Montag, 15. August 2016

Die Erlöser von Nick Cutter


Inhalt: In nicht allzu ferner Zukunft, die religiöse Revolution hat stattgefunden, die westliche Hemisphäre wird von von der Kirche beherrscht und regiert. Mit eiserner Hand werden die Menschen regiert, wer einem anderen Glauben als dem christlichen angehört wird unterdrückt, wer es wagt aufzubegehren wird getötet oder verstümmelt.
Das Gesetz setzen sogenannte Gefolgsmänner um, unter ihnen
Jonah Murtag, der eine Serie von grausamen Attentaten aufklären soll.

Meine Meinung:
Der Klappentext klingt unheimlich spannend, es tritt das ein, was radikale Islamisten sich für ihre Religion wünschen, ein Gottesstaat, die Religion ist das Gesetz und wer dagegen verstößt wird bestraft, nur das das Szenario sich um die christliche Religion dreht.
Zwar ist das was Nick Cutter geschrieben hat, teilweise wirklich interessant, manchmal spannend und oft blutig, aber irgendwie konnte ich nicht so wirklich mit fiebern mit der Hauptperson Jonah, obwohl er so manches Mal in Gefahr geriet, war doch immer klar, das er aus diesen Situationen wieder fast unbeschadet herauskommt. Um das Buch zu einem wirklich lesenswerten Buch zu machen, fehlte mir persönlich zu viel, es blieben zu viele Fragen offen, z.B. wie es überhaupt zu der Wandlung in der Gesellschaft kam, warum die Menschen nicht aufbegehrten. Das gegen Ende des Buches eine recht überraschende Wendung eintrat, kam dann leider auch etwas spät.
Ich weiß nicht was dieses Buch mir sagen wollte, vielleicht hätte der Autor seine Idee noch etwas verfeinern sollen und der Grundgeschichte mehr Raum einräumen sollen, dann hätte es ein wirklich gutes Buch werden können.

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (11. Juli 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453419413
  • ISBN-13: 978-3453419414
  • Originaltitel: The Acolyte

Donnerstag, 11. August 2016

Montana von Smith Henderson


Inhalt:
Pete Snow ist Sozialarbeiter in Tenmile einer kleinen Stadt irgendwo in Montana, sein Job besteht darin,Kinder aus teilweise schrecklichen Familienverhältnissen zu befreien und auf Dauer oder Zeitweise woanders unterbringen oder Familien zu helfen die ihre Kinder nicht allein versorgen können.
Das seine  Ehe zerbrochen ist und er kaum noch Kontakt zu seiner eigenen Tochter hat, macht sein Leben nicht leichter. Aber leicht macht Pete sich sein Leben und seine Arbeit sowieso nicht, so manches Mal könnte er vor schwierigen Fällen die Augen verschließen, so wie vor dem Schicksal Benjamins der mit  seinem paranoiden Vater Jerry in den Wäldern lebt.


Meine Meinung:
Montana ist ein großartiges Buch. 
Smith Henderson entführte mich in eine mir völlig fremde Zeit und Welt, fern ab von Lagerfeuerromantik und Kleinstadtidylle, mitten hinein in die Probleme der Menschen in den späten 70iger Jahren, Probleme die damals so aktuell waren wie heute, denen aber in Filmen und anderen Büchern ein Romantikstempel aufgedrückt wurde der sicher nicht der Realität entsprach und in denen so gut wie nie das Schicksal der Kinder eine Rolle spielte. Um diese Kinder kümmert sich Pete und auch er wird nicht als der strahlende Held in funkelnder Rüstung dargestellt, sondern als der frustrierte, überarbeitete Mann der er ist, der zwar alles gibt, aber weiß das es nie genug sein kann und der seine eigenen Probleme gern mal weg zu saufen versucht.
Ich hatte zu jeder Zeit das Gefühl, das alles genau so passiert sein kann, sowohl Petes Handlungen als auch die Geschichten seiner Klienten waren glaubhaft beschrieben, zwar ist es für mich schwer vorstellbar das Menschen im 20.Jahrhundert in den Wäldern leben, aber Amerika ist groß und weit, dort ist das Möglich genauso wie es möglich ist das dort Menschen in ihren Autos leben, weil sie alles verloren haben. Dieses Wissen um die Umstände die teilweise herrschten und immer noch herrschen, dieses Wissen das das Schicksal der Kinder keine Fiktion ist sondern so und noch schlimmer überall auf der Welt Realität ist, riefen bei mir beklemmende Gefühle hervor, die auch nach Beendigung des Buches nicht sofort abklangen.
Es fällt mir schwer die richtigen Worten zu finden, für dieses Buch, das nicht nur durch einen fantastischen Schreibstil überzeugt, hier ist sicher ein Lob an den Übersetzer angebracht, sondern auch durch eine großartige Geschichte.

