Dienstag, 15. Mai 2018

Der Weg der verlorenen Träume von Rebecca Michéle



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Inhalt:
Rebecca Michéle erzählt die Geschichte ihrer aus Masuren stammenden Familie, eine Geschichte wie sie in tausendfach erzählt werden könnte, die aber trotzdem einzigartig ist, weil jedes Schicksal einzigartig ist.
Hedwig wächst in Masuren auf, einer Region im Norden Polens, die für lange Zeit zu Deutschland gehörte. Sie ist eine starke junge Frau, die trotz ihres Dominaten Vaters der absoluten Gehorsam fordert und ihrer kränklichen Mutter von der sie keine Unterstützung bekommt, ihren Willen durchsetzen kann, leise und beharrlich erreicht sie ihre selbst gesteckten Ziele. Der zweite Weltkrieg zwingt sie die Heimat gemeinsam mit ihrer Tochter zu verlassen und im Westen ein neues Leben zu beginnen, immer begleitet von der Angst um ihren Sohn, ihren Mann und den Geschwistern.

Meine Meinung: Wie beurteilt man ein Buch über das Leben anderer Menschen? Gar nicht. Bei jedem fiktiven Roman hätte ich vielleicht manchmal etwas an der Handlung auszusetzen, daran wie die Autorin ihre Protagonistin agieren lässt, aber das geht in diesem Fall natürlich nicht. Bei einem fiktiven Roman hätte ich gern mehr Füllstoff gehabt, Dinge die erzählt werden um die Handlung aufzulockern oder sie spannender zu machen (wahrscheinlich versteht kein Mensch was ich meine) aber auch das geht nicht, denn das was Rebecca Michéle schreibt, beruht auf den Erzählungen ihrer Mutter und Großmutter, ohne das die Autorin erkennbar etwas hinzugefügt hat um die Geschichte noch interessanter zu machen.
Das ist auch nicht nötig gewesen, denn die interessantesten Geschichten schreibt das Leben, so abgeschmackt das klingt, so wahr ist es auch.
Die Geschichte Hedwigs hat mich mitgenommen, vor allem weil ich einige ihrer Lebensstationen aus Erzählungen meiner eigenen Familie kannte, die ihre Erfahrungen teilten. Ich konnte mir ihr Leben in Masuren, genauso gut vorstellen wie die Flucht aus der Heimat und die Erfahrungen die sie machen musste bevor sie im Westen von Heimat sprechen konnte.
Ich vergebe eine absolute Leseempfehlung für alle die einen authentischen Bericht lesen wollen ohne Gejammer über verlorene Besitztümer,ohne Heldentaten auf der Flucht die nur in der Erinnerung des Erzählenden existieren und vor allem ohne *Wir haben das nicht gewusst* sondern mit einem *Wir hätten das sehen müssen, wir hätten es sehen können, aber wir haben die Augen verschlossen. Diese Ehrlichkeit hat mich an dem Buch mit am meisten beeindruckt.

  • Taschenbuch: 500 Seiten
  • Verlag: edition oberkassel; Auflage: 1 (17. Mai 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958131344
  • ISBN-13: 978-3958131347
  • Nach §2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung



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