Samstag, 2. Oktober 2021

Das Haus auf dem Wasser von Emuna Elon

 

Klappentext: Dieses Buch ist ein Wunder - berührend, faszinierend und raffiniert!« Amos Oz

 Emuna Elon erzählt die bewegende Geschichte des israelischen Schriftstellers Joel Bloom, der während einer Lesereise in Amsterdam in einem Holocaust-Museum plötzlich ein altes Familienfoto entdeckt: Er erkennt seinen Vater, seine Schwester und seine Mutter. In ihren Armen hält sie ein Baby, das ihm jedoch kein bisschen ähnlich sieht. Joel begibt sich sofort auf eine Spurensuche zwischen Amsterdam und Tel Aviv. Je tiefer er in die Familienvergangenheit eintaucht, desto dringlicher wird die Frage, die ihn schon lange verfolgt: Wer bin ich? Ein mitreißender Identitätsroman über die Untrennbarkeit von Vergangenheit und Gegenwart - und die unerschütterliche Liebe zwischen Mutter und Sohn. Emuna Elon gehört zweifellos zu den aufregendsten literarischen Stimmen Israels.


Gegen den Willen seiner verstorbenen Mutter besucht der berühmte israelische Autor, gemeinsam mit seiner Frau Bat-Ami, für eine Lesung seine Geburtsstadt Amsterdam. Seine Mutter hat ihn schwören lassen, niemals holländischen Boden zu betreten, den sie während der Nazizeit mit ihren Kindern verließ, um in Israel ein neues Leben zu beginnen. In der neuen Heimat lebt die kleine Familie zurückgezogen, fast schon abgeschottet ohne viele Kontakte zu Nachbarn oder gar Freunden, besonders den Kontakt mit anderen emigrierten Holländern mied seine Mutter, so weit es ging, eine Erklärung dafür gab sie ihm nie.
In Amsterdam besucht Joel gemeinsam mit seiner Frau das jüdische Museum und dort machen sie eine seltsame Entdeckung.
In einem Film der in Dauerschleife sieht man für einige Momente seine Familie, seine Mutter, seinen Vater, seine Schwester und ein Baby, das nicht er ist.
Joel macht sich auf die Suche nach seiner Vergangenheit und der Wahrheit.

Man liest und hört meist nur über die Gräueltaten, die die Nazis in Deutschland verübten, dass der Schrecken sich über ganz Europa ausbreitete, wird einem eher selten bewusst.
Auch die holländischen Juden wurden während der Besatzungszeit nicht verschont, wer nicht fliehen oder sich erfolgreich verstecken konnte, wurde deportiert und getötet. Von den schätzungsweise 140.000 durch die Nationalsozialisten als „Volljuden“ bezeichneten Menschen, kamen etwa 101.800 durch Ermordung, Krankheiten und Erschöpfung ums Leben. Um wenigstens ihre Kinder zu schützen, gaben einige jüdische Eltern ihre Kinder in die Obhut holländischer Christen, meist wussten sie nur Decknamen der Helfer und nicht alle Kinder kamen nach Kriegende zu ihren Eltern zurück.

Joel Bloom, verarbeitet seine Vergangenheit in einem Roman, einer Mischung aus Fiktion und Wirklichkeit und kommt bei seinen Recherchen der Wahrheit immer näher. Auch die Beweggründe, die seine Mutter dazu brachten, ihm das Versprechen abzunehmen, niemals nach Holland zurückzukehren, treten immer klarer zutage. Joel fühlte sich nie ganz zugehörig in Israel und sinniert darüber nach, wie sein Leben als holländisches Kind verlaufen wäre, mit einer großen Familie und vielen, intensiven Kontakten zu Nachbarn und Freunden. Doch ohne die Geschichten die er als Kind spann, um  seine Einsamkeit vor sich selbst zu vertuschen, wäre aus ihm sicherlich nicht der berühmte Schriftsteller geworden.


