Mittwoch, 2. September 2009

Wunder gibt es immer wieder? Ralf Isau Messias

Ich habe das Buch nun auch beendet. Es fällt mir allerdings schwer eine Rezension zu schreiben, weil ich auf keinen Fall auch nur Andeutungsweise verraten will ob es sich nun um
Budenzauber oder eine echte Auferstehung handelt.


Klappentext:
Ein junger Mann steigt blutend vom Kreuz herab und behauptet, der wiederauferstandene Retter zu sein. Es ist der Beginn eines trügerischen Spiels um Glauben, Macht und Tod. Der neue atemberaubende Verschwörungsthriller von Ralf Isau.


Am Gründonnerstag steigt er vom Kreuz einer Dorfkirche in Irland: ein verwirrter junger Mann, der nur in Bibelzitaten spricht. Aber kann er wirklich der Messias sein? Die vatikanische Kongregation betraut Bruder Hester McAteer damit, dem Wunder nachzugehen. In der alten Heimat trifft Hester auf seine große Liebe, die er einst für die Kirche verlassen hatte, auf Misstrauen, Angst und Intrigen. Bald zweifelt McAteer nicht nur an seinen Vertrauten, sondern auch am eigenen Glauben. Handelt es sich um eine Verschwörung ungeahnten Ausmaßes oder wird er das spektakulärste Geheimnis unserer Geschichte aufdecken?



Mein Fazit:


Ralf Isau führt uns mit seinem Buch Messias in die Welt der katholischen Kirche, als nicht Katholik erfährt man einige interessante Dinge über die Art und Weise wie die Kirche aufgebaut ist und wie und in welchen Fällen die Kirche *Wunder anerkennt* oder auch *wahre Wunder* unter Verschluss hält, wenn es nicht in die Kirchenpolitik passt, das alles verpackt in einen rasant geschriebenen Thriller, lässt den Leser Seite um Seite umblättern immer gespannt wie es weiter geht, mit Jeshuha, wie sich der vom Kreuz gefallene Mann selber nennt, Hester, dem Wundermacher des Vatikan, der ungern in den kleinen irischen Ort fährt um die Auferstehung als Budenzauber und Betrug zu entlarven, wobei er selber nicht daran glaubt das *ist was nicht sein darf.*
Die Personen im Roman sind durchweg gut beschrieben, ihre Beziehungen untereinander nachvollziehbar und die Auflösung des ganzen unkonventionell und durchaus schlüssig, ein Thriller dessen Handlung zu keiner Zeit, an Tempo und Spannung verliert.

Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sternen.


Piper Verlag
ISBN:
9783492701426

Erschienen am 19. August

Mittwoch, 26. August 2009

Blut und Barolo von Carsten Sebastian Henn

Ich habe gerade meinen ersten *Tierkrimi* gelesen und war begeistert.

Klappentext:

Seit Jahrhunderten schon stehen die Pharaonenhunde vor dem Turiner Grabtuch im Duomo di San Giovanni Wache, eine ehrenvolle Aufgabe. Der unerfahrene Amadeus hat seinen Dienst gerade erst angetreten, da wird das Tuch geraubt.


Nun wird er von seiner stolzen Sippe verstoßen. Zum Glück helfen ihm die beiden liebenswerten Schnüffler Niccolò und Giacomo, den Tätern auf die Schliche zu kommen. Giacomo gibt sich auf seine alten Tage zwar gerne einmal dem Barolo hin, aber auf seine hervorragende Nase ist noch immer Verlass: Im Schlosspark von Stupinigi nimmt er die Witterung des legendären Grabtuchs auf. Doch wer steckt hinter dem Raub? Für die cleveren Vierbeiner beginnt eine wilde Jagd.

Meine Meinung:
Giacomo und Niccolo
5

haben mich überzeugt, ich möchte mehr Abenteuer mit ihnen erleben dürfen.

Die Charaktere sind liebevoll und anschaulich beschrieben und man vergisst fast das es sich um Hunde handelt, die hier die Diebe des Turiner Grabtuches jagen, sie haben unterschiedliche Motive den Diebstahl aufzuklären.

