Samstag, 7. Mai 2016

Das Haus von Richard Laymon

Klappentext:
Halloween. In der amerikanischen Kleinstadt Ashburg gibt es dieses Jahr eine große Party. Geladen wird ins Sherwood- Haus. Ein ganz besonderes Haus. Vor vielen Jahren ist dort eine Familie bestialisch ermordet worden. Seitdem wird es gemieden. Doch trotz dieser finsteren Vorboten öffnen sich am Abend die Tore. Das blutige Spiel beginnt ...

Inhalt: Ach Herrje was soll ich denn hier zum Inhalt sagen? Das Interessante steht im Klappentext und alles was drum rum passiert trägt nicht dazu bei das Buch spannender oder gruseliger zu machen.

Meine Meinung:
Ich bin zu tiefst enttäuscht, vor Jahren habe ich schon mal einen Roman von Laymon gelesen (Das Spiel) und wenn mich meine Erinnerung nicht trügt war ich recht angetan, gut ausgearbeitete Charaktere und Handlungsorte, eine Story die immer mehr an Spannung zulegte. All das was mir hier fehlte. Die Hintergründe die den Killer zu seinen Taten trieben, die Hintergründe warum Nate und Bill ihre Mitschüler und Lehrer drangsalierten, blieben völlig im Dunkeln, einzig Erics Motive konnte man sich denken,als Mobbingopfer macht er das was viele  Teenager machen, er denkt an Rache.
Die Protagonisten: Ja die meisten von ihnen haben mehr oder weniger einen Schaden oder sind langweilig bis zum geht nicht mehr, seien es die schon erwähnten Jungen, Nate und Bill oder auch die Lehrkräfte an der High School des Ortes, die tatenlos dem Treiben an ihrer Schule zusehen oder selber daran teilnehmen. 
Mir schien es beim Lesen als hätte der Autor zwar eine fantastische Geschichte im Kopf, wäre aber nicht in der Lage gewesen diese umzusetzen, als hätte er zwischendurch selber den Faden verloren und es dann nicht mehr geschafft, die Handlungsstränge miteinander zu verbinden.Vielleicht wäre mehr, hier wirklich mehr gewesen, das Buch hat gerade mal um die 270 Seiten, kennt man andere Bücher des Autors weiß man das sie üblicherweise wohl umfangreicher sind, eventuell benötigte er mehr Raum um seinen Werken Leben und Spannung einzuhauchen und sie zu Sympathieträgern zu machen, im Showdown war es mir völlig egal, wer lebt oder stirbt, ich *kannte* keinen Charakter gut genug um mir darüber Gedanken zu machen.
Keine Leseempfehlung.

  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (8. März 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453676483
  • ISBN-13: 978-3453676480
  • Originaltitel: Allhallow's Eve


Mittwoch, 4. Mai 2016

Das Spielmannslied von Susanne Pavlovic

Klappentext:

Der junge Spielmann Wolfram von Kürenberg hat ein Problem: Er leidet unter chronischem Lampenfieber und vermasselt jeden Auftritt. Von seinem Lehrmeister entlassen, findet er sich im Fahrwassser der ehemaligen Küchenmagd Krona, die den Kochlöffel gegen das Schwert getauscht hat und von großen Taten träumt. Als schließlich noch der liebreizende, aber anstrengende junge Adelige Sindri aus einem Sauerkrautfass steigt, ist Wolfram schnell klar: Er ist der einzige bei dieser Truppe, der Verstand hat – und Lampenfieber ist sein geringstes Problem.
In weiteren Rollen: Ein Zwerg, der den Lebensmittelhandel neu erfindet, ein Drache mit einem Jungfrauenproblem und ein außergewöhnliches Huhn.

Inhalt. Bei einem Aufenthalt auf einer Burg, lernt Wolfram von Kürenberg, die junge Katalina kennen, die als Küchenmagd von einem anderen, aufregenderen Leben träumt und sich in durch wachten Nächten von Wolfgang von den Abenteuern erzählen lässt, die er als junger und unsicherer Geschichtenerzähler erlebt hat. Er erzählt von seiner ersten Begegnung mit Krona, der Schwertkämpferin und dem Adligen Sindri, der in seinen Träumen von der Liebe seines Lebens gerufen wird.

