Mittlerweile sind wir schon beim 11. Band der Reihe um die Kommissarin Frieda Lieken den ich genießen durfte. Wobei genießen bei dem Thema doch relativ war. In einem Altenpflegeheim wurde ein Pfleger angegriffen und lebensgefährlich verletzt, es gibt einen Zeugen, doch dieser ist nicht auffindbar. Frieda ermittelt im Altenheim und stößt auf eine Mauer des Schweigens und auf einen Heimleiter, der nicht nur ihr sofort unsympathisch war, dieses Mal holt sie sich ihren Vorgesetzten Eisler mit ab Bord, obwohl sie es normalerweise vermeidet den Choleriker bei Befragungen dabeizuhaben, scheint es dieses Mal eine gute Idee, denn Eislers Mutter lebt ebenfalls in dem Heim und keine schönen Worte oder eine gute Ausstattung würden ihn davon abhalten sicherzustellen das es ihr gut geht. Der Täter schweigt und auch die Bewohner und das Pflegepersonal scheinen etwas zu verheimlichen. Während Frieda noch auf der Suche nach dem Motiv ist, versteckt sich der Zeuge mit seiner Familie in einer Scheune, es ist bitterkalt, die Kinder frieren und verstehen genauso wenig wie die Ehefrau, warum sie sich verstecken. Hier darf ich euch nicht zu viel verraten.
Eva Lirot bleibt in „Küstenlist“ ihrem charakteristischen Stil treu. Mit ihrem flüssigen und fesselnden Schreibstil zieht sie das Publikum sofort in die Handlung hinein. Wie in den vorherigen Bänden nutzt sie geschickt kurze Kapitel und wechselnde Erzählperspektiven, um die Spannung kontinuierlich aufrechtzuerhalten. Besonders gelungen ist der Wechsel zwischen Friedas Ermittlungen und der prekären Lage des untergetauchten Zeugen, der der Geschichte zusätzliche Dynamik verleiht.
Gleichzeitig beeindruckt Lirot erneut mit ihrer Fähigkeit, gesellschaftlich relevante Themen wie die Problematik der Altenpflege einfühlsam und realitätsnah in die Kriminalhandlung zu integrieren. Dabei gelingt es ihr, zum Nachdenken anzuregen, ohne belehrend zu wirken.
Auch in diesem Band zeigt sich ihre Stärke in der lebendigen und glaubwürdigen Charakterzeichnung. Die Entwicklung der Beziehung zwischen Frieda und ihrem Vorgesetzten Eisler verleiht der Handlung zusätzliche Tiefe und macht Lust auf mehr.
Mit „Küstenlist“ beweist Eva Lirot ihr Talent, gesellschaftskritische Themen mit spannenden Kriminalfällen und vielschichtigen Figuren zu verbinden. Der elfte Band der Reihe bereitet gekonnt auf einen Abschluss vor, weckt aber gleichzeitig Wehmut darüber, dass diese Reihe vielleicht bald zu Ende geht. Aber wer weiß, vielleicht ist Friedas Geschichte doch noch nicht auserzählt und auf Fehmarn schläft das Verbrechen ja nun wirklich nicht.
- ASIN : B0DJSZZG5D
- Sprache : Deutsch
- Dateigröße : 5342 KB
- Gleichzeitige Verwendung von Geräten : Keine Einschränkung
- Text-to-Speech (Vorlesemodus) : Aktiviert
- Screenreader : Unterstützt
- Verbesserter Schriftsatz : Aktiviert
- X-Ray : Nicht aktiviert
- Word Wise : Nicht aktiviert
- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 217 Seiten

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