Nach dem Lesen des Klappentextes war meine Neugier geweckt, außerdem
Ich liebe Kurzgeschichten, ich weiß gar nicht wie oft ich das mittlerweile schon gesagt habe, ich kann einfach nicht anders, wenn mir das Thema interessant erscheint, muss ich sie lesen.
Dirk-Boris Rödel führt den Leser in siebzehn magischen Kurzgeschichten in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges, wo ein mordgeübter Landsknecht auf ein sterbendes kleines Mädchen trifft, zu einer Sippe von Steinzeitmenschen, die sich am Rande eines Moores von einer furchteinflößenden Hexe Beistand gegen übermächtige Angreifer erflehen, und immer wieder in tiefe Wälder, in denen der Leser auf Hexen, Geister, Einhörner und schließlich sogar auf Erlkönigs Tochter trifft.
Die Magie-durchtränkten Geschichten pendeln stets zwischen den beiden großen Polen Tod und Liebe – mal schlägt das Pendel zur einen, mal zur anderen Seite aus. Und manchmal werden Tod und Liebe eins.
Bald schon hielt ich das Buch also in Händen, ein Buch dessen Cover an lang vergessene magische Dinge erinnert, ganz in Gold und Blau gehalten könnte es in Leder gebunden in der Bibliothek eines Magiers oder Alchimisten stehen, gestaltet wurde es von Holger Much.
Aber jetzt sollte ich allmählich zum wesentlich kommen, den Geschichten.
Nach fast jeder Geschichte hatte ich den Gedanken: Das ist meine Lieblingsgeschichte oder doch die davor?
Ich kann mich nicht entscheiden, ob mir die Der Waldmann und die Vogelscheuche in der ein Geschöpf des Waldes und eine durch Zufall zum Leben erweckte Vogelscheuche über die Vergangenheit, die Gegenwart und das Leben an sich sinnieren oder ob es nicht doch das Einhorn von Magdeburg ist, in der ein Söldner, der skrupellos mordet und vergewaltigt bei der Begegnung mit einem kleinen Mädchen erkennt zu was für einem Menschen er geworden ist.
Das zweite Monster, hat mich fast zu Tränen gerührt, diese Geschichte erzählt von einem kleinen Mädchen das Nacht für Nacht von einem Monster aus seinem Bett geholt wird, um vor einem weitaus schlimmeren Monster geschützt zu werden.
Ich habe aber auch gelacht, Die Keks-Hexe, erzählt von einer modernen Hexe, die so gar nichts auf die Reihe bekommt, die mit magischem Pulver ihr Waschbecken putzt anstatt es an die Kühe und Hühner eines Bauern zu verfüttern, Kakaopulver tat es dann aber auch.
Susi soll aus dem Hexenzirkel ausgeschlossen werden, eine Hexe die den Vollmond verpennt weil sie einen 5 Jahre alten Kalender benutzt und die mit einem Wischmop statt einem Besen durch die Gegend fliegt kann man nicht gebrauchen. Und was hat das jetzt mit Keksen zu tun? Das müsst ihr selber lesen.
Das Buch ist in drei Abschnitte aufgeteilt:
Dramen
Geschichten voller Magie, die nicht immer in längst vergangen Zeiten spielen, sondern auch in der Gegenwart und die sich auch mit den Problemen und Sorgen unserer Zeit beschäftigen, gerade diese haben mich oft nachdenklich gestimmt.
Visionen
Hier enthalte ich mich einer Interpretation und genieße auch im Nachhinein die Worte und lasse ihren Klang auf mich wirken.
Unfug
Das Wort sagt ja schon alles und ich verrate euch, das die Keks-Hexe in diesem Abschnitt zu Hause ist.
Ich vergebe für das Buch eine absolute und uneingeschränkte Leseempfehlung.
Ich vergebe für das Buch eine absolute und uneingeschränkte Leseempfehlung.
- Broschiert: 260 Seiten
- Verlag: telescope (28. Februar 2020)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3959151306
- ISBN-13: 978-3959151306

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