Donnerstag, 12. Januar 2023

Verschwiegen: Ein Island-Krimi von Eva Björg Ægisdóttir

 



Ein hoch spannender, psychologischer Krimi mit einer enorm überzeugenden Ermittlerin und großartigen Kulisse.


Elma, die Akranes aufwuchs und vor einigen Jahren der kleinen Stadt nicht schnell genug den Rücken kehren konnte, um in Reykjavík ein aufregenderes Leben zu führen, kehrt nach dem unglücklichen Ende einer Beziehung zurück, um bei ihrer Familie und ihrem neuen Job bei der Polizei Akranes zur Ruhe zu kommen. Mit der Ruhe im Job ist es allerdings schnell vorbei, als am Fuß des alten Leuchtturms eine Frauenleiche gefunden wird. Gemeinsam mit ihren Kollegen Saevar und Hördur nimmt Elma die Ermittlungen auf. Schnell erfahren sie, dass die Tote ebenfalls in Akranes aufwuchs, und dass das Motiv für den Mord an sie, in ihrer Vergangenheit zu finden ist. Als sie die Identität der Frau herausfinden, beginnen 
für das Team um Elma mühsame Ermittlungen. In einem Ort, in dem jeder jeden kennt, gibt es viele Zeugen und Beteiligte mit oft nur bruchstückhaften Erinnerungen und nicht jeder erzählt ihnen die Wahrheit über Elisabeth.

Eva Björg Ægisdóttir hat ein hoch spannendes Buch geschrieben, in dem vieles nicht so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Sie hat mich von Beginn an auf mehrere falsche Fährten geschickt. Seien es nun Elmas Beweggründe für die Rückkehr nach Akranes oder das Motiv für den Mord an Elisabeth.
Die Autorin hat viele Themen in ihrem Buch verarbeitet, die Palette reicht von Kindesmissbrauch, Mobbing, Gewalt in der Partnerschaft, Depressionen und Alkoholmissbrauch. Das hätte zu viel des Guten, bzw. eher des schlechten sein können. Aber 
Eva Björg Ægisdóttir hat jedes Thema wohldosiert eingebracht und jedes für sich kommt nur zaghaft ans Licht. 

Gut gefallen hat mir auch, dass wir zwar viel über Elma erfahren, ihr Privatleben aber nie in den Vordergrund rückt, es gibt nichts Schlimmeres für mich, als dass Ermittler so sehr von ihrem Privatleben abgelenkt werden, dass die Ermittlungen darunter leiden.

Das Ende hat mich wirklich überrascht, in jeder Hinsicht. Ich hoffe auf einen weiteren Fall für Elma und ihre Kollegen.


  • Herausgeber: ‎ KiWi-Paperback; 1. Edition (12. Januar 2023)
  • Sprache: ‎ Deutsch
  • Broschiert: ‎ 368 Seiten
  • ISBN-10: ‎ 3462002589
  • ISBN-13: ‎ 978-3462002584
  • Originaltitel: ‎ Marrið í stiganum
  • Übersetzerin:Freyja Melsted

Dienstag, 10. Januar 2023

Die leuchtende Republik: Roman von Andrés Barba

 

Dichter grüner Regenwald, tropische Trägheit: San Cristóbal ist eine verschlafene lateinamerikanische Provinzstadt, bis eines Tages wildfremde Kinder von der anderen Seite des schlammig-breiten Eré-Flusses dort einfallen und die Ruhe stören. Niemand kennt sie. Niemand weiß, woher sie kommen. Niemand versteht ihre Sprache. Sie haben Hunger, sie stehlen, sie jagen den Menschen Angst ein.

Die Bewohner von San Cristóbal stehen zunehmend unter Druck: Wie lange wollen sie dem Ganzen tatenlos zusehen? Wie unschuldig sind Kinder? Darf man Böses mit Bösem vergelten?