Meine Meinung:
Nachdem ich die Feuerjäger Bücher der Autorin verschlungen habe, war es naheliegend, dass ich auch den Spielmann Wolfram von Kürenberg näher kennenlernen wollte. Und ich habe es nicht bereut. 
Die Autorin Susanne Pavlovic nimmt uns mit auf eine Reise in eine Welt voller Magie, Abenteuer, wahrer Freundschaft, der Jagt nach einem Drachen und einem Huhn. Und diese Reise, ist spannend und amüsant, die Autorin hat einen unverwechselbaren Schreibstil, ihre Dialoge sind unverwechselbar humorvoll, lebensnah und  unverkrampft, ich hatte beim Lesen nie den Eindruck als hätte mir jemand anderer als Wolfram die Geschichte erzählt.
Natürlich ist auch die Story spannend, denn nur durch den Schreibstil wird eine Geschichte nicht lesenswert. Gemeinsam mit Wolfram, Krona, Sindri und dem Revolutionär des Lebensmittelhandels Regar, schickt uns die Autorin auf die Suche nach Sindris Liebe. Unerwartete Schwierigkeiten stellen sich den Freunden auf dem Weg entgegen, irgendjemand will verhindern das sie ihr Ziel erreichen. 
Das Spielmannslied, ist wohl unter der Kategorie Jugendbuch einzuordnen, es kommt vollkommen ohne sinnlose Gewalt aus, wer erwartet das Krona als Schwertkämpferin reihenweise Köpfe und Gliedmaße abschlägt, ist hier falsch, natürlich wird im Bedarfsfall auch gekämpft und auch Wolfram lernt, mehr oder weniger mit dem Schwert umzugehen, aber es bleibt alles im Rahmen, so das auch jüngere Leser dieses Buch mit Vergnügen und ohne anschließende Alpträume lesen können.
Ich bin begeistert und gebe eine absolute Leseempfehlung.

Das Buch kann im
Amrûn Verlag 
vorbestellt werden, meine Rezension bezieht sich auf eine andere inhaltlich gleiche Ausgabe.

Wer es nicht erwarten kann
 das Buch ist auch als E-Book erhältlich.

 

Susanne Pavlovic
Hardcover
ISBN 978-3-95869-207-7

Dienstag, 3. Mai 2016

Die Wahrheit sagen: Brutaler Roman über die Liebe zum Leben von Josef Formanek

Klappentext:
Was für ein Leben! Geboren in einer Straßenbahn, fast nach Südamerika ausgewandert, beseelt von dem Drang, etwas Großes zu werden, und dann auf dem Weg durch die Niederungen des 20. Jahrhunderts.
Wer ist jener Bernhard Mares, dessen (wahre) Geschichte dieser Roman erzählt? Einer, der immer die Wahrheit sagt. Er zieht als SS-Mann in den Krieg, gerät in Gefangenschaft, wird Parteisekretär in der tschechischen KP und landet erneut in Haft, wo ungeheuerliche Dinge geschehen. Er findet und verliert die unmögliche Liebe seines Lebens, die ihn nie loslässt. Endlich frei, betreibt er eine kleine Bar im Hamburger Hafen, forscht in Venezuela nach seinen Wurzeln, tanzt mit Simon Bolívar, bringt fremde Augen zum Leuchten. Zum Zurückschauen verleitet wird der zornige alte Mann von seinem gegenüber, dem jungen Schriftsteller, der fragt und insistiert und genau hinhört – und schließlich erzählt von diesem Leben, das nur überstehen konnte, wer das Leben liebt. Drastisch erzählt er, verspielt, burlesk, zart und gnadenlos, und zugleich wird das Erzählen für ihn zur Achterbahnfahrt durch die Abgründe des eigenen Lebens.


Meine Meinung:
Formanek bemerkt auf seinem Weg von der Kneipe nach Hause, ein Haus auf einer Müllkippe, neugierig geworden drängt sich der Schriftsteller dem alten Mann der dort lebt und die Müllhalde aufzuräumen beginnt auf. Nach und nach begeben sich die beiden Männer auf eine gemeinsame Reise in Mares Vergangenheit, in eine Vergangenheit die Mares alles andere als verklärt und entschuldigend erzählt, sondern offen, ehrlich und brutal. 

