Montag, 30. November 2009

Mutige Menschen von Christian Nürnberger

Klappentext:

Christian Nürnberger erzählt von zwölf Frauen und Männern, die den Mut zum Widerstand hatten: Mut, Hitlers Pläne zu durchkreuzen, Mut, Hitlers Befehle zu verweigern, Mut, Menschenleben zu retten: Dietrich Bonhoeffer, Willy Brandt, Georg Elser, Mildred Harnack, Robert Havemann, Fritz Kolbe, Janusz Korczak, Helmuth James Graf von Moltke, Martin Niemöller, Sophie Scholl, Irena Sendler, Claus Schenk Graf von Stauffenberg.

Mein Fazit:

Christian Nürnberger Mutige Menschen 2
Widerstand im tausendjährigen Reich.

Nürnberger führt uns in eine Zeit, die in ein paar Jahren nur noch vom Hören Sagen bekannt sein wird, die Zeitzeugen werden verstorben sein, wir werden uns auf Überlieferungen in Schrift und Bild verlassen müssen. Besonders unsere Kinder müssen informiert werden, über die Fehler der Vergangenheit über die Gräueltaten die begangen wurden, aber auch und das halte ich für besonders wichtig, über die Menschen die versucht haben allein oder in Gruppen, dagegen zu wirken die versucht haben das Grauen aufzuhalten, die Mörder zu stoppen.
Und hier setzt Nürnberger an, er stellt uns 12 Menschen vor die auf die eine oder andere Weise, für die Rechte der Menschen gekämpft haben und dabei ihr Leben ließen, sei es von Stauffenberg, der das Attentat auf Hitler plante oder das Mädchen Sophie Scholl, die zusammen mit ihrem Bruder gegen die Nazis, Flugblätter verteilte, oder Bonhoeffer, der der festen Überzeugung war das sich die Kirchen auf die Seite der schwächeren, der Juden stellen müsste und dafür predigte.
Sie alle kämpften und verloren, für den Augenblick, in meinen Augen jedoch haben sie alle etwas gewonnen, die Achtung und den Respekt der Menschen die nach dem Krieg ihre Geschichten hörten, die erfuhren das es nicht nur Jasager und Mitläufer gab, sondern auch Menschen die mehr oder weniger laut, ihre Stimme erhoben und nein sagten zum Tausendjährigen Reich, nein zur Judenverfolgung und zur Verfolgung homosexueller und politisch anders gesinnter, nein auch zur Verfolgung von Sinti und Roma.
Der Autor beschreibt eine Szene, die sein Vater ihm erzählte, dieser hätte die Gelegenheit gehabt, Hitler zu töten, wenn er denn gewollt hätte, nur, er wollte nicht, er wollte seinem Führer folgen, er wollte zu ihm aufschauen und ihn bewundern, weil er ihm glaubte, wie Millionen anderer auch, den Schrecken den dieser Führer und seine Helfer verbreiteten, sah er nicht.
Vielleicht, würde ein Buch wie die dieses helfen, das mehr Menschen mit offenen Augen, Verstand und Herz ein 3. Reich zu verhindern versuchen, sollte es jemals nötig sein.

Nürnberger, hat ein Sachbuch für Jugendliche geschrieben, das meiner Meinung nach erwachsener ist als der Vorgänger, vielleicht weil es eine Zeit beschreibt die näher am heutigen Geschehen ist. Die Leben dieser zwölf Menschen und der vielen anderen Unbekannten, die im verborgenen gewirkt haben, dürfen niemals in Vergessenheit geraten, weshalb ich das Buch uneingeschränkt als Lektüre für Jugendliche Leser ab 13 Jahren empfehlen möchte.