Kurz ein Wort zum Cover, dieses ist zwar sehr ansprechend, wird dem Inhalt aber nicht gerecht, es vermittelt eher den Eindruck einer unbeschwerten Kindheit irgendwo in einem sonnigen Land.

  • Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
  • Verlag: Luchterhand Literaturverlag (25. April 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3630874401
  • ISBN-13: 978-3630874401
  • Originaltitel: Fourth of July Creek



Sonntag, 7. August 2016

Und damit fing es an von Rose Tremain

Inhalt: Rose Tremain erzählt die berührende Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei grundverschiedenen Jungen, die Geschichte von Gustav und Anton. Eigentlich sind die Voraussetzungen für diese Freundschaft schlecht, Gustav kommt aus bescheidenden Verhältnissen, seine Mutter schafft es gerade so ihren Lebensunterhalt zu verdienen nach dem sein Vater starb, für Liebe zu ihrem einzigen Kind ist in ihrem Leben kein Platz. Anton ist der Sohn eines wohlhabenden jüdischen Bankers, zärtlich geliebt und verhätschelt von seinen Eltern.
Zunächst noch unzertrennlich, beschreiten sie mit dem Erwachsen werden immer mehr getrennte Wege, Gustav eröffnet ein Hotel in seiner Heimatstadt Matzlingen wo er in seiner Berufung sich um andere Menschen aufgeht, Anton verlässt nach mehreren Fehlschlägen letztendlich doch die Enge der Heimatstadt um in Bern eine Musikerkarriere zu starten. Doch voneinander lösen können sie sich nie.

Rose Tremain hat ein wunderbares, berührendes Buch geschrieben, Sie entführt ihre Leser in einen Abschnitt der schweizerischen Geschichte, der wohl den meisten Menschen unbekannt ist, in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg und in Teilen auch in die Zeit während des Krieges und so kann man sich auch gut in Emilie, Gustavs Mutter hineinversetzen die der Freundschaft ihres Kindes mit Anton eher ablehnend gegenübersteht. Ihre Figuren sind liebevoll gezeichnet und die Örtlichkeiten bildhaft beschrieben ohne das sie sich in unnötigen Details verliert. Auch wenn der Klappentext schon das Ende des Buches vorweg nimmt, ist es trotzdem ein Vergnügen den Lebensweg der so unterschiedlichen Charaktere zu verfolgen, auch wenn ich nicht immer alle Handlungen der Protagonisten nachvollziehen konnte, aber das kann ich im richtigen Leben auch.

Eine Leseempfehlung für alle, die gern auch einmal ruhigere Romane lesen und die eintauchen wollen in eine feinfühlige Geschichte der leisen Töne.

Samstag, 6. August 2016

20 Sekunden Ewigkeit von Siegfried Langer

Klappentext:
Alex erwacht.
Es ist bitterkalt.
Ein Kühlraum für Leichen, stellt sie entsetzt fest.
Verzweifelt hämmert sie an die Tür und schreit um Hilfe.
Aber niemand hört sie.
Was ist passiert? Sie kann sich an nichts erinnern.
Hat man sie für tot gehalten?
Oder entführt und hier eingesperrt?
Als sich die Tür schließlich öffnet, wird ihre Verwirrung noch größer, denn in diesem mysteriösen Haus ist nichts, wie es scheint.
Nach und nach tauchen rätselhafte Bruchstücke aus ihrer Vergangenheit auf und Alex versucht, die Puzzleteile an die richtigen Stellen zu legen.
Doch je vollständiger das Bild wird, desto mehr zweifelt sie an ihrem Verstand.
Und sie wünscht sich immer mehr, dass alles vergessen bliebe 


