Montag, 8. März 2010

Das große Tier von Veit Etzold

Klappentext:
Ein unheimlicher Investor, der durch Mord die Märkte bewegt … Eine digitale Welt, in der globale Vernetzung globale Kontrolle bedeutet … Und ein uralter Plan mit einem schrecklichen Ziel.


Erster Januar: Stuart Hill, Chef von Promethean Industries, einem internationalen Konzern für Satellitentechnik, kommt nach durchfeierter Silvesternacht in seiner Berliner Adlon-Suite auf rätselhafte Weise ums Leben. Tags darauf stürzen die Aktienkurse in die Tiefe. Irgendjemand verdient gigantische Summen an Hills Tod.

Sarah Jakobs, junge Hauptkommissarin für Wirtschaftskriminalität am LKA Berlin, wird mit den Ermittlungen betraut, als sich ein weiterer Mord ereignet. Die Opfer sind in einer rätselhaften, skulpturalen Weise angeordnet – und: Wieder handelt es sich um ranghohe Manager, wieder fehlt von den Tätern jede Spur. Bis auf eine mysteriöse Botschaft, die am Tatort hinterlassen wurde.

Gemeinsam mit Vincent Wagner, einem Bremer Doktoranden der Kunstgeschichte, versucht die junge Kommissarin, dem Rätsel auf den Grund zu gehen. Einem Rätsel, das in ihr die unheilvolle Ahnung wachsen lässt, etwas Großem auf der Spur zu sein. Vielleicht etwas zu Großem. Die Spur führt über Dantes »Inferno« und den mittelalterlichen Satan zum altgriechischen Gott Kronos, Gott der Zeit und Vater des Zeus. Und zu einer uralten Vereinigung, die seit Jahrtausenden auf ihr Ziel hinarbeitet. Ein Ziel, das fast erreicht ist.


Mein Fazit:
Die Kinder des Kronos, ein Geheimbund der seit Urzeiten existiert und schon genauso lange versucht die Weltherrschaft an sich zu reißen, steht kurz vor der Vollendung des Plans, einige Gegner werden auf grausame Art ermordet, Firmen mittels Insider Wissens und kriminellen Machenschaften übernommen. Doch dann übernimmt Hauptkommissarin Sarah Jakobs, die Ermittlungen zum Mordfall am Wirtschaftsboss Stuart Hill, mit unkonventionellen Methoden und unter der inoffiziellen Hinzuziehung ihres Freundes, einem Kunststudenten und der Hilfe eines Professors taucht sie immer tiefer in die Mythologie die hinter den Firmen steht.Mit jedem der kurzen Kapitel fügt sich ein Puzzelteilchen zum anderen und am Ende fügt sich alles schlüssig zueinander, der Roman ist sehr spannend und auch informativ geschrieben, Aktienhandel muss kein staubtrockenes und langweiliges Thema sein, wenn er mit Mord und Mythologie zusammen serviert wird.

Donnerstag, 25. Februar 2010

Stumm von Sam Hayes

Klappentext:
Die Lehrerin Julia Marshall will ein neues Leben beginnen. Ihren Ehemann Murray, den sie seit ihrer Jugend kennt und mit dem sie zwei Kinder hat, hat sie vor kurzem wegen seines Alkoholismus vor die Tür gesetzt, ihre neue Liebe ist David, der freundliche, zuverlässige Arzt ihrer Mutter.


Er verspricht ihr Sicherheit und Halt für die Zukunft. Julias Mutter Mary sagt seit einiger Zeit kein Wort mehr, David kümmert sich rührend um sie und versucht, den Grund für das Schweigen herauszufi nden. Da entdeckt Julia bei einem Spaziergang ihre Schülerin Grace nackt und schwer verletzt im Straßengraben. Das Mädchen kann nichts über ihren Angreifer sagen, es fällt ins Koma und stirbt einige Zeit später. Die Polizei fi ndet nur wenige Spuren, aber alle Indizien weisen darauf hin, dass David der Täter sein muss. Als David verhaftet wird, ist Julia entsetzt. Sie kann nicht glauben, dass ihr so rücksichtsvoller Geliebter einen Mord begangen haben soll. Mit allen Mitteln will sie um ihr Glück kämpfen und Davids Unschuld beweisen. Sie ahnt nicht, dass sie damit ihre Familie in tödliche Gefahr bringt.

Ullstein Taschenbuch
ISBN:
978-3-548-28038-7

Erscheint am 12. Februar 2010

Die Story beginnt, als Julia die übel zugerichtete Grace findet und schon ist der Leser mitten drin in... Ja in was eigentlich? Einem Thriller? oder doch eher einer Familiengeschichte?

