Ich erinnere mich zwar noch gut an die Fahndungsplakate, mit denen nach den Mitgliedern der RAF gefahndet wurde, Christian Klar, Ulrike Meinhof, Andreas Baader und viele andere waren für die Morde an Politikern und Polizeibeamten und für diverse Anschläge verantwortlich.
Viel mehr ist mir allerdings nicht in direkter Erinnerung geblieben. Ich war erstens mehr als unpolitisch und wohl auch noch zu jung, um das Ausmaß des Terrors auch nur annähernd zu begreifen.
Alexander Pfeiffer hat nun um die 3. Generation der RAF einen Kriminalroman geschrieben, der damit beginnt das Bettina Holz, eine frühere Bekannte des Privatdetektivs Widerwillen Sänger, ihn beauftragt, nach ihrem früheren Geliebten Robert "Robby" Zimmermann zu suchen, der als ehemaliger Spitzel für den Verfassungsschutz im Zeugenschutzprogramm untergebracht wurde. Briefe, die Robby an Bettina schickt, führen Sänger nach Hamburg. Und damit zu den Rentnern der 3. Generation, der RAF. Und dann ist da noch der Mord an Vera Angermann, auch sie eine Sympathisantin der Roten Armee Fraktion, für die augenscheinlich die 3. Generation verantwortlich ist, doch die RAF behauptete schon 1993 das Morden hinter sich gelassen zu haben.
Pfeiffer verwebt fiktive Personen mit realen Ereignissen, das hat mich immer wieder dazu gebracht mich etwas näher mit den damaligen Vorkommnissen zu befassen. Es hat Spaß gemacht, trotz des ernsten Hintergrunds, Sänger bei seinen Ermittlungen zu begleiten, seinen Gedankengängen zu folgen. Auch sein Privatleben kam bei all dem nicht zu kurz, schließlich ist er frisch mit der Journalistin Marlene verheiratet, um es mal so auszudrücken. :o)
Und fast habe ich Mitleid mit den RAF-Mitgliedern entwickelt, die ein Leben in Einsamkeit und Isolation führen müssen, immer auf der Flucht und immer auf der Suche nach einer Möglichkeit den Lebensunterhalt zu bestreiten. Was im Falle der RAF-Rentner wohl bedeutet Raubüberfälle zu begehen, denn eine legale Möglichkeit gibt es, für sie ja nicht.
Insgesamt ist "Terrorballade" ein packender Kriminalroman, der nicht nur mit seiner spannenden Handlung, sondern auch mit seinen vielschichtigen Charakteren und cleveren Anspielungen überzeugt. Alexander Pfeiffer beweist einmal mehr sein Talent als Autor und lässt den Leser in eine faszinierende Welt eintauchen, die noch lange nach dem Zuschlagen des Buches in Erinnerung bleibt.

Huhu liebe Manuela,
AntwortenLöschenan die Plakate erinnere ich mich auch noch ;)
Und das Buch kommt mal auf die WuLi.
LieGrü
Elena
Guten Morgen liebe Elena, das freut mich. Ich hoffe es gefällt dir dann auch.
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