Sonntag, 10. September 2017

Patientenrache von Olaf Jahnke

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Inhalt: Als kurz nacheinander zwei Sachbearbeiter einer Versicherung zusammengeschlagen werden, erkennen die zuständigen Behörden zunächst keine Zusammenhang, im Gegensatz zu der Versicherung in der die Opfer arbeiteten und so wird Roland Bernau engagiert die Ermittlungen der Polizei zu unterstützen. Erst als auch ein Gutachter und eine Staatsanwältin zu Opfern werden, erkennt auch die Polizei einen Zusammenhang.

Meine Meinung:
Dies ist der zweite Fall um den ehemaligen BKA Beamten, Roland Bernau der sich als Privatermittler selbstständig gemacht hat. Bernau taucht tief hinein in einen Sumpf aus Patientenschicksalen und dem Bestreben der Versicherungen im Interesse der Kliniken und Ärzte die Kosten möglichst niedrig zu halten.Olaf Jahnke zeigt auf, welches Schicksal Menschen treffen kann die sich vertrauensvoll in die Hände der Ärzte geben,ängstliche Gemüter könnten versucht sein kein Krankenhaus mehr aufzusuchen, diese dürfen dann aber nicht vergessen, das nur die Kunstfehler bekannt werden und von den tausenden Menschen die täglich gesund eine Klinik verlassen, selten die Rede ist.
Nichtsdestotrotz gibt es sie, die Menschen die verbluten, mit Keimen infiziert werden oder für den Rest ihres Lebens körperlich oder geistig eingeschränkt bleiben und Olaf Jahnke deckt auf, das Patienten nur eine geringe Chance auf eine angemessene finanzielle Entschädigung haben.
Ich möchte gar nicht zu sehr auf die einzelnen Schicksale eingehen, je mehr ich erzähle, desto mehr würde ich euch das Ende verraten.
Positiv ist noch zu erwähnen, Jahnke betreibt kein Versicherungs bashing und er verteufelt auch nicht alle Kliniken, Ärzte oder andere Beteiligte, er bleibt immer sachlich.
Olaf Jahnkes Schreibstil ist flüssig in kurzen knappen Sätzen führt er uns gemeinsam mit Roland Bernau zur Lösung des Falls, Schritt für Schritt sammeln wir genau wie Bernau Hinweise, wir wissen also immer genau so viel wie er, so das die Spannung bis zum Ende erhalten bleibt.

Patientenrache, lässt sich sehr gut als eigenständiges Buch lesen,es gibt außer zum Privatleben Bernaus, keine Informationen die man zum Verständnis der Handlung kennen muss. Und zu eben diesem Privatleben sage ich nur, es bleibt kompliziert, Bernau und Julia sind wie die zwei Königskinder die nicht zueinander kommen können, die Umstände sprechen halt immer dagegen.

Patientenrache ist ein lesenswertes Buch und ich hoffe, nein ich erwarte einen weiteren Krimi mit Roland Bernau.

Mit einem Klick auf das Cover kommt ihr wie immer direkt zur Verlagsseite.

  • Taschenbuch: 300 Seiten
  • Verlag: Größenwahn Verlag (8. September 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3957711045
  • ISBN-13: 978-3957711045

Freitag, 8. September 2017

OXEN das erste Opfer von Jens Henrik Jensen

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Inhalt: Der schwerst traumatisierte Ex- Elitesoldat Niels Oxen zieht sich zusammen mit seinem Hund Mr. Whitey in die Wälder Dänemarks zurück um vor seinen Problemen zu fliehen und sich vielleicht auch etwas zu erholen. Durch Zufall kampiert er auf dem Gelände des Schlosses Norlund als der ehemalige Botschafter und Thinktank Gründer Hans-Otto Corfitzen gefoltert und ermordet wird. Oxen gerät unter Verdacht und ins Visier des Polizeipräsidten Mossman in  der ihn zwingt gemeinsam mit der Ermittlerin Margrethe Franck nach den Tätern zu suchen und nur ihm Bericht zu erstatten.

