Montag, 6. Januar 2020

Die Chronik der Dämonenfürsten Teil 1 von Monika Grasl

Als die Studentin Evy erfährt, dass sie unheilbar an Krebs erkrankt ist und ihr nur noch wenig Zeit bleibt, bricht verständlicherweise ihre Welt zusammen, sie nimmt sich vor ihr Leben bis zum Ende ganz normal weiterzuführen, sie will studieren, nicht sterben. Allerdings hat sie die Rechnung ohne Vincent, ihren nervigen Nachbarn gemacht, der plötzlich vor ihrer Tür steht und behauptet ihr persönlicher Todesengel zu sein, der den Auftrag hat sie während der letzten Tage zu begleiten und dafür zu sorgen, das sie jede Therapie annimmt, die sie bekommen kann, denn Vincent muss, soll sie zu Azrael bringen, der mit ihrer Hilfe einen Krieg zwischen Dämonen und Engel auf der Erde verhindern will.
Einen ähnlichen Auftrag hat auch Merfyn, der Dämonenbote, er soll Evy an den Dämon Dantalion ausliefern, denn nur Evy könnte laut einer Prophezeiung verhindern, dass die Dämonenfürsten die Erde betreten.

Merfyn allerdings kennt noch einen Weg diesen Krieg zu verhindern und widersetzt sich dem Auftrag, auch wenn er dadurch nur Zeit schindet, denn natürlich gibt es mehr Dämonenboten als nur ihn.
Es gibt allerdings auch einen Weg, den Krieg auf Erden zu verhindern, hierbei allerdings benötigt Merfyn die Hilfe der katholischen Kirche, die allerdings tut in großen Teilen, das was sie immer tut: Nichts.

Jetzt habe ich euch genug verraten, sonst müsst ihr das Buch nicht mehr selber lesen und das wäre schade, denn dann würdet ihr Evy nicht kennenlernen, diese starke junge Frau, die nicht nur mit der Tatsache umgehen muss, das ihr Leben in absehbarer Zeit zu Ende sein wird, sondern auch damit, das Engel und Dämonen auf Erden wandeln. Womit wir bei Vincent und Merfyn wären, dem Todesengel und dem Dämonenboten. Die in diesem ersten Teil der Chronik der Dämonenfürsten gezwungenermaßen zusammenarbeiten. Beide sind nicht gerade das, was man als gehorsame Untergebene bezeichnen könnte, auch wenn sie sich nicht offen gegen ihre Herren auflehnen. Merfyn und Vincent haben das gleiche Ziel und werden so zu Verbündeten.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sie spart auch nicht mit Humor, das lockert die vom Grundthema her sehr ernste Geschichte auf macht das Lesen zu einem großen Vergnügen.

  • Taschenbuch: 228 Seiten
  • Verlag: Shadodex - Verlag der Schatten (19. Dezember 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783946381143
  • ISBN-13: 978-3946381143
  • ASIN: 3946381146

