Sonntag, 31. Dezember 2023

Liebe meine Farben von Georg Brun


 Der Roman beginnt mit dem plötzlichen Tod Roland Kundl am Lindauer Hafen, den sein Freund Michael nicht einfach hinnehmen will. Auf der Suche nach Antworten schließt er sich mit Professor Brückner zusammen und engagiert den Ermittler Nathan Weiß, einen ehemaligen Polizeibeamten. Es stellt sich heraus, dass es sich bei dem vermeintlichen Herzversagen um Mord handelt, und dass der Verstorbene in gefährliche Geldgeschäfte verstrickt war.

Währenddessen bringt der Finanzmakler Lorenz Faltermeier seine Freundin Sophie Nägele dazu, Gemälde berühmter Meister nachzuahmen und mit deren Signaturen zu versehen, um sie als unbekannte Werke zu verkaufen.

Die Geschichte entwickelt sich zu einem komplizierten Netz aus Lügen, in dem Nathan Weiß` kriminalistischer Spürsinn geweckt wird. Dann geschieht in der Schweiz ein weiterer Mord an einem Finanzhai, und so langsam kommen Zusammenhänge ans Licht, die ich so nicht vermutet hätte.

Trotz der fesselnden Handlung und der interessanten Charaktere muss ich anmerken, dass die ausführlichen Beschreibungen von Charakteren, Landschaften und örtlichen Gegebenheiten manchmal meinen Lesefluss beeinträchtigen. Die Darstellung der Polizeiarbeit allerdings machte dieses kleine Manko wieder wett, der Autor vermittelt einen realistischen Einblick in die Polizeiarbeit, und Nathan Weiß als cleverer Ermittler fasziniert durch seine Unbestechlichkeit und Einfühlungsvermögen in die Psyche der Täter.

»In Liebe meine Farben« ist ein Krimi, der durch seine Spannung und fesselnde Spurensuche besticht. Georg Brun hat mit Nathan Weiß einen herausragenden Ermittler geschaffen.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Bookspot Verlag; 1. Edition (9. Dezember 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 312 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3956692004
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3956692000


Sonntag, 24. Dezember 2023

Waiseninsel: Thriller (Jessica Niemi, Band 4) Max Seeck (Autor), Gabriele Schrey-Vasara (Übersetzer)



Max Seeck präsentiert mit »Waiseninsel« einen weiteren fesselnden Thriller, der die Leser in die düsteren Abgründe der Vergangenheit entführt. Schon der Prolog, der im Jahr 1982 spielt, verspricht Spannung pur, und der Autor hält dieses Versprechen bis zum Schluss.

Der Thriller beginnt mit einem unangenehmen Vorfall, der die Polizistin Jessica Niemi dazu zwingt, eine unfreiwillige Auszeit zu nehmen. Sie entscheidet sich für einen Urlaub auf den abgelegenen Åland-Inseln. Dort trifft sie auf eine Gruppe älterer Menschen, die ihre Kindheit im Waisenhaus der Insel verbracht haben. Seeck schafft eine beeindruckende Atmosphäre, die von der Vergangenheit und den ungelösten Geheimnissen der Figuren durchdrungen ist.

Die Mischung aus Jessicas persönlichem Kampf mit der Vergangenheit und ihrer Ermittlungsarbeit verleiht der Handlung eine fesselnde Tiefe. Die Figur Jessica Niemi wird dabei facettenreich dargestellt, mit all ihren Stärken, Schwächen und inneren Dämonen, so kann man sich auch gut in sie hineinversetzen, auch wenn man die Vorgängerbücher nicht kennt. Die Entscheidung, die Handlung auf den Åland-Inseln spielen zu lassen, verleiht dem Buch eine einzigartige Kulisse, die durch die Beschreibung der Natur und der kleinen Gemeinschaft auf der Insel lebendig wird.

Seecks Talent, überraschende Wendungen einzubauen, zeigt sich auch in diesem Band erneut. Der Leser wird geschickt auf falsche Fährten gelockt, und die Auflösung bleibt bis zum Schluss undurchsichtig. Die Verknüpfung der Mordfälle mit der Legende um »Das Mädchen im blauen Mantel« fügt eine zusätzliche, mystische Ebene hinzu und trägt zur Sogwirkung des Thrillers bei.

