Mittwoch, 6. Juli 2016

Gastrezension von Alex

Manchmal stelle ich euch auch Bücher vor, die ich nicht selber gelesen habe in diesem Fall ist die Rezension von Alex die das Buch im Rahmen einer Lesechallenge las.
Heute :

Dark Memories - Nichts ist je vergessen von Wendy Walker


Jenny wird brutal vergewaltigt und ihre Eltern entscheiden, dass die Erinnerungen daran durch ein Medikament gelöscht werden. So ganz gelingt das aber nicht. Zudem WILL Jenny sich erinnern. Zusammen mit einem Therapeuten macht sie sich auf die Suche nach ihren Erinnerungen, die nur irgendwo versteckt sind. Dabei gerät die ganze Familie ins Kreuzfeuer und muss sich ihren Problemen stellen.

Die Geschichte ist erzählt aus der Sicht des Therapeuten, was mich anfangs sehr gestört hat. Denn seine Art die Dinge zu berichten ist sehr wissenschaftlich und war mir dann doch etwas zu viel. Ich bekam gar keine Bindung zu Jenny, um die es ja eigentlich in dem Buch geht. Dass eigentlich der Psychiater im Mittelpunkt steht und SEINE Geschichte lässt sich lt. Klappentext nicht vermuten, macht aber, im Nachhinein gesehen, Sinn. Im Grunde ist es ein Buch über Alan und Jenny ist nur der Katalysator.
Unter der Voraussetzung zu lesen macht das Buch mehr Spaß, weil man dann nicht immer darauf fiebert, Jennys Gefühle oder Sicht der Dinge zu erwarten. Ich kam sehr schwer hinein in das Buch und war schon fast versucht, es abzubrechen. Zum Glück habe ich es nicht getan und wurde dann auch nicht weiter enttäuscht. Tiefe Einblicke in die Psyche der Menschen und ihrer Umwelt und eine unerwartete Wendung am Schluss, machen das Buch dann doch lesenswert. Es stimmt, wenn man sagt, dass das Buch noch länger nachwirkt und man sich Gedanken drüber macht. Die Handlung ist komplex und braucht ein wenig Eindenken.

Dennoch verstehe ich den Hype um das Buch nicht ganz, bin dennoch gespannt auf die Verfilmung



  • Broschiert: 384 Seiten
  • Verlag: FISCHER Scherz; Auflage: 1 (23. Juni 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 365102542X



  • ISBN-13: 978-3651025424
  • Mein Name ist Leon von Kit de Waal


    Inhalt: Als die allein erziehende Carol völlig überfordert vom Leben und der Erziehung ihrer Kinder Leon und Jake ihr Bett nicht mehr verlässt, übernimmt der 9 jährige Leon die Versorgung des Haushaltes und seines kleinen Bruders. Das geht so lange gut, bis er kein Geld mehr für Lebensmittel hat und eine Nachbarin um Hilfe bittet und diese das Jugendamt einschaltet. Leon und Jake kommen zu Maureen in Pflege und alles scheint gut zu werden bis Jake adoptiert wird und Leon allein bei seiner Pflegemutter zurückbleibt. Als auch Maureen krank wird und Leon bei ihrer Schwester unterkommt, lernt er auf seinen Streifzügen Tuffty kennen der einen Schrebergarten besitzt und ihn in die Geheimnisse des Gärtnerns einweiht.

    Meine Meinung: Kit de Waal, zeichnet ein recht realistisches Bild vom Leben des kleinen Leon, der sich abmüht damit er zusammen mit seinem kleinen Bruder bei der Mutter bleiben kann und dem es sehr schwer fällt die Verantwortung für das Baby abzugeben. Als Jake adoptiert wird, wird Leon wohl das erste Mal bewusst, das er in einer Welt lebt in der ein Unterschied gemacht wird zwischen schwarz und weiß, denn im Gegensatz zu seinem Bruder ist Leon farbig und hat somit keine Chance ebenfalls adoptiert zu werden. Aber das will er auch gar nicht, er will gemeinsam mit Jake zurück zu seiner Mutter. 
    Es sind die leisen Töne die dieses Buch ausmachen, die Autorin verzichtet, darauf jemanden anzuprangern, weder die Mutter noch das britische Sozialsystem werden in irgendeiner Form schlecht gemacht im Gegenteil ich konnte mich gut in die psychisch labile Carol hineinversetzen die trotz aller Schwierigkeiten ihre Kinder über alles liebt und sie deswegen aufgibt und die Bemühungen der Jugendamtsmitarbeiter den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden sind deutlich spürbar auch wenn es ihnen nicht immer gelingt.
    Und Maureen? Maureen ist die Pflegemutter die man jedem Kind das nicht bei seinen Eltern bleiben kann wünscht, mit einer schier unerschöpflichen Liebe und Weisheit, dem instinktiven Wissen darum was Kinder brauchen, gibt sie Leon den Halt den er braucht und die Hoffnung auf eine Zukunft in der sicher nicht alles so ist wie er es sich wünscht aber so wie es für alle das Beste ist.
    Man muss schon genau hinhören um alle leisen Töne Kit de Waals auch zu hören, das macht es an manchen Stellen klein wenig schwierig die Kritik die die Autorin ausspricht auch zu verstehen, sie vermittelt ihre Botschaft in Bildern die erst im Nachklang verständlich werden.
    In dem Buch werden auch die Rassenunruhen im Sommer 1981 angesprochen, Unruhen die ausgelöst durch die Verhaftung eines farbigen Jugendlichen eine Welle der Gewalt nach sich zogen und England in einen Schockzustand versetzten. Dieser Aspekt kam mir definitiv zu kurz, denn es wird kaum noch jemand in Erinnerung haben was damals geschah. 
    Ich vergebe gern eine absolute Leseempfehlung, für dieses sehr berührende Buch.


