Sonntag, 6. Mai 2018

Nora Webster Colm Tóibín

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Nora Webster, verliert viel zu früh ihren Mann und muss sich und ihre 4 Kinder im Irland der Sechzigerjahre durchbringen. Gegen alle Konventionen und immer unter Beobachtung der Familie und der Nachbarn emanzipiert sie sich und findet den Weg in ein selbstbestimmtes Leben.

So habe ich den Klappentext verstanden. Ich hatte mich auf eine interessante Geschichte gefreut, ich hatte mich darauf gefreut etwas mehr über das Irland der Sechziger Jahre zu erfahren und dem Leben der Frauen in dieser Zeit.
Eins vorweg, ich mochte das Buch wirklich, ich konnte Noras Sorgen um ihre finanzielle Existenz und um das wohlergehen ihrer Kinder und die Sehnsucht nach ihrem Mann und ihr früheres Leben, absolut mitfühlen und damit auch die Entscheidungen die sie teilweise treffen musste.
Dafür gebe ich schon mal eine absolute Leseempfehlung, das Buch ist schön, anders kann ich es gerade nicht beschreiben. Es erzählt die Geschichte vieler Frauen, ob sie nun in der Vergangenheit lebten oder im hier und heute.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, ich habe mich zu keiner Zeit gelangweilt.
Jetzt kommt aber das große Aber, das ihr sicher schon erwartet habt.
Achtung Spoiler

Mittwoch, 2. Mai 2018

Sklavin und Königin von Alexander Röder u.a.


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Inhalt:
Als Kara Ben Nemsi auf der Rückreise nach Deutschland zufällig auf die Niederländerin Marijke van Beverningh trifft, die nach den brutalen Morden an ihrem Mann und ihren Schwager verschleppt und in die Sklaverei verkauft wurde, zögert er nicht lange und befreit sie aus der Gewalt ihres aufgezwungenen Ehemanns. Nach der geglückten Flucht aus dem Orient und einem erholsamen Aufenthalt in der deutschen Heimat erreicht Kara Ben Nemsi ein Brief der Niederländerin. Sie will mit seiner Hilfe eine Sklaven Karawane stoppen und die Sklavinnen befreien.
Die Wegefährten zu denen auch Hatschi Halelf Omar, der Magier Haschim und der Brite Sir David Lindsay gehören, machen sich auf um das Abenteuer ihres Lebens zu bestehen, denn sie müssen nicht nur gegen Sklavenhändler und Dämonen kämpfen, sondern sie betreten das Sagenumwobene Königreich Saba.

Meine Meinung:
Kara Ben Nemsi, Hadschi Halef Omar sie gehören in die abenteuerliche Welt Karl Mays, der zwar seinen Heimatort Radebeul erst spät für so eine weite Reise wie in den Orient verlassen hat, diesen aber trotzdem in die Träume seiner Leser zu bringen vermochte.
Die Originaltexte scheinen heute angestaubt und nicht mehr zeitgemäß und zugegebenermaßen, ich habe schon als Kind weder den Shut noch durch das wilde Kurdistan oder einen seiner anderen vielen Orientromane gelesen, ich war wie so viele eher ein Fan von Winnetou und Old Shatterhand ( diesen Namen trägt Kara Ben Nemsi wenn er in Amerika weilt).
Und gerade der Gedanke: Das liest doch heute niemand mehr. Hat mich dazu gebracht das vorliegende Buch zu lesen. Ich war neugierig ob es heutigen Autoren gelingt mich in den Orient zu versetzen und mir den Zauber der Fantasie Karl Mays zu vermitteln.
Sie haben es geschafft, in einer Modernen Sprache, die niemals ungeschliffen oder gar grob daher kam, ließen sie die Personen und Örtlichkeiten vor meinem inneren Auge entstehen und zum Leben erwachen. Besonders die Rolle der Frau wurde in diesem Buch entstaubt, sie sind stark und unabhängig ein weiterer Pluspunkt für das Buch.In Unkenntnis der Original Werke kann ich nicht sagen ob auch dort Magie und Zauberei eine Rolle spielt, hier tut sie es definitiv und ist ein fester und wichtiger Bestandteil der Handlung. Sklavin und Königin ist ein fesselndes Fantasywerk, das seine Leser für einige Stunden Träumen lässt.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

Mit einem Klick auf das Cover, seid ihr direkt beim Verlag.

