Sonntag, 30. Dezember 2018

Roter Rabe von Frank Goldammer


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 Max Heller wartet vergeblich auf ein Telegramm seiner Frau Karin, die ihren Sohn Erwin in Westdeutschland besuchen darf. Hat sie ihn und die gemeinsame Ziehtochter Anni verlassen um im Westen zu bleiben? In dieser für ihn ohnehin schon schwierigen Zeit bekommt es Heller auch noch mit einigen Toten zu tun, zwei Zeugen Jehovas sollen in ihren Zellen Selbstmord begangen haben  und bei diesen Toten bleibt es nicht. Hellers Vorgesetzter Niesbach macht ihm unmissverständlich klar, das er zwar ermitteln soll aber nach Möglichkeit zu keinem Ergebnis kommen sollte, denn würde es sich doch um Mord handeln müssten sie alle nicht nur um ihre Posten fürchten. Und nicht nur Niesbach warnt Heller, auch sein alter Freund Alexej Saizev, der mittlerweile für den Geheimdienst arbeitet. Saizev ist auf der Spur eines Spions der woron genannt wird, Roter Rabe. Der rote Rabe soll hinter den vielen Toten und einer Explosion in einem Kraftwerk stecken. Es gehen Gerüchte um, nach denen die Amerikaner eine Atombombe auf Dresden abwerfen wollen.
Gemeinsam mit seinen Kollegen Oldenbusch und Salbach versucht Heller Licht ins dunkle zu bringen, doch jemand scheint ihn genau zu beobachten und beseitigt einen Zeugen nach dem anderen. Und auch innerhalb des Teams macht sich misstrauen breit, jeder könnte ein Spitzel der Russen oder der Staatsicherheit sein.

Frank Goldammer zeichnet ein bedrückendes Bild der damaligen Zeit, schwer nachzuvollziehen für jemanden wie mich, der diese Umstände nur vom Hören Sagen kennt, der immer das sagen durfte was er wollte und der seine Meinung zu den politischen und wirtschaftlichen Umständen im eigenen Land immer klar zu Ausdruck bringen durfte. Um so beeindruckender war es, das ich zumindest ansatzweise verstehen kann, wie die Atmosphäre damals war, auf der einen Seite voller Angst und auf der anderen die Hoffnung auf ein besseres Leben für alle.

Für mich der beste Teil der Reihe um Max Heller, sehr spannend und flüssig geschrieben, bekommt Roter Rabe von mir eine absolute Leseempfehlung.

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  • Broschiert: 384 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (21. Dezember 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423262095
  • ISBN-13: 978-3423262095





Samstag, 29. Dezember 2018

Die Sonne über Berlin Nebelwände von Carla Kalkbrenner

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Inhalt: Der Chefentwickler einer Kosmetikfirma, kommt bei einer Explosion in seinem Labor ums Leben, was zunächst nach einem tragischen Unfall aussieht entpuppt sich bald als cleverer Mord, allerdings nicht clever genug für Kommissar Dahlberg und sein Team. Dahlberg vermutet Industriespionage und staunt nicht schlecht als ihm der Fall schnell wieder entzogen wird. Kurz darauf tauchen zwei verstümmelte Frauenleichen auf. Währenddessen wartet Dahlbergs früher Kollege Alexander auf seinen letzten Auftrag für den Geheimdienst.

