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Inhalt: Im Sommerurlaub trifft die vierzigjährige Kirsten auf den 20 Jahre älteren Ernst und verliebt sich in ihn. Als Ernst nach 20 jähriger Ehe einen Schlaganfall erleidet und Kirsten ihn pflegt, blickt sie auf das gemeinsam Leben zurück.
Sie denkt an die schnellen Entscheidungen die sie im Hinblick auf ihr jeweiliges Alter getroffen haben. Die Entscheidung zusammen zu ziehen, zu heiraten und die Entscheidung für ein Kind. Kirsten denkt aber auch an die Probleme, die der große Altersunterschied mit sich brachte.
Meine Meinung:
Zunächst einmal. Doch ich lese auch Liebesromane, aber nur wenn ich mir mehr als das Übliche von ihnen verspreche. Die Liebenden von Wiesbaden geht weit über die Art Liebesgeschichte hinaus die man sonst in der Literatur findet, sie endet nicht mit einer weißen Kutsche und der strahlenden jungen Braut. Die Autorin erzählt sehr authentisch von der deutlich spürbaren Liebe zwischen Kirsten und Ernst, die sich durch nicht beirren ließen und allen Widrigkeiten und schiefen Blicken zum Trotz immer fest beieinander standen.
Diese Liebe war während des Lesens deutlich spürbar. Ernst war von der ersten Minute,in der er in ihr Leben trat, der wichtigste Mensch in Kirstens Leben. Das zu lesen war wunderschön und berührend, jeder wünscht sich einen Menschen an seiner Seite, der wirklich in Guten wie in Schlechten Tagen zu einem steht, auch wenn die Schlechten Tage "nur" Ernsts Alter und später seiner Gesundheit geschuldet waren, die Guten aber geprägt von Wohlstand und damit verbundener Sorglosigkeit. Kirsten steht zu ihrem Mann und pflegt ihn hingebungsvoll.
Kirsten beschreibt die Einschulung ihr Tochter Daniela, sie denkt an die Bemerkungen der anderen, wie alt doch Daniela Eltern sind, betiteln sie als Großeltern. Zwar scheinen sich ihre Gedanken mit dem Kummer ihrer Tochter zu beschäftigen, ich hatte beim Lesen aber immer das Gefühl in Wahrheit ging es ihr wieder nur um Ernst, wie verletzt er war, wie er darunter litt schon so alt zu sein, das alle ihn für den Großvater seiner eigenen Tochter hielten. Ich hatte stets den Eindruck, das die Erfüllung des Kinderwunsches Kirsten absolut verständlich war, Kirsten und Ernst liebten ihre Tochter ohne Frage, Kirsten wehrte sich auch gegen die Einstellung eines Kindermädchens, aber doch stellte sie das Kind immer hintenan, wie sie alles und jeden hintenan stellte wenn es um Ernst ging, auch Besuche bei ihrer mittlerweile Pflegebedürftigen Mutter wurden immer wieder verschoben, wenn Ernst sie lieber bei sich hatte. Da ging mir die Liebe und Hingabe einen Tick zu weit, denn vor allen anderen sollte immer das eigene Kind stehen. Wie gesagt das war mein Gefühl beim Lesen und das ist natürlich subjektiv.
Was mich beim Lesen wirklich störte, waren die häufigen Hinweise auf die Sexualität der Beiden, unbestritten ist diese auch im Alter wichtig und hoffentlich auch bei den meisten Liebenden sehr lebendig und erfüllend, aber auf gerade mal 140 Seiten erwähnte Kirsten irgendeine sexuelle Handlung gefühlt auf jeder 5 Seite, ich habe nicht mitgezählt. Als hielte hauptsächlich der Sex zwischen ihnen sie zusammen.
Ich mochte den ruhigen unaufgeregten Schreibstil der Autorin Susanne Konrad und werde sicherlich noch mehr von ihr lesen.
Ein großes Kompliment auch für die Auswahl des Covers. ( Ein Gemälde von August Macke)
Alles in Allem bekommt das Buch von mir eine Lesempfehlung, für Alle die gern einmal etwas besonderes lesen.
Mit einem Klick auf das Cover seid ihr direkt beim Verlag.
- Taschenbuch: 190 Seiten
- Verlag: Größenwahn Verlag; Auflage: 1 (4. Oktober 2017)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 9783957711861
- ISBN-13: 978-3957711861