Samstag, 7. November 2020

Martin Krist: 8 Fragen 8 Antworten


Guten Morgen, Martin. Das Bücherhaus und Frau Goethe liest betreiben zusammen die Facebookseite 2Blogs1Buch und wir heißen dich herzlich auf der OBM2020 willkommen. Vielen Dank, dass Du Dich unseren Fragen stellst. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass dich einer unserer Leser nicht kennen sollte, stell dich doch bitte in drei kurzen Sätzen vor.

Hart. Realistisch. Spannend.

1. Onlinebuchmessen sind vielleicht ein kleiner Trost für die vielen Events, die dieses Jahr ausfallen mussten, allen voran natürlich die großen Messen LBM und FBM. Wie geht es dir damit? Fehlt dir etwas oder denkst du: Prima, endlich mehr Zeit für die Familie und zum Schreiben?

Ich halte große Präsenzmessen schon seit Jahren für überschätzt, weil überholt, insofern, nein, mir fehlt nichts. Ganz im Gegenteil: Die Online-Konzentration wird endlich der Marktentwicklung gerecht.


2. Sprechen wir doch kurz mal über deine Bücher: Du schreibst Thriller und da, wie es mir scheint, am liebsten Reihen. Muss man diese in der Reihenfolge des Erscheinens lesen, oder kann man mittendrin einsteigen, ohne etwas Wesentliches zu verpassen, abgesehen vom Lesevergnügen?

Ich bin ein großer Fan horizontal erzählter Fernsehserien, und genau diese Konzeption versuche ich in meine Thriller zu übertragen. Gleichwohl bin ich bemüht, dass man jeden Roman unabhängig von den anderen lesen kann – liest man sie allerdings der Reihe nach, hat man besondere Aha-Erlebnisse.

3. Dein neuestes Buch „Niemand wird vergeben“, das Anfang Oktober erschienen, ist, wenn man den bisherigen begeisterten Rezensionen Glauben schenken kann, vollkommen anders als alles was du bisher geschrieben hast. Was unterscheidet dieses Buch von allen anderen?

Zum einen ist dies kein Thriller, in dem wie sonst üblich ein Detektiv oder Kommissar die Hauptrolle spielt, zum anderen ist es – übrigens zum zweiten Mal exklusiv für Tolino – ein Psychothriller. Anders als in meinen Ermittlerthrillern liegt der Fokus auf nur eine Handlungsebene, außerdem auf die seelischen Abgründe der Hauptfigur.


4. Stalking ist eine gruselige Vorstellung. Was würdest du als Erstes einschränken, wenn dir jemand so auf die Pelle rückt?

Gar nichts würde ich einschränken. Ich würde dafür sorgen, dass derjenige, der mir auf die Pelle rückt, sich in Zukunft einzuschränken hat.

Die sozialen Medien machen es einfach, andere ausfindig zu machen, bzw. nach langer Zeit wieder Kontakt aufzunehmen. Welche Tipps zum Schutz der Privatsphäre kannst du geben/wie gehst du mit deinen Accounts um? Wie stehst du als Vater dazu, wenn #mamablogger ihre süßen Kleinen in ihr Business integrieren? Wo würdest du selber eine Grenze ziehen?

Ganz einfach: Um mein Privatleben zu schützen, gebe ich einfach nicht soviel davon preis. Es muss nicht jeder immer wissen, was ich wann wo mit wem unternehme. Und erst recht muss keiner wissen, wer mein Sohn ist. Klar, Fotos von ihm habe ich auch schon gepostet – aber niemals mit Gesicht!

Diese Grenze empfehle ich auch anderen, schließlich soll mein Kind selbst entscheiden, ob und wie es irgendwann öffentlich auftritt.



5. Nach dem Buch ist vor dem Buch. Woran arbeitest du gerade, magst du schon etwas verraten?

Gegenwärtig bereite ich »Teufelswild« vor, die Neuauflage meines zweiten Kommissar-Kalkbrenner-Thrillers, die am 20. November erscheint.

Ich schreibe an »Kalte Hölle«, dem dritten Henry Frei-Thriller, dessen Veröffentlichung für Anfang Januar geplant.