Freitag, 2. Oktober 2009

Erbarmen / Jussi Adler Olsen

Klappentext:
Und dann kam die Angst …wie ein schleichendes Gift. Sie horchte auf die verzerrte Stimme, die aus einem Lautsprecher irgendwo im Dunklen kam. „Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag, Merete. Du bist jetzt hier seit 126 Tagen, und das ist unser Geburtstagsgeschenk: Das Licht wird von nun an ein Jahr lang eingeschaltet bleiben.


Es sei denn, du weißt eine Antwort: Warum halten wir dich fest?"- Am 2. März 2002 verschwindet eine Frau spurlos auf der Fähre von Rødby nach Puttgarden, man vermutet Tod durch Ertrinken. Doch sie ist nicht tot, sondern wird in einem Gefängnis aus Beton gefangen gehalten.

Wer sind die Täter? Was wollen sie von dieser Frau? Und: Kann ein Mensch ein solches Martyrium überleben?

Carl Mørck, Spezialermittler des neu eingerichteten Sonderdezernats Q bei der Kopenhagener Polizei, kämpft mit diesem Fall einen doppelten Kampf: Den Kampf um das Leben einer jungen Frau. Und den Kampf um die Rückkehr in sein eigenes früheres Leben. Denn dieses Leben ist nahezu ausgelöscht worden an dem Tag, an dem Carl und seine Kollegen bei einem Einsatz schwer verletzt worden waren. Doch sein syrischer Assistent Hafez el-Assad überrascht Carl nicht nur durch unkonventionelle Ermittlungsmethoden, sondern schafft es auch, Carl in die Realität zurückzuholen - in diesem atemlosen Wettlauf um das Leben einer Frau, die längst als tot gilt.

Mein Fazit:

Merete, ein junge aufstrebende Politikerin, verschwindet plötzlich und unerwartet von einer Fähre, die Polizei geht von Selbstmord oder einem Unfall aus, da nichts in ihrem Umfeld auf etwas anderes hindeutet. Der Fall wird zu den Akten gelegt. Fünf Jahre später, wird eine neue Sonderkommission gebildet, die ungelöste Fälle noch einmal aufrollen und bearbeiten soll, zu dieser Sonderkommission wird Carl versetzt, der bei einem Einsatz verletzt wurde und die Folgen davon noch nicht verarbeitet hat, er eckt bei allen Kollegen an und hat auch die Lust an der Arbeit verloren, so ist er auch nicht böse das die *Sonderkommission Q* nur aus ihm und einem Assistenten besteht und im Keller des Polizeikommissariats untergebracht ist.

Es kommt wie es kommen muss, durch Zufall rollt er den Fall *Merete* wieder auf und stellt fest das die Kollegen die vor Jahren den Fall bearbeiteten mehr als schlampig zu Werk gegangen sind.

Der Leser weiß natürlich das Merete noch lebt und unter schrecklichsten Bedingungen gefangen gehalten wird. Leider kann man sich schon recht schnelle die Antwort auf die Frage warum sie entführt wurde und von wem, beantworten.

Aber es bleibt das Mitleiden mit Merete, das Grauen das man empfindet, wenn man sich in ihre Situation hinein versetzt und es ist spannend wie Carl und sein syrischer Assistent Hafez el-Assad, den Tätern, durch teils recht unkonventionelle Methoden, immer näher kommen.

Ich bedauere nicht, diese Buch gekauft zu haben und kann es nur weiterempfehlen.

Das Leben der Wünsche / Thomas Glavinic

Klappentext:

Stellen Sie sich vor, Ihre geheimsten Wünsche würden wahr. Die innersten, dunklen Wünsche, von denen Sie selbst bisher nichts ahnten.


So ergeht es Jonas, dem ein Unbekannter eines Tages ein unerhörtes Angebot macht: "Ich erfülle Ihnen drei Wünsche." Der Ehemann, Vater, Werbetexter und leidenschaftliche außereheliche Liebhaber lässt sich auf das Spiel ein. Bis seine Frau eines Abends tot in der Badewanne liegt. Weiß die Nacht etwa mehr von Jonas' Wünschen als er selbst? Unverwechselbar erzählt der in Wien lebende Schriftsteller Thomas Glavinic die Geschichte eines ganz normalen Mittdreißigers, der genau das bekommt, was er sich wünscht. Und noch ein bisschen mehr.


