Vor kurzem habe ich einen äußerst spannenden Thriller gelesen, blutig, brutal und intelligent, genau so wie ich es mag. In diesem Thriller wurde etwas thematisiert, von dem viele nichts wissen. Es geht um Verbrechen die während der Nazizeit an Kindern und ihren Familien begangen wurden. Eine der Hauptprotagonistinnen Frey von Rittberg, wurde indirekt Opfer des Rassenwahns der Nationalsozialisten, warum verrate ich euch natürlich nicht, das könnt ihr in:
Immer wenn du tötest Ein Fall für Targa Hendricks
von B.C. Schiller nachlesen
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Aber was ist der Lebensborn eigentlich?
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| Bundesarchiv B 145 Bild-F051638-0059, Steinhöring, Lebensborn-Mütter-Heim |
Schon 1935 wurden auf Veranlassung Himmlers der Lebensborn e.v. gegründet. Der Verein hatte 3 Ziele.
Das klingt genau nach dem was es war, perfide und ekelerregend.
Zwar war der Lebensborn e.V. keineswegs eine staatlich geförderte Zuchtstation. Gleichzeitig aber war er Teil der Rasse- und Bevölkerungspolitik der Nationalsozialisten. Denn laut Satzung hatte der Verein vor allem drei Aufgaben:
„1. Rassisch und erbbiologisch wertvolle, kinderreiche Familien zu unterstützen.
2. Rassisch und erbbiologisch wertvolle werdende Mütter unterzubringen und zu betreuen, bei denen anzunehmen ist, dass gleich wertvolle Kinder zur Welt kommen.
3. Für diese Kinder zu sorgen.“
Entsprechend rücksichtslos ging es zu. In den besetzten Ländern Frankreich, Belgien, Luxmburg, Norwegen, Polen und den Niederlanden wurden zusätzlich Lebensborn-Heime eingerichtet, in denen einheimische Frauen gebären konnten und sollten, die von deutschen Besatzungssoldaten schwanger geworden waren. Außerdem wurden, teilweise gegen den erklärten Willen der jungen Mütter, Kinder mit hohem „rassischem Wert“ verschleppt und in Lebensborn-Heimen im Sinne der NS-Ideologie erzogen.
In den Lebensborn Heimen sollten ledige Frauen die Gelegenheit bekommen, ihre Kinder anonym zur Welt zur bringen, statt einen Schangerschaftsabruch vornehmen zu lassen, der dem Reich nicht nur die Kinder vorenthielt sondern auch für die Mütter gefährlich war, häufig konnten sie nach einem Abbruch keine weiteren Kinder bekommen oder starben sogar. In den Lebensborn Heimen wurden sie versorgt und konnten unter guter medizinischer Betreuung ihre Kinder zur Welt bringen, die später in Familien zur Adoption vermittelt wurden, hauptsächlich in Familien von SS Angehörigen.
Natürlich durfte nicht jede Frau in einem solchen Heim ihr Kind zur Welt bringen, zu Beginn galten strenge Aufnahmeregeln*
Viele SS Mitglieder schoben ihre schwangere Geliebte in eine Lebensborn Heim ab, dort konnte sie anonym ihr Kind zur Welt bringen und die Ehefrau erfuhr nichts von der Affäre.
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| Bundesarchiv Bild 146-1981-075-01, "Verein Lebensborn", Taufe |
Im Verlauf des Krieges zeigte sich, das nicht genügend Kinder geboren werden,die für den Erhalt der arischen Rasse und für ihren Fortbestand nötig wären.
Und so dachten sich die Machthaber einen perfiden Plan aus, den Himmler am 19.Februar 1942 als Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums verkündete.
In der Anordnung 67/1 wurde beschlossen, Kinder arischen Aussehens aus den besetzen Gebieten zu entführen und einzudeutschen.
1942 befahl Himmer Kinder aus Slowenien und der Untersteiermark ins Altreich zu überführen, deren Väter ermordet und deren Mütter in Konzentrationslager verschleppt wurden.
Als Eignungsprüfer fungierte Georg Rödel, wie auf einem Viehmarkt wurden die Kinder begutachtet und entweder aussortiert oder zur Adoption freigegeben.
Ein typischer Fall für den Lebensborn waren auch die 98 Kinder aus Lidice, deren Eltern als Widerstandskämpfer ermordet wurden. Die *schlechten* Kinder kamen auf Befehl Himmlers in Kinderlager, die *gutrassigen* über Heime des Lebensborn in Adoptiv und Pflegefamilien.
Natürlich wussten die Adoptiv oder Pflegeeltern nicht immer wo ihr Kind herkam, so konnte es also durchaus vorkommen das ein kleines jüdisches Kind bei einer linientreuen Nazifamilie aufwuchs, liebevoll versorgt und innig geliebt.
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Quellen:
http://www.spiegel.de/einestages/ss-lebensborn-a-948211.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Lebensborn#Lebensborn-Heime
https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article149873036/Zuchtstationen-Bordelle-Himmlers-Gebaer-Verein.html
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Vorzulegen war der „Große Abstammungsnachweis“, umgangssprachlich „Ariernachweis“, mit dem Nachweis der Vorfahren bis zum 1. Januar 1800, wie es für die NSDAP und ihre Untergliederungen galt.
Ein „Erbgesundheitsbogen“ mit Angaben über mögliche erbliche Belastungen in der Familie war auszufüllen.
Ein „ärztlicher Untersuchungsbogen“ zum Nachweis der Gesundheit und zur „rassischen Beurteilung“ fasste die Untersuchungen durch SS-Ärzte, später wegen Ärztemangels auch durch andere zugelassene Ärzte, zusammen.
Die Bewerberin musste einen Fragebogen zur Person, mit Fragen nach Beruf, Krankenversicherung, Parteizugehörigkeit, Heiratsabsicht usw., ausfüllen, dazu einen handgeschriebenen Lebenslauf mit Lichtbildern vorlegen.
Unverheiratete werdende Mütter hatten außerdem eine eidesstattliche Versicherung abzugeben, dass der angegebene Mann der Vater des Kindes sei.
Sämtliche Unterlagen musste gleichfalls der werdende Vater einreichen. Ausgenommen waren SS-Angehörige nur, wenn die Heiratsgenehmigung für die Mutter bereits vom Rasse- und Siedlungshauptamt erteilt worden war.
Im Laufe des Krieges wurden die Aufnahmekriterien reduziert, so dass schließlich etwa 75 Prozent der Anträge bewilligt wurden.