Im Frühjahr 2021 erscheint in Kooperation mit lieben KollegInnen eine neue Thrillerserie.


6. Und da wir schon bei der Arbeit sind, brauchst du absolute Ruhe beim Schreiben oder hörst du Musik, setzt du dich lieber in ein Café in der Großstadt oder in den Wald um zu Schreiben?


Absolute Ruhe, an meinem iMac in meinem Arbeitszimmer.



















Du bist ein ausgesprochener Nachtmensch. Was ist der Vorteil beim Schreiben, wenn alle anderen schlafen?

Eben das: absolute Ruhe.

7. Du tobst dich bereits unter drei Autorennamen aus. Gibt es ein Genre, das du unheimlich gerne schreiben würdest, aber bisher noch nicht in Angriff genommen hast?

Offen gestanden: nein. Ich habe eine Vielzahl Sachbücher und Biografien geschrieben, die mir einen Heidenspaß bereitet haben. Ich schreibe Erotikromane, woran ich auch sehr viel Freude habe.

Aber mit dem Schreiben von Krimis und Thrillern mache ich, das was ich immer schon machen wollte, damit ist mein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen – was will ich mehr?


8. Lass uns hypothetisch werden: Wenn du kein Schriftsteller geworden wärst, welchen Beruf würdest du mit eben so viel Herzblut und Leidenschaft ausüben?

Keinen, weil ich von Kindesbeinen an mit Herzblut und Leidenschaft an der Erfüllung meines Traums gearbeitet habe – Schriftsteller sein.

Für mich kam nie etwas anderes infrage!



Vielen Dank für deinen Besuch an unserem OBM-Stand. Wir wünschen dir noch viel Spaß und Erfolg auf der Messe und vielleicht sehen wir uns irgendwann einmal im echten Leben.


Der Dank ist ganz auf meiner Seite.




Buchvorstellung: Niemand wird vergeben von Martin Krist #0bm2020

 

Diesen Oktober erschien der neue Thriller des Berliner Schriftstellers Martin Krist, in dem er ein gleichermaßen beängstigendes wie realistisches Szenario schafft. 

Biografie

Martin Krist, geboren 1971, lebt in Berlin. Er arbeitete viele Jahre als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften. Seit 1997 ist er als Schriftsteller tätig. Nach mehr als 30 Sachbüchern, darunter Biografien über die Hamburger Kiez-Ikone Tattoo-Theo, die Punk-Diva Nina Hagen, den Rap-Rüpel Sido, die Grunge-Ikone Kurt Cobain und den gewaltlosen Rebell Mahatma Gandhi, schreibt er seit 2005 Krimis und Thriller. (Infos Amazon)


Zum Buch

DIESE NACHRICHT IST DEIN TOD. Die Welt von Anna-Louisa gleicht einem Traum: verheiratet mit ihrer Jugendliebe, eine hinreißende Tochter, Erfolg im Job. Doch dann erreicht sie eine anonyme Nachricht. Was wie ein Scherz anmutet, entpuppt sich schon bald als Albtraum aus Lüge, Intrige und Mord. Wem kann sie noch trauen? Und wer will Ihr Leben zerstören?

Bisherige Rezensionen sprechen davon , das Martin Krist mit diesem Thriller andere Wege beschritten hat, als man von ihm gewohnt ist. Wir dürfen also gespannt sein. Heike von Frau Göethe liest hat das Buch schon gelesen, wie es Ihr gefiel Ihr auf ihrer Seite. 
Das Buch ist überall erhältlich wo es Bücher gibt.

Das Thema Stalking ist aktuell wie nie, es gibt kaum Möglichkeiten sich vor Stalkern zu schützen, die Behörden sind machtlos, solange nicht eine *echte* Straftat geschieht, manchmal sind sie schlicht überfordert, wenn es um Stalking im Internet geht. Trotzdem sollte sich niemand scheuen Stalking anzuzeigen.
Hilfe und Tipps gibt es z.B. beim WEISSEN RING und bei den Opferberatungen der Polizei.


  • Taschenbuch : 253 Seiten
  • ISBN-13 : 978-3753105888
  • Leseniveau : 1 und Nach oben
  • Herausgeber : Neopubli GmbH; 3. Edition (5. Oktober 2020)
  • Sprache: : Deutsch




Freitag, 6. November 2020

#obm2020 Bloggerstory

 Heute sollen wir etwas über uns erzählen,.