Sonntag, 5. Januar 2020

Leuchtende Tage von Astrid Ruppert


Leuchtende Tage ist der erste Band einer Trilogie über die Winterfrauen von Astrid Ruppert, in dem sie hauptsächlich Lisettes Geschichte erzählt. Lisette ist gerade 18 Jahre alt, als sie 1906 heimlich ihr von Konventionen und Traditionen geprägtes Elternhaus verlässt, um gemeinsam mit dem mittellosen Schneider Emile ein neues Leben zu beginnen.
Als Symbol für den Wandel der Zeit steht in diesem Buch die Frauenmode, auf der einen Seite
das Korsett sowohl das Gesellschaftliche in dem auch Lisettes Familie und besonders ihre Mutter gefangen ist als auch das Stoffliche in Form von Kleidern.
Lisettes Mutter Dora tut alles dafür die Fassade einer wohlhabenden und gebildeten Familie aufrechtzuerhalten, die sich in den höchsten adligen Kreisen bewegt und in der jeder seine Stellung kennt. Ihre Enttäuschung darüber, dass ihre Tochter sich gegen die Regeln der Gesellschaft auflehnt, kann sie nicht verbergen. Als Leser weiß man mehr über Dora als ihre Kinder, wir erfahren schnell das Dora und ihr Mann aus kleinen Verhältnissen stammen, das sie sich mit mühsamer Arbeit ihr Leben aufgebaut haben und um nichts auf der Welt daran erinnert werden wollen, wo ihre Wurzeln liegen.
So sehr wie ihre Mutter die Traditionen aufrechterhalten will, so sehr will Lisette ihnen entfliehen, sie weigert sich  ein Korsett zu tragen und versucht sich als Schneiderin eines Reformkleides, doch erst mit der Hilfe des Schneiders Emilie kann sie ihre Ideen umsetzen.
Gemeinsam mit ihm und der Hilfe von Zufallsbekanntschaften schafft sie es sich ein neues Leben aufzubauen.
Lisettes Leben ist perfekt, ein gut gehendes Geschäft, Emilies Liebe und Unterstützung als feste Größen und als Krönung des ganzen, Kinder, bis der 1. Weltkrieg ihr Leben in Trümmern zurücklässt.

100 Jahre später blickt Maya Winter auf das Leben ihrer Urgroßmutter zurück, sie ist voller Bewunderung für die unabhängige Frau, ist ihr Leben doch alles andere als ausgefüllt, auch wenn es auf den ersten Blick so erscheint, erzogen von einer unsteten Mutter, schlägt sie sich als Teilzeitübersetzerin durch und hat sich in einer unbefriedigenden Beziehung eingerichtet. Durch die Beschäftigung mit ihrer Familiengeschichte stellt sie ihr Leben nach und nach infrage und sie beginnt Fragen zu stellen, ich bin gespannt, ob sie die Antworten bekommt, die ich vermute.

Astrid Ruppert hat ein Stück Geschichte lebendig werden lassen, eine Zeit in der Frauen sich ihrer selbst bewusst wurden und sich nicht mehr einzwängen lassen wollten, weder in Kleider noch in Traditionen und sie zeigt auch, das dieser Weg schwierig war und immer noch ist.

Ich freue mich schon auf den 2. Teil der Trilogie.

  • Broschiert: 480 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (25. Oktober 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423262265
  • ISBN-13: 978-3423262262
  

Freitag, 3. Januar 2020

U.N.E. Funke der Rebellion von Michaela Harich


Inhalt:
Die Welt in der Mariella lebt, wird bestimmt von Regeln.


Die U.N.E. die United Nation of Europe, unter der Führung Deutschlands, gründete sich nach dem Zusammenbruch der EU mit dem Ziel, das alle Menschen gleichberechtigt und sicher sind, der Preis dafür ist die totale Überwachung.
Jeder Schritt wird überwacht, jedes Wort könnte das falsche sein und wenn du deinen Ausweis verlierst, bist du automatisch ein Rebell.
Das Protokoll steht über allem.
Jeder der sich nicht daran hält, wird entfernt.

Doch nicht jeder will sich mit den Gegebenheiten abfinden, im Untergrund formiert sich die Rebellion und Mariellas Schwester ist Teil davon.

Meine Meinung.

