Samstag, 12. Februar 2022

Serengeti wird sterben von Klaus Heimann



Als Danny Amtmann den Auftrag erhält, in Tansania nach korrupten Beamten zu suchen, die es ermöglichen, im Serengeti Nationalpark Elefantenjagden  zu veranstalten, glaubt er noch den Beteuerungen des Anwalts von Eberfels, dass dieser mithilfe seiner Kontakte diese Beamten aus ihren Ämtern  entfernen kann. Als Tourist getarnt nimmt Danny an einer Safari in den Nationalpark teil und erliegt der Schönheit der Natur. Dannys unruhiger Geist beruhigt sich beim Blick über den Park, auch das konnte ich nachvollziehen, so geht es mir, wenn ich auf ein Meer blicken kann. 

Danny gibt sich das Versprechen, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um die Tiere im Park zu schützen. Bei seinen Recherchen kommt er den Machenschaften des Jagdclubs Deutsch-Ostafrika auf die Spur.

Der Titel erinnert sicher nicht unbeabsichtigt an den Dokumentarfilm Serengeti darf nicht sterben von Michael Grzimek und seinem Vater Bernhard und ich hatte gleich die passenden Bilder zu  Dannys Gedanken im Kopf.

Klaus Heimanns neustes Werk ist nicht nur ein spannender Krimi, allein der Krimianteil, der immer im Vordergrund bleibt, macht dieses Buch wieder sehr lesenswert.
Das Buch ist auch ein Plädoyer für den Naturschutz, allein der Gedanke daran, dass es immer noch Menschen gibt, die es für ihr Recht halten, Tiere nur zum Spaß töten zu dürfen, macht mich wütend und traurig zugleich. Und es erzählt auch vom Leben der Massai von ihren Traditionen und ihrer Lebensweise und auch ihren Nöten. Diese Informationen sind  perfekt mit der fiktiven Handlung verbunden.
Ich mag es sehr, wenn ich nicht nur unterhalten werde, sondern ganz nebenbei auch noch etwas lerne oder mir wie in diesem Fall etwas, was ich schon fast vergessen hatte wieder in meine Erinnerung gerufen wird.

Serengeti wird sterben 
bekommt von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

  • Herausgeber ‏ : ‎ edition oberkassel; Originalausgabe 2022 Edition (16. März 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 350 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3958132588
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3958132580





Mittwoch, 9. Februar 2022

Frost von Ragnar Jónasson

 


Ein altes Sanatorium. Ein entschlossener Ermittler. Ein ungelöstes Rätsel: Die Fortsetzung der großen HULDA-Trilogie von Ragnar Jónasson, in der der junge Kommissar Helgi Reykdal in den Fokus rückt - jener junge Mann, für den Kommissarin Hulda Hermannsdóttir in »DUNKEL« ihren Schreibtisch räumen musste. Helgi untersucht eines der größten Rätsel der isländischen Kriminalgeschichte, einen Cold Case: die Todesfälle im Tuberkulose-Sanatorium. 1983 waren dort, im eisigen Norden Islands, eine Krankenschwester und der Chefarzt umgekommen. Was ist 1983 wirklich geschehen? Und wurde die damalige Ermittlerin Hulda zum Schweigen gebracht?


Helgi Rykdal möchte für seine Abschlussarbeit in Kriminologie Zeitzeugen des Mordes  an einer Krankenschwester und den Selbstmord eines Chefarztes, interviewen. Für die Zeit nach seinem Studium wurde ihm schon die Stelle eines Mordermittlers angeboten, doch Helgi ist sich nicht ganz sicher , wo er seine Zukunft sieht, sein schwieriges Privatleben macht ihm die Entscheidung nicht einfacher. Als allerdings eine ehemalige Krankenschwester des Sanatoriums ermordet wird, setzt Helgi alles daran, den Mord aufzuklären. 

Ich  war etwas erstaunt, dass die Ermittlerin Hulda im vorliegenden Buch so gut wie gar nicht vorkommt, dem Klappentext nach hatte ich erwartet, dass sie eine tragende Rolle spielen würde. Während des Lesens erwartete ich immer, dass sie präsenter wird. Doch im Nachhinein muss ich sagen, das ich auf komplett auf Hulda als aktive Protagonistin hätte verzichten können. Die Rolle, die sie als Ermittlerin im Jahr 1983 gespielt hat, wurde gut erzählt und das hätte mir gereicht, vor allem da ich die Hulda Reihe des Autors nicht kenne.

