Heute begrüße ich Ivar Leon Menger im Bücherhaus, dessen neuster Thriller »Angst« gerade die Herzen aller Krimifreunde höher schlagen lässt.
Herzlich willkommen im Bücherhaus Ivar. Im echten Leben würde ich dir nun Kaffee und Kekse anbieten, bei den derzeit vorherrschenden Temperaturen aber vielleicht eher Eiskaffee.
Stell es dir also einfach vor und bediene dich bitte.
Vielen Dank für die Kekse und den Eiskaffee. Ich liebe Kaffee.
Für die Leserinnen und Leser, die dich vielleicht noch nicht kennen, stell dich doch kurz vor bitte.
Mein Name ist Ivar Leon Menger und ich bin Schriftsteller. Mein Debütroman „Als das Böse kam“ erschien letztes Jahr bei dtv und diesen Sommer kommt mein zweiter Thriller „Angst“ in den Buchhandel.
Dann legen wir doch los ;o)
1. Wie bist du auf die Idee gekommen, das Thema Stalking in deinem Roman »Angst« aufzugreifen, und welche Aspekte dieses Themas haben dich besonders interessiert?
Ich habe tatsächlich zwei Fälle von Stalking im Bekanntenkreis. Ich wollte das Thema bewusster in die Öffentlichkeit rücken. Der Aspekt der Ungewissheit war mir beim Schreiben das Wichtigste. Wie geht dein Umfeld damit um, wie du selbst? Ich wollte Mia nicht die Opferrolle zuschieben, sondern sie aktiv gegen den Stalker vorgehen lassen.
2. In deinem Roman erfahren die Leser viel über die Gedanken und Emotionen der Hauptfigur Mia. Wie bist du vorgegangen, um ihre Entwicklung von anfänglicher Beunruhigung zu konkreter Angst glaubhaft darzustellen?
Das kann ich so gar nicht genau erklären. Beim Schreiben schlüpfe ich tief in meine Hauptfigur hinein und freue mich – oder leide mit ihr mit. Dann denke ich immer, wie würde ich jetzt mit dieser Situation umgehen, was würde ich machen? Besonders, wenn du eine Mitbewohnerin hast, die dir nicht glaubt.
3. »Angst« behandelt das Thema Stalking auf eindrucksvolle Weise. Welche Recherche hast du betrieben, um dieses Thema realistisch und gleichzeitig packend zu präsentieren?
Ich habe einiges von den Stalkingopfern aus meinem Umfeld erfahren, aber das waren ganz andere Fälle, die keinen direkten Bezug zu meinem Roman haben. Bezüglich des Stalkers habe ich wissenschaftliche Texte aus der Psychiatrie gelesen, um die Motive und das Verhalten eines Stalkers zu verstehen.
4. Neben der Handlung spielt auch das Setting eine wichtige Rolle im Roman. Wie weit gingen da deine Recherchen. Stichwort: Tür dreizehn?
Haha, natürlich war ich in keinem Speakeasy für Recherche. Das ist alles meinem Kopf entsprungen. Doch von angesagten Clubs wie dem Berghain in Berlin weiß man ja, dass da so einiges in Sachen Sex los ist. Den Graefekiez in Kreuzberg kenne ich allerdings sehr gut, da in der Dieffenbachstraße auch das Tonstudio meines Freundes Tommi Schneefuß liegt. Die letzten sieben Jahre war ich sehr oft da und konnte deshalb gut beschreiben, wie es dort aussieht und riecht. Tommi hat übrigens auch das Hörbuch von ANGST mit Magdalena Turba und David Nathan aufgenommen und produziert. So gesehen wurde die Geschichte am realen Ort vertont.
5. Im Vergleich mit deinem vorherigen Werk »Als das Böse kam« ist dein Schreibstil in »Angst« noch etwas ausgefeilter, normalerweise fallen mir solche Veränderungen bei anderen Autoren als eher schleichender Prozess über mehrere Bücher auf, wie kam es bei dir zu dieser schnellen Weiterentwicklung? (Zu meiner Rezension)
Das kann ich selbst gar nicht beurteilen. Ich schreibe einfach, was aus mir herauskommt. Aber vielleicht liegt es daran, dass ich bei meinem Debütroman noch viele Selbstzweifel hatte und die anschließende positive Resonanz mich beruhigt hat. Wahrscheinlich schreibe ich deshalb nun freier.
6. Gibt es eine spezielle Szene oder Wendung in »Angst«, die dir besonders am Herzen liegt oder die du besonders gerne geschrieben hast?
Ich muss gestehen, dass mir die Sexszenen in Tür 13 Spaß gemacht haben, da ich vorher noch nie so etwas geschrieben habe. Spannend war allerdings, dass meine Mama eine meiner Testleserinnen ist. Ich war schon etwas nervös, wie ich ihr den Text geschickt habe. Wie man sich vorstellen kann. Ansonsten mag ich sehr gern den Anfang von Kapitel eins. Wenn Mia sagt: „So viel Liebe um mich herum. Ich könnte kotzen.“
7. Im Roman erwähnst du bekannte Krimiautorinnen und Autoren, was liest du privat und inwieweit beeinflussen diese Storys deine Arbeit?
Ich lese tatsächlich fast alles querbeet. Doch hauptsächlich Thriller und Romane, manchmal auch Sci-Fiction. Krimis und Fantasy sind allerdings weniger mein Ding. Am meisten beeindruckt mich die Sprache, der Stil der Kolleginnen und Kollegen. Da bin ich oft neidisch, wie toll die alle schreiben. Wie zum Beispiel die klare Sprache eines Martin Suter oder die von Daniela Krien. Und wie so viele andere! Das letzte Buch, das mich nicht mehr losgelassen hat, war „Wenn sie wüsste“. Für meine Arbeit inspirieren lasse ich mich allerdings von amerikanischen Thrillerserien oder Dokumentationen.
8. Nach dem Buch ist vor dem Buch. Arbeitest du gerade an einem weiteren Thriller und kannst du darüber schon etwas verraten?
Meinen dritten Roman habe ich vor zwei Wochen beendet. Er wird in Katzenbrunn spielen, so viel kann ich schon mal verraten. Ab September werde ich mich an meinen vierten Roman setzen. Mein Plan ist, jedes Jahr ein Buch zu veröffentlichen.
Und das waren sie auch schon, meine 8 Fragen an Ivar Leon Menger, von dem wir sicher noch so einiges lesen werden.
Vielen Dank für deinen Besuch und die ehrlichen und ausführlichen Antworten, ich freue mich schon sehr auf weitere Bücher von dir.
Vielen lieben Dank für die spannenden Fragen. Und für den Keks. Bis ganz bald, Ivar
Wenn ihr nun neugierig geworden seid auf "Angst" hier geht es zu meiner Rezension. Das Buch gibt es überall im Buchhandel eures Vertrauens und ist auch als Hörbuch oder E-Book erhältlich.
Bildquelle:DTV Verlag
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