Die Vorstellung in einer Welt zu leben in der die persönliche Freiheit nichts zählt, in dem jedes Wort ein Wort zu viel, in der gefühlt sogar ein falscher Blick dazu führen könnte in ein Umerziehungslager zu kommen, ist für mich sehr erschreckend. Wenn ich Bücher lese, in denen dieses Thema behandelt wird, versuche ich immer mir das so genau wie möglich vorzustellen, das ist manchmal schwierig für jemanden der in einer Zeit und an einem Ort lebt, in der die eigene Meinung gefahrlos geäußert werden darf.
Michaela Harich zeigt in ihrem Buch U.N.E. nun eine ganz andere Welt und das macht sie recht gut, ich hätte mir allerdings eine etwas genauere Vorstellung Mariellas gewünscht, zu Beginn des Buches hielt ich sie noch für ein Kind, das revidierte sich aber recht schnell, spätestens als die junge Frau auf die Rebellen traf und ihre Gefühle Achterbahn fuhren, war mir klar, sie ist zwar jung aber doch nicht so jung wie gedacht.
Wie ihr euch denken könnt, die Story ist recht spannend, das verrät ja schon der Klappentext, das Buch enthält alles, was ein gutes Jugendbuch ausmacht, ein bisschen Liebe, Freundschaft und eine gut durchdachte Geschichte mit einigen überraschenden Wendungen, die mich am Buch hielten, so das ich es in kürzester Zeit durchgelesen hatte. Evtl. aufkommenden Fragen während des Lesens, es gab eine Situation, bei der ich mir dachte: Hä, wieso ging das denn jetzt so schnell? Wurden im Laufe der Handlung beantwortet. Das ist ein Punkt, der mir sehr wichtig ist, auch wenn es manchmal nur Kleinigkeiten sind die mich innehalten, lassen will ich eine Logik dahinter finden.
Natürlich wird noch nicht alles geklärt, schließlich kommt noch eine Fortsetzung, aber als Leser hat man eine Vorstellung der Welt und ein Gefühl für die Protagonisten.
Und das Ende macht definitiv neugierig auf die Fortsetzung.

  • Taschenbuch: 252 Seiten
  • Verlag: Alea Libris Verlag (Nova MD); Auflage: 1. Auflage, Erstauflage (13. Januar 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3966988313
  • ISBN-13: 978-3966988315



Donnerstag, 2. Januar 2020

FAAR - Das versinkende Königreich: Herr der Wälder (Novelle) von Christian Günther


Ausnahmsweise bekommt ihr von mir den Klappentext, die Novelle ist zu kurz als das ich den Inhalt kurz zusammenfassen könnte ohne zu viel zu verraten.

Der wachsende Wald verschlingt das Land.
Weder Feuer noch Axt gebieten ihm Einhalt.
Unaufhaltsam überwuchert er das Königreich von Faar.
Niemand kehrte je aus seinen schwülen Tiefen zurück.
Menschenopfer werden ihm dargebracht, doch der Herr der Wälder lässt sich nicht besänftigen.

Fermalis, ein verstoßener Paladin der heiligen Bruderschaft vom Goldenen See, und der junge Gresa, der einer Opferung nur knapp entgangen ist, werden zum ungleichen Gespann. Tief im Inneren des Waldes entscheidet sich, ob sie ihn als Freunde oder Feinde wieder verlassen. Oder in seinem Schoß die letzte Ruhe finden.

Eine Novelle aus dem FAAR-Universum.

Meine Meinung:
Die Novelle Herr der Wälder kann durchaus gelesen werden, ohne die FAAR Reihe zu kennen. Die Geschichte ist absolut rund.
Wir lernen Fermalis kennen, der von dem Wunsch getrieben wird, einen Fehler wieder gutzumachen und von der heiligen Bruderschaft wieder aufgenommen zu werden, um das zu erreichen, geht er relativ skrupellos vor. Ein Umstand den Gresa hautnah zu spüren bekommt, als sie sich begegneten. 
Christian Günther stellt seine Charaktere nicht lang und breit vor und das muss er auch gar nicht, ihm reichen wenige Worte um sie seinen Lesern nahezubringen, er wählt halt die richtigen.
Als Charakter möchte ich fast auch den *wachsenden Wald* bezeichnen, das hört sich komisch an, ist aber so. Ich hatte nie das Gefühl als wäre der Wald böse. Der Herr des Waldes verfolgt einen größeren Plan, in dem die Menschen und ihre Interessen nicht berücksichtigt werden können.
122 Seiten umfasst die Novelle und auf diesen wenigen Seiten, stimmt einfach alles.
Die Charaktere werden ausreichend vorgestellt, die Handlung ist in sich stimmig und es wird alles erklärt, was zum Verständnis nötig ist und sie ist wirklich spannend.
Persönlich würde ich meine Lesereihenfolge ändern, wenn ich die FAAR Reihe nochmals lesen würde.
Beginnen würde ich natürlich mit
Die Aschestadt
dann die Novelle 
Herr der Wälder
Blinde Wächter
Am Seelenbrunnen

Von mir bekommt auch der Herr der Wälder eine absolute Leseempfehlung.