Normalerweise mag ich Krimis und überhaupt Bücher deren Geschichte auf verschiedenen Zeitebenen spielen sehr, hier kam der Wechsel allerdings immer etwas abrupt, kaum hatte ich mich eingelesen wechselt der Autor wieder zurück. 

Alles in allem war der Krimi recht unterhaltsam, nicht das ganz große Kino, aber gut für zwischendurch.

  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 304 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3442759315
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442759316
  • Originaltitel ‏ : ‎ Hvítidauði

Dienstag, 8. Februar 2022

Der Mann der zweimal starb von Richard Osman


 Da hat er sich in etwas reingeritten, der gute Marcus Carmichael. Und jetzt soll Elizabeth ihm da wieder raushelfen. Dabei sollte ihr ehemaliger Geheimdienst-Kollege doch eigentlich wissen, von wem man besser keine Diamanten mitgehen lässt, wenn man sich gerade auf einem Einsatz für den MI5 befindet. Dazu gehört ganz bestimmt: die New Yorker Mafia. Ist die erst einmal im Spiel, geht es ziemlich sicher bald jemandem an den Kragen.

Doch auch Profimörder können Fehler machen, etwa ihrem Handwerk in der Seniorenresidenz Coopers Chase nachzugehen. Denn wer hier mordet, dem ist der Donnerstagsmordclub auf den Fersen, und der macht, schneller als ihm lieb sein kann, aus dem Jäger den Gejagten. Für die vier rüstigen Senioren heißt es: Endlich ist wieder Donnerstag!

Der Mann der zweimal starb ist das zweite Buch um den Donnerstagsmordclub, dessen 4 Mitglieder Elisabeth, Joyce, Ron, und Ibrahim nicht nur die Lust am Ermitteln  teilen, sie verbindet auch eine tiefe Freundschaft untereinander.

Ich kenne den ersten Teil nicht und war deswegen besonders gespannt, was mich erwarten würde. Bekommen habe ich, ich sags mal so: Ein Cosy-Krimi mit einem ordentlichen Leichenanteil. Und ich bin absolut begeistert. 

Elisabeth, die früher für den Geheimdienst MI5 gearbeitet hat, wird von einem neuen Bewohner der Seniorenwohnanlage eingeladen, diese Einladung nimmt sie verwundert und überaus neugierig an, denn der Mann, den sie besuchen soll, ist vor Jahren gestorben. Doch natürlich erwartet sie nicht der Tote, sondern ihr ehemaliger Kollege und Exmann Douglas Middlemiss.

Douglas braucht ihre Hilfe, nach einem Einsatz wird er beschuldigt Diamanten im Wert von 20 Millionen Pfund gestohlen zu haben, die der New Yorker Mafia gehörten. Elisabeth und der Donnerstagsmord Club sagen ihre Hilfe zu und stolpern beim Ermitteln über die eine oder andere Leiche, zu denen leider auch Douglas gehört und die Erkenntnis: Elisabeth wurde von Douglas wieder einmal belogen.

Amüsant, spannend und tiefgründig, so präsentiert sich die Story von Richard Osman, dessen trockener Humor genau meinen Nerv trifft. Die Protagonisten sind mir allesamt ans Herz gewachsen, mein Liebling allerdings war Bogdan, dessen unerschütterliche Loyalität zum Mordclub sicher irgendwo im ersten Band erklärt wird, dem muss ich noch auf den Grund gehen. 

Aber natürlich waren sie mir alle sehr sympathisch, die nur auf den ersten Blick etwas naiv wirkende Joyce, der zögerliche Ibrahim, Ron der Gewerkschafter mit dem großen Herz und natürlich Elisabeth, die ehemalige Agentin, besticht durch ihre Herzenswärme und Intelligenz. Sie alle tragen dazu bei, das das Buch zu einem absoluten Lesehighlight avancierte.

  • Herausgeber ‏ : ‎ List Hardcover; 3. Edition (21. Januar 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 448 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3471360131
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3471360132
  • Originaltitel ‏ : ‎ The Man Who Died Twice


Donnerstag, 3. Februar 2022

Der Junior-Chef: Das neue Testament lammfromm neu erzählt von Michael Korth

 Lammfromm und unbekümmert schildert Michael Korth das Erdenwallen des Junior-Chefs. Bei allem drive und Witz wahrt Korth den guten Geschmack. Der Junior, ausgesprochen locker, gewinnt durch unorthodoxe Lehren die Herzen im Flug. Ein schwerer Schlag für Pharisäer und Schriftgelehrte..