Insgesamt ist »Die Waiseninsel« ein weiterer gelungener Beitrag von Max Seeck zum skandinavischen Thriller-Genre. Mit einer packenden Handlung, einer eindrucksvollen Atmosphäre und gut ausgearbeiteten Charakteren gelingt es dem Autor erneut, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Fans von skandinavischen Krimis und Thrillern werden mit Sicherheit auf ihre Kosten kommen.



  • Herausgeber ‏ : ‎ Lübbe; 1. Aufl. 2023 Edition (22. Dezember 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 400 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3785728689
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3785728680
  • Originaltitel ‏ : ‎ Loukku

Donnerstag, 21. Dezember 2023

White Zero: Die Kälte ist dein Tod von Thilo Falk


»White Zero« von Thilo Falk entführt die Leser in eine eiskalte Zukunft, in der Mitteleuropa von einer unerbittlichen Eiszeit heimgesucht wird. Die Geschichte beginnt mit einem bedrohlichen Szenario: eisige Temperaturen, zerstörte Infrastruktur, unbezahlbare Energiepreise und eine Bevölkerung, die um ihr Überleben kämpft. Das öffentliche Leben ist nahezu lahmgelegt, und die Menschen sind gezwungen, sich vor der Kälte in ihren Häusern zu verschanzen. Allen stellt sich die Frage: Handelt es sich um ein ungewöhnliches Wetterphänomen, und normalisieren sich die Temperaturen mit dem Frühling wieder, oder sind die niedrigen Temperaturen ein dauerhafter Effekt des Klimawandels?

Der Autor thematisiert in »White Zero« nicht zum ersten Mal den Klimawandel, und bereits in seinem vorherigen Werk »Dark Cloud« hat er sich intensiv mit dieser Thematik auseinandergesetzt.

Das Szenario von »White Zero« ist schnell erzählt, die Intensität der Kälte und die damit verbundenen Konsequenzen werden eindringlich dargestellt. Mit Temperaturen dauerhaft weit unter dem Nullpunkt werden nicht nur Gebäude und Transportwege zerstört, sondern auch der Nahrungsmittelanbau wird unmöglich. Die Energiepreise erreichen ungeahnte Höhen, und die Gesellschaft steht vor dem Kollaps. Todesopfer sind unvermeidlich. Die Wissenschaftler setzen alles daran, die Ursachen dieser ungewöhnlichen Klimaveränderung zu erforschen.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen die Geophysikerin Dr. Jana Hollmer, ihr Partner Clemens Bach und der Reederei-Chef Titus van Dijk. Diese Protagonisten machen eine unglaubliche Entdeckung, die den Schlüssel zur Erklärung des Klimawandels darstellt. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, und die Geschichte entwickelt sich zu einem spannenden Thriller.

Der Autor schafft es, die Brisanz des Klimawandels in einem fiktiven Setting lebendig werden zu lassen. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, und die Handlung ist fast durchgehend spannend. Manche Passagen waren mir persönlich etwas zu langatmig, besonders die Einführung der vielen Personen hat sich etwas gezogen. Leider wird gleich auf der ersten Seite das Ende in Teilen vorweggenommen. Manches im Buch mag zu unrealistisch und unglaubwürdig scheinen, aber es handelt sich schließlich nicht um ein Sachbuch, sondern um einen Thriller, in dem der Autor nicht nur sehr gekonnt eine beklemmende Atmosphäre schafft, sondern auch zum Nachdenken über die realen Auswirkungen des Klimawandels anregt.

Insgesamt bietet »White Zero« jedoch eine gelungene Mischung aus Spannung, Wissenschaft und Umweltbewusstsein. Thilo Falk liefert einen interessanten Beitrag zur Diskussion über die Folgen des Klimawandels und zeigt, wie wichtig dieses Thema auch in der Literatur sein kann.


  • Herausgeber ‏ : ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG; 1. Edition (28. Dezember 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 448 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423218959
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423218955

Mittwoch, 20. Dezember 2023

Die Schuld, die man trägt: Ein Fall für Sebastian Bergman von Michael Hjorth (Autor), Hans Rosenfeldt (Autor), Ursel Allenstein (Übersetzer)

 



Der Fund einer weiblichen Leiche in einem Schweinemastbetrieb und die mit roter Farbe an die Wand geschrieben Worte