Mein Fazit:

Jonas, Werbetexter, verheiratet, Ehebrecher, 2 Kinder, wünscht sich so vieles, wie wohl die meisten Menschen, nur im Gegensatz zu anderen Menschen bekommt er die Chance seine Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen, weil sich ihm nämlich eine gute Fee nähert die ihm die drei berühmten Wünsche, die wir alle aus Märchen kennen offeriert, davon das die Fee aussieht wie ein Mann und nach Bier stinkt und im weiteren Verlauf des Buches nicht weiter vorkommt, sollten sich die Leser nicht weiter irritieren lassen, wie man auch so manch anderes in dem Buch wohl nicht unbedingt verstehen soll, sonst hätte uns der Autor sicherlich darüber aufgeklärt was es mit so manchen seltsamen Begebenheiten die in dem Buch geschehen so auf sich hat. Einige Wünsche erfüllen sich, z.B. wird ihm die Entscheidung abgenommen, welche Frau denn nun die Richtige für ihn ist, in dem seine Ehefrau in der Badewanne zu tode kommt, andere wiederum werden ignoriert, so wie es aussieht werden nur solche Wünsche erfüllt die er wirklich und wahrhaftig verspürt *Weltfrieden* gehört wohl nicht dazu.

Es bleibt viel Raum für Spekulationen und eigene Interpretationen, ich habe mir eine eigene Lösung für all die Rätsel zusammen gebastelt und fand den Roman mit dem Hintergrund dann sogar verständlich, das war vielleicht nicht im Sinne des Autoren, aber ohne meine eigene Erklärung, wäre das Buch eine unverständliche aneinanderreihung obskurer Erlebnisse gewesen.

Dies war mein erstes Buch von Thomas Glavinic, sein Schreibstil gefällt mir, seine Art die Leser im unklaren darüber zu lassen was genau nun eigentlich Wirklichkeit ist und was nur eingebildet, gefällt mir gar nicht.

Ich gebe dem Buch 3 Punkte für den Schreibstil und dem Raum für Fantasie und 0 Punkte für Null Erklärung.

Mittwoch, 2. September 2009

Wunder gibt es immer wieder? Ralf Isau Messias

Ich habe das Buch nun auch beendet. Es fällt mir allerdings schwer eine Rezension zu schreiben, weil ich auf keinen Fall auch nur Andeutungsweise verraten will ob es sich nun um
Budenzauber oder eine echte Auferstehung handelt.


Klappentext:
Ein junger Mann steigt blutend vom Kreuz herab und behauptet, der wiederauferstandene Retter zu sein. Es ist der Beginn eines trügerischen Spiels um Glauben, Macht und Tod. Der neue atemberaubende Verschwörungsthriller von Ralf Isau.


Am Gründonnerstag steigt er vom Kreuz einer Dorfkirche in Irland: ein verwirrter junger Mann, der nur in Bibelzitaten spricht. Aber kann er wirklich der Messias sein? Die vatikanische Kongregation betraut Bruder Hester McAteer damit, dem Wunder nachzugehen. In der alten Heimat trifft Hester auf seine große Liebe, die er einst für die Kirche verlassen hatte, auf Misstrauen, Angst und Intrigen. Bald zweifelt McAteer nicht nur an seinen Vertrauten, sondern auch am eigenen Glauben. Handelt es sich um eine Verschwörung ungeahnten Ausmaßes oder wird er das spektakulärste Geheimnis unserer Geschichte aufdecken?



