Montag, 11. April 2016

Soylent Green von Harry Harrison

Klappentext:
SOYLEN GREEN – Die Neuauflage des Dark Future-Klassikers von Harry Harrison.
New York zur Jahrtausendwende - die Weltbevölkerung ist explodiert, die Ressourcen sind knapp, es herrschen chaotische Zustände in den Straßen. In dieser Umgebung ist ein Mensch verschwunden. Der Polizist Andy Rusch soll den Fall aufklären und stößt bei seinen Ermittlungen auf Unglaubliches…
Die düstere Vision einer ausgezehrten Gesellschaft ist eine aufrüttelnde Geschichte über die Ausbeutung der Erde und des menschlichen Geistes, bis an die Grenzen der Belastbarkeit.  1966 geschrieben und unter dem Titel „SOYLENT GREEN“ (dt. „Jahr 2022 – die überleben wollen“) verfilmt, hat der Roman an Aktualität nichts eingebüßt.

Meine Meinung: Wer den  Film gesehen hat, wird sich wundern, denn er wird nicht wirklich viel wiedererkennen, was dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch tut.
1999 die Welt steht vor dem Abgrund, die Tiere sind so gut wie ausgerottet, die Meere leer gefischt, es gibt kaum noch Öl oder andere Brennstoffe, einzig Menschen gibt es viele, zu viele und sie alle wollen essen, dass Hauptnahrungsmittel sind Kekse aus Seegras. Natürlich gibt es auch Menschen die über genügend Mittel verfügen um ein besseres Leben zu führen, einer von ihnen ist Big Mike, der bei einem Einbruch in seine Wohnung getötet wird, der Polizist Andy soll diesen Mord aufklären. Soweit die Hauptstory, die nun nichts weiter sein könnte als ein Krimi, nicht besonders grausam oder brutal, eben so wie ein Krimi 1966 eben war. Nur haben wir es ja nicht mit einem Krimi im eigentlich Sinne zu tun sondern mit einer Dystopie, einer Dystopie bei der man den Eindruck haben könnte, der Autor konnte einen Blick in die Zukunft werfen, einer Zukunft in der die Menschen immer älter werden und mehr konsumieren wollen, in der die Behörden hilf und machtlos vor den Problemen stehen. 
Das Buch schafft es trotz seines Alters den Blick des Lesers auf die heutige Situation zu lenken, Teile der Weltbevölkerung leben schon lange ohne zu wissen was sie am nächsten Tag essen sollen, ohne angemessene medizinische Versorgung in unhaltbaren hygienischen Zuständen und nichts scheint diesen Prozess aufzuhalten, keine Klimakonferenzen, keine Bilder von verzweifelten Menschen auf der Flucht vor Hunger und Krieg.

Mein Fazit: 1999 ist uns näher als so mancher wahr haben will.
Ein Manko des Buches, die Übersetzung ist zwar sprachlich gelungen, allerdings finden sich einige Rechtschreib- und Grammatikfehler, die den Lesefluss doch beeinträchtigen und leider ist das bei Büchern, die von Verena Hacker übersetzt wurden keine Seltenheit. Wenn mir das schon auffällt muss ich es leider auch erwähnen, denn ich bin gut darin so etwas zu überlesen.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.

 
  • Broschiert: 300 Seiten
  • Verlag: Mantikore; Auflage: 1 (24. Oktober 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3939212369
  • ISBN-13: 978-3939212362
  • Originaltitel: Make room, make room


Basar der bösen Träume von Stephen King

Seit ich das erste Buch von Stephen King gelesen habe, haben wir einen Deal: Er schreibt, ich lese.
Das schöne am Basar der bösen Träume ist, es sind Kurzgeschichten und ich liebe Kurzgeschichten, wenn sie wirklich kurz sind, so das es immer möglich ist mal schnell eine zwischendurch zu lesen, wenn die Zeit nicht reicht sich in einen Roman zu vertiefen.

Ich wollte ja zu jeder Story etwas schreiben, nur leider haben mich viele der Geschichten etwas enttäuscht, so das ich auch keine große Lust hatte etwas dazu zu schreiben, mir fehlte es fast immer an Spannung, die Stories sind wie immer gut und flüssig zu lesen, Kings Schreibstil ist einfach gut, aber er vermochte mich kaum zu fesseln, normalerweise lese ich einen King an einem Wochenende.
Vor jeder Geschichte, erzählt Stephen King was ihn dazu bewogen hat sie zu schreiben und manchmal auch wer zu der Zeit seinen Schreibstil beeinflusst hat, das war noch mit das Interessanteste.
Vielleicht ist es jetzt an der Zeit für mich zu sagen: Stephen King schreibt und ich warte ab, in der Hoffnung das er es doch wieder einmal schafft mich zu fesseln, meine Nacht zum Tag zu machen.


