Inhalt: Nach 12 Jahren kehrt Nina in ihr Heimatdorf zurück, das sie nach dem Tod ihres Schulfreundes Domi verlassen hat. Sie hat alle Brücken hinter sich abgebrochen und sich weder bei ihrer Familie noch bei ihren Freunden Mel und Tobias gemeldet. Mit ihrer Rückkehr brechen alte Wunden wieder auf.
Meine Meinung:
Lange war mir nicht klar wo die Autorin Michaela Kastel mit mir hin will. Die Erzählung springt von einem Protagonisten und in verschiedene Zeiten, sie enthüllt nach und nach ein Beziehungsgeflecht, das geprägt ist von Liebe, Hass, Verzweiflung und den Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens.
Die Familien der Protagonisten sind schwierig, Nina wird von ihrer Medikamentenabhängigen, depressiven Mutter vernachlässigt, ihr Vater Gregor kann keine richtige Beziehung aufbauen und will eigentlich aus seiner Ehe flüchten nur die Liebe zu seiner schwierigen Tochter scheint ihn zurück zuhalten. Nina flüchtet schon früh in wechselnde Beziehungen. Mels Leben ist völlig anders, sie wird von ihrer Mutter überbehütet und träumt von der großen Liebe. Domi und sein kleiner Bruder Tobias sind erst vor kurzem in das kleine Dorf gezogen, ihre Mutter Sophie lebt nur für ihre Familie.
Ganz normale Familien mit ganz normalen Problemen also, deren Zusteuern auf eine Katastrophe das Buch nur nach und nach enthüllt. Es ist schnell klar, das Nina in das Dorf zurückkehrt um die genauen Umstände von Domis Tod aufzuklären und vielleicht auch Rache zu nehmen. Ich erzähle jetzt nicht mehr, ich würde zu schnell, zu viel verraten. Nur soviel, das Ende hat mich überrascht, nachdem alle Tatsachen offen gelegt wurden, ergab sich ein klares und sehr erschreckendes Bild.
Ich vergebe für Worüber wir schweigen, eine absolute Leseempfehlung, es ist ein besonderes Buch, das seinen wahren Schrecken erst ganz am Ende enthüllt.
- Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
- Verlag: Emons Verlag (17. Oktober 2019)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3740806435
- ISBN-13: 978-3740806439