Dieses Buch tauchte sicherlich bei irgendwelchen Ausgrabungen im oder um das Verlagshaus vom Eichborn Verlag auf, so ist zumindest die optische Anmutung.

Irgendwann materialisierte es sich dann in meinem SuB-Regal und fristete dort ein etwas kümmerliches Dasein.

Da kam mir die Aktion

Vielleser
Verringern
Volumen

von #2blogs1buch
jede Monat ein Buch vom SuB abzulesen gerade recht.

Nur leider, habe ich es nach wenigen Seiten abgebrochen, mir gefiel der Schreibstil nicht, er passt nicht mehr so ganz in unsere Zeit, würde ich jetzt mal spontan sagen. Es ist aber auch das was geschrieben wurde, als Atheist habe ich absolut nichts dagegen Religion und Satire zusammenzubringen, nur sollte es im Rahmen bleiben. 

Die schöne Ausgabe ist aus dem Jahr 1991.

Mittwoch, 2. Februar 2022

Red Exile von Timo Leibig

 


Mars, Sandraffinerie der Sandsky Corporation, 2102. Als der Kolonist Jimmy Ray einen Harvester vor einem Sturm in Sicherheit bringen will, erleidet er einen von fremden Erinnerungen verursachten Zusammenbruch. Nur dank des beherzten Einsatzes seiner Kollegin Malika El Alami kann er überleben.

Auf der Krankenstation macht er dann eine Entdeckung, die ihn am Gesundheitsprogramm von Sandsky zweifeln lässt. Warum werden den Kolonisten wöchentlich Medikamente verabreicht? Und weshalb erinnert er sich nur vage an die Zeit vor dem Mars? Hat er sich wirklich freiwillig für den gefährlichen Einsatz gemeldet?
Zusammen mit Malika flieht er aus der Station, um die Wahrheit herauszufinden – und weiß bald nicht mehr, von wem die größte Gefahr ausgeht: von Sandsky, von den fremden Erinnerungen oder der Unbarmherzigkeit des Roten Planeten.

Eine Sandraffinerie auf dem Mars? Sand? Ja, Sand ist auf der Erde ein knappes Gut geworden und da die Resourcen erschöpft sind, wird Marssand aufwendig gefördert und zur Erde transportiert. 
Um den Lebensbedingungen auf der Marsstation gewachsen zu sein, bekommen die Arbeiter genau auf sie abgestimmte Medikamente, doch etwas scheint nicht zusammenzupassen.
Jimmy Ray leidet unter Flashbacks, die nicht mit seinen Erinnerungen zusammen passen.
Als er gemeinsam mit seiner Kollegin Malika der Sache auf den Grund gehen will, geraten sie in große Gefahr.

Timo Leibig hat eine Thrillerhandlung auf den Mars verlegt und das ist ihm meiner Meinung nach recht gut gelungen, von der ersten Seite an ist die Story actiongeladen und das bleibt sie auch bis zum Schluss. Ich hätte mir allerdings etwas mehr Informationen über den Alltag auf dem Mars gewünscht, wie funktioniert das Zusammenleben auf engem Raum in einer menschenfeindlichen Umgebung, so blieb mir auch Jimmy Ray etwas fremd, und ich vermute, dass das anders gewesen wäre, hätte ich ihn in ganz normalen Alltagssituationen kennenlernen dürfen. Allerdings habe ich die Hoffnung, Jimmy und auch Malika näher kennenzulernen, wenn der zweite Teil des Buches erscheint, denn die Geschichte fängt mit Red Exile ja eigentlich gerade erst an. 

Das was der Autor erzählt, erzählt er gut und durchaus nachvollziehbar, ich mag seinen Schreibstil ja ohnehin und dabei ist es unerheblich, ob es sich um einen klassischen Krimi oder wie in diesem Fall einen Science-Fiction Thriller handelt. Timo Leibig schreibt einfach gut. Da bekommt ihr doch gleich noch einen Buchtipp. Nanos eine Reihe, die wohl noch in diesem Jahr mit dem dritten Band ihren Abschluss findet.
Mehr zum Autor und seinen Bücher findet ihr auf seiner Homepage.

  • ASIN ‏ : ‎ B09PMG2M4S
  • Herausgeber ‏ : ‎ Independently published (4. Januar 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 300 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 979-8795895154