Manchmal blitzt ein wenig Ablehnung auf, die die Autorin gegen die Holländer zu haben scheint, sie drückt es nicht klar aus, es ist mal die leise Kritik am Buffet des holländischen Verlegers oder die strengen Passkontrollen am Flughafen, die vielleicht weniger streng wären, wäre Joel nicht aus Israel eingereist und das nicht zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage und ich ertappte mich bei dem Gedanken: Es ist so lange her, sollten nicht alle mal aufhören, alle Widrigkeiten die ihnen im Leben widerfahren mit ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe oder ihrer Religion in Verbindung zu bringen? Und dann denke ich an all das, was heute geschieht und weiß: Sie tun das, weil es genauso ist. Das Buch hat mir wirklich zugesetzt.

Das Haus auf dem Wasser, ist eines der Bücher die ich: Geschichten gegen das Vergessen, nenne. Sie sind wichtig. Wir dürfen niemals vergessen, was Menschen anderen antun können und dass die Verbrechen der Nationalsozialisten, ein Höhepunkt dessen war, was sich Menschen an Grausamkeiten ausdenken konnten.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Aufbau Verlag; 1. Edition (20. September 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 360 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3351038410
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3351038410
  • Originaltitel ‏ : ‎ Bajit al majim rabim



Feind des Volkes Max Hellers letzter Fall von Frank Goldammer

 


August 1961: Hauptmann Max Heller von der Dresdner Kriminalpolizei ist von seinem neuen Vorgesetzten in den Innendienst versetzt worden. Ein Affront für Heller, der kurz vor seinem Ruhestand steht. Als er eines Tages ein Paket mit Beweismaterial aus einem längst aufgeklärten Mordfall erhält, ist er alarmiert. Bald ist klar, der wahre Täter von damals ist zurück und fordert Heller zu einem perfiden Kampf um Leben und Tod heraus. Eine atemlose Mörderjagd beginnt, die Hellers Familie in größte Gefahr bringt. Auch die politische Lage in der DDR spitzt sich zu. Nahezu unbemerkt von der Welt wird der Bau der Berliner Mauer vorbereitet. Am 10. August 1961 müssen Karin und Max Heller eine dramatische Entscheidung treffen: gehen oder bleiben.


Ich habe den siebten und damit letzten Band der Reihe um Max Heller sehr zwiegespalten erwartet, auf der einen Seite war ich natürlich gespannt wie es mit Max und seiner Familie weitergeht, auf der anderen Seite war das Wissen, dass ich Abschied nehmen muss, von einem Protagonisten, der mir doch irgendwie ans Herz gewachsen war. Schließlich durfte ich Max vom Jahr 1944 bis zum Bau der Mauer im Jahr 1961 begleiten, seine beruflichen Erfolge miterleben und auch welche Schwierigkeiten er zu überwinden hatte, weil er nicht in die Partei eintreten wollte, obwohl ihm dies das Leben sicherlich sehr erleichtert hätte. Doch Heller bleibt sich selber treu und ermittelt immer ohne Ansicht der Person. Auch als sein Sohn Klaus, sich von ihm abwendet und er auch seine Enkelin nicht mehr sehen darf, hadert er nicht mit ihm, sondern sucht immer wieder Entschuldigungen für dessen Handlungen, das lässt auch für mich Klaus in einem etwas anderen Licht sehen, nicht nur als den Sohn der seine Eltern *verrät*, sondern auch den Kämpfer für eine Ideologie, hinter der bedingungslos steht, als Wessie mit Blick auf die Vergangenheit kann ich seine Beweggründe zwar immer noch nicht nachvollziehen, aber zu urteilen steht mir eigentlich auch nicht zu. Auf jeden Fall hat es der Autor geschafft mir den Hauch eines Gefühls dafür zu vermitteln.