Amadeus, ein Pharaonenhund, dessen Sippe seit Jahrhunderten das Tuch bewacht, hatte gerade seinen Dienst als Wächter angetreten als das Tuch gestohlen wird, versucht die Liebe und Achtung seiner Familie wiederzuerlangen die ihn nach dem Diebstahl, als Versager verstoßen hatte.

Und Giacomo und Niccole, deren *Mensch* Isabella, des Diebstahls bezichtigt wird, müssen den Raub aufklären um wieder mit ihr zusammen sein zu können, wobei Giacomo mehr an Wein, Trüffeln und Schokolade interessiert ist, dazu bärbeißig und grummelig wie ein alter Mann, mehr seinem besten Freund Niccolo zuliebe bei der Suche nach dem Dieb hilft.

Das Buch liest sich spannend und flüssig, ich war keine Sekunde gelangweilt und hatte nie das Bedürfnis die eine oder andere Seite zu überblättern um schneller zum Ziel zu kommen, das wäre auch unklug gewesen, denn auf jeder Seite konnte man in einen anderen Stadtteil Turins gelangen und eine wichtige oder spannende Wendung verpassen. Gut das es am Ende des Buches eine Karte Turins gibt, so das man immer nachsehen kann wo man gerade ist.
26.08.2009 13:11:35

Dienstag, 18. August 2009

Kalter Süden von Liza Marklund

Klappentext:

Marbella, Stadt der Superreichen. Die Millionärsvillen sind gerüstet wie Hochsicherheitstrakte. Ein tödlicher Giftgasanschlag auf die Familie des schwedischen Eishockey-Idols Sebastian Söderström erschüttert die Idylle der VIPs. Ganz Schweden ist entsetzt von der Brutalität der Morde und trauert um den Star.



Die Journalistin Annika Bengtzon fliegt nach Marbella und recherchiert in der Welt der Superreichen, die zurückgezogen hinter hohen Mauern und umgeben von den teuersten Alarmeinrichtungen ein Leben in scheinbarer Sicherheit führen. In diesem Kosmos der glatten Oberflächen und gekühlten Räume ist Schweigen Gold, und Geheimnisse werden über Generationen bewahrt. Die spanische Polizei gibt den Fall schon bald resigniert auf. Doch Annika Bengtzon lässt sich nicht so leicht abweisen.

Meine Meinung:

Mir hätte das Buch um einiges besser gefallen, wenn Liza Marklund schneller auf den Punkt gekommen wäre, so gern ich bildreiche Beschreibungen mag, hier war es für meinen Geschmack etwas zu viel des Guten.

Da dies mein erstes Buch der Autorin war, konnte ich auch die Personen vorher nicht kennnenlernen, ich wußte nichts vom Hintergrund, Annika Begtzons, und so fehlten mir einige Informationen ihrer vorigen *Fälle*, die meiner Meinung nach für den Roman wichtig waren, auch wenn man einiges aus Rückblenden erfährt und sich im Laufe der Geschichte erklärten, nur bis dahin steht man als *Neuleser* des öfteren vor einem Rätsel, wie die vielen Personen aus dem neuen und aus alten Fällen denn nun zueinander stehen.

Ein Buch für Marklund Fans, alle anderen sollten erst die anderen Bücher um Annika Begntzon gelesen haben.

Dienstag, 7. Juli 2009

Kuchen backen in Kigali von Gaile Parkin

Zu diesem Roman fehlen mir fast die Worte, ich bin absolut begeistert und musste mich bremsen das Buch nicht an einem Stück zu lesen sondern es langsam und in Ruhe zu genießen.

Angel verdient mit dem Verkauf selbst gebackener Kuchen, etwas zum Lebensunterhalt ihrer großen Familie dazu, gemeinsam mit ihrem Mann, zieht sie ihre 5 Enkelkinder auf, deren Eltern, wie so viele andere dieser Generation schon gestorben sind. Sie verkauft aber nicht nur Kuchen an Einheimische und Ausländer, sie gibt auch theoretische und praktische Lebenshilfe, so sammelt sie Geld für ein Liebespaar die beide keine Familie mehr haben, um ihnen den Start ins Eheleben zu erleichtern.