Meine Meinung: 
Zu Anfang dachte ich: Das ist ja nichts Neues, oft beginnen Thriller mit dem Erwachen einer Person in einem unwirtlichen Raum und schnell stellt sich heraus, das sie entführt wurden und der Entführer nur darauf wartet das sie aufwachen um sie quälen und töten zu können. Tja, weit gefehlt, ganz weit gefehlt, denn nichts ist wie es scheint, nicht für die Protagonistin Alex noch für den Leser. Gemeinsam mit Alex muss der Leser Stück für Stück herausfinden was eigentlich passiert ist und wo sie sich befindet. Nach und nach lernen wir weitere Protagonisten kennen, eine dicke Frau die sich in einem Badezimmer befindet durch dessen Schlüsselloch Alex späht und die wir wie Alex nur sehen deren Rolle aber lange im Dunkeln bleibt oder der Junge auf der Treppe, der ihre Gedanken lesen kann, auch er bleibt bis zum Ende hin mysteriös und ich war mir lange nicht sicher ob es sich bei seiner Figur um einen Freund oder Feind handelt. 
Zwanzig Sekunden Ewigkeiten, ist ein Thriller der besonderen Art, ich habe bisher nichts vergleichbares gelesen, die Art wie die Story aufgebaut ist, ist für mich vollkommen neu gewesen und ich war sehr überrascht aber auf sehr angenehme Weise.

Ich gebe für zwanzig Sekunden Ewigkeit eine absolute Leseempfehlung, für Leser die sich gern mal auf etwas Neues einlassen.
  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 2045 KB
  • Gleichzeitige Verwendung von Geräten: Keine Einschränkung
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B01JSEF4VS



Freitag, 5. August 2016

Eric von Marco Monetha

Inhalt:Erics Mutter, Susanne wird brutal misshandelt,vergewaltigt und ermordet, Wie auf einem Gemälde hat ihr Mörder sie zur Schau gestellt.
Erics erster Verdacht fällt auf Buck einen gefährlich Psychopathen und Freund seit Kindertagen. Als er ihn zur Rede stellen will, werden sie angegriffen und es stellt sich heraus: Sie haben einen gemeinsamen Feind der ihnen an Grausamkeit in nichts nachsteht.

Meine Meinung:
Ich bin begeistert, Marco Monetha hat in seinem Debütroman Eric, Figuren erschaffen, die an Perversion kaum zu überbieten sind und nichtsdestotrotz, waren mir sowohl Eric als auch Buck sehr sympathisch, ich kann es nicht anders sagen. Beide sind abgrundtief böse und skrupellos, Beide gehören für den Rest ihres Lebens weggesperrt und therapiert, daran ändern auch die Begebenheiten nichts, die erklären warum sie sind wie sie sind und doch habe ich die ganze Zeit gehofft das ihnen nichts geschieht, das sie den Feind zur Strecke bringen, bevor er sie erwischt.
Das Buch spielt auf zwei Zeit Ebenen, der Gegenwart und zu wichtigen Zeiten in Erics Leben, so das sich der Leser immer mehr in die Hauptprotagonisten hineinversetzen kann.
Immer wieder quälte der Autor mich mit einem Cliffhanger der mich zwang weiterzulesen und immer wieder schockte er mich, denn er lässt nichts aus, Mord, Gewalt, Kindesmissbrauch, immer wenn ich dachte, schlimmer geht es nicht, wurde ich eines besseren belehrt oder eines schlimmeren, das kommt auf den Blickwinkel an.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm zu lesen, die Story ist wirklich spannend und die Auflösung, logisch und durchdacht.
Wer allerdings auf einer strikten Trennung von Gut und Böse besteht,oder auf political correctness wert legt, ist bei Eric falsch, wer es allerdings blutig und böse mag, wer sich auch mal auf eine völlig andere Story einlassen will, der wird Eric lieben.
Eine absolute Leseempfehlung von mir.


Das Buch ist im Schardt Verlag erschienen.
Marco Monetha

ERIC

Thriller

Juni 2016
ISBN 978-3-89841-893-5
Broschur, 243 Seiten
12,80 Euro