Ich habe mir das Buch anhand des Klappentextes ausgesucht und weil ich noch nie etwas von einem tschechischen Autor gelesen habe. 
Ich weiß nicht genau was ich mir von dem Buch, von Mares Geschichte erwartet habe, vielleicht eher unterhaltsame, unbeschwerte Lesestunden, vielleicht habe ich heitere Begebenheiten aus Mares Leben erwartet, denn meist wird über die Vergangenheit gelogen, niemand mit dem ich persönlich gesprochen hat, hat zugegeben jemals etwas moralisch oder menschlich Falsches getan zu haben,wenn es sich um die Zeit während des 2. Weltkrieges handelt.
Bekommen habe ich, ein schonungslos, offenes und glaubhaft ehrliches Buch, die Lebensgeschichte eines Mannes, der von Geburt an, kaum eine Chance hatte und der doch immer wieder auf die Füße fiel, der Nazideutschland, den Kommunismus und Gefängnisaufenthalte überlebte und immer nach seiner großen Liebe suchte.

Mares war mir zu tiefst unsympathisch, nicht wegen seiner Taten, die kann man in Teilen nachvollziehen, wenn es ums Überleben geht ist der Mensch zu vielem fähig, ich mochte seine Art nicht, die Überheblichkeit die er Formanek gegenüber an den Tag legte, aber das ist mein subjektives Empfinden.

In eindringlichen Worten brachte der Autor mir die Vergangenheit wieder nah und ließ ein lebendiges Bild der damaligen Schrecken auferstehen.

In Einschüben berichtet Formanek von seinem eigenen Leben, davon das er nur einen Schritt vom hoffnungslosen Alkoholiker entfernt war und mehrere Male in der Psychiatrie war aber auch von seiner Arbeit als Entwicklungshelfer auf der
indonesischen Insel Siberut, im Laufe des Buches bekam ich mehr und mehr den Eindruck das die Geschichte Mares zur Heilung Formaneks beitrug.

Mein Fazit:
Ein beeindruckendes Buch, keine leichte Kost, kein unbeschwertes Lesevergnügen sondern viel mehr ein Buch das zum Nachdenken anregt.


  • Gebundene Ausgabe: 477 Seiten
  • Verlag: Gekko World; Auflage: 1., Erste auflage (4. April 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 8090635407
  • ISBN-13: 978-8090635401
  • Originaltitel: Mluviti pravdu

Montag, 2. Mai 2016

Die Toten von Natchez von Greg Iles

Klappentext:
Penn Cage, der Bürgermeister von Natchez, Mississippi, und seine Verlobte, die Chefredakteurin Caitlin Masters, sind einem Anschlag entkommen, hinter dem die Doppeladler stecken, eine rassistische Organisation, die seit den sechziger Jahren ihr Unwesen treibt. Aber die Gefahr ist keineswegs beseitigt. Forrest Knox, ausgerechnet der Chef der State Police, ist der wahre Kopf der Doppeladler. Er will verhindern, dass Penn Beweise vorbringt, welche Morde die Doppeladler begangen haben. Doch Penn hat eine Spur, um die Toten zu finden. Sie führt in die Sümpfe des Mississippi River, zu einem geheimnisvollen Ort, an dem ein ganz besonderer Baum steht.




