Dienstag, 15. Oktober 2019

Worüber wir schweigen von Michaela Kastel

Nach §2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung.
Inhalt: Nach 12 Jahren kehrt Nina in ihr Heimatdorf zurück, das sie nach dem Tod ihres Schulfreundes Domi verlassen hat. Sie hat alle Brücken hinter sich abgebrochen und sich weder bei ihrer Familie noch bei ihren Freunden Mel und Tobias gemeldet. Mit ihrer Rückkehr brechen alte Wunden wieder auf.
Meine Meinung:
Lange war mir nicht klar wo die Autorin Michaela Kastel mit mir hin will. Die Erzählung springt von einem Protagonisten und in verschiedene Zeiten, sie enthüllt nach und nach ein Beziehungsgeflecht, das geprägt ist von Liebe, Hass, Verzweiflung und den Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens.
Die Familien der Protagonisten sind schwierig, Nina wird von ihrer Medikamentenabhängigen, depressiven Mutter vernachlässigt, ihr Vater Gregor kann keine richtige Beziehung aufbauen und will eigentlich aus seiner Ehe flüchten nur die Liebe zu seiner schwierigen Tochter scheint ihn zurück zuhalten. Nina flüchtet schon früh in wechselnde Beziehungen. Mels Leben ist völlig anders, sie wird von ihrer Mutter überbehütet und träumt von der großen Liebe. Domi und sein kleiner Bruder Tobias sind erst vor kurzem in das kleine Dorf gezogen, ihre Mutter Sophie lebt nur für ihre Familie.
Ganz normale Familien mit ganz normalen Problemen also, deren Zusteuern auf eine Katastrophe das Buch nur nach und nach enthüllt. Es ist schnell klar, das Nina in das Dorf zurückkehrt um die genauen Umstände von Domis Tod aufzuklären und vielleicht auch Rache zu nehmen. Ich erzähle jetzt nicht mehr, ich würde zu schnell, zu viel verraten. Nur soviel, das Ende hat mich überrascht, nachdem alle Tatsachen offen gelegt wurden, ergab sich ein klares und sehr erschreckendes Bild.

Ich vergebe für Worüber wir schweigen, eine absolute Leseempfehlung, es ist ein besonderes Buch, das seinen wahren Schrecken erst ganz am Ende enthüllt.

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Emons Verlag (17. Oktober 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3740806435
  • ISBN-13: 978-3740806439


Nachtblau der See von Gabriela Kasperski

Inhalt: Kurz vor der Premiere stürzt die Hauptdarstellerin eines Shakespeare Stückes in den Tod, zunächst sieht alles nach einem Unfall aus. Das Betreten der ungesicherten Tribüne war strengstens untersagt, doch für ein Selfie nahm die junge Influencerin das Risiko in Kauf.
Bald schon mehren sich allerdings die Hinweise, das es sich nicht um ein tragisches Unglück handelt.
Werner Meier übernimmt den Fall, sehr zum Leidwesen seiner Partnerin Zita Schneyder, die sich mehr familiären Einsatz von ihm wünscht, besonders im Hinblick auf ihre eigene Karriere.

Meine Meinung:
Ich hatte ein paar Bedenken, ein Buch das aus einer Reihe zu lesen ohne alle Vorgängerbücher zu kennen. Ich kannte bisher nur den 2 Teil: Besondere Umstände, der Autorin. Mittlerweile sind die Schnyder/Meiers eine größere Familie und Zita träumt davon für einige Zeit ins Ausland zu gehen, während Meier eine Beförderung annimmt die Zitas Pläne vollkommen zerstören könnte.
Ihre unterschiedlichen Ansichten haben sich im Laufe der Zeit nicht sehr geändert, sie reiben sich aneinander bis es funkt.
Aber nun genug von den Beiden, schließlich handelt es sich bei Nachtblau der See um einen Krimi und nicht um eine Beziehungsstudie.