    • Broschiert: 320 Seiten
    • Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (30. Mai 2016)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 349927230X
    • ISBN-13: 978-3499272301
    • Übersetzung: Katharina Naumann
    • Originaltitel: My Name is Leon

    Sonntag, 3. Juli 2016

    Blutgrütze eine Anthologie (Hrsg. Markus Kastenholz)

    Inhalt:
    Es gibt nichts zum Inhalt,
    Inhaltsbeschreibungen von Kurzgeschichten sind was für die Schule.
    Ihr sollt die Geschichten selber lesen, nacherzählt bringen die nichts.

    7 Geschichten von 7 Autoren, jede anders, jede mehr oder weniger eklig.  
    Meine Meinung: 
    Ich wusste worauf ich mich einlasse, schließlich hatte ich den Klappentext gelesen, so ganz stimmt der Untertitel allerdings nicht *unappetitlich* fand ich jetzt nur zwei der Storys, aber die hatten es beide in sich, nach dem Lesen war mein erster Gedanke *würg* aber vermutlich hatten die Autoren genau das beabsichtigt. Die anderen 5 sind guter alter Horror und Splatter, es ist blutig, widerlich und sehr spannend. Die Autoren haben durchweg einen sehr angenehmen Schreibstil, man spürt die Freude am Schreiben in jedem Satz.
    Eigentlich wollte ich die Autoren und die jeweiligen Titel noch auflisten, aber Blogspot in seiner unendlichen Weisheit hat beschlossen, das das doof aussehen soll. ich versuche es mal so.     
    Torsten Scheib:
    Nächtliche Begegnungen. 
    Was lange währt wird endlich gut.

    Rosa Leber:
    Die Mutter aller Abszesse
    Würg

    Markus Kastenholz
    Mea Maxima Culpa
    Rache ist nicht immer süß (der Arme)

    Alisha Godoy
    Die Bedrohung
    Verboten Früchte führen oft zu *dumm gelaufen*

    Andreas Ellefred
    Schlüssel zur Freiheit
    Upps

    Jasmin Krieger
    Macarone Spezial
    doppel würg

    John Aysa
    Die Yoni der Erde
    Männer können eben besser gucken als denken, das hat er nun davon.

    Was gibt es sonst noch zu sagen? Ein Satz den ich in der Rezension für die Verkaufsplattformen weglassen werde:


    Geiler Scheiß






  • Taschenbuch: 178 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (5. Juni 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1533420564