Meine Meinung: Eins vorweg, dieses Buch ist ein zweiter Teil,  der Vorgängerband Natchez Burning. ist ebenfalls bei Rütten & Loening erschienen und sollte unbedingt vorher gelesen werden, wenn man das nicht tut, so wie ich, kann es etwas dauern bis sich ein wirkliches Lesevergnügen einstellt, denn die Story ist doch sehr komplex und gespickt mit geschichtlichen Informationen. Nahtlos geht die Geschichte um Bürgermeister Penn und seine Verlobte Caitlin wohl weiter und hätte der Autor nicht in kurzen Rückblendungen auf das vorige Buch Bezug genommen, ich hätte es abgebrochen, damit will ich das Buch aber nicht schlecht machen, denn es ist wirklich gut geschrieben, hervorragend recherchiert und spannend. Greg Iles hat es hervorragend verstanden Fiktion und Wirklichkeit zu vermischen, seine Protagonisten sind realistisch und auch die Örtlichkeiten so bildhaft beschrieben das ich mich teilweise in die Südstaaten versetzt fühlte.
Glaubhaft erzählt uns der Autor von den Machenschaften des organisierten Verbrechens in den USA, von der Unterwanderung staatlicher Organsisationen, z.B. des FBI.
Jeder in diesem Buch ist ein Einzelkämpfer, eine Tatsache die bei mir auf großes Unverständnis stieß,anstatt zusammen zu arbeiten, versucht jeder auf eigene Weise und für eigene Ziele, die Verbrecher zur Strecke zu bringen und begibt sich und andere damit auch durchaus in Gefahr.
Eine Leseempfehlung gebe ich hier trotzdem allerdings mit dem Hinweis: Lest erst Natchez Burning.



  • Gebundene Ausgabe: 1008 Seiten
  • Verlag: Rütten & Loening; Auflage: 1 (18. April 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3352006652
  • ISBN-13: 978-3352006654
  • Originaltitel: The Bone Tree


Ausradiert von Martin S. Burkhardt

Klappentext:
Wie fühlt sich jemand, der auf einen Schlag für die gesamte Welt unbekannt geworden ist, an den sich weder die eigene Freundin noch die Kollegen erinnern? Genau das passiert Moritz. Als er kurz darauf von nebulösen Erscheinungen angegriffen und beinahe getötet wird, ist das erst der Anfang eines schrecklichen Albtraumes.

Meine Meinung:
Zuerst war ich etwas skeptisch ob mir das Buch gefallen würde, beginnt es doch gleich mit einem Paukenschlag: Moritz wird in seiner Wohnung brutal angegriffen, von einem Wesen das direkt aus einem Horrorfilm zu stammen seid und dann kommt auch gleich der Grund warum ich skeptisch war: Moritz scheint diesen Angriff einfach so weg zustecken,er zieht sich die Splitter aus dem Arm nimmt sich ein Bier und geht zur Tagesordnung über, aber das waren nur die ersten Seiten und da mir der Schreibstil gefiel habe ich weiter gelesen. Zuerst sind es nur Kleinigkeiten die die Veränderungen in Moritz Leben einleiten, sein Name als Kameramann steht nicht mehr im Abspann einer Reportage, es scheint dunkler zu sein trotz Sonnenschein, sieht er alles wie durch einen Schleier. Nach und nach löst sich sein Leben in Nichts auf, wird er von langjährigen Kollegen plötzlich für einen Freiberufler gehalten, erkennen sie ihn kurze Zeit später gar nicht mehr.
Und er ist nicht der Einzige dem es so geht, gemeinsam mit anderen Opfern und einem hilfsbereiten neuen Nachbarn, macht er sich auf die gefährliche Reise zur Lösung des Rätsels.
Nach den schon angesprochenen Anfangsschwierigkeiten, konnte mich Martin S.Burkhardt , wirklich in seinen Bann ziehen, es ist spannend und gibt dem Leser das eine oder andere Rätsel auf, ich habe tatsächlich mitgelitten, mit Moritz auch wenn er nicht der klassische, sympathische Held ist, den man in Romanen dieses Genres vermutet. Die Story ist in sich schlüssig und das Ende tatsächlich überraschend. Ich vergebe hier gern eine Leseempfehlung, das Buch kommt ohne sinnlose Gewalt aus, wer also Eingeweide und spritzendes Blut auf jeder Seite erwartet, ist hier falsch, das Buch lebt von der Atmosphäre die der Autor zu vermitteln versteht. Wenn die Sonne strahlend und hell am Himmel steht und euch scheint es trotzdem trüb und diesig zu sein, lest das Buch, vielleicht steht da die Lösung.

  • Broschiert: 320 Seiten
  • Verlag: Luzifer-Verlag (11. Februar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958351107
  • ISBN-13: 978-3958351103