»Löse den Fall, Sebastian!«

zwingen Bergman und die Reichsmordkommission dazu wieder zusammenzuarbeiten, das wird von den meisten Mitgliedern der Kommission nicht allzu gern gesehen, sein egoistisches und rücksichtsloses Verhalten haben ihm in der Vergangenheit keine Freunde gemacht. Zusätzlich hat die Reichsmordkommission damit zu kämpfen, dass ihre direkte Vorgesetzte einen Sündenbock für die Vorfälle in der jüngeren Vergangenheit sucht, in der ein Polizist sich als Serienmörder entpuppte (Band 7. Die Früchte, die man erntet) diesen findet sie in Torkel dem bisherigen Leiter der Kommission, seine Stelle muss Vanja übernehmen und diese setzt alles daran, nicht nur den Fall zu lösen, sondern auch die Reichsmordkommission vor der Auflösung zu bewahren.
Der Mörder belässt es nicht bei diesem einen Mord, weitere Tote und mit ihnen weitere Hinweise tauchen auf, bald schon wird klar, dass alle Morde etwas mit Sebastians Vergangenheit zu tun haben. Dazu kommt noch, dass auch andere Begebenheiten aus Sebastians Vergangenheit, die eine wichtige Rolle spielen. Da ist Ellinor, die ihn trotz Kontaktverbots stalkt oder Cathy, die Tochter eines Freundes, der ebenso wie Bergman während des Tsunamis in Thailand ein verloren hat.

Dies ist nun schon der 8. Fall für Sebastian Bergman und die Reichsmordkommission, ich hatte die Reihe irgendwann aus den Augen verloren. Da war ich natürlich nicht nur auf den Fall gespannt, sondern auch darauf, ob es Freude macht, das Buch ohne die direkten Vorgänger zu kennen. Ich habe das Buch innerhalb von vier Abenden durchgelesen, also die Frage nach der Freude beantwortet sich damit ja schon. Der Fall an sich ist spannend und gut durchdacht, etwas anderes hatte ich bei dem Autorenteam auch nicht erwartet, es gibt die eine oder andere Wendung, mit der ich nicht gerechnet habe. Ebenso macht Sebastian in diesem Band eine Wandlung durch, es gibt diese kleinen Momente in denen er sein Verhalten tatsächlich zu reflektieren scheint.

Ich hatte fast nie das Gefühl, dass mir wesentliche Informationen aus den Vorgängerbänden fehlten, die Autoren verraten immer genug, um die Zusammenhänge zu erkennen. Das mag für den einen oder anderen Kenner der kompletten Reihe von Nachteil sein, mir hat es sehr geholfen auch Sebastians manchmal irritierenden Reaktionen zu verstehen.

Die Story endet mit einem fiesen Cliffhanger, der einen Ausblick auf Band 9 gibt und wieder viel Spannung verspricht.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Wunderlich; 1. Edition (28. November 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 480 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3805200943
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3805200943
  • Originaltitel ‏ : ‎ Skulden man bär



Sonntag, 17. Dezember 2023

8 Fragen 8 Antworten 1 Interview mit Vincent Voss



Heute habe ich einen der erfolgreichsten Horrorautoren des Landes zu Besuch im Bücherhaus, ich freue mich sehr, dass er den weiten Weg aus Wakendorf II in die tiefste schwäbische Provinz gefunden hat. (Der Ort heißt wirklich so, ich habe ihn auf der Landkarte gefunden, früher dachte ich der Ortsnamen wäre erfunden, weil sich das so schön Postapokalyptisch klingt).

Herzlich willkommen im Bücherhaus, lieber Vincent, ich freue mich sehr dich heute zu Gast zu haben, Kaffee, Tee und Plätzchen stehen bereit, bedien dich bitte. Bevor wir anfangen, kommt natürlich das obligatorische:

Beschreibe dich bitte in 5 Worten.

Liebe, Horror, Hoffnung, Angst, Neugier 


Und nun kommen wir auch schon zu den Fragen.

1.Deine Kurzgeschichten haben bereits mehrmals den Weg in die Horroranthologien "Mängelexemplare" des Amrûn Verlags gefunden. Wie fühlt es sich an, an dieser fantastischen Reihe teilzuhaben? 
 
Ich freue mich vor allem über den langen Atem einer jeden Anthologie- oder Magazinreihe im Horror. Da gibt es ja viele, aber die meisten sind dann irgendwann eingestellt worden. Constantin, der Herausgeber, Jürgen, der Verleger, beweisen einfach, dass es auch anders geht. Dass ich dabei sein darf, und das vom ersten band, macht natürlich schon auch etwas stolz.