  • ISBN-13: 978-1533420565
  • Freitag, 1. Juli 2016

    Liminale Personae von Allessandra Rees

    Inhalt:
    Überlebende einer Zombieepedemie haben sich auf einer Insel abgeschottet, sie leben in einer Gemeinschaft die regiert wird von den Gesichtslosen, einer 6 köpfigen Gruppe, die unterstützt von Wächtern, das Leben der Stadtbewohner bestimmt.
    Ihr Wort ist Gesetz und wer gegen das Gesetz verstößt oder die Regeln in Frage stellt wird bestraft, so wie Nihile, die nach einer Demonstration aus der Stadt verbannt wird. Nackt und Schutzlos soll sie sich im Klaren darüber werden ob die Regeln und Bevormundungen wirklich so unnötig sind, ob die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen wirklich höher bewertet werden darf, als das Wohl der Allgemeinheit. Erst wenn sie glaubhaft machen kann, das sie ehrlich und aufrichtig an das Konzept der Stadt glaubt, darf sie zurückkehren.
    Sie trifft auf Liv und Milos, die ebenfalls verbannt wurden und stellt fest: Sie sind nicht allein auf der Insel und die Anderen haben eine ganz eigene Ideologie entwickelt.
    Meine Meinung: Das Buch ist mit gerade mal 108 Seiten leider sehr dünn, was allerdings dem Lesevergnügen keinesfalls geschadet hat. Wer allerdings erwartet, auf Zombies zu treffen, der wird eher enttäuscht werden, der Titel verrät, mehr als der Klappentext, das es sich doch eher um ein Buch vom Erwachsenwerden handelt, eine Person auf der Schwelle, (ich musste allerdings auch erst mal googeln was Liminale eigentlich bedeutet). Die Hauptperson Nihile ist unzufrieden mit ihrem Leben, sie würde lieber etwas künstlerisches machen, etwas kreatives, sie hat die selben Träume wie sie Teenager auf der ganzen Welt haben und fühlt sich eingeengt und bevormundet, dabei weiß sie doch aus alten Büchern das die Welt doch ganz anders aussehen könnte, freier und unbeschwerter nur wird ihr das nicht gestattet, sie muss Kinder hüten alternativ hätte sie auch die Aborte reinigen oder Feldarbeit verrichten können, nichts was sich ein Teenager erträumt.
    Nur langsam begreift sie wie wichtig Regeln im Zusammenleben sind und wie wichtig es ist um welche Art Regeln es sich handelt um ein sicheres und reibungsloses Zusammenleben zu gewährleisten.
    Ich habe eigentlich schon zu viel verraten, darum sage ich jetzt nichts mehr über die Anderen und darüber was Nihile, Liv und Milos außerhalb der Stadt erleben.
    Das Buch ist absolut lesenswert, die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil. Ich hätte ehrlich nicht erwartet in einem Buch das in Zusammenhang mit einer Zombieepedemie spielt, eine so tiefgründige Botschaft zu finden. Welche? Das müsst ihr schon selber herausfinden.

    Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden oder überall wo es gute Bücher gibt.

    http://www.amrun-verlag.de/produkt/liminale-personae/

    • Broschiert: 114 Seiten
    • Verlag: Amrun Verlag; Auflage: 1 (25. Mai 2016)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 395869201X
    • ISBN-13: 978-3958692015


    Bobby von Eddie Joyce

    Inhalt: Einige Jahre nach den Anschlägen am 11. September bei denen Bobby ums Leben kam, ist seine Witwe Tina neu verliebt, in Wade einen Geschäftsmann und Freund ihres Schwager, der so gar nicht in die irisch-italienische Familie ihres Mannes passt und dementsprechend zurückhaltend ist sie damit die Neuigkeit preis zugeben, zu groß sind ihre Bedenken das der neue Mann in ihrem Leben von der Familie abgelehnt wird. 

    Meine Meinung:
    Tja was soll ich dazu sagen, zwar wird immer wieder betont wie groß die Lücke ist, die Bobby hinterlassen hat, aber gespürt habe ich das nicht. Trotz des wirklich schönen Schreibstils des Autors, hat er es nicht geschafft mir die Familie und ihre Tragödie nahe zubringen , dabei dachte ich beim ersten Satz * Sie erwachte mit durchstochenem Herzen, diesen wie jeden Tag* ja das ist es, ich werde spüren wie viel Schmerz diese Familie erleiden musste an dem Tag an dem Bobby starb, an die Tage, Wochen und Monate danach und wie das Leid allmählich in den Hintergrund tritt und die schönen Erinnerungen überwiegen.
    Hauptsächlich hat mich allerdings gestört das es eigentlich nur um Sex ging, Gail die Schwiegermutter Tinas, berichtet von ihrem fast Seitensprung, Tina vom ersten Mal nach Bobby Tod mit ihrem neuen Freund, ihr Schwager Peter betrügt seine Frau und ruiniert damit fast seine Ehe und Frank, Bobbys zweiter Bruder , würde gern Bobbys Nachfolge antreten.
    Mir fehlte das Familiengefühl, das ich erwartet hatte, erst recht bei einer irisch-italienischen Familie.

    Im Klappentext steht: ...doch das Vertrauen in die Familie und die kleinen Freuden des Alltags geben ihnen Mut für das Morgen.
    Vertrauen? Niemand in der Familie hat den Mut den anderen von seinen Sorgen und Problemen zu berichten, Frank ist ein Trinker und fühlt sich selber als Versager, Peter ein Ehebrecher und Tina wagt es lange nicht ein neues Leben zu beginnen. Von den kleinen Freuden des Lebens ist leider auch nicht viel zu spüren.
    Ich kann hier leider nur eine eingeschränkte Leseempfehlung abgeben.

    • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
    • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (13. Juni 2016)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3421046514
    • ISBN-13: 978-3421046512
    • Originaltitel: Small mercies