Mein Fazit:


Ralf Isau führt uns mit seinem Buch Messias in die Welt der katholischen Kirche, als nicht Katholik erfährt man einige interessante Dinge über die Art und Weise wie die Kirche aufgebaut ist und wie und in welchen Fällen die Kirche *Wunder anerkennt* oder auch *wahre Wunder* unter Verschluss hält, wenn es nicht in die Kirchenpolitik passt, das alles verpackt in einen rasant geschriebenen Thriller, lässt den Leser Seite um Seite umblättern immer gespannt wie es weiter geht, mit Jeshuha, wie sich der vom Kreuz gefallene Mann selber nennt, Hester, dem Wundermacher des Vatikan, der ungern in den kleinen irischen Ort fährt um die Auferstehung als Budenzauber und Betrug zu entlarven, wobei er selber nicht daran glaubt das *ist was nicht sein darf.*
Die Personen im Roman sind durchweg gut beschrieben, ihre Beziehungen untereinander nachvollziehbar und die Auflösung des ganzen unkonventionell und durchaus schlüssig, ein Thriller dessen Handlung zu keiner Zeit, an Tempo und Spannung verliert.

Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sternen.


Piper Verlag
ISBN:
9783492701426

Erschienen am 19. August

Mittwoch, 26. August 2009

Blut und Barolo von Carsten Sebastian Henn

Ich habe gerade meinen ersten *Tierkrimi* gelesen und war begeistert.

Klappentext:

Seit Jahrhunderten schon stehen die Pharaonenhunde vor dem Turiner Grabtuch im Duomo di San Giovanni Wache, eine ehrenvolle Aufgabe. Der unerfahrene Amadeus hat seinen Dienst gerade erst angetreten, da wird das Tuch geraubt.


Nun wird er von seiner stolzen Sippe verstoßen. Zum Glück helfen ihm die beiden liebenswerten Schnüffler Niccolò und Giacomo, den Tätern auf die Schliche zu kommen. Giacomo gibt sich auf seine alten Tage zwar gerne einmal dem Barolo hin, aber auf seine hervorragende Nase ist noch immer Verlass: Im Schlosspark von Stupinigi nimmt er die Witterung des legendären Grabtuchs auf. Doch wer steckt hinter dem Raub? Für die cleveren Vierbeiner beginnt eine wilde Jagd.

Meine Meinung:
Giacomo und Niccolo
5

haben mich überzeugt, ich möchte mehr Abenteuer mit ihnen erleben dürfen.

Die Charaktere sind liebevoll und anschaulich beschrieben und man vergisst fast das es sich um Hunde handelt, die hier die Diebe des Turiner Grabtuches jagen, sie haben unterschiedliche Motive den Diebstahl aufzuklären.

Amadeus, ein Pharaonenhund, dessen Sippe seit Jahrhunderten das Tuch bewacht, hatte gerade seinen Dienst als Wächter angetreten als das Tuch gestohlen wird, versucht die Liebe und Achtung seiner Familie wiederzuerlangen die ihn nach dem Diebstahl, als Versager verstoßen hatte.

Und Giacomo und Niccole, deren *Mensch* Isabella, des Diebstahls bezichtigt wird, müssen den Raub aufklären um wieder mit ihr zusammen sein zu können, wobei Giacomo mehr an Wein, Trüffeln und Schokolade interessiert ist, dazu bärbeißig und grummelig wie ein alter Mann, mehr seinem besten Freund Niccolo zuliebe bei der Suche nach dem Dieb hilft.

Das Buch liest sich spannend und flüssig, ich war keine Sekunde gelangweilt und hatte nie das Bedürfnis die eine oder andere Seite zu überblättern um schneller zum Ziel zu kommen, das wäre auch unklug gewesen, denn auf jeder Seite konnte man in einen anderen Stadtteil Turins gelangen und eine wichtige oder spannende Wendung verpassen. Gut das es am Ende des Buches eine Karte Turins gibt, so das man immer nachsehen kann wo man gerade ist.
26.08.2009 13:11:35