  • Gebundene Ausgabe: 768 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (18. Januar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453270231
  • ISBN-13: 978-3453270237
  • Originaltitel: The Bazaar of Bad Dreams

Dienstag, 5. April 2016

Die verlorenen Zeilen der Liebe von Astrid Korten

Klappentext:
Kurz vor ihrer Hochzeit erhält Chloé ein Bündel Briefe ihrer vor zwei Jahren verstorbenen Schwester Lilly. Sie erfährt darin vom Leben und Lieben ihrer Schwester und von den Menschen im Café de Flore in Paris, wo Lilly einen einflussreichen und charmanten Geschäftsmann kennenlernt. Trotz aller Warnungen stürzt sich Lilly in eine Affäre mit dem verheirateten Mann, dessen Identität sie in ihren Zeilen nicht preisgibt. Sie nennt ihn nur Monsieur Inconnu. Doch dann beendet er jäh die Beziehung und zerstört Lillys Träume. Sie zerbricht.
Lillys verlorene Zeilen erschüttern Chloé zutiefst und sie wird gezwungen, sich mit der schweren Schuld ihrer Familie auseinanderzusetzen, die auch ihre Zukunft beeinflussen wird.
Ein gefühlvoller Roman voll Poesie und Liebe, der unter die Haut geht und mit einem verblüffenden Ende aufwartet. 

Meine Meinung:
Die Autorin Astrid Korten ist mir durch ihre Thriller bekannt geworden, die nicht durch spannende Handlungen mit unerwarteten Wendungen bestechen, sondern sich auch durch ihre außergewöhnliche,poetische Sprache auszeichnen. Ich war also sehr gespannt auf ihr neuestes Buch, als ich dann aber Titel und Cover sah, regten sich Zweifel, Zweifel die mich ehrlicherweise erst einmal davon abhielten das Buch zu lesen. Wie ihr aber sehen könnt, meine Zweifel wurden zerstreut, durch Zeitungsartikel und die Meinungen anderer Leser. Und ich habe nicht eine Zeile bereut.
Die Autorin erzählt von der tragischen Geschichte Lillys, einer jungen Frau die zum studieren nach Paris geht und dort die Liebe ihres Lebens trifft und die ihre Gefühle und Gedanken in Briefen an ihre Schwester Chloe zum Ausdruck bringt, in den verloren Zeilen der Liebe, da Chloe diese Briefe erst lange nach dem Tod Lillys in Händen halten kann. 
Erst nach und nach enthüllt Astrid Korten, das ganze Ausmaß, das Lillys Kindheit auf ihr Leben und insbesondere auf ihre Zeit in Paris hat.
Ich würde euch jetzt zu gern mehr verraten, aber das geht nicht, dieses Buch kann nicht kurz zusammengefasst werden ohne soviel zu verraten das man es nicht mehr selber lesen muss, zumindest ich kann das nicht, mir fehlen die richtigen Worte. 
Eine absolute Leseempfehlung für Literaturliebhaber.

  • Taschenbuch: 198 Seiten
  • Verlag: Montlake Romance (16. Februar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1477849858
  • ISBN-13: 978-1477849859

Feine Leute von Joan Weng

Klappentext:
Mord in bester Gesellschaft
Berlin im Sommer 1925: Dass Bernice ihren schwerreichen Gatten von ihrem Liebhaber hat umbringen lassen, ist eine Tatsache – zumindest für die feine Gesellschaft. Kriminalkommissar Paul Genzer ist davon jedoch nicht überzeugt, insbesondere nachdem die Witwe plötzlich an einer Überdosis Morphium gestorben ist. Während der Tod der Witwe neue Fragen aufwirft, folgen weitere Bluttaten, und so ist der proletarische Kommissar bald froh, bei seinen Ermittlungen durch den hochadligen Filmstar Carl von Bäumer ungewöhnliche Unterstützung zu bekommen. Der Leinwanddetektiv mit der Leidenschaft für Kokain kennt sich zwar bestens aus in der Welt der Reichen und Schönen, er verfolgt jedoch ganz eigene Motive.

Ein Kriminalfall vor besonderer Kulisse: die Goldenen Zwanziger Jahre und ihre feine Gesellschaft.