Meine Meinung: Bis ich in diesem Krimi alle Fäden die zueinander führen sollten um ein einheitliches Bild ergeben, in der Hand hielt, dauerte es etwas, viele Personen, viele Handlungsstränge und viele, manchmal überflüssige Informationen ( als Beispiel führe ich hier nur die Farbe des Hauses an in dem Dahlberg lebt an: es ist blau)  die dazu noch wiederholt werden machten es nicht einfach für mich, mich auf das Buch einzulassen. Auf der anderen Seite schaffte es die Autorin mir die Protagonisten allen voran Dahlberg und sein Team nahe zu bringen, sie kommen sehr authentisch rüber, ich mag ihre unterschiedlichen Charaktere und das nahezu perfekte zusammenspiel des Teams um die Fälle zu lösen, Dahlbergs Sturheit sich eben nicht aus den Ermittlungen herauszuhalten machten ihn mir sehr sympathisch. Die Sonne über Berlin Nebelwände ist eine Herausforderung, bei der es sich am Ende aber lohnt dran zubleiben, die Auflösung ist in sich schlüssig und ich bin mir sicher das viele Leser die ausführlichen Beschreibungen lieben, mir fehlte vielleicht der erste Teil, der Reihe,manchmal dauert es ja etwas bis man sich an einen Schreibstil gewöhnt. Auf jeden Fall habe ich selten einen Krimi gelesen der mich so lange nach der letzten Seite noch beschäftigte und ich bin gespannt wie es weitergeht.

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  • Gebundene Ausgabe: 387 Seiten
  • Verlag: Martini & Loersch Verlag; Auflage: 1 (13. Oktober 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3981610733
  • ISBN-13: 978-3981610734



Freitag, 28. Dezember 2018

Kälter als die Angst von Christine Drews

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Inhalt: Hat Klaus Delbrück seine Frau Carla erschlagen und danach versucht die Leiche zu verbrennen? Alle Indizien weisen auf eine Beziehungstat hin.  Doch Carla bekam an ihrem früheren Wohnort, Drohbriefe, die auf einen längst aufgeklärten Mord hinweisen und auch ihre ehemaligen Nachbarn und ihre Nachmieterin wird bedroht.
Als Charlotte Schneidmann und Peter Käfer den Hinweisen nachgehen, müssen sie feststellen, dass Katrin Ortrup, die sie von einem früheren Fall kennen, ebenfalls bedroht wird, denn sie wohnt mittlerweile in dem Haus, in dem Carla früher lebte.

Meine Meinung: Ich wollte schon länger etwas von Christine Drews lesen, das ich nun mit dem letzten Band der Reihe um Charlotte Schneidmann und Peter Käfer begann, war reiner Zufall, dass düstere Cover, zog mich an. Häufig ist es ja nun so, das man bei Reihen tatsächlich mit dem ersten Band starten sollte um die Hauptcharaktere nach und nach kennenzulernen, oder die Autoren beschreiben in jedem neuen Buch die Personen und früheren Begebenheiten immer wieder neu und so detailliert, das man sich fragt, warum man nicht gleich mit dem letzten Buch begann, wenn da doch alles wieder neu erzählt wird. Christine Drews,allerdings hat es geschafft, das ich nie das Gefühl hatte, etwas verpasst zu haben und das mit nur kurzen Erwähnungen früherer Geschehnisse.
Die Ermittler haben es mit einem verzwickten Fall zu tun, der Hauptverdächtige Klaus Delbrück, weist jede Schuld von sich und am Tatort finden sich Spuren die auf einen anderen Täter hinweisen.
Christine Drews hat es geschafft von der ersten bis zur letzten Seite Spannung aufzubauen, immer wieder wartet sie mit überraschenden Wendungen auf und mit einem Ende, mit dem ich so nicht unbedingt gerechnet hätte. Sie spielt mit der Angst ihrer Protagonisten, besonders im Focus steht Katrin, als wüsste der anonyme Briefeschreiber von dem, was ihre Familie erleiden musste und als würde es ihm ein besonderes Vergnügen bereiten ihre Angst zu sehen.
Von mir bekommt Kälter als die Angst eine absolute Leseempfehlung. Ich mag den Schreibstil der Autorin, er ist flüssig und bildreich genug um, genügend Platz für die eigenen Vorstellungen zu lassen.
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  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: 1. Aufl. 2018 (21. Dezember 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3404177886
  • ISBN-13: 978-3404177882

Samstag, 22. Dezember 2018

Station 8 Episode 1 von Dominique Stalder

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Inhalt: Heute gibt es ausnahmsweise den Klappentext, statt einer Inhaltsangabe. Ich würde viel zu viel verraten, denn das Büchlein umfasst gerade mal 78 Seiten.