2. In "Mängelexemplare" begegnet man deinen Geschichten, die stets eine düstere und fesselnde Atmosphäre schaffen. Welche Inspirationen und Einflüsse treiben deine schaurigen Erzählungen an, und wie gehst du bei der Entwicklung deiner Charaktere vor, um sie so authentisch und beängstigend wie möglich zu gestalten? (Ich habe bei deiner Story Till und Aria, ja fast geheult, na gut ich habe geheult) 

 Ich muss meine Figuren spüren und gewissermaßen lieben. Was man liebt, will man gerne schützen. Wenn ich dann als Autor jemanden zu Tode kommen lasse, fällt es mir besonders schwer. Vor allem, wenn ich richtig an ihnen dran bin. Bei Till und aria wurde ich von dem Kopierraum bei mir auf der Arbeit inspiriert. Die Vorstellung die Tür fällt da hinter einem zu und irgendwie bist du dann eingeschlossen … Dreck! Habe ich eigentlich erzählt, dass ich auf der Metropolcon im Fahrstuhl stecken geblieben bin? Nein? Okay. Das beschäftigt mich offenbar immer noch …

3.Der Amrûn Verlag steht für qualitativ hochwertige Horrorliteratur. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem Verlag, und inwiefern unterstützt er dich bei der Realisierung deiner kreativen Visionen? 

Mit Jürgen habe ich eigentlich nur auf Messen einen netten kontakt. Er ist dann aber meistens so eingebunden, dass wir nur wenige Worte wechseln können. Ansonsten ist er ja so mutig, Horroranthologien zu veröffentlichen. 😉 Und bei der Zombie-Zone Germany geht es mit einem tollen Team weiter. Je länger ich darüber nachdenke, stelle ich fest, dass es Jürgen gelingt, nette, kreative Menschen um sich zu sammeln. Weiter so!

4.Deine Kurzgeschichten zeichnen sich oft durch unerwartete Wendungen aus, die den Leser in ihren Bann ziehen. Wie schaffst du es, diese Elemente in deine Geschichten einzuflechten, ohne dabei vorhersehbar zu werden, und welchen Stellenwert haben für dich Überraschungsmomente in der Horrorliteratur? 

Puh, ich weiß nicht, ob mir das immer gelingt. Das ist natürlich toll, wenn es klappt. In der Kurzgeschichte macht das m.E. ja auch diese Gattung aus. Ein Ende mit Wende. Diese Kurzgeschichten bleiben bei mir am nachhaltigsten in Erinnerung. Oder aber eine wahnsinnige Abseitigkeit. Wahrscheinlich ist es ein Mix. Etwas Talent, gute Lehrmeister*innen, weil ich immer noch viel lese und einen durch Pen and Paper antrainierten Kreativspeicher.

5. Die folgende Frage habe ich auch Constantin Dupien gestellt.Jetzt bin ich gespannt auf deine Antwort, nicht spinksen bitte 😀 Du hast gemeinsam mit ihm den Horroroman "Das Vermächtnis: Ruf der Dunkelheit" geschrieben. Kannst du uns mehr darüber erzählen, wie die Idee für diesen Roman entstanden ist und wie ihr die Charaktere und die Handlung gemeinsam entwickelt habt? Sind da auch mal die Fetzen geflogen? 

Ganz genau erinnere ich mich nicht mehr, wie wir auf das Thema gekommen sind. Mit Constantin kann man toll zusammen Ideen austüfteln. Wir haben dann die Geschichte aus zwei Perspektiven geschrieben und uns in regelmäßigen Abständen die Kapitel zugeschickt. Fetzen sind bei uns noch nicht geflogen. Ich glaube, wir bringen beide eine gute Kompromissbereitschaft mit. (Horrorautoren sind wohl wirklich immer lieb zueinander)

6. In deinen Romanen "Im Eis" und "Der Fliegenmann" ist die Hauptfigur die Ethnologin Amelie Fischer. Wie gehst du beim Schreiben von Romanen im Vergleich zu Kurzgeschichten mit der Entwicklung von komplexen Charakteren um, und welchen Stellenwert hat für dich die emotionale Bindung der Leser an deine Figuren? 