  • Verlag: Karl-May-Verlag; Auflage: 1 (19. März 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3780225050
  • ISBN-13: 978-3780225054


Akte Kronos von Matthias Bürgel

http://www.matthias-buergel.de/
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Inhalt:Als die Leiche es Wissenschaftlers Professor Wilberg in seinem Hotelzimmer aufgefunden wird, deutet alles auf einen Selbstmord hin. Hauptkommissar David Sprenger zweifelt an der Selbstmordtheorie und ermittelt auf eigene Faust, dabei wird er unterstützt von der Assistentin des Professors Sina Forget, die nur knapp einem Mordversuch in ihrer Wohnung entkommen konnte.
Bald schon müssen die beiden feststellen, dass sie niemandem trauen können, denn die Auftraggeber für den Mord, kommen aus den höchsten und einflussreichsten Kreisen.

Meine Meinung:
Zunächst einmal: Akte Kronos ist das zweite Buch rund um Hauptkommissar David Sprenger, allerdings ist es nicht zwingend notwendig das erste * Projekt Goliath* zuvor gelesen zu haben.
Kurze Erinnerungen des Hauptprotagonisten Sprenger als Rückblenden, geben Einblicke in die Handlung des ersten Bandes und erklären seine persönliche Situation, ohne aufdringlich zu sein. Mir persönlich gefällt es am Besten wenn ich von den privaten Problemen der Ermittler verschont bleibe, es gelingt selten eine ausgewogene Mischung. In dem Punkt hat Matthias Bürgel schon mal alles richtig gemacht.Aber auch die Handlung seines Krimis hat mich überzeugt. In kurzen Kapiteln vermittelt der Autor ein klares Bild der Geschehnisse. Die Suche nach Motiv und Täter treibt Sprenger und Sina quer durch Deutschland bis nach Paris zum Elysee-Palast wo diese Suche in einem Atemlosen Showdow endet.
Akte Kronos erinnert stark an bekanntere Werke, was der Spannung allerdings keinen Schaden zuteil werden ließ.
Da hat mich schon eher die fehlende Distanz zwischen Sprenger und einigen anderen Protagonisten gestört, z.B. trifft er bei seinen Ermittlungen auf eine Kollegin Sinas und sie bietet ihm gleich das Du an, es mag sein das das realistisch ist aber, da denke ich an mich in der Position und für mich wäre es unvorstellbar einem Fremden noch dazu einem Polizeibeamten das Du anzubieten (hier hört man die Stimme meiner Tochter: Mama in zehn Jahren duzen sich sowieso alle, das Sie stirbt aus).
Zur Distanzlosigkeit gehört auch die eine Sexszene zwischen David und Sina, ich habe nichts gegen Sex in Bücher aber sie müssen einen Sinn haben und den sehe ich hier überhaupt nicht, andere mögen das anders sehen oder mit Stressabbau argumentieren, aber meiner Meinung nach tat diese Szene nicht für die Handlung.
Nichtsdestotrotz: Akte Kronos ist ein spannender und rasanter Verschwörungstheorie Thriller, bei dem ich mir durchaus vorstellen kann das es ein weiteres Buch geben wird.

Mit einem Kick auf das Cover, seid ihr direkt auf der Autorenseite.

  • Taschenbuch: 428 Seiten
  • Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (15. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3744810372
  • ISBN-13: 978-3744810371



Donnerstag, 26. April 2018

Kleine Feuer überall von Celeste NG

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Inhalt: Kleine Feuer überall. Issy die jüngste Tochter Richardons hat  in jedem Schlafzimmer des Elternhauses gelegt, bevor sie davonlief. Hilflos muss ihre Mutter mit ansehen, wie ihr wohlgeordnetes Leben in Rauch aufgeht.
Die Richardsons leben in Shaker Hights, einer am Reißbrett geplanten Stadt, in der nichts dem Zufall überlassen wird, nicht die Höhe des Rasens und nicht die Fassadenfarbe, genauso will Mrs. Richardson leben, in geordneten Verhältnissen, in denen nichts dem Zufall überlassen wird, mit wohlgeratenen Kindern, einem fleißigen treuen Ehemann und einem schönen gemütlichen Heim. Und fast hätte sie die perfekte Familie, wäre da nicht Issy, die so ganz anders ist als ihre anderen Kinder, rebellisch und frech und nichts kann sie ändern, weder Ermahnungen noch Strafe. Issy ist ein schreckliches Kind.
Bis Mia in ihr Leben tritt, die Künstlerin zieht mit ihrer Tochter Pearl in eine Wohnung die den Richardsons gehört, als sich Pearl mit den Kindern der Richardson anfreundet und auch Mia näheren Kontakt zur Familie bekommt, ändert sich deren Leben unmerklich.