In einer fernen Zukunft dreht sich die Erde nicht mehr. Einer Nacht von einem halben Jahr, folgt ein Tag von einem halben Jahr. Die Menschen haben sich in Stationen zurückgezogen, leben von Insekten und nutzen die kurze Zeit der Erwärmung, um spezielles Getreide und Gemüse anzubauen. In der Nacht muss Strom gespart werden, der tagsüber in die gigantischen Akkustationen gespeist wurde. Das Leben ist hart, aber man hat sich arrangiert und nur die Ältesten haben noch als kleines Kind eine andere Erde erlebt. Am Beginn der Dämmerung ist es Brauch, der Station, die gerade in die Nachtruhe geht, eine gute Nacht zu wünschen, doch Station 1 antwortet nicht. Als man auf eine Videobotschaft stößt, muss man das Schlimmste befürchten. Was ist mit Station 1 geschehen und können die Geschehnisse dort auch eine Gefahr für Station 8 bedeuten? Zu allem Überfluss entdeckt man Schwankungen im Stromhaushalt. Jemand Unbekanntes scheint sich am Strom der Station zu bedienen. Das Schicksal aller 1288 Menschen in der Station hängt vom Mut einiger weniger ab


Meine Meinung: Das klingt nicht nur spannend, das ist es auch.
Dominique Stalder, erzählt von dem Leben auf der Station, er beschreibt den begrenzten Raum mit dem die Menschen auskommen müssen, dem fehlen der Privatsphäre und wie sich die Menschen damit arrangiert haben. Er lässt uns teilhaben an Leben der Menschen, die arbeiten, feiern und lieben.
Das Hauptaugenmerk von Episode 1, liegt auf den Protagonisten. 
Henry Payton, dem Leiter des Kontrollraums von dem aus das erste Mal festgestellt wird das es ein Problem gibt. Seinen Kindern Vanessa und Valentine, die 17 jährigen Zwillinge, müssen sich wie alle Teenager mit diversen Problemen herumschlagen, aber Vanessa erfährt auch gerade die 1. Liebe zu Chris, genannt Bit, der mit ihrem Vater zusammenarbeitet.
Natürlich erfährt der Leser auch etwas über die Vorgänge auf der Station, mit kleinen Häppchen des Geschehens hat der Autor mich auf jeden Fall angefixt, wäre das Buch schon komplett erschienen, ich hätte wohl die Nacht zum Tag gemacht und es in einem Zug durchgelesen. 

Es ist natürlich kaum möglich eine Rezension zu schreiben, bevor die Geschichte in Gänze erzählt ist, denn eigentlich handelt es sich ja nur um die ersten Kapitel. Ich für meinen Teil bin schon sehr gespannt wie es weitergeht, der Cliffhanger am Ende ist wirklich gemein, im positiven Sinne natürlich.
Bleibt die Story so wie sie jetzt ist, spannend aber auch für jugendliche Leser geeignet, eignen sich die Taschenbücher hervorragend auch für jüngere Leser, die vor einem dicken Buch vielleicht zurückschrecken, aber immer mal wieder ein dünnes Buch durchaus gern lesen. Dafür spricht auch der günstige Preis. Station 8 bekommt man tatsächlich zum Taschengeldpreis, bei der Ausstattung fast geschenkt, die einzelnen Seiten sind sehr schön gestaltet und die Buchrücken in der richtigen Reihenfolge werden ein echter Hingucker.

Noch eine Stimme zum Buch

https://sarahlippasson.wordpress.com/2019/01/06/station-8-episode-1-rezension/#more-4330

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  • Taschenbuch: 104 Seiten
  • Verlag: Independently published (6. Dezember 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1790635411
  • ISBN-13: 978-1790635412


Freitag, 21. Dezember 2018

Die Liebenden von Wiesbaden von Susanne Konrad

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Inhalt: Im Sommerurlaub trifft die vierzigjährige Kirsten auf den 20 Jahre älteren Ernst und verliebt sich in ihn. Als Ernst nach 20 jähriger Ehe einen Schlaganfall erleidet und Kirsten ihn pflegt, blickt sie auf das gemeinsam Leben zurück.
Sie denkt an die schnellen Entscheidungen die sie im Hinblick auf ihr jeweiliges Alter getroffen haben. Die Entscheidung zusammen zu ziehen, zu heiraten und die Entscheidung für ein Kind. Kirsten denkt aber auch an die Probleme, die der große Altersunterschied mit sich brachte.