Ein Mitarbeiter der Sozialbehörde erzählt rückblickend von 32 Kinder, die vor 20 Jahren in San Cristóbal auftauchten. Niemand kennt diese Kinder oder weiß, woher sie kommen, niemand weiß, wohin sie in der Nacht verschwinden. Sie reden wenig und wenn dann in einer Sprache, die nur sie verstehen. Zuerst sind es nur wenige Kinder, die betteln und stehlen, dann werden es immer mehr. Und sie werden immer aggressiver. 

Vielleicht muss man die Kultur und die Lebensumstände in südamerikanischen Ländern und anderen Ländern, in denen Straßenkinder zum normalen Stadtbild zu gehören, verstehen, um das Verhalten der Erwachsenen diesen Kindern gegenüber begreifen zu können. Da tauchen kleine Kinder zwischen 9 und 13 Jahren, in der Stadt auf, die offensichtlich ohne Eltern sind, um die sich niemand kümmert und niemand reagiert. Ein halbherziger Versuch des Erzählers scheitert, weil er sich gegen ein überraschend gewalttätiges nicht behaupten kann.
Erst als Kinder aus wohlbehütetem Elternhaus verschwinden, mehren sich die Stimmen, die 32 Kinder zu suchen.

Aber worum geht es eigentlich wirklich in diesem Roman? 

Wenn ich ehrlich bin, ich weiß nicht, was der Autor Andrés Barba mir vermitteln will, denn dass er nicht einfach nur um eine Geschichte um der Geschichte willen erzählt, glaube ich nicht. Ich bin mir sicher, er hat eine Botschaft, nur welche hat sich mir nicht offenbart. Ich kann jetzt spekulieren, dass es um den Verlust der kindlichen Unschuld geht, um die Gleichgültigkeit der Erwachsenen Kindern gegenüber, wenn es nicht die eigenen sind. Oder geht es vielleicht darum, dass Kinder eher in der Lage sind gleichberechtigt und friedlich miteinander zu leben, als Erwachsene? Das letzte kann aber, wegen der Handlungen der Kinder nicht sein.

Ich hatte auch mit der Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird, meine Schwierigkeiten. Tagebuchartig erzählt der Mitarbeiter der Sozialbehörde von den Vorkommnissen. Erzählt er direkt von den Kindern, ist die Geschichte durchaus interessant, erzählt er von Dokumentation, Fernsehbeiträgen und ähnlichem verkehrt sich das leider ins Gegenteil. Wobei ich hier natürlich nur für mich sprechen kann, andere mögen die Art und Weise wie die Geschichte der 32 Kinder erzählt wird, lieben.
Die leuchtende Republik ist eines dieser Bücher, von denen ich hoffe, eines Tages mit jemandem sprechen zu können, der verstanden hat, was der Autor damit sagen will.



  • Herausgeber ‏ : ‎ Luchterhand Literaturverlag; Deutsche Erstausgabe Edition (14. September 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 224 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3630875998
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3630875996
  • Originaltitel ‏ : ‎ República Luminosa



Sonntag, 8. Januar 2023

Lektionen von Ian McEwan


 Roland Baines ist noch ein Kind, als er 1959 im Internat der Person begegnet, die sein Leben aus der Bahn werfen wird: der Klavierlehrerin Miriam Cornell. Roland ist junger Vater, als seine deutsche Frau Alissa ihn und das vier Monate alte Baby verlässt. Es ist das Jahr 1986. Während die Welt sich wegen Tschernobyl sorgt, beginnt Roland, nach Antworten zu suchen, zu seiner Herkunft, seinem rastlosen Leben und all dem, was Alissa von ihm fortgetrieben hat.

Roland wächst als Sohn eines britischen Armeeoffiziers  in Libyen auf, und wird mit elf Jahren von seinen Eltern zurück nach England auf ein Internat geschickt und McEwan erzählt uns von da ab aus Rolands Leben. Immer vor dem Hintergrund historischer Ereignisse.

