Freitag, 14. Oktober 2022

Die Wissenschaft von Mittelerde von Roland Lehoucq , Jean-Sébastien Steyer , Loïc Mangin (Hrsg)



Wieviel Realität steckt in den Erfindungen und Naturphänomenen von Mittelerde?
Tolkiens Welt, visualisiert in Karten, Stammbäumen und Grafiken
Worldbuilding: Wie Tolkiens naturgeschichtliche Kenntnisse die Welt von Mittelerde prägten
Stimmungsvolle Originalzeichnungen von Arnaud Rafaelian
Spannendes Hintergrundwissen für Silmarillion-, Hobbit- und Herr der Ringe-Fans.




Tolkiens Herr der Ringe gehört sicherlich zu den herausragendsten Werken der fantastischen Literatur, an dessen Elementen sich auch spätere Schriftsteller bedienten und sich damit auch an Tolkiens Werken messen lassen mussten.
Aus meiner Sicht, liegt es da nahe, dass man sich auch auf wissenschaftliche Art den Büchern zuwendet.
Die Autoren analysieren den Weltenbau, die Archäologie, die Lebewesen und natürlich die Charaktere und noch vieles mehr.


Da ich kaum Erfahrung mit dem Rezensieren von Sachbüchern habe, beginne ich mit dem Offensichtlichen, der Aufmachung des Buches.


Das in Blau und braun gehaltene Cover zeigt einen Zauberer und einen Drachen auf je einer Seite, der Titel ist auf weißem, runden Grund gedruckt.
Karten und viele Illustrationen lockern die Texte auf, besonders schön sind die Initialen am Anfang jeden Kapitels. Mit den Illustrationen bin ich nicht ganz zufrieden, aber das ist ja Geschmackssache, anderen mögen sie durchaus gefallen. 





Achtunddreißig Autoren haben an diesem Buch mitgewirkt, ihre Namen stehen immer zu Beginn des Kapitels.
Gut gefallen hat mir, dass einige Begriffe nicht erst am Ende des Buchs erklärt werden, auch wenn die Fußnoten schon mal eine komplette Seite einnehmen.
Und wie in wohl jedem wissenschaftlichen Werk dürfen auch Tabellen und Grafiken nicht fehlen, aber davon gibt es nicht allzu viele.


Ich kann jetzt natürlich nicht auf jedes behandeltes Thema eingehen, dann wäre diese Rezension mehrere Seiten lang.


Das Kapitel
Warum haben Hobbits große behaarte Füße? von Jean-Sèbastien Steyer
befasst sich genau damit, viele Erklärungen werden gleich wieder verworfen, z.B. dass die großen Füße einen besseren Halt auf unebenem Boden oder dass sie als natürliche Schneeschuhe dienen. Für die Fußbehaarung gibt es nur eine plausible Erklärung, bzw. zwei einmal könnte sie zur Wärmeregulierung dienen oder ein Zeichen von Männlichkeit sein, denn es wird wohl laut dem Autor nirgends in den Büchern erwähnt, ob auch die weiblichen Hobbits extrem behaarte Füße haben.
Ja, da hat man dann wieder einen Grund zum Grübeln.


Der Abschnitt
Ein fantastisches Bestarium (Quelle Wikipedia.Ein Bestiarium (Neutrum von lateinisch bestiarius ‚die Tiere betreffend, Tier-‘; von lateinisch bestia ‚[wildes] Tier‘) ist eine mittelalterliche Tierdichtung, die moralisierend tatsächliche oder vermutete Eigenschaften von Tieren, auch Fabelwesen, allegorisch mit der christlichen Heilslehre verbindet. Die Beschreibung von Geschöpfen wie zum Beispiel des Drachen, des Einhorns, des Basilisken und des Caladrius finden sich in den Bestiarien zwischen den Darstellungen von Bären, Löwen und Elefanten. Bestiarien sind oft reich illustriert.)
befasst sich mit den Tierwesen in Tolkiens Welt.
Hier greife ich mir die Gliederfüßer heraus. Spinnen. Da war ich dann doch sehr froh, dass mir die Illustrationen nicht gefallen, ich mag Spinnen nicht, wie wohl auch Tolkien. Nichtsdestotrotz sind seine Beschreibungen der Spinne Kankra (Shelob) detailliert und fast schon liebevoll, auch wenn er wohl von den zoologischen Tatsachen abweicht. Die Verfasser dieses Kapitels, Romain Garrouste und Camille Garrouste berichten aber auch von dem Fund eines Fossils in Argentinien, das mit einer Größe von bis zu einem Meter im Durchmesser durchaus als Megarachne (Riesenspinne) bezeichnet werden kann. Tolkien konnte davon allerdings noch nicht wissen, denn dieses erstaunlich gut erhaltene Fossil wurde erst 1980 entdeckt. Allerdings gibt es ja schon immer Mythen und Legenden über alle möglichen Lebewesen.

Jetzt muss ich gestehen, ich habe das Buch noch nicht ganz durchgearbeitet und das wird sicherlich auch noch eine Weile dauern, aber ich kann schon eine Leseempfehlung aussprechen.
Die Texte sind in einer auch für Laien verständlichen Sprache gehalten und weisen den Leser auf Dinge hin, die ihm bei der Lektüre von Tolkiens Werken vielleicht gar nicht aufgefallen sind oder die in Vergessenheit gerieten.


Als Sachbuch Laie mag ich das Werk und würden mir die Zeichnungen besser gefallen, die meiner Meinung nach ein wichtiger Bestandteil des Buches sind, die Aufmachung an sich gefällt mir sehr, gäbe es auch mit Freuden eine volle Leseempfehlung.


Herausgeber ‏ : ‎ wbg Theiss in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (wbg); 1. Edition (26. September 2022)
Sprache ‏ : ‎ Deutsch
Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 384 Seiten
ISBN-10 ‏ : ‎ 3806245142
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3806245141














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