Meine Meinung:
Zunächst einmal. Doch ich lese auch Liebesromane, aber nur wenn ich mir mehr als das Übliche von ihnen verspreche. Die Liebenden von Wiesbaden geht weit über die Art Liebesgeschichte hinaus die man sonst in der Literatur findet, sie endet nicht mit einer weißen Kutsche und der strahlenden jungen Braut. Die Autorin erzählt sehr authentisch von der deutlich spürbaren Liebe zwischen Kirsten und Ernst, die sich durch nicht beirren ließen und allen Widrigkeiten und schiefen Blicken zum Trotz immer fest beieinander standen.
Diese Liebe war während des Lesens deutlich spürbar. Ernst war von der ersten Minute,in der er in ihr Leben trat, der wichtigste Mensch in Kirstens Leben. Das zu lesen war wunderschön und berührend, jeder wünscht sich einen Menschen an seiner Seite, der wirklich in Guten wie in Schlechten Tagen zu einem steht, auch wenn die Schlechten Tage "nur" Ernsts Alter und später seiner Gesundheit geschuldet waren, die Guten aber geprägt von Wohlstand und damit verbundener Sorglosigkeit. Kirsten steht zu ihrem Mann und pflegt ihn hingebungsvoll.
 Kirsten beschreibt die Einschulung ihr Tochter Daniela, sie denkt an die Bemerkungen der anderen, wie alt doch Daniela Eltern sind, betiteln sie als Großeltern. Zwar scheinen sich ihre Gedanken mit dem Kummer ihrer Tochter zu beschäftigen, ich hatte beim Lesen aber immer das Gefühl in Wahrheit ging es ihr wieder nur um Ernst, wie verletzt er war, wie er darunter litt schon so alt zu sein, das alle ihn für den Großvater seiner eigenen Tochter hielten. Ich hatte stets den Eindruck, das die Erfüllung des Kinderwunsches Kirsten absolut verständlich war, Kirsten und Ernst liebten ihre Tochter ohne Frage, Kirsten wehrte sich auch gegen die Einstellung eines Kindermädchens, aber doch stellte sie das Kind immer hintenan, wie sie alles und jeden hintenan stellte wenn es um Ernst ging, auch Besuche bei ihrer mittlerweile Pflegebedürftigen Mutter wurden immer wieder verschoben, wenn Ernst sie lieber bei sich hatte. Da ging mir die Liebe und Hingabe einen Tick zu weit, denn vor allen anderen sollte immer das eigene Kind stehen. Wie gesagt das war mein Gefühl beim Lesen und das ist natürlich subjektiv.
Was mich beim Lesen wirklich störte, waren die häufigen Hinweise auf die Sexualität der Beiden, unbestritten ist diese auch im Alter wichtig und hoffentlich auch bei den meisten Liebenden sehr lebendig und erfüllend, aber auf gerade mal 140 Seiten erwähnte Kirsten irgendeine sexuelle Handlung gefühlt auf jeder 5 Seite, ich habe nicht mitgezählt. Als hielte hauptsächlich der Sex zwischen ihnen sie zusammen.
Ich mochte den ruhigen unaufgeregten Schreibstil der Autorin Susanne Konrad und werde sicherlich noch mehr von ihr lesen.
Ein großes Kompliment auch für die Auswahl des Covers. ( Ein Gemälde von August Macke)

Alles in Allem bekommt das Buch von mir eine Lesempfehlung, für Alle die gern einmal etwas besonderes lesen.

Mit einem Klick auf das Cover seid ihr direkt beim Verlag.

  • Taschenbuch: 190 Seiten
  • Verlag: Größenwahn Verlag; Auflage: 1 (4. Oktober 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783957711861
  • ISBN-13: 978-3957711861