Montag, 12. September 2022

Die Partnerschaft: Neue Horizonte von Sandra Novak

 




Martina hat mit Anfang vierzig schon viel erreicht, als angehende Partnerin in der angesehenen Anwaltskanzlei, in der sie seit Jahren arbeitet. Und auch im Privatleben scheint auf den ersten Blick alles perfekt zu sein, ihr Freund Christian scheint kein Problem damit zu haben immer wieder zurückstecken zu müssen, wenn Martinas Job es verlangt.


Doch der Schein trügt, Martina steht unter enormen Stress, nach einem verlorenen Fall ist der Erfolgsdruck, den nächsten Fall gewinnen zu müssen, immens hoch. In der Kanzlei hat sie kaum Rückhalt, eine Tatsache, die mich doch verwunderte, da sie seit Jahren dort tätig war, die Gründe dafür haben sich mir nicht ganz erschlossen. Christian hingegen möchte nach 14 Jahre, Beziehung endlich einen Schritt weitergehen und denkt immer häufiger daran, eine Familie zu gründen und setzt sie damit ebenfalls sehr unter Druck.


Nicht einmal bei ihren Eltern kann sie zur Ruhe kommen, denn das Verhältnis zu ihrer Mutter ist mehr als angespannt.


Martina versucht lange allem gerecht zu werden, nur sich selbst drängt sie damit immer mehr in den Hintergrund und ignoriert die Signale ihres Körpers, der mit Magenschmerzen und Müdigkeit reagiert.


Sandra Novaks Geschichte über Martina zeigt eindrücklich die Erwartungshaltung der Gesellschaft Frauen gegenüber, sie sollen in erster Linie funktionieren, gute Töchter sein, perfekte Partnerinnen und im Berufsleben sollen sie mehr als 100 % geben. Und aus irgendeinem einem Grund, den ich bisher noch nicht herausgefunden habe, versuchen Frauen oft all dem gerecht zu werden, eigentlich sollte mittlerweile jedem klar sein, dass das nicht funktionieren kann. 


Martina findet nur langsam einen Weg aus dem Druck, um es mal so auszudrücken, sie setzt sich mit einem Geheimnis aus ihrer Vergangenheit auseinander und spricht endlich auch mit Christian darüber, welches Geheimnis das ist verrate ich an dieser Stelle nicht. Sie trifft auch noch andere Entscheidungen und als Leserin spürt man, wie nach und nach etwas von ihr abfällt und die Martina zum Vorschein kommt, die jahrelang in ihr versteckt war.


Ich mochte die Story, die Autorin lässt ihren Leserinnen und Lesern Raum für eigene Gedanken, das mag nicht jedem gefallen, ich persönlich konnte Martinas Handlungsweise nicht immer nachvollziehen, wenn man die Möglichkeiten hat, sollte man immer das Leben leben, das einem zusagt und nicht das, was andere von einem erwarten. 


  • Herausgeber ‏ : ‎ Sandra Novak (Nova MD); Erstauflage (10. September 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 263 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3985953546
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3985953547



5 Kommentare:

  1. Hallo und guten Tag,

    hm, ich persönlich tue mich immer etwas schwer mit extrem, erfolgreichen im Beruf stehenden Frau.....wo plötzlich eine Sache ihr ganzes Weltbild umwerfen tut/kann......

    Irgendwie lebt sie nur für den Beruf oder? Hat aber trotzdem wie es scheint keinen Rückhalt in der Kanzlei...wieso....wo bleibt das Privatleben...Frau muss doch auch glücklich und mit dem Leben einigermaßen im Einklang sich befinden ....Zufrieden sein ...

    Ich finde, es schade das das oft zu kurz kommt im Leben...

    LG...Karin..

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    1. Hallo Karin,
      aus meiner Sicht war Martina nie glücklich. Erfolgreich, ja vermutlich schon, aber glücklich nicht wirklich. Der Job ist, trotz eigentlich nicht schlecht laufender Beziehung, ihr Lebensinhalt und sie lechzt nach der Anerkennung durch andere. Von daher passt es für mich schon, wie sie durch die Herabwürdigung im Job total aus der Bahn geworfen wird.
      Mir persönlich war sie auch danach noch viel zu fremdgesteuert, da hätte ich mir etwas mehr Entwicklung gewünscht.
      LG
      Yvonne

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    2. Martina ist ja noch jung genug um sich weiter zu entwickeln.

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  2. Hm, also mit Anfang 40 Jahren halte ich sie persönlich für nicht mehr so jung.....z.B. tickt die biologische Uhr schon ganz schön oder?

    Außerdem ist ein verlorener Fall doch kein Weltuntergang bzw. um alles und jedes in Frage zu stellen...
    Deshalb stellt sich für mich hier die Frage nach dem Selbstbewustsein....wo ist das geblieben bzw. wie kommt man ohne selbiges/mangeltem in diesem Beruf überhaupt bestehen.....?

    LG...Karin..

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    1. Hallo Karin,
      das sehe ich auch so. Mit 40 sollte man definitiv schon im Leben stehen. Klar kann und sollte man sich auch dann noch weiterentwickeln, aber man sollte es halt dann auch mal tun und das kam mir bei Martina definitiv zu kurz.
      Die Fragen, die du dir stellst, die treiben mich auch um. Hier hätte die Autorin definitiv wesentlich mehr herausholen können.
      LG
      Yvonne

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