Donnerstag, 5. Mai 2022

Wolfsegg von Peter Keglevic

 

Ein enges Tal irgendwo in den Bergen: Die 15-jährige Agnes, die so gern ein »Autoschrauber« hätte werden wollen, muss erfahren, wie brutal das Leben sein kann. Wenn die eigene Familie verachtet wird. Wenn jeder jeden kennt und mit jedem eine Geschichte hat. Da stehen dem Missbrauch die Türen weit offen, da wird vertuscht und betrogen, denunziert und getötet, ohne dass der Himmel ein Einsehen hätte. Als der Vater totgeschlagen und die Mutter elendig verreckt ist, hat Agnes nur noch einen Gedanken: Sie muss die »Kleinen«, Bruder und Schwester, vor dem Heim retten, in dem sie einst gelitten hat.

Peter Keglevics dramatischer Roman über Agnes und ein namenloses Tal in den Alpen ist eine Geschichte von alttestamentarischer Wucht – so zärtlich und so brutal erzählt, wie das wohl nur ein Österreicher kann.


Soweit der Klappentext.

Das klingt richtig gut oder, leider hat mich das Buch dann doch nicht überzeugt. 
Die Geschichte beginnt vielversprechend, Agnes ist ein Mädchen voller Träume und Hoffnungendoch das Leben meint es nicht wirklich gut mit ihr, zunächst stirbt ihr Vater und dann auch noch die Mutter und Agnes flieht mit ihren Geschwistern in die Berge. Was dann folgt ist eine Geschichte die besser in die 50er Jahre gepasst hätte, dann wäre sie grundsätzlich glaubwürdiger gewesen. 

Die Handlung spielt in einem Tal in Österreich und ich kann mir nicht vorstellen, dass das Leben dort so rückständig ist, wie es der Autor uns glauben machen will. Als Beispiel: Agnes hätte gern "irgendetwas mit Motoren" gelernt, das darf sie aber nicht, sie wird von der Berufsberatung in eine Lehre gesteckt, die sie weder will und willkommen ist sie dort auch nicht. Kann es wirklich sein, dass die Berufsberatung bestimmt, wer wo in die Ausbildung geht? Ist das in Österreich so? Ich kann es nicht wirklich glauben. Und so ziehen sich die Unglaubwürdigkeiten durch das komplette Buch. Vielleicht hat der Autor zu viel gewollt, ich will nicht spoilern, nur soviel, der Stoff hätte für mehrere Heimatromane gereicht. 


 Trotz eines Schreibstiles, der mir wirklich gut gefiel, war das Buch nicht meins.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Penguin Verlag (19. August 2019)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 320 Seiten

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