Natürlich darf man bei dem geschichtlichen Hintergrund nicht den eigentlichen Kriminalfall aus den Augen verlieren und der ist wieder einmal sehr spannend und verzwickt. Eigentlich war der Fall gelöst, als Jahre später wieder Leichen auftauchen, die nach demselben Muster getötet wurden, wie die Toten aus dem Jahr 1959. Heller ist mittlerweile in den Innendienst abgeschoben worden, doch ohne seine Hilfe kommen die Kollegen nicht weiter. Er hat beruflich nichts mehr zu verlieren, also kann er mit der von ihm gewohnten Hartnäckigkeit ermitteln. Max Hellers letzter Fall verlangt dem kurz vor der Pensionierung stehenden Hauptmann nochmals alles ab, nicht nur, dass seine Ermittlungen von höchster Stelle behindert werden, als er auf die evtl. Nazivergangenheit der Opfer hinweist, auch der Täter selbst nimmt Heller und seine Familie ins Visier. Und das ist wirklich angsteinflößend, der Täter weiß, wo Heller wohnt, er scheint Ermittlungsansätze zu kennen, die nicht in die Öffentlichkeit gelangten und er schreckt nicht davor zurück in Hellers Zuhause eindringen zu wollen und Karin und Anni zu bedrohen. Ob es Heller gelingt den wahren Täter zu stellen und ob er seine Familie schützen kann, das müsst ihr natürlich selber lesen und auch wie sich die Frage aus dem Klappentext beantwortet *gehen oder bleiben?*erfahrt ihr, nur wenn ihr das Buch lest. Feind des Volkes kann man sogar ohne das Wissen aus den Vorgängerbänden genießen, aber einfacher sich in Heller hineinzuversetzen ist es natürlich, wenn ihr alle Bände vorher lest, außerdem sind auch die Vorgängerbände ein absolutes Lesevergnügen.

Und was sagt Heike von Frau Goethe liest, das lest ihr auf ihrem Blog und ein spannendes Interview mit Frank Goldammer findet ihr HIER


Feind des Volkes bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung.  

  • Herausgeber ‏ : ‎ dtv Verlagsgesellschaft (17. September 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 416 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423263008
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423263009

Montag, 27. September 2021

Der Eisjunge von Max Bentow Ein Fall für Nils Trojan 9.

 




Nils Trojan ist eben zurück von seiner Auszeit auf einer Insel, da wird er schon an einen neuen Tatort gerufen. Im ersten Moment glaubt er, in einen absurden Albtraum geraten zu sein: Es sieht aus, als würde ein Tier über dem Opfer kauern, denn der Mörder hat das Fell eines Rehs über die getötete junge Frau drapiert. Wenig später ereignet sich der zweite Mord, und wieder sind Mensch und Tier auf makabre Weise ineinander verschlungen. Aber was will der Täter mit seiner grausamen Botschaft mitteilen? In einem verlassenen Haus im Umland von Berlin stößt Trojan auf eine Fährte – und erkennt zu spät, dass er in eine mörderische Falle geraten ist.


Nils Trojan beendet seine Auszeit auf einer spanischen Insel und kehrt voller Vorfreude nach Berlin zurück. Vorfreude darauf, was sich aus der sich anbahnenden Beziehung zu seiner Kollegin Stefanie entwickeln wird und er fühlt sich stark genug und voller Energie, sich den Herausforderungen seines Berufs zu stellen. Er will es langsamer angehen lassen, als bisher. Doch er schafft es nicht einmal die Koffer auszupacken, als er an einen Tatort gerufen wird. Eine Frau, teilweise eingenäht in das Fell eines Rehs, ist das erste Opfer einer grausamen und rätselhaften Mordserie, die Trojan schon bald wieder an seine Grenzen bringt. Nils Trojan muss die HInweise die der Mörder an den Tatorten hinterlässt entschlüsseln, um weitere Morde zu verhindern. Zudem muss er sich an einen neuen Kollegen im Team gewöhnen, Olaf Maas, scheint vom ersten Augenblick etwas gegen Trojan zu haben.

Der neunte Fall für Nils Trojan, ist wieder einmal außerordentlich spannend, ich mag den Schreibstil Max Bentows. Kurze Kapitel, die oft mit einem Cliffhanger enden hielten, mich oftmals lange, manchmal sogar länger als für mein Schlafbedürfnis gut war am Buch. Ich mochte die Erzählweise, bei der sich kurze Kapitel aus der Sicht des Mörders, mit der Haupthandlung abwechseln. Ich rätselte lange Zeit, ob einer der Hauptprotagonisten in diesen Kapiteln zu Wort kommt oder ob es jemand vollkommen anderer ist. Zeitweise hatte ich den Verdacht, dass es Noah sein könnte, ein 16-Jähriger, der es zu Hause nicht mehr aushält und viele Nächte auf einem unverschlossenen Dachboden im Haus der Filmstudentin Elisabeth verbringt. Noah und Elisabeth sind beide auf ihre eigene Weise psychisch angeschlagen, Noah durch die Gewalt in seinem Elternhaus, Elisabeth, weil sie sich ihrer Familie nie so recht zugehörig fühlte. Oder Elisabeth selbst, die manchmal von verstörenden Erinnerungsfetzen aus ihre Vergangenheit gequält wird? 