Das ist die Aufgabenstellung: Fakten über dich und deinen Kanal. Hier kannst du dich frei austoben. Denkbar sind alle möglichen Fakten rund um deine Arbeit und deine Rezis. Welcher SuB ist am höchsten? Ordnest du dein Regal nach Farben oder Genre, hast du viele Bookmerch Artikel.

OK, da versuche ich mich mal dran. Fällt es euch so etwas auch immer schwer?  

Über das Aufräumen der Regale sprachen wir ja gestern schon. 


Echte Bookmerch Artikel habe ich nicht, dafür fehlt mir vielleicht das Fan-Girl-Gen,  aber der eine oder andere Dekoartikel hat sich in den Regalen schon angesammelt. Ich habe schon immer gern gelesen und vor ein paar Jahren fing ich dann an zu bloggen, nur für mich um den Überblick über die gelesenen Bücher zu behalten und dann habe ich mich überreden lassen FB beizutreten, die beste Entscheidung überhaupt: Durch Facebook habe ich viele andere Blogger kennengelernt, die mir mit Rat und Tat zur Seite standen., die mir halfen meinen Blog zu gestalten, mein Design liebe ich auch nach all diesen Jahren noch.


 Jahreshighlights sind die jährlichen Buchmessen, auf die freue ich mich schon jetzt wieder, es muss ja mal wieder möglich sein.



Das mein SUB gewachsen ist, seit ich blogge kann ich nicht behaupten, der war schon immer in astronomischen Höhen, bei meiner letzten Zählung hatte ich über 1000 ungelesene Bücher, die meisten davon habe ich auf Bücherbörsen und Flohmärkten gerettet, viele kamen über Freunde zu mir. Theoretisch sind die auch sortiert, nach Verlagen und innerhalb der Verlage nach Autor, wenn ich dann mal eines gezielt suche, muss ich nur auf meine Liste schauen, theoretisch. In der Praxis muss ich mal wieder die Regale sortieren ;o) Bei diesen ungelesenen Büchern überwiegen Krimis und Thriller, aber auch Horror- und Fantasyromane tummeln sich neben zeitgenössischer Literatur.


Heike von Frau Goethe liest erzählt euch heute noch etwas über die Reichweiten Erhöhung. Was gibt es schwierigeres als das, was man schreibt an die Leser zu bringen, es sei denn man füllt seine Seiten mit Katzenvideos, das würde ich ja auch tun, aber leider habe ich gerade keine Katze ;o(

Ruhe in Frieden Lia.


Wir haben uns mal auch darüber unterhalten. Hier gibt es was auf die Ohren. https://files.feedplace.de/frau-goethe/OBM2020_Reichweite_Podcast.mp3







Der Stockholm Code Die erste Begegnung von Denis Rudberg


Drei junge Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können,  Elisabeth aus der besseren schwedischen Gesellschaft ist jung und ein klein wenig rebellisch, Signe die schüchterne junge Frau vom Land die von ihrer Familie verstoßen wurde und Iris, die mit ihren zwei kleinen Söhnen aus Estland flüchten musste.Nichts scheint die drei Frauen miteinander zu verbinden, bis auf die Tatsache das sie eine enorme mathematische Begabung besitzen, die sie für Schweden sehr wertvoll macht, könnten sie doch helfen geheime Funknachrichten der Nazi zu entschlüsseln.