Das Buch beginnt im Jahr 2019
Hannah Frank steht vor Gericht, weil sie einen Regisseur öffentlich beschimpft hat und Behauptungen aufstellte, die sich als Verleumdungen herausstellen könnten. Sie schweigt zu allen Vorwürfen.

Erst nach dem Prolog und dem kurzen Kapitel über die Gerichtsverhandlung springt die Geschichte in das Jahr 2018, kurz vor der Premiere des Theaterstückes und dem tragischen Tod Arielle Bergmanns. Die Gründe für alles was geschah, liegen weit in der Vergangenheit, der Leser erhält einen Einblick hinter die Kulissen des Theaters, die man so nicht erwartet hat. Me too, ist der rote Faden der sich durch das gesamte Buch zieht.

Es ist schwierig zu erklären, welche Gedanken mir beim Lesen durch den Kopf gingen und es war auch ein bisschen schwierig der Krimihandlung zu folgen, denn ich wurde immer wieder durch die privaten Problem der Schnyder/Meiers abgelenkt und die vielen Protagonisten und Handlungsstränge tun ihr übriges um den Lesefluss etwas zu bremsen, dennoch ergibt am Ende alles ein klares Bild, das Motiv für den Mord wird deutlich und auch Hannah Franks Verhalten, ergibt am Ende einen Sinn.

Ich kann also nur eine eingeschränkte Leseempfehlung geben, sicherlich werden Fans der Reihe begeistert sein, denn sie kennen die Art und Weise wie Gabriela Kasperski ihre Bücher schreibt, sie sind mit Schnyder/Meiers vertraut. Für Neueinsteiger, empfehle ich die Bücher ab dem 1. Band zu lesen.

Nachtblau der See ist der 5 Teil der Reihe.

Alle Bücher in chronologischer Reihenfolge.

Die gefallene Schneekönigin


Quelle: Lovelybooks


  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: Emons Verlag (23. September 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3740806427
  • ISBN-13: 978-3740806422






Donnerstag, 10. Oktober 2019

"DIE BIBLIOTHEK DER FLÜSTERNDEN SCHATTEN - BÜCHERKRIEG" VON AKRAM EL-BAHAY


Inhalt: Den Freunden Sam, Nusar und Kani haben die Fabelwesen zum Tor des Himmels geführt, dort planen sie ihr weiteres Vorgehen, sie müssen verhindern das die Sahira Layl die Namen der Fabelwesen erneut verliest um sie wieder in die Bücher zu sperren. Während sich Sam und Shagyra auf den Weg nach Mythia macht, erfährt Kani von den Thalia wer sie wirklich ist und mehr über ihre Rolle im Bücherkrieg.

Meine Meinung:
Ihr seht schon:


DIE BIBLIOTHEK DER FLÜSTERNDEN SCHATTEN - BÜCHERKRIEG
von

AKRAM EL-BAHAY
kann man nicht allein lesen, es ist zwingend erforderlich auch die beiden Vorgängerbände zu lesen. Das ist bei einer Trilogie auch nicht weiter verwunderlich.
Ich habe also alle drei Teile der Serie gelesen und ich war von jedem der vorigen Bücher begeistert.
In den ersten Bänden führt uns Akram EL- Bahay in viele Geheimnisse der Bücherstadt ein, deren Auflösung allerdings enthielt er seinen Lesern bis zum letzten Band zum größten Teil vor.
Meine Erwartungen waren also hoch. Wird die Auflösung schlüssig sein oder verirrt sich der Autor zwischen den Gängen Paramythias, der Bücherstadt?


Die Bewohner Mythias sind mir sehr ans Herz gewachsen und so bangte ich mit jedem von ihnen, wohl wissend das es in einem Krieg auch Verluste geben wird. Die Trilogie ist sicherlich kein Kinderbuch, auch wenn es keine blutigen Schlachten gibt, sind die spannenden und für die Freunde auch sehr gefährlichen Momente, der finalen Kämpfe nicht zu vergleichen mit Kindermärchen.
Die Botschaft allerdings kann jeder verstehen, so verschieden wir auch sind, wir haben alle das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben, egal wie die äußere Hülle aussieht.