Meine Meinung: Jetzt habe ich viel zum Inhalt geschrieben, das sieht mir gar nicht ähnlich und ich habe ganz oft: Mrs. Richardson geschrieben, als hätte sie keinen Vornamen, den hat sie natürlich, aber der würde zu viel Nähe schaffen, eine Nähe die Mrs. Richardson gar nicht will, so schien es mir, sie hat eine unsichtbare Mauer um sich herum errichtet, eine Mauer, die es anderen verbietet, sich ihr zu nähern und sie zu verletzen, die es verhindert das jemand Elena kennenlernt, die Frau die kurz davor stand ihre Sachen zu packen und mit ihrem Freund irgendwo am Strand zu leben, die Frau die vor lauter Sorge und Liebe zu ihrer jüngsten Tochter, dieser mit Verboten und Regeln das Leben zur Hölle macht. Niemand darf sehen, wie es in ihrem Innern aussieht.
Und Mia? Die begnadete Fotografin zieht mit ihrer Tochter in einem klapprigen Auto von Stadt zu Stadt mit einem Geheimnis im Gepäck das ihr Leben und das Pearls nicht nur verändern sondern zerstören könnte.
Die beiden so unterschiedlichen Familien verflechten sich ineinander, Pearl findet in den Kindern der Richardson Freunde und lernt so etwas wie ein normales amerikanisches Familienleben kennen und Issy findet bei Mia, einen Mutterersatz der sie nicht maßregelt, sondern unterstützt.
Auf das Ereignis das zum Brand führte will ich nun nicht weiter eingehen. Nur einen Satz zitieren:

Manchmal muss man alles abbrennen und von vorn anfangen.
"Nach dem Brand ist die Erde fruchtbar und Neues kann wachsen.Genauso ist es bei den Menschen.Sie fangen von vorne an. Sie finden einen Weg."

Kleine Feuer überall, erzählt von Mutterliebe und Versagen vor den Ängsten und von der Hoffnung auf einen Neubeginn.

Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung, für ein wunderbares Buch.

Mit einem Click auf das Cover kommt ihr direkt zur Autorenseite beim DTV Verlag, das darf gern als Werbung verstanden werden.


  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (20. April 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423281561
  • ISBN-13: 978-3423281560
  • Originaltitel: Little Fires Everywhere

Die Politik und ihr Wahnsinn Der Reichstag von Ralph Llewellyn

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Inhalt. Während einer Forbildungsveranstaltung lernen sich die Immobilienmakler, Susanne, Hans,Frank und Ronaldo kennen. Frustriert und desillusioniert, fassen sie völlig betrunken einen absurden Plan: Sie wollen den Reichstag verkaufen. Der im Grundbuch immer noch auf das Deutsche Reich eingetragen ist. Alles was sie dafür brauchen ist eine Vollmacht vom Gericht, das einen Amtspfleger einsetzt. Innerhalb kürzester Zeit haben sie den BND und einen potentiellen Käufer auf den Fersen und natürlich mischen die Amerikaner auch noch mit.

Meine Meinung:
Das wird jetzt schwierig, da ich nicht ganz einschätzen kann was der Autor eigentlich bezweckte, will er seinen Lesern die Augen öffnen, ihnen sagen: Schaut genau hin, was hier und anderswo geschieht. Dann gelingt ihm das sicherlich, mit einer guten Portion Witz beschreibt er ein Was Wäre Wenn Szenario, bei dem ich das eine oder andere Mal wirklich lachen musste und doch blieb genau dieses Lachen mir manchmal im Halse stecken, da der Autor reale Dinge beschreibt, den Flüchtlingsdeal mit der Türkei, den Abhörskandal rum um die Kanzlerin um nur zwei zu nennen.
Ist das Buch also Satire, ist es gut, teilweise sicher arg überspitzt aber das darf genau so sein.
Oder will der Autor Ängste schüren, die Angst vor Überfremdung, die Angst davor nicht mehr Herr im eigenen Land zu sein. Dann wird ihm das auch gelingen und seine Worte fallen auf fruchtbaren Boden, sofern es die richtigen Leser  dafür erreicht.
Selten habe ich bei einem Buch während eines Satzes gedacht: "Das kann der nicht ernst meinen", um beim nächste aufzuatmen, "ne alles nur Satire" und dann wieder: "Doch der meint es Ernst."
Ich habe also wirklich Schwierigkeiten das Buch zu bewerten, wem empfehle ich es, wem sollte ich lieber abraten? Verschwörungstheoretiker sollten es nicht lesen, um ihre Paranoia nicht noch zu füttern.

  • Taschenbuch: 211 Seiten
  • Verlag: Engelsdorfer Verlag; Auflage: 1 (8. Februar 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3961452466
  • ISBN-13: 978-3961452460