Günther ist sechzehn, als er seine Heimat hinter sich lassen muss – und mit ihr seine große Liebe Marianne. Dass Günthers Familie in der DDR unter Beobachtung steht, wissen beide. Sie ahnen jedoch nichts von den Fluchtplänen seiner Eltern. Von heute auf morgen getrennt, versuchen Marianne und Günther verzweifelt, sich in der neuen Situation einzufinden, die verloren geglaubte Liebe hinter sich zu lassen. Aber auch in seinem neuen Leben im Westen kann Günther Marianne nicht vergessen. Wird es ihm gelingen, sie wiederzufinden?
Viele Jahre später erfährt Enkelin Lena, dass ihre totgeglaubte Großmutter noch lebt. Lena möchte Marlies unbedingt kennenlernen. Als Marlies ihr eine Geschichte erzählt, wird Lena bald klar, dass darin mehr Wahrheit steckt, als sie anfangs vermutet. Sie birgt eine Erkenntnis, die ihr eigenes Leben völlig auf den Kopf stellen könnte.
Als Lena kurz vor ihrer bevorstehenden Verlobung erfährt, das ihre totgeglaubte Großmutter Marlies noch lebt und ihr diese ihre Lebensgeschichte erzählt, hinterfragt die junge Frau ihre bisherigen Lebensziele.
Marianne, so nennt Marlies das Mädchen in ihrer Geschichte, ist seit der Schulzeit mit Günther befreundet, der so ganz anders aufwächst als sie, in seiner Familie findet sie den Halt und die Geborgenheit, die sie vermisst und es weht ein anderer politischer Wind. Günthers Eltern hinterfragen das Regime der DDR während Mariannes Eltern unbeirrt daran glauben auch bei der Erziehung der Kinder könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Mariannes Weg ist vorgegeben, sie soll im Geschäft des Vaters mitarbeiten und damit Basta.
Aber auch Günthers Eltern lassen ihm nicht immer die Wahl, als sie die DDR verlassen, muss er sie begleiten, doch er kann Marianne nicht vergessen.
In zwei Zeitsträngen erzählt die Autorin die Geschichte ihrer Protagonistinnen, während Lena wohlbehütet, wenn auch unzufrieden bei ihrer Mutter und ihrem Großvater aufwuchs, muss Marianne sich unterordnen, erst dem Vater, dann ihrem Ehemann die sie gemeinsam kurz nach der Geburt ihrer Tochter Susanne in eine Psychiatrische Klinik einweisen lassen.
Mariannes/ Marlies Geschichte hat mich berührt und betroffen gemacht, sie steht für die Geschichte von Millionen von Menschen, die ihr Leben nicht so leben können, wie sie es glücklich machen würde, überall auf der Welt. Ihr Schicksal konnte sie nicht brechen und mit Günthers Hilfe scheint sie es geschafft zu haben, Frieden mit ihrer Vergangenheit zu schließen.
Lena hingehen war mir nicht sonderlich sympathisch, sie scheint mir für ihr Alter zu naiv und zu unstet, schon auf den ersten Seiten, hatte ich eine Abneigung gegen sie, die ich nicht wirklich erklären kann. Gut, das man nicht jeden mögen muss, um ein Buch gern zu lesen.
Mein Fazit. Weil ich an uns glaubte, ist ein durchaus gelungener Roman, der die jüngste Vergangenheit ein klein wenig mehr ans Licht bringt.
- Herausgeber : Tinte & Feder (11. Mai 2021)
- Sprache : Deutsch
- Taschenbuch : 240 Seiten
- ISBN-10 : 2496706030
- ISBN-13 : 978-2496706031

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