Hier dasselbe, was man liebt, will man beschützen. Figuren auf lange Strecke zu quälen ist manchmal echt schwer. Das ging mir vor allem beim Fliegenmann so. Oder bei Im Eis in einer Szene. Ich träume, wenn ich richtig in Schreibphasen drin bin, von meinen Figuren. Und diese Bindung schleppe ich dann auch in meinem alltag herum. So entwickeln sich Figuren. Richtig spannend wird es, wenn Figuren während des Schreibens sagen: „Nein, das machst du jetzt nicht, du machst das jetzt so!“ Tja, und oft mache ich es dann eben so. (Das erinnert mich jetzt an Kinder, die machen auch oft das, was sie wollen)

7.Nach "Im Eis" und "Der Fliegenmann" bin ich gespannt auf deine zukünftigen Projekte. Gibt es bereits Pläne für weitere Romane, in denen Amelie Fischer eine Rolle spielt, oder hast du vielleicht andere düstere Welten, die du erkunden möchtest? 

Aktuell schreibe ich an einem weiteren Roman mit Amelie Fischer. Es wird maritim, so viel kann ich verraten. Dazu schreibe ich für die Zwielicht eine Kurzgeschichte durch die Angst vor der KI inspiriert. Und eine Geschichte, die zur Aufgabe hatte, dass ältere Musik eine rolle spielt. Bei mir ist es „Child in time“ von Deep Purple. Man sollte aufpassen, wenn man mich das Lied in Zukunft summen hört.

8. Ich hatte dich auf einer Lesung im Rahmen der Leipziger Buchmesse kennengelernt und war sehr erfreut, wie nahbar du und auch deine anwesenden Kollegen gewesen sind. Wie wichtig ist dir der Kontakt zu deinen Leserinnen und Lesern? 

Sagen wir mal so, am meisten möchte ich auf Messen Spaß haben und den hat man doch am ehesten mit lieben Menschen, oder? Und auf Messen sind viele tolle Fantasten, deshalb bin ich für diese Momente auch so dankbar! Da weiß ich dann doch, dass soziale Medien eben nicht alle abbilden, wie es mir manchmal vorkommt, sondern, dass es auch viele nachdenkliche Menschen gibt, die ähnlich ticken. Mein problem ist, dass die Messen manchmal zu weit zeitlich auseinanderliegen und ich manchmal dann Schwierigkeiten habe, den richtigen Namen zur der vor mir stehenden Person griffbereit zu haben. Richtig peinlich habe ich mal ein Buch signiert und war mir sicher, dass der Mann Peter hieß. Hieß er aber nicht. Peinlich, wenn es dann schon im Buch steht. (😂 ich habe gerade mehr gelacht als ich sollte, Entschuldigung. Da bist du ja ganz schön in ein Fettnäpfchen getreten, aber falls es dich tröstet, die meisten sind immer für mich reserviert)


Und damit sind wir auch schon am Ende angekommen, ich danke dir für deinen Besuch, halt stopp, eine Frage die mich in letzter Zeit immer wieder umtreibt, habe ich noch:

8 1/2. Glaubst du, dass KI die Art und Weise, wie Bücher geschrieben, veröffentlicht und konsumiert werden, verändern wird? 

Ja, das glaube ich. Wenn sie genug Rechenkapazität hat, immer weiter lernt, dann wird sie Bücher schreiben können. Gute Bücher. Aber ich habe Zweifel, ob sie richtig Empathie rüberbringen kann. Und das beruhigt dann doch auch etwas.

Jetzt aber vielen Dank für deinen Besuch, ich hoffe bald wieder etwas lesen zu dürfen.
Und für euch habe ich noch eine sicher nicht ganz vollständige Liste von dem, was Vincent Voss bisher geschrieben hat. Einiges habe ich auch schon gelesen, einiges fehlt mir noch, aber was nicht ist kann ja noch werden.

  • 172,3, Luzifer Verlag 2012
  • Faulfleisch, Verlag Torsten Low 2012 
  • Töte John Bender!, Luzifer Verlag 2013 
  • Ich bin böse!, Bastei-Lübbe 2014 
  • Tödlicher Gruß, Bastei-Lübbe 2014 
  • Wasser, Verlag Torsten Low 2015
  • Du darfst mich nicht finden, Bastei-Lübbe 2015
  • Tag 78, Amrûn Verlag 2015
  • Ruf der Dunkelheit mit Constantin Dupien, Selfpublishing 2015
  • Frischfleisch – Nullpersonen, Verlag Torsten Low 2016
  • Alles zum Schein, Feder & Schwert 2018
  • Infiltriert, Verlag Torsten Low 2019
  • Im Eis, Verlag Torsten Low 2021
  • Der Fliegenmann, Verlag Torsten Low 2023
  • Mängelexemplare, Amrûn Verlag 2023