Meine Meinung:
Nach anfänglichen Schwierigkeiten miteinander, spielt sich das Ermittlerduo Oxen und Franck gut aufeinander ein und sie kommen nach und nach einem Geheimbund auf die Spur. Jensen bedient einige Klischees, die traumatisierten Ermittler, die sich erst noch zusammen raufen müssen, Oxens Beziehungen zu den weiteren Opfern, die allesamt der Thinktank Organisation angehörten, das ist alles nicht neu, aber der Autor schafft es mit einem sehr angenehmen Erzählstil Spannung aufzubauen und die einzelnen Puzzleteile der Story zu einem runden Gesamtbild zusammen zufügen.
Seine Protagonisten sind keine strahlenden Helden, beide haben ihre Vergangenheit und ihre Wunden, die heilen müssen und die dies vielleicht nie tun.
Obwohl das Buch in sich abgeschlossen ist, bleiben Fragen, die sicherlich in den beiden folgenden Bänden beantwortet werden müssen um eine vollkommen Runde Story zu ergeben.

Mir hat Oxen sehr gut gefallen und ich vergebe sehr gern ein Leseempfehlung.

Mit einem Klick auf das Cover gelangt ihr wie immer direkt zur Verlagsseite.

  • Broschiert: 464 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (8. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423261587
  • ISBN-13: 978-3423261586
  • Originaltitel: De Hængte Hunde

Donnerstag, 7. September 2017

Die Kinder von Wulf Dorn

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Ausnahmsweise bekommt ihr von mir auch einmal den Klappentext zu lesen, denn nachdem ich den gelesen hatte, erwartete ich ein komplett anderes Buch. ich wurde allerdings trotzdem nicht enttäuscht.

Klappentext:
Auf einer abgelegenen Bergstraße wird die völlig verstörte Laura Schrader aus den Trümmern eines Wagens geborgen. Im Kofferraum entdecken die Retter eine grausam entstellte Leiche. Als die Polizei den Psychologen Robert Winter hinzuzieht, wird dieser mit dem rätselhaftesten Fall seiner Karriere konfrontiert: Die Geschichte, die Laura Schrader ihm erzählt, klingt unglaublich. Doch irgendwo innerhalb dieses Wahnkonstrukts muss die Wahrheit verborgen sein. Je weiter Robert vordringt, desto mehr muss er erkennen, dass die Gefahr, vor der Laura Schrader warnt, weitaus erschreckender ist als jeder Wahn.

Inhalt: Der Psychologe Robert Winter wird von Kommissar Bennell zu Kommissar Laura Schrader gerufen, die junge Frau ist nach einem Unfall vollkommen verstört und verängstigt. Sie erzählt dem Psychologen die Geschehnisse die sich vor dem Unfall zugetragen haben, von Stimmen die sie hört und von Begebenheiten von denen sie nichts wissen kann und die sie trotz allem bis ins kleinste Detail beschreibt. Sie erzählt von ihrer Nichte Mia und anderen Kindern die sich seltsam verhalten. Robert kommt zu dem Schluss das Laura unter einer Psycho leidet, die vielleicht durch ihre Schwangerschaft ausgelöst wurde.

