlich und der rote Faden reißt nicht ab.

    Die Hauptfigur John Kaunak war mir sofort sympathisch, schon auf den ersten Seiten mochte ich ihn sehr wer einen gut bezahlten Job aufgibt um  eine neugegründete Organisation zu leiten, die Spezialabteilung zur Abwehr von Umweltgefahren, eine Abteilung die sich in einer Grauzone bewegt denn eigentlich unterliegen diese Aufgaben der dänischen Regierung, den muss man einfach mögen. Johns Team ist klein und das gibt dem Autor die Gelegenheit die einzelnen Personen namentlich kurz vorzustellen bevor sie zu ihrem ersten Auftrag aufbrechen müssen. Ein Expeditionsteam das die Stelle sucht an der besonders, hohe Temperaturen gemessen wurden, ist verschwunden und das sich in der Nähe befindliche Camp Century eine vor Jahren aufgegebene US-Station, ist alles andere als verlassen.

    Für mich überzeugt "Eisfalle" vor allem als atmosphärischer, informativer Thriller, der zugänglich bleibt, auch wenn man neu in die Reihe einsteigt. Die Spannung hält bis zum Schluss, und die Verknüpfung von Fakten mit fiktiver Handlung macht das Buch besonders lesenswert. Wer Interesse an besonderen Schauplätzen und aktuellen Themen hat, wird hier bestens unterhalten. Und vielleicht ist es gerade diese Art von Literatur, die so manchem die Augen öffnet für die Problematik unserer Zeit.

     

     

  • Herausgeber ‏ : ‎ Aufbau Taschenbuch
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 17. September 2025
  • Auflage ‏ : ‎ 1.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 346 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3746640881
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3746640884
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