Das Buch beginnt mit dem sexuellen Übergriff seiner Klavierlehrerin während einer Unterrichtsstunde. Dieses erste Kapitel ist der Schlüssel zu allen Entscheidungen, die Roland ab dem Zeitpunkt trifft. Roland ist unstet, er reist viel, vermeidet  Bindungen und hat den Kopf voller Pläne, von denen er kaum einen ausführt.
Das ändert sich erst als er Alissa trifft, sie heiraten und bekommen ein Kind, doch das Glück währt nicht lange. Nur wenige Monate nach der Geburt verlässt Alissa ihn und das neugeborene Kind. 
Dieses Erlebnis verändert Roland, er übernimmt Verantwortung für seinen Sohn Lawrence, der Struktur und Verlässlichkeit in sein Leben bringt. Und dann ist da noch Daphne, man kann sagen, sie ist die Frau, die sein Leben am längsten begleitet, als Freundin und Geliebte.

Ich muss zugegeben an dieses Buch kam ich nur durch Zufall und wie es so ist, hat mir dieser Zufall einige sehr angenehme Lesestunden beschert. Allerdings habe ich eine Weile gebraucht für dieses Buch, ich habe es immer mal wieder zur Seite gelegt und das hat mir gezeigt, dass ich viel zu selten zu den Größen der Literatur greife. McEwan beschenkt seine Leser mit diesem Werk, das einige biografische Züge aufweist. Der mit vielen Preisen für englische Literatur ausgezeichnete Schriftsteller überzeugt durch seine Wortwahl. 

Seite 2

»Er konnte die blöde Stelle auf der Seite sehen, ehe er sie erreichte; und es geschah, ehe es geschah, der Fehler kam ihm entgegen, die Arme ausgestreckt wie eine Mutter, bereit, ihn an sich zu drücken, immer derselbe Fehler, der ihn abholen kam, wenn auch ohne Hoffnung auf einen Kuss.«

Von der Handlung selbst war ich nicht immer zur Gänze überzeugt, manches war mir zu langatmig geschrieben. Zwar wurde das meist wettgemacht durch den wunderbaren Sprachstil, sodass ich den Roman über ein Leben vor den gesellschaftlichen und politischen Ereignisse der letzten Jahrzehnte, zu 80 % genießen konnte.

Und wie so oft und viel zu selten erwähnt, gebührt auch für dieses Buch dem Übersetzer ein großes Lob.Bernhard Robben ist es gelungen, die Seele des Buches einzufangen und nicht nur die Worte von einer Sprache in die andere zu übersetzen. 


  • Herausgeber: ‎ Diogenes; 1. Edition (28. September 2022)
  • Sprache: ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe: ‎ 720 Seiten
  • ISBN-10: ‎ 3257072139
  • ISBN-13: ‎ 978-3257072136
  • Originaltitel: ‎ Lessons
  • Übersetzung: Bernhard Robben

t die blöde Stelle auf der Seite sehen, ehe er sie

erreichte; und es geschah, ehe es
ihm entgegen, die Arme ausgester,

Donnerstag, 5. Januar 2023

Kuckuckskinder: Erica Falck ermittelt von Camilla Läckberg

 

Fjällbacka wird kurz hintereinander von zwei Verbrechen erschüttert. Ein berühmter Fotograf wird brutal in einer Kunstgalerie ermordet und auf die Familie des erfolgreichen Schriftstellers Henning Bauer ein Anschlag verübt. Die Ermittlungen von Kommissar Patrik Hedström und seinem Team laufen ins Leere. Doch Erica Falck, die gerade einen Mordfall im Stockholm der Achtzigerjahre recherchiert, stellt plötzlich eine Verbindung zur Gegenwart her. Und zu Patriks Fall. Denn eiskalte Lügen hallen lange nach.

Da sind wir also, zurück in Fjällbacka. Bereits zum 11. Mal begleiten wir Erica Falck, und Patrik Hedström, nicht nur während der Ermittlungen zu Kriminalfällen, sondern auch in ihrem mal mehr, mal weniger turbulenten Familienleben.