Es ist immer wieder interessant, Romane aus der jüngeren Vergangenheit zu lesen, sie lassen eine Zeit auferstehen, die auf der einen Seite schon so lange vergangen ist, auf der anderen aber noch sehr nah, weil man immer noch Menschen trifft, die sie erlebt haben. Umso wichtiger ist es, das alles was geschrieben wird, authentisch und realistisch ist. Historische Fakten müssen nachprüfbar sein.
Und das scheint hier so weit gegeben. Dann kommt natürlich noch die Geschichte dazu, die ja das Lesevergnügen ausmacht, spannend soll sie sein und die Protagonisten nahbar und im besten Fall sympathisch. Hat die Autorin Denis Rudberg das geschafft?
Auf jeden Fall, ihre Hauptprotagonistinnen Signe, Elisabeth und Iris haben trotz aller Unterschiede eines gemeinsam: Sie sind nett und das meine ich wie es ursprünglich gemeint ist und das ist auch gut so, denn das macht dieses Buch trotz aller Dramatik zu einem Wohlfühlbuch, gerade richtig für entspannte Leseabende auf der Couch. Die Autorin baut die Spannung langsam auf, sie erzählt wie die Frauen nach Stockholm kamen, was sie bewegt und wie sie sich kennenlernten, von ihrer gemeinsamen Arbeit an den Codes der Nazis und dem Beginn ihrer Freundschaft.
Und leider war es das auch schon wieder. Der Stockholm Code. Die erste Begegnung ist, das was der Untertitel beschreibt: Eine erste Begegnung, mit den drei Frauen und der Arbeit des schwedischen Geheimdienstes, gerade als die Spannung ihren Höhepunkt erreicht, ist das Buch schon zu Ende und lässt die Leser und Leserinnen, neugierig zurück. Das ist schon fast ein bisschen gemein, andererseits steigert es natürlich auch die Vorfreude auf die Fortsetzung.
Ich vergebe für Der Stockholm Code eine Leseempfehlung.

  • Originaltitel : Kontrahenterna, det frsta chiffret
  • Taschenbuch : 352 Seiten
  • ISBN-13 : 978-3746637099
  • Herausgeber : Aufbau Taschenbuch; 1. Edition (13. Oktober 2020)
  • Sprache: : Deutsch


Donnerstag, 5. November 2020

Bloggeralltag Utopie und Wirklichkeit #obm2020

 Heute sollen wir euch über unseren Alltag als Blogger berichten. Am liebsten würde ich schreiben:Im Bücherhaus sieht der normale Blogalltag so aus:

Ich wache am frühen Morgen mit der perfekten Idee zu einer Rezension auf, es ist noch früh, im Haus ist es still und nach dem 1. Kaffee fließen die Worte nur so aus meinen Händen in die Tastatur meines Laptops, das perfekte Buchfoto gelingt auf Anhieb. Und dementsprechend schnell ist die Rezension auf allen meinen Kanälen geteilt.
Dann habe ich Zeit mich umzusehen, was gibt es Neues bei meinen bevorzugten Bloggerkollegen und Kolleginnen? Welche Autoren haben neue Bücher die mich interessieren, was sagen die Verlagsprogramme? 
Vorbereitungen auf die nächste Messe wären noch ein Highlight, nach der Messe ist nämlich immer vor der Messe.


Messetasche


Im Idealfall habe ich danach eine ellenlange Liste an Büchern, die ich unbedingt lesen möchte. Mein Geldbeutel heult schon mal vorausschauend. Und sicherlich habe ich auch das eine oder andere Gespräch mit Menschen geführt die Bücher genauso lieben wie ich, mal mehr, mal weniger Ernst.
Und dann ist es auch schon wieder Zeit um es sich mit einem guten Buch gemütlich zu machen. Und gute Vorsätze werden auch umgesetzt: Bücherregale aufräumen z.B.





Schön wäre es, der normale Alltag eines Bloggers sieht aber anders aus.
Für das schönste Hobby der Welt der ist nur zwischen Familie und Beruf Zeit, die meisten von uns müssen, sich mühsam Zeitfenster freischaufeln, in der sie die Rezensionen schreiben, Interviews und Gewinnspiele vorbereiten und Kontakte zu pflegen und kaum denkt man: 
Läuft
kommt irgendwas dazwischen, Überstunden, Wasserrohrbruch oder der Supergau:
Das Buch, auf das man sich so gefreut hat, ist eine Enttäuschung.
Am liebsten würde man an manchen Tagen alles hinschmeißen, die Reichweite auf FB ist eh im Keller und die eigenen Rezensionen so belanglos wie  Artikel in einer Frauenzeitschrift.
Aber dann kommt das nächste tolle Buch
und von dem muss man unbedingt erzählen.
Und vielleicht kommt er ja eines Tages:
Der perfekte Bloggertag.