Meine Meinung:
Mir war schnell klar, was sich abspielt, zu offensichtlich waren die Hinweise z.B. auf den Film die Vögel von Alfred Hitchcock, in dem sich die Vögel zusammenschließen um dem gemeinsamen Feind entgegen zu treten. Nichtsdestotrotz, las ich das Buch mit teils atemloser Spannung, ich musste unbedingt herausfinden ob ich mit meiner Theorie recht haben könnte oder nicht. Womit wir wieder beim Klappentext wären, nach dem ich selbstverständlich vollkommen daneben gelegen hätte. Nichts deutet im Text darauf hin, das es sich bei dem Buch um eine Geschichte handelt, die sicherlich der gemäßigten Horrorliteratur zuzuschreiben ist.
Mir persönlich hat die mystische Seite des Buches sehr gut gefallen, das Geheimnis das sich hinter den Stimmen und den Begebenheiten verbirgt, die Laura hört und sieht, zu lüften ließ mich die Nacht durchlesen.
Wer also mit Horrorliteratur nichts am Hut hat, sondern einen Krimi erwartet, wird an dem Buch keine Freude haben.
Wulf Dorns Protagonisten, lassen mich  mit zwiespältigen Gefühlen zurück, Laura ist durch ihre tragende Rolle natürlich sehr präsent und im Laufe des Buches lernt man sie gut kennen und ich fand sie auch sehr sympathisch, ebenso Su die Mutter der kleinen Mia, die Schwestern sind sehr gegensätzlich und setzen vollkommen unterschiedliche Prioritäten, so das sie sich gut ergänzen.
Robert Winter bleibt eher blass, er übernimmt die Rolle des Zuhörers der einschätzen soll ob es sich bei Laura um Täterin oder Opfer handelt, er ist austauschbar, nur ein Name in einem Buch.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig er projiziert Bilder in die Köpfe seiner Leser, die in diesem Fall sehr unheimlich sind.
Die Kinder, war das erste Buch des Autor,welches ich gelesen habe, aber sicher nicht das Letzte.

Ich vergebe gern eine Leseempfehlung.

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  • Broschiert: 320 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (4. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453270940
  • ISBN-13: 978-3453270947


Die Geschichte der getrennten Wege von Elena Ferrante

Inhalt: Die Fortsetzung der Geschichte Elenas und Lilas, spielt in den 70er Jahren, der Zeit in der Italien von Unruhen erschüttert war. Lila arbeitet unter entwürdigenden Bedingungen in einer Wurstfabrik und lernt abends mit Enzo, der an einer Fernuniversität Computertechnologie studiert.
Elena lässt sich nach ihrer Hochzeit und der Geburt ihrer Töchter mehr und mehr in Rolle der Hausfrau drängen.

Meine Meinung:
Lange habe ich auf die Fortsetzung gewartet, ich musste wie so viele andere Leser auch unbedingt wissen wie es weiter geht mit den Freundinnen Elena und Lila. Nach dem Lesen musste ich allerdings erst ein paar Tage darüber nachdenken, ob mir das Buch so wie erwartet, gefallen hat.