  • Taschenbuch: 122 Seiten
  • Verlag: Amrun Verlag; Auflage: 1 (1. Juni 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958695604
  • ISBN-13: 978-3958695603



Mittwoch, 1. Januar 2020

Marmor,Wein und Bienengift von Viola Eigenbrodt

Klappentext:

Im Südtiroler Marmorstädtchen Laas wird auf der historischen Schrägbahn die Leiche einer jungen Frau entdeckt. Ihr Schädel wurde mit einem Marmorblock zertrümmert, die Identität ist zunächst schwer zu bestimmen.

Verdächtig sind nicht nur der dubiose Steinbruchbesitzer, sondern auch rechtsextreme Gruppierungen im oberen Vinschgau.
Die beiden Kommissare Matthias Ohnewein und Franco Marini, unterstützt von der schillernden Figur ihres Polizeichefs und einer höchst mysteriösen Kräuterfrau, kommen bald einer gewagten S/M Praxis auf die Spur, die unmittelbar mit dem Mord zu tun hat. Und einem geheimnisvollen natürlichen Potenzmittel, gewonnen aus dem Gift von Bienen.


Bei einem kleinen Raubzug in einen Steinbruch findet der Bildhauer Hans Krämer statt Marmor die Leiche einer jungen Frau.

Zunächst kann niemand die grausam zugerichtete Leiche identifizieren. Erst die Obduktion gibt Klarheit, die Tote ist die Tochter des SVP Politikers und Öko-Winzers Kofler. Eines aber ist klar, die junge Frau ist nicht selbständig in den Steinbruch gelangt, da sie seit langem an den Rollstuhl gefesselt war.

Die Kommissare Matthias Ohnewein und Franco Marini stehen vor einem Rätsel. Wer hatte ein Motiv die allseits beliebte Paralympics-Bogenschützin Monica Kofler zu töten.

Meine Meinung:

Die Kommissare Matthias Ohnewein und Franco Marini, stehen unter Druck, zu wenig Personal zwingt sogar den Leiter der Meraner Polizei dazu Hubert Pixner in dem Mordfall zu ermitteln.

Und diese Ermittlungen gestalten sich mehr als schwierig, niemand will etwas gesehen haben, niemand scheint etwas zu wissen.

Motive für Mord gibt es viele, doch scheint keines auszureichen, um eine junge Frau zu töten, niemand profitiert von ihrem Tod.

Mithilfe der *Kräuterhexe* Elisabeth Premstaller, die unwillig ihr Wissen über Monica preisgibt und der sehr redseligen Journalistin. Christa Rossi kommen sie dann doch einem Geheimnis, jenseits von Macht und Geld auf die Spur.

Schnell habe ich gemerkt, das ich mitten in eine Reihe gegriffen habe, leider konnte ich aus Zeitmangel den Vorgänger Band Rosengeschmack nicht lesen. Für die Kommissare Ohnewein, Marini und Pixner fehlte mir in diesem Punkt allerdigs nicht viel, ihre Charaktere erklären sich aus ihren Handlungen und ihrem Verhalten. Einzig die Kommissarin Lolita Mittereger, hatte einen zu kurzen Auftritt um meine Sympathie zu gewinnen. Ihr Verhalten erklärte sich mir nicht, aber ich gehe davon aus das sich dies aus der vorigen Story erklärt.

Nach ein paar Seiten freundete ich mich also mit den Kommissaren an und konnte sie bei ihren Ermittlungen begleiten. Dabei hatte ich gedanklich immer einen Finger auf der Landkarte, um mir die Handlungsorte vorstellen zu können. Die autonome Provinz Bozen – Südtirol, war mir vollkommen fremd, ebenso wie die Mentalität der Südtiroler, aber das störte weder den Lesefluss noch das Lesevergnügen.