Erica und Patrick sind auf die Feierlich anlässlich der Goldenen Hochzeit des bekannten Schriftstellers Henning Bauer, der sich Hoffnungen auf den Literaturnobelpreis machen kann, und seiner Frau, der Verlegerin Elisabeth, eingeladen. Es soll ein rauschendes Fest werden, mit allen Freunden des Ehepaars, doch einer fehlt: Rolf, ein bekannter Fotograf, bereitet lieber seine nächste Ausstellung vor, anstatt mit seinen Freunden zu feiern. Unter ihnen Susanne, einem Mitglied der schwedischen Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, ihrem Mann Ole und Vivian, die Frau Rolfs. Sie alle sind seit Jahrzehnten befreundet, und Gründer eines Künstlerzirkels namens Blanche, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, unbekanntere Künstler zu unterstützen.

Erica und Patrick haben die Einladung, Louise zu verdanken, der Schwiegertochter des Jubelpaares, die die Feier organisiert hat und mit der Erica seit kurzem befreundet ist.

Der Alkohol fließt in Strömen und endet in einem Eklat, ausgelöst durch eine Schmährede Rickards einem Sohn des Jubelpaars. Doch das ist nicht der einzige Vorfall im Umfeld der Feier, der die Erinnerung daran mehr als nur trübt. Am Morgen danach findet die Reinigungskraft der Galerie, in der Rolf seine Ausstellung vorbereitet, seine Leiche.
Und es bleibt nicht bei diesem Toten.


Wie immer in Camilla Läckbergs Krimis geht es nicht nur um den aktuellen Fall, durch einen Hinweis auf einen ungelösten Mordfall in den 80er Jahren, wird Ericas Neugier geweckt und sie beginnt für ihr neues Buch zu recherchieren. Ihre Informantin kann ihr allerdings nicht viel mehr geben als den Namen Lola und dass diese eine Transfrau war, die mit ihrer Tochter Pytta in Stockholm lebte. Da Erica bei ihren Recherchen nicht viel mehr herausfindet, fährt sie persönlich nach Stockholm, um vor Ort zu recherchieren. 

Und natürlich weiß jeder, der die Krimis um Erica Falck kennt, dass alles irgendwie zusammenhängt, auch wenn es zunächst nicht danach nicht aussieht.

Auch das Privatleben der Protagonisten kommt nicht zu kurz, wir bekommen immer wieder kurze Einblicke in Ericas und Patricks turbulentes Familienleben, das mit den anscheinend näher kommenden Wechseljahren nicht einfacher wird. Und auch Patricks Kollegen haben ihr Päckchen zu tragen und so liegt die Verantwortung wieder einmal schwer auf Patricks Schultern. 

Diese Kombination muss man mögen, dann sind die Bücher der Autorin wie ein Treffen mit alten Bekannten, nach 11  Bänden würde ich schon fast sagen, mit alten Freunden, die sich mit ganz normalen Problemen befassen müssen. Wenn man das mag, wird man mit einem spannenden Kriminalfall belohnt, dessen Auflösung mich doch sehr überrascht hat. Natürlich ist es von Vorteil, wenn man schon den einen oder anderen Krimi mit Erica und Patrick gelesen hat, allerdings ist der Kriminalfall für sich natürlich eigenständig und kann unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden. 
Die Autorin verarbeitet viele verschiedene Themen in dieses Buch und jedes Thema birgt ein Motiv für die Verbrechen. Familiäre Differenzen, der Mord an Lola in den 80er Jahren, Unstimmigkeiten im Künstlerzirkel, um nur einige zu nennen. Bis zum Ende habe ich mitgerätselt, welche der vielen Personen nun der Mörder ist.

Erica Falck hat bisher in folgenden Büchern ermittelt.