Die Story wirft während des Lesens viele Fragen auf, der Autor macht es seinen Lesern nicht leicht, kaum habe ich geglaubt zu wissen, wer der Täter sein könnte, führte er mich schon wieder auf eine neue Spur, aber am Ende schließt sich der Kreis und die Hinweise, die der Täter hinterlässt, ergeben einen erschreckend klaren Sinn. Fast entwickelte ich so etwas wie Mitleid mit dem Täter. 

Eins allerdings hat mich im Buch etwas gestört, das Auftauchen des neuen Kollegen, der von der ersten Sekunde an etwas gegen Trojan zu haben scheint, da es in erster Linie um Trojan geht und sein Team nur am Rande *mitspielt, scheint mir die Figur doch ziemlich überflüssig, vielleicht liegt es aber daran das ich, bis auf einen die Vorgängerbände nicht gelesen habe und so auch die Dynamik im Team nicht kenne. Maas Figur tut nichts für die Story, weder behindert er die Ermittlungen noch bringt er sie in entscheidenden Momenten voran, er ist einfach da und ist unsympathisch. 

Besser als bei Dornenkind, das einzige Buch aus der Nils Trojan Reihe, das ich bisher gelesen habe, gefällt mir allerdings, dass man Der Eisjunge komplett unabhängig lesen kann, die Andeutungen, die auf die Vorgängerbände hinweisen sind zu vernachlässigen und mindern das Lesevergnügen in keinster Weise.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Goldmann Verlag; Originalausgabe Edition (13. September 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 416 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 344220612X
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442206124



Samstag, 25. September 2021

Revolution der Träume von Andreas Izquierdo

 


BERLIN, ENDE 1918: Die drei Freunde Carl, Isi und Artur haben sich bis in die Hauptstadt durchgeschlagen und erleben die Zeit des Umbruchs alle auf ihre Weise. Der Kaiser ist gestürzt – Träume von Freiheit liegen in der Luft. Carl beobachtet das Treiben der Aufständischen mit Sympathie, aber auch mit Sorge. Eigentlich will er nur noch eins: echten Frieden. Und Kameramann sein, bei der berühmten UFA! Artur hat sich derweil in kürzester Zeit zum König der Berliner Unterwelt hochgearbeitet. Doch Erfolg lockt Neider an – und Neider bedeuten Gefahr. Isi wiederum sucht im politischen Kampf die Herausforderung und freundet sich mit Leuten aus dem linken Umfeld an. Als sie allerdings den Adelssprössling Aldo von Torstayn kennenlernt, geraten ihre Prinzipien ins Wanken ...

In ›Revolution der Träume‹ zeigt Andreas Izquierdo das Berlin vor den Goldenen Zwanzigern. Kenntnisreich und fesselnd erzählt er von drei Freunden, die versuchen, in einer Welt im Wandel zu bestehen: ein spannender historischer Roman für Herz und Kopf.

Nach *Schatten der Welt* dem fantastischen ersten Teil habe ich sehr auf die *Revolution der Träume* gewartet. 
Die Freunde Isi, Carl und Artur treffen in Berlin wieder aufeinander. Die Zeiten sind unruhig, der Kaiser ist gestürzt. Hunger und Chaos herrschen, kurz gesagt die Zeiten sind hart und doch haben die Freunde es noch recht gut getroffen. Artur hat sich in der Unterwelt einen Namen gemacht, Carl ist auf dem Weg seinen Traum zu verwirklichen, als Kameramann bei der UFA zu arbeiten und Isi ist, was sie immer war: Eine Kämpferin.