Meine Meinung:
Zitat aus dem Klappentext:
Der Leinwanddetektiv mit der Leidenschaft für Kokain kennt sich zwar bestens aus in der Welt der Reichen und Schönen, er verfolgt jedoch ganz eigene Motive.
  

Auf diese eigenen Motive muss man meiner Meinung nach eingehen, denn um die geht es hauptsächlich in dem Buch, sicher ist auch der Kriminalfall interessant, die Recherche der Polizei in der damaligen Zeit und die zwar nicht Neue aber trotzdem recht originelle Auflösung,machen das Buch recht spannend. Nun aber zum Motiv Carl von Bäumers, er ist verliebt und er hat sich mit seiner großen Liebe aufs übelste zerstritten, soll er sie doch betrogen haben, wie die Zeitungen berichteten. Jetzt stellt sich natürlich die Frage wie Carl durch die Zusammenarbeit mit der Polizei seiner Liebe beweisen will das nur sie wichtig für ihn ist und das an den Gerüchten nichts dran ist? Nun seine große Liebe ist Paul Genzer, der leitende Mordermittler und sobald man als Leser realisiert hat, das Homosexualität zu der Zeit als Straftat galt, ist auch klar warum sich Carl nicht einach hinstellen kann um zu sagen: Ich liebe nur einen und das ist Paul.
Und so zieht sich das Hin und Her zwischen den Beiden durch das ganze Buch und sie kämpfen mit den selben Probleme wie sie zwischen allen Paaren im Streit haben, sie reden nicht miteinander.
Joan Weng, hat einen unterhaltsamen Kriminalroman vor den Kulissen des lebendigen Berlins den 20iger Jahren des vorigen Jahrhunderts geschrieben, ihre Protagonisten sind lebendig beschrieben und zum Großteil sehr sympathisch.
Hier gebe ich gern eine Leseempfehlung.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden

Broschur, 336 Seiten
Aufbau Taschenbuch
978-3-7466-3175-2

 

Götter von Will Hofmann

Klappentext:
In Deutschland gibt es vier geheime Reservate, in denen, nach Geschlechtern getrennt, Männer und Frauen wie Sklaven gehalten und körperlich sowie sexuell durch sogenannte Götter ausgebeutet werden. Diese gebärden sich zu ihrem eigenen Vorteil als Herren über Leben und Tod und führen über ihre Untertanen ein strenges Regiment bis hin zur Todesstrafe.
Diesem Terrorregime entfliehen unabhängig voneinander Agnes und Günter. Sie treffen sich zufällig in der Freiheit, tun sich zusammen und müssen das zivilisierte Leben von Grund auf neu lernen. Mithilfe von Freunden gelingt ihnen dieser Prozess erstaunlich schnell. Zugleich entsteht bei ihnen der Wunsch, die vermeintlichen Götter zu entmachten. Werden sie diesen Kampf erfolgreich bestehen?


Meine Meinung:
Das Thema des Buches ist wahnsinnig interessant, abgeschottete Dörfer in denen Menschen nach Geschlechtern getrennt gefangen gehalten werden, terrorisiert von Göttern, die jedes kleine Vergehen rigoros bestrafen und dabei auch nicht davor zurückschrecken zu töten.
Um diesem Schicksal zu entgehen flieht Agnes und schlägt sich allein in den Wäldern durch bis sie auf Günther trifft, der seinerseits aus einem anderen Dorf floh.
Durch den eher einfach Schreibstil lässt sich das Buch recht zügig lesen und wenn man sich erst einmal an die Dialoge in einer etwas altertümlich anmutenden Sprache gewöhnt, stolpert man auch nicht mehr im Lesefluss, die Charaktere sind recht ausführlich beschrieben und gut vorstellbar, ebenso die gegebenen Örtlichkeiten. Nur leider ließ die anfängliche Spannung sehr schnell nach, den den Hauptprotagonisten meistern problemlos ihr Leben nach der Flucht aus den Dörfern im militärischen Sperrgebiet, sie bekommen Kinder, züchten Vieh, gehen auf die Jagd und niemand bemerkt sie und als sie das Sperrgebiet verlassen, geht auch hier alles zu glatt, sogar nahezu spielerisch, Agnes, lernt innerhalb kürzester Zeit, lesen und schreiben, sie treffen auf den Menschen der ihnen wirklich weiterhelfen kann und verdienen mit selbst gebasteltem und selbst hergestellten Lebensmitteln ein kleines Vermögen. Und so zieht sich das durch das ganze Buch.
Schade um die tolle Idee.

  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: fabulus Verlag; Auflage: 1000. (29. Februar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3944788192
  • ISBN-13: 978-3944788197