Ich hatte Bedenken was die Beziehung zwischen Kani und Sam betrifft, vollkommen Grundlos, wie sich herausstellte: Kani bleibt eine selbstbestimmte und starke junge Frau, die sich ihrer Rolle im Bücherkrieg immer mehr bewusst wird und die sie auch annimmt, zwar zieht sie Kraft aus ihrer Liebe zu Sam, aber sie ordnet sich ihm nicht unter, sie braucht keinen strahlenden Helden der sie am Ende der Geschichte retten muss um alles zu einem guten Ausgang zu führen.
Zwar könnte Der Bücherkrieg, mit den klassischen Märchenworten:
Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute enden.
Aber das war es dann auch schon mit den Ähnlichkeiten.


Die Bibliothek der flüsternden Schatten, wird wohl als eine der besten Trilogien in meiner Erinnerung bleiben und so vergebe ich eine uneingeschränke Leseempfehlung für die Trilogie.



Verlag: Lübbe; Auflage: 1. Aufl. 2019 (30. September 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404209524
ISBN-13: 978-3404209521

Sonntag, 6. Oktober 2019

Das Erbe der Elfen Die Hexer-Saga 1 von Andrzej Sapkowski

Nach §2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung.

Das Löwenjunge, die Thronfolgerin Ciri  überlebt als einzige den blutigen Angriff auf Cintra, alle die sie kannten, sind tot, einschließlich ihrer Großmutter der Königin von Calanthe. Der mächtige Hexer Geralt nimmt sie unter seine Fittiche und bringt sie nach Kaer Morhen, dort werden schon seit Ewigkeiten junge Hexer in Hexerei und Kampfkunst ausgebildet, so geschickt das kleine Mädchen im Kampf ist, so unbegabt scheint sie zu zunächst für die Hexerei zu sein, erst die Zauberin Triss Merrigold erkennt ihr Potenzial.



Meine Meinung:

Der Name des Autors Andrzej Sapkowski war mir vollkommen unbekannt, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, ich hatte zwar schon vom Witcher Universum als Computerspiel gehört, aber das war es dann auch schon. Und dann sah ich in den Verlagsvorschauen des DTV Verlags, dieses Cover und schon war es um mich geschehen. Ich gebe es zu, ein schönes Cover, ein ansprechender Klappentext und schon bin ich verführt. Nun stelle ich mir natürlich die schönen Bücher nicht nur ins Regal, ich lese sie auch. Das Erbe der Elfen hat mich, Gott sei Dank, nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich überzeugt. Die Charaktere sind recht gut beschrieben, ich hatte recht schnell ein klares Bild der Hauptprotagonisten vor Augen: Geralt der Hexer, ist ein reservierter Mann, der aufgrund seiner Erfahrungen im Leben, sein eigenes Ding macht, er will sich nicht mehr vor den Karren der Mächtigen spannen lassen, er beschützt sich selbst und die Seinen. Ciri, das Löwenjunge, ein kleines Mädchen das schon viel zu viel Leid erleben musste, sie ist clever, freundlich und fröhlich ich bin sehr gespannt wie sie sich noch entwickeln wird. Mit den Beschreibungen der Nichtmenschen, wie
z. B. die Elfen und Zwerge auch schon mal genannt werden, bedient Andrzej Sapkowski zugegeben das eine oder andere Klischee, aber das stört mich persönlich überhaupt nicht, ich wäre verwirrt, wären z. B. die Charaktereigenschaften der Zwerge und Elfen vertauscht.

Manchmal schwirrte mir der Kopf, ob der vielen Personen, die schon in diesem ersten Band der Reihe auftauchten, nicht immer war klar zu erkennen auf welcher Seite sie stehen, denn natürlich gibt es zwei Seiten, die die Ciri benutzen wollen, um die Macht über Cintra zurückzugewinnen und die, die Ciri um jeden Preis beschützen wollen.