Nicht nur Elena und Lila haben den Rione verlassen, die kleine Welt die zwar geprägt von Gewalt und Armut war, aber auch überschaubar und berechenbar. Die Welt in der sie jetzt leben ist ebenso geprägt von Gewalt ausgelöst durch die politischen Unruhen jener Zeit. Linke Studenten solidarisierten sich mit den Arbeitern, die für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen kämpften. Immer wieder wurden Streikende Arbeiter von neofaschistischen Schlägern angegriffen. Während Lila inmitten dieser Kämpfe versucht einfach nur ihr Leben zu leben und doch hineingezogen wird ist Elena wieder einmal auf der Suche nach sich selbst, hat sie es gerade erst geschafft gesellschaftlich aufzusteigen und sich einer gepflegten Sprache zu bedienen, muss sie feststellen das die Studenten und viele Akademiker in ihrem Umfeld genau das Gegenteil wollen, sie rebellieren gegen alles für das ihre Eltern stehen, mit Schimpfworten und der Solidarisierung mit der Arbeiterklasse.
Elena und Lila sehen sich nicht oft in  den beschriebenen Jahren, ihr Kontakt beschränkt sich fast ausschließlich auf Telefongespräche. Durch diese Gespräche und dem was daraus folgt wurde mir mehr und mehr klar: Elena und Lila sind eine Einheit, sie ergänzen sich, als ein Mensch, wäre die Person frei das zu tun was sie wirklich will. Elena bräuchte die Sturheit, den Stolz und die rebellische Art Lilas um ihr Leben wirklich so zu gestalten wie sie es möchte und Lila bräuchte etwas mehr von Elenas Zurückhaltung und ihrer besonnenden Art. Aber sie sind nicht eine Person, jede von ihnen steht für sich selbst und muss immer noch ihren Weg finden.
Sie müssen sich komplett voneinander lösen, Lila muss aufhören Elena als Krücke zu nutzen, die ihr in schwierigen Situationen durchs Leben hilft, nicht materiell sondern psychisch scheint Lila es zu brauchen, Elena herunterzuziehen sie ist in ihrer Kritik an Elena nicht Ehrlich sondern übergriffig und Elena muss lernen für sich einzustehen, sie kam mir vor wie ein Fähnchen im Wind, immer darauf bedacht es allen Recht zu machen.
Hat das Buch mir gefallen? Ja. Es war manchmal etwas schwierig, die politische Situation in Italien war mir völlig fremd, ich war zu der Zeit noch viel zu jung für Politik, aber dennoch war es sehr interessant davon zu lesen. Mein Bild von Elena und Lila hat sich im Laufe der Bücher gewandelt, beide Frauen kann man fast als Opfer ihrer Zeit bezeichnen.
Nun bin ich natürlich gespannt ob sich Lila und Elena ihr Glück erkämpfen können.

Ich gebe für Die Geschichte der getrennten Wege wieder einmal ein absolute Leseempfehlung, man muss allerdings die vorigen Bücher gelesen habe.

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Ihr wollt mehr über Elena Ferrante und ihre wunderbaren Bücher erfahren?
Nichts einfach als das.
www.elenaferrante.de

  • Gebundene Ausgabe: 540 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (27. August 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518425757
  • ISBN-13: 978-3518425756
  • Übersetzer: Karin Krieger
  • Originaltitel: Storia di chi fugge e di chi resta

Freitag, 1. September 2017

Töte ihn, dann darf sie leben von Freda Wolf

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Inhalt:
Merette und ihr Ex Mann Jan-Ole wollen ein romantisches Wochenende in einer abgelegen Hütte verbringen, doch schon in der ersten Nacht, wird
Jan-Ole überfallen und schwer verletzt. Bald darauf erhält Merette ein Foto ihrer Tochter und die Nachricht: Töte ihn, dann darf sie leben.
Merette ist davon überzeugt das Aksel ein früherer Patient von ihr, ihre Tochter in seiner Gewalt hat. Aksel ist aus der Forensik ausgebrochen und scheint das Spiel das er begonnen hat nun fortzusetzen.

Meine Meinung:
Im Nachhinein hätte ich wohl doch den ersten Band um Merette Shulmann lesen sollen, dann wäre ich sicher leichter in das Buch gekommen. So dauerte es etwas bis ich mich in die Protagonisten einfühlen konnte. Je weiter ich allerdings las und je näher ich die Protagonisten kennen lernte, desto mehr Spannung baute sich auch auf, was auch an dem sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil der Autoren liegt (Autoren? Ja, hinter dem Pseudonym Freda Wolff verbergen sich Ulrike Gerold und Wolfram Händel). Unterbrochen wurde die Spannung dann allerdings durch den Einschub einer Episode die 10 Jahre in der Vergangenheit liegt, da wäre für meinen Geschmack etwas weniger mehr gewesen oder es hätte mehr sein dürfen, nämlich ein eigenständiges Buch um Jan-Ole. Leider baute sich die Spannung  nach diesem Einschub nicht wieder vollständig auf.
Diesmal leider keine vollständige Leseempfehlung von mir, aber vielleicht fehlte mir ja wirklich nur der 1. Band.

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  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (18. August 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746633109
  • ISBN-13: 978-3746633107