Das Buch beginnt mit einer Reihe von Begriffserklärungen – zu Cyberpunk, der Technologie aus der Welt von Fabula Ensis, Beschreibungen der Städte und Landschaften der Welt. Ebenso wird beschrieben, welche Themen in dem Buch behandelt werden: Es geht um Macht und Kontrolle, Rebellion und Freiheit. Der Zusammenhang von Cyberpunk und japanischer Mythologie wird erklärt und noch einiges mehr. Wichtig dabei sind auch die verschiedenen Clans und ihre Besonderheiten.
Und dann sind da noch die Kurzgeschichten, die einen Vorgeschmack darauf geben, was Leserinnen und Leser in den Romanen erwartet. In Erinnerung bleibt vor allem die Geschichte „Tribut“: Jingen ist Mitglied der Death Guard, einer Elitetruppe, die aus Mitgliedern der einzelnen Clans besteht. Sein Auftrag: die Exekutierung aller sich im Nahrungsbeschaffungsgebiet aufhaltenden Personen. Jingen wünscht sich eigentlich nichts mehr, als ehrenhaft im Kampf zu sterben, aber das würde Saruh, der Tengu-Dämon, der ihn beherrscht, nicht zulassen.
Oder die Geschichte von Kuro, mit dem Titel „Grausamkeit“, dessen Eltern durch einen Selbstmörder mit in den Tod gerissen wurden, der sich auf diese Art von dem Dämon befreien wollte. Dieser Dämon hat es mit letzter Kraft geschafft, sich der schwangeren Frau zu bemächtigen und sie bis zur Geburt des Kindes am Leben zu halten. Als Kuro zur Welt kommt, ist er missgestaltet, und seine Adoptiveltern nehmen ihn nur aus Pflichtbewusstsein dem Clan gegenüber auf. Das Kind wird gehänselt und verspottet, nur seine Mutter schenkt ihm vermeintlich Liebe – bis sie unerwartet schwanger wird. Dies ist eine der traurigsten Geschichten.
Die Reihenfolge der Geschichten wirkt manchmal etwas zufällig: So lernen Leserinnen und Leser Jin und den weißen Fuchs Byakko in „Bündnis“ kennen und erfahren erst in „Verbundenheit“, wie die beiden zueinandergefunden haben. Das kann beim Lesen zunächst verwirrend sein.
Jeder Abschnitt wird durch zahlreiche Illustrationen ergänzt, die immer wieder neue Details und Aspekte der Welt offenbaren. Dadurch wirkt das Kompendium abwechslungsreich und lädt dazu ein, auch nach dem Lesen später noch einmal hineinzuschauen.
Fazit:
Das Kompendium bietet einen vielseitigen, sachlichen Einblick in die Welt von Fabula Ensis. Besonders die Mischung aus Lexikon, Weltbeschreibung, Kurzgeschichten und Illustrationen macht neugierig auf die kommenden Romane.