Erst nach und nach gibt der Autor alle Zusammenhänge preis und obwohl in mir manchmal das Gefühl aufkam ich bräuchte noch mehr Informationen, war am Ende alles Rund, ich weiß oder eher ich ahne, wo der Autor mit seiner Geschichte hin will. Ich bin auf jeden Fall sehr neugierig.

Die eher düstere Atmosphäre, die die Grundstimmung des Buches ausmacht, wird durch einige humorvolle Passagen aufgelockert, diese sind aber nie dazu gedacht bestimmte Personen oder Ereignisse ins Lächerliche zu ziehen, sondern ergeben sich ganz natürlich aus der Situation heraus und kommen so völlig unerwartet.

Von mir bekommt
Das Erbe der Elfen
eine absolute Leseempfehlung.

  • Broschiert: 384 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (20. September 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423262443
  • ISBN-13: 978-3423262446
  • Originaltitel: Krew Elfów




Dienstag, 1. Oktober 2019

Connect von Julian Gough



Inhalt: Der achtzehnjährige Colt lebt den größten Teil seines Lebens in einer von ihm selbst geschaffenen virtuellen Welt, in dieser Welt ist er der gefeierte Star, während er in der realen Welt nicht mit seinen Mitmenschen zurecht kommt. Heimlich beendet er eine Arbeit über Biotechnologie seiner Mutter und reicht sie bei einem Komitee ein. Noch bevor die bahnbrechende Arbeit an die Öffentlichkeit kommt, wird sie von der NDSA (National Domestic Security Agency) für die sein Vater arbeitet, beschlagnahmt.Cody und seine Mutter müssen fliehen und Cody muss sich der Realität stellen.

Meine Meinung: Im Kappentext heißt es *Cody ist der clevere Sohn ...* Clever ist absolut untertrieben, Cody ist ein genialer Computercrack, mühelos programmiert er virtuelle Welten und bügelt in diesen Fehler seiner Mitprogrammierer aus, er schreibt die Arbeit über Biotechnologie seiner Mutter zu ende. Intellektuell ist Cody auf einem kaum vorstellbaren Level, dem steht seine soziale Intelligenz gegenüber, ohne Skrupel räumt er die Konten seiner Mutter leer um sich Computerzubehör zu kaufen, er hat keine echten Freunde und ist kaum in der Lage mit seiner Mutter zu kommunizieren, geschweige denn mit anderen.
Ich war teilweise wirklich überfordert mit dem Buch, viel zu viel Programmiersprache für meinen Geschmack, bzw. für mein Alter, jeder der sich etwas besser auskennt als ich und das dürften die Meisten sein liest und versteht die teils wirklich simplen Begriffe ( ich habe mich ja schlau gemacht und bei meinem persönlichen Computerspezialisten nachgefragt) problemlos.
Ich habe das Buch also nochmal von vorn begonnen und mich auf die Menschen konzentriert, auf Cody der lernen muss im richtigen Leben zu agieren, auf Naomi bei der ich so manches Mal dachte: Wie kannst du zulassen das sich dein Kind komplett von der Welt zurückzieht? Cody besucht keine Schule und auch beim Hausunterricht tricksen sie die Behörden aus. Möglich das Cody in einer Schule unterfordert wäre, aber für seine soziale Kompetenz wäre das Zusammensein mit anderen mehr als hilfreich gewesen, für alles andere hätte sich bestimmt auch eine Lösung gefunden.
Verpackt in einen Wissenschaftsthriller, mit selbstfahrenden Autos, elektronischen Haushaltshelfern und virtuellen Realitäten, verbirgt sich eine Geschichte über das erwachsen werden und den damit nicht unkomplizierter  werdenden zwischenmenschlichen Beziehungen, sei es zwischen Eltern und Kindern oder zwischen Frau und Mann.
Eine durchaus lesenswerte Geschichte, die auch zum Nachdenken anregt.

  • Gebundene Ausgabe: 624 Seiten
  • Verlag: C. Bertelsmann Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (16. September 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570102971
  • ISBN-13: 978-3570102978
  • Originaltitel: Connect