Andreas Izquierdo, schafft es wie auch im ersten Teil der Geschichte, Fiktion und reale Geschehnisse, brillant miteinander zu verknüpfen.
Mit viel Liebe zum Detail erzählt er vom Leben der Menschen in der damaligen Zeit, von Hunger und Armut, von Arbeits- und Obdachlosigkeit und auf der anderen Seite von ausschweifenden Festen, Drogen und Überfluss.
Ich mag die Art wie der Autor die Unterschiede beschreibt und wie er es schafft die Bilder der Zeit in meinem Kopf lebendig werden zu lassen, und zwar nicht nur die schönen Bilder, von Partys, schönen Frauen und dem Gefühl des Aufbruchs in eine neue, bessere Zeit. Nein, ich hatte während des Lesens auch die Schattenseiten der Zeit im Kopf und das war, trotz aller Unterhaltung, ein beklemmendes Gefühl. Es war äußerst spannend mal außerhalb des Geschichtsunterrichts in der Schule etwas vom Entstehen der Weimarer Republik zu erfahren. Vom Spartakusbund habe ich zugegebener Weise zum ersten Mal in diesem Buch gehört, vielleicht habe ich das jemals gehörte, auch nur wieder vergessen.

Getragen wird auch dieser Teil der Geschichte natürlich wieder von den drei Freunden: Isi, Carl und Artur.
Egal was kommt, sie stehen unverbrüchlich zueinander, sie mögen nicht immer einer Meinung sein, sie sind nicht immer mit den Taten der anderen einverstanden, doch wenn es hart auf hart kommt helfen sie einander. Ohne zu viel verraten zu wollen, Carl profitiert sogar von Arturs kriminellen Verbindungen, die dieser allerdings in diesem Fall für eine gute Sache einsetzt. 
Carl ist auch in diesem Band, der ruhige und besonnene Charakter der er schon im ersten Teil war, er verfolgt sein Ziel Kameramann bei der UFA zu werden und führt die Leser in die schillernde Welt des Films. 

Ich vergebe für Revolution der Träume eine Leseempfehlung, sprachlich ist das Buch wie man es von dem Autor gewohnt ist, ganz weit oben angesiedelt, er versteht es wie kaum ein zweiter geschichtliche Fakten so in eine Geschichte zu verweben, das diese auch im Gedächtnis bleiben und vielleicht sogar dazu anregen sich näher zu informieren. Und natürlich ist auch der fiktive Teil etwas Besonderes,  die drei Freunde sind mir so ans Herz gewachsen, das ich unbedingt wissen muss, was das Leben noch mit ihnen vorhat, ich freue mich darauf im nächsten Band der Trilogie den Weg mit ihnen weiterzugehen.

Wie es Heike vom Blog Frau Goethe liest, gefallen hat, erfahrt ihr HIER
und hier bekommt ihr was auf die Ohren, Andreas Izquierdo hat uns ein Interview gegeben.


  • Herausgeber ‏ : ‎ DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG; 1. Edition (13. August 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 512 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3832164995
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3832164997

Donnerstag, 23. September 2021

Das Vermächtnis der Vier. Wyn`d`maer Saga von Christopher Tefert


 Windemere – geheimnisvoller Berg inmitten eines glitzernden Sees und Hauptstadt eines fantastischen Reichs. Tief in seinem Inneren birgt er ein uraltes Vermächtnis: Der Ewige will leben und sucht nach Verbündeten ... Auf der Flucht vor Verrat leistet Prinzessin Patrizia einen Schwur, der das Schicksal des Königreichs für immer verändern wird. Doch bei ihrer Aufgabe braucht sie dringend Hilfe ... Der junge Schäfer Oni kommt nach Windemere, um seine kleine Schwester zu retten. Eine freundliche Geste wird ihm zum Verhängnis und er gerät in einen Strudel gefährlicher Ereignisse … Eine waghalsige Reise voller Abenteuer, Freundschaft und Hoffnung beginnt - in einem Land, in dem Magie verboten ist und die Götter auf ewig Wache halten.