Gaile Parkin hat es geschafft ernste und teilweise sehr traurige Geschehnisse in eine Rahmenhandlung einzubauen die locker und leicht erzählt wird. Ich habe einiges über Ruanda und den Bürgerkrieg erfahren das mir fremd war und mich, weil so weit weg, auch nicht sonderlich interessierte. Sie erzählt vom Tod und Leid in seinen unterschiedlichen Formen und schafft es doch das ich als Leserin am Ende mit einem Lächeln zuklappte, denn sie erzählt auch vom Sieg des Lebens und der Freude daran. Ich wünsche mir mehr Bücher von Gaile Parkin, mehr Geschichten die Hoffnung machen darauf das das Leben so schwer es auch sein mag immer etwas gutes in sich birgt.

Freitag, 12. Juni 2009

Alles wegen Werner von Bettina Haskamp

Für Clara wird ein Alptraum wahr, als Ehemann Werner sich in eine junge Brasilianerin verliebt und nach dreißig Jahren die Scheidung verlangt. Na gut, die Ehe war eine Katastrophe und Clara konnte das Leben an Werners Seite nur mit viel Alkohol ertragen, aber was soll jetzt aus ihr werden?


Ohne die Luxusvilla an der portugiesischen Algarve, ohne richtigen Beruf, ohne Mann? Was ihr noch geblieben ist, sind Verzweiflung, Rotwein und ein übergewichtiger Hund. Verzweifelt nimmt sie Zuflucht in einem Häuschen irgendwo im einsamen Alentejo, bunkert Rotwein, Zigaretten und Hundefutter für den treuen Tom und gibt sich ihrem Kummer hin. Da kommt Hilfe von unerwarteter Seite, und auf einmal sieht Clara ein Licht am Horizont. Mit viel Selbstironie und ein paar guten Freunden macht sich Clara auf die Suche nach dem ihrem eigenen Leben, dem Leben nach Werner. Ein hinreißend komischer Roman über eine Frau, die durch den größten anzunehmenden Unfall in ihrem Leben zu sich selbst findet.


Meiner Meinung nach, verläuft Claras Leben nach der Trennung von ihrem Mann Werner viel zu glatt um auch nur annähernd realistisch zu sein, es sei denn man lebt ein Leben ohne finanzielle Probleme, denn dann kann man sich wie Clara nur auf sich selber konzentrieren.

Nach 30 Jahren Abhängigkeit und ein paar Wochen tiefster Depression inkl. Alkohol und Vernachlässigung der körperlicher Pflege, bricht Clara auf in ein neues Leben. Sie kauft sich eine Hütte in einer auf den ersten Blick unwirtlichen Region Portugals , baut sich dort ein neues Leben auf und trifft Menschen, die in kürzester Zeit zu ihren besten Freunden und Seelenrettern werden.Unter anderem einen kurzzeit Liebhaber, der ihr das Gefühl gibt immer noch begehrenswert zu sein, doch auch er verlässt sie wieder und erst nach einem Besuch in Deutschland um sich endgültig scheiden zu lassen, erkennt sie das sie in Portugal im wahrsten Sinne des Wortes Zuhause ist.

Mein Fazit.

Zu schnell lösen sich kleinere und größere Probleme in Luft auf und am Ende bleibt ein perfektes Leben in einer perfekten Welt, in der natürlich auch eine neue Liebe nicht fehlen darf.

Ein feines Buch für einen netten Nachmittag im Garten, schnell gelesen und schnell vergessen. Der Schreibstil Bettina Haskamp gefällt mir sehr gut, sie hat es mit ihrer lockeren und leichten Schreibweise geschafft das ich das Buch an einem Nachmittag gelesen habe, besonders ihre Beschreibungen der portugiesischen Landschaften hat mir sehr gefallen. Deswegen 3 Sterne.