Eine Jägerin.
Ein Pfeil irrt ab.
Eine Reise auf neuen Pfaden beginnt.
Danyla schießt und trifft. Ein verwundeter Fremder liegt auf dem Waldboden Rusals. Der Staub einer toten Wüste erhebt sich, als das Geflecht allen Lebens auf dem Planeten erbebt. Und das Feuer alter Konflikte droht ganz Rusal zu versengen.
Was hält eine verflochtene Welt zusammen?
Wohin geht die Jägerin auf der Suche nach Frieden?
Ein einziger Schuss verändert alle Leben.
Fremde Welten und Roboter, Raumschiffe, Androiden, Weltraumschlachten.
Das sind die Bilder, die ich immer noch als Erstes im Kopf habe, wenn ich an Science Fiction denke und oft sind sie mir zu technisch. Um so mehr freue ich mich, wenn ich auf einen SF-Roman stoße, der anders zu sein verspricht.
Danyla lebt mit ihrem Volk, den Surai, vollkommen im Einklang mit der Natur, verbunden durch ein unsichtbares Band fühlen sie einander und auch die Pflanzen in ihrer Welt. Auf der Jagd schießt sie aus Versehen auf einen Fremden und verletzt ihn schwer. Sie nimmt ihn mit in ihr Dorf und wird dazu verpflichtet, sich um ihn zu kümmern.
Pako verdient sein Geld als Kurierfahrer, der Ingenieur hat nach einem Zwischenfall seinen Job verloren und muss nehmen, was er kriegen kann. Der Planet, auf dem er lebt, ist unwirtlich, eine trockene Wüste, staubig und trocken. Als er erneut entlassen wird und einige Zeit am Existenzminimum leben muss, greift er zu, als ihm ein neuer Job angeboten wird, obwohl in seinem Arbeitsvertrag von *Chirurgischen Anpassungen.* die Rede ist, die ihm vor der Unterschrift niemand erklären will.
Auf dem Flug zu einer Probenstation stürzt sein Gleiter ab und Pako wird angeschossen.
In Jol Rosenbergs Roman treffen zwei vollkommen unterschiedliche Kulturen aufeinander.
Bei den Surai ist Technik, nach einem verheerenden Krieg, der sie fast auslöschte, verboten. Die Menschen beuten, wie könnte es anders sein, den Planeten aus. Konflikte sind da natürlich vorprogrammiert.
Im Vorwort erfahren wir durch, wie viele Hände das Buch gegangen ist, bevor die endgültige Fassung vorlag, nicht nur Korrektorat oder Lektorat, auch durch ein sensitive Reading musste es das Buch schaffen, da musste ich mich erst einmal schlaumachen. ( Sensitivity Reader prüfen Texte auf verletzende oder missverständliche Darstellungen und Ausdrucksweisen. Quelle: sensitive-reading.de).
Jol Rosenberg und der Verlag haben sich also viel Mühe gegeben, um allen Lesenden gerecht zu werden. Der einzige Punkt, der mir im Vorwort nicht gefiel, ist der Hinweis auf den Charakter eines der Protagonisten. Ich gehe lieber unbeeinflusst an ein Buch und bilde mir selber ein Urteil.
Die Handlung ist nicht ganz neu, einzelne Elemente aus bekannten Werken finden sich in Das Geflecht an der Grenze, immer mal wieder. Mich persönlich störte das allerdings nicht allzu sehr. Ich mochte die Art wie Jol Rosenberg seine Geschichte erzählt, sprachgewaltig ist hier wohl das richtige Wort. Er ließ Bilder vor meinem geistigen Auge enstehen und so sah ich, wie in den dichten Wäldern Danyla allein durch die Kraft ihres Bandsinns die Pflanzen dazu brachte, ihr einen Weg frei machen. Oder wie Pako fluchend vor seinem Frachter steht, um ihn zum wiederholten Male zum Laufen zu bringen und er sich freut als er den Frachter in seinem neuen Job für die unwirtlichen Bedingungen umrüsten soll. Das sind nur kleine unbedeutende Szenen, aber an diesen merkt man, welche Liebe und Hingabe Jol Rosenberg in das Buch gesteckt hat.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung.
- Herausgeber : OHNEOHREN; 1. Edition (17. Oktober 2022)
- Sprache : Deutsch
- Broschiert : 500 Seiten
- ISBN-10 : 3903296430
- ISBN-13 : 978-3903296435