1. Die Eisprinzessin schläft
2. Der Prediger von Fjällbacka
3. Die Töchter der Kälte
4 .Die Totgesagten
5. Engel aus Eis
6. Meerjungfrau
7. Der Leuchtturmwärter
8. Die Engelmacherin
9. Die Schneelöwin
10. Die Eishexe
11. Kuckuckskinder


  • Herausgeber ‏ : ‎ List Hardcover; 1. Edition (29. Dezember 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 416 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3471351752
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3471351758
  • Originaltitel ‏ : ‎ Gökungen
  • Übersetzerin: Katrin Frey


Montag, 2. Januar 2023

Frank Goldammer Die Verbrechen der Anderen

 



Zunächst einmal:

Lest dieses Buch nach dem ersten Band. Im Schatten der Wende, in dem Tobias Falck und Sybille Suderberg ihren ersten gemeinsamen Fall lösen.

Ein dreister Kunstraub, ein berühmtes, wertvolles Gemälde wurde in der Dresdner Galerie der Alten Meister gegen eine Kopie ausgetauscht, macht dem KDD (Kriminaldauerdienst) -Team um Tobias Falck, Edgar Schmidt und Stefanie Bach zu schaffen. Sybille Suderberg arbeitet mittlerweile als Privatdetektivin, sie ist nicht begeistert als das Team vor ihrer Tür steht und um Unterstützung bittet, denn mit Edgar hat sie noch eine private Rechnung offen. Der mutmaßliche Fälscher wird tot aufgefunden und es bleibt nicht bei dem einen Mord. Zeitgleich ermittelt Falck, eher inoffiziell, im Fall eines vermissten ehemaligen Grenzsoldaten, der zu Zeiten der Mauer einen Menschen auf der Flucht erschoss. Und auch privat läuft es nicht gerade optimal für den Falck, er steht zwischen drei Frauen, Claudia, der Mutter seines Kindes, Ulrike, die aus dem Westen zurückkehrt und seiner Kollegin Stefanie. Und so brillant er im Job auch manchmal ist, privat ist er eher unsicher und wenig entschlussfreudig.

In einer Zeit, in der niemand so genau wusste, wie es mit der DDR weitergehen würde, herrscht in den Köpfen der Menschen immer noch die Angst vor der Stasi. Der Verdacht, dass, ehemalige IM umgebracht werden, um Zeugen der Machenschaften der Stasi zu vertuschen und die Angst vor dem, was in den eigenen Akten steht, ist allgegenwärtig. Die Vermutung, dass der Diebstahl des Gemäldes mit der Devisenbeschaffung zu tun hat, steht ebenfalls schon bald im Raum. Doch die Restauratorin, die den Diebstahl meldete als auch der Museumsdirektor, Maler und Museumsmitarbeiter schweigen und es ist an Falck, das komplizierte Beziehungsgeflecht, das beruflich aber auch privat miteinander verbindet, zu entwirren.

In die Freude über die neugewonnene Freiheit und Freiheiten, über das Warenangebot in den Läden mischt sich bald die Erkenntnis, dass nicht jeder es gut meint mit den Bürgern. Seien es betrügerische Haustürgeschäfte oder Alteigentümer von Immobilien, die ihren früheren Besitz in Augenschein nehmen wollen. Natürlich war mir bewusst, dass vieles von dem, was nach dem Mauerfall in der ehemaligen DDR vor sich ging, oft illegal war oder nur noch knapp in legalen Grenzen lag. Das Unwissen und die Gutgläubigkeit der Menschen wurde gnadenlos ausgenutzt und niemand in dessen Macht es gelegen hätte, tat etwas dagegen. Das zu wissen ist eine Sache, dieses Wissen aber wieder einmal vor Augen geführt bekommen ist etwas ganz anderes. 

Selbstverständlich ist auch der Kriminalfall, wie von dem Autor gewohnt, äußerst spannend und das Buch hat mir einige interessante Lesestunden verschafft und Stunden, in denen ich mich mehr mit den Methoden der Devisenbeschaffung der DDR beschäftigt habe. 

  • Herausgeber ‏ : ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG; 1. Edition (27. Dezember 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 400 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423263326
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423263320