In Windemere ist Magie verboten, wer der Hexerei beschuldigt wird, wird auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Dieses Schicksal droht auch der kleinen Schwester von Oni, der sich auf den Weg in die Hauptstadt macht, um sie zu retten. Doch er selbst gerät unter den Verdacht der Hexerei und  hat es nur der Fürsprache von Zufallsbekanntschaften und dem Herzgefühl Prinzessin Patrizias zu verdanken, die als Mitglied des Herrscherhauses ihre Stimme für ihn abgibt, dass er nicht zum Tode verurteilt wird, sondern nur zu lebenslanger Haft. 
Patrizia kommt einer Intrige gegen das Königreich auf die Spur und muss fliehen, auf ihrer Flucht trifft sie in den Tiefen des Berges, auf den Ewigen, der ihr das Leben rettet und ihr dafür den Schwur abnimmt, ein Drachenei das ihm neues Leben schenkt, zu befreien.
Patrizia ist es auch, die Oni aus dem Kerker befreit und sich gemeinsam mit ihm auf den Weg macht, ihren Schwur einzulösen und das Königreich dadurch zu retten, doch hat der Ewige ihr die Wahrheit gesagt?

Das Vermächtnis der Vier ist, eindeutig ein Jugendbuch, also normalerweise nicht mein bevorzugtes Genre, aber irgendetwas zog mich zu dem Buch und ich konnte mich nicht dagegen wehren es zu lesen, vielleicht war es Magie? 

Chrisopher Teferts Geschichte enthält alles was eine gute Fantasygeschichte braucht, Magie und wundersame Wesen, Intrigen und Freundschaft und auch eine kleine Portion Liebe.

 Mit der Liebe in Geschichten habe ich ja normalerweise so meine Schwierigkeiten, ist es doch meist so, dass die Liebenden sich aus irgendeinem nichtigen Grund oder wegen eines Missverständnisses entzweien und damit sich und andere in Schwierigkeiten bringen, um sich am Ende dann doch wiederzukriegen, das mag für viele Leser spannend und interessant sein, für mich nicht. Den Vieren sei Dank, erspart Teferts seinen Lesern das zur Gänze. Patrizia und Oni verbindet zunächst einmal die Freundschaft zueinander und nur langsam wird daraus Liebe, aber das ist sehr natürlich und mit einer Selbstverständlichkeit in die Story eingebunden das die Liebesbeziehung nur zur Abrundung der Geschichte dient. 
Sie sind auf den ersten Blick ein ungleiches Paar, der Schäferjunge und die Prinzessin ergänzen sich aber perfekt, beide sind bedingungslos loyal zueinander und zu ihren Freunden, sie würden ihr Leben füreinander geben. Zwar hat Patrizia Oni nicht ganz die Wahrheit gesagt was seine Schwester angeht, aber das sei ihr verziehen, der Schwur, den sie dem Ewigen leistete, zwingt sie dazu, alles dafür zu tun ihn zu erfüllen und dafür braucht sie Onis bedingungslose Unterstützung. 

Ein weiterer wichtiger Punkt, ist natürlich die Magie, sie geschieht ohne Hokuspokus, Zaubertränke oder Sprüche, sie ist in denen die sie wirken können, einfach vorhanden und sie müssen lernen sie zu beherrschen und zu kontrollieren, das mag ich sehr, mir war schon immer unverständlich warum man Zeit mit dem Anmischen von Tränken, Pülverchen oder dem Aufsagen von komplizierten Sprüchen verschwenden muss, wenn man doch Magie wirken kann. 

In diesem Roman passt einfach alles für mich, der Schreibstil der mich von der ersten Seite an überzeugte, die Story, die Hauptcharaktere, die alle sympathisch und glaubwürdig sind. Die gesponnenen Intrigen, die der Auslöser für alles, was in der Geschichte geschieht, sind, werden nicht zu sehr in den Vordergrund gerückt, das was ich damit meine ist schwierig zu erklären, das müsst ihr zu eurem Glück, selber lesen. 


253 Seiten umfasst das Taschenbuch und das ist mir eigentlich zu kurz gewesen, ich war so tief in die Geschichte eingetaucht und hätte mir an der einen oder anderen Stellen gern etwas mehr Ausführlichkeit gewünscht, einfach nur um Windemere nicht so bald verlassen zu müssen. 



  • Herausgeber ‏ : ‎ Pinguletta Verlag; 1. Edition (20. August 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 253 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3948063184
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3948063184
  • Lesealter ‏ : ‎ 12 Jahre und älter