Die Geschichte dreht sich um Julia ihre Kinder Alex und Flora ihre Mutter Mary, die nach dem Verbrechen an Grace plötzlich verstummt, ihren zukünftigen Exmann Mann Murray einem Alkoholiker und Anwalt und dem Arzt David.

Und lange Zeit hätte das Buch auch wirklich eine Familiengeschichte sein können, in der eben am Rande ein grausames Verbrechen geschah, bis sich im letzten Drittel die Fäden der einzelnen Personen zusammenfinden, die Gründe für Marys Schweigen zu Tage treten und der versoffene Murray alles tut um die wahren Hintergründe für den Überfall auf Grace zu verbergen um seine Familie zurückzugewinnen, was ihm auch gelingt. Auch wenn der wahre Täter dadurch *ungeschoren* davon kommt

Eher oberflächlich kommen die Charaktere daher, keiner hinterlässt einen bleibenden Eindruck bei mir, das letzte Drittel reicht leider nicht für einen WOW Effekt.

Interessant ist die Erzählweise, immer wieder wechseln die Ich-Erzähler, mal berichtet Mary, dann wieder Julia dann Murray immer im Wechsel, die die selben Ereignisse aus einer anderen Perspektive erzählen.

Alles in Allem verspricht der Klappentext, die Leseprobe und die Genrezuordnung mehr als das Buch halten kann. Schade.

Für das Ende gebe ich dem Buch 2 Sterne.

Donnerstag, 14. Januar 2010

In weißer Stille von Inge Löhning

Klappentext:
An einem stürmischen Herbstabend wird der pensionierte Kinderarzt Dr. Wolfram Heckeroth von seinem Sohn Albert tot und gefesselt im Wochenendhaus am Starnberger See aufgefunden. Kriminalhauptkommissar Konstantin Dühnfort übernimmt die Ermittlungen. Erste Untersuchungen ergeben, dass der alte Mann im Laufe mehrerer Tage verdurstete.

Meine Meinung:
Ein Krimi der eher leisen Töne und doch Spannung pur, bis zur letzten Seite.

*In weißer Stille* war der erste Roman den ich von der Autorin gelesen habe, da es sich dabei um den 2 Roman um Konstantin Dühnfort, was mich erst ein klein wenig skeptisch an das Buch herangehen ließ, kann man allem folgen, wenn man den ersten Roman nicht kennt?

Man kann, problemos, das was man an Hintergrundwissen von Konstantin Dühnfort braucht, wird einem gut vermittelt.

Konstantin Dühnfort und sein Team müssen den Mord an Wolfram Heckeroth aufklären, der an die Heizung gefesselt in seinem Wochenendhaus qualvoll verdursted ist.

Im Laufe der Geschichte, bröckelt die heile Weltfassade der Familie Heckenroth, Wolfram, das Opfer, war ein Sadist, der nicht nur verbal seine Familie quälte sondern körperlich auch viele Frauen, Albert der älteste Sohn und Vaters Liebling, betrügt seine Frau Babs, Bertram der zweite Sohn, ist ein gescheiterter Architekt, der sich mit seinem Vater nicht verstand und immer auf konfrontationskurs mit diesem war, die Schwester, aufgrund ihrer Erziehung, gefühlskalt und Karrieregeil.

Motive zum Mord lassen sich einige finden, auch einige der von Wolfram gedemütigten Frauen, könnten Täter sein.

Durch akribische Polizeiarbeit kommen Dühnfort und sein Team sehr weit am Schluss des Buches auf den Mörder, für mich ist der Täter ein klein wenig überraschend, kurzfristig hatte ich jemand anderen im Sinn, das hat für mich das Buch aber nur noch aufgewertet.

Auch durch die dramaturgisch gut eingesetzten Szenen aus dem Privatleben der Ermittler, passten sehr gut ohne das sie sich zu weit in den Vordergrund drängten.

Das Ende des Buches, das nichts mit dem Fall zu tun hat, hat mich auch sehr überrascht, wie geht denn das nun weiter?

Alles in allem, gebe ich *In weißer Stille* die volle Punktzahl.

Freitag, 18. Dezember 2009

Mittwinternacht von Phil Rickman

Klappentext:

Als Merrily Watkins vom Bischof zur «Beraterin für spirituelle Grenzfragen» ernannt wird, ahnt sie nicht, was da auf sie zukommt. Hinter dem modern klingenden Titel verbirgt sich ein düsteres Amt: Exorzist.

Schon bald droht Unheil: In Merrilys Kirche wird eingebrochen. Eine Leiche treibt im Fluss. Satanisten schänden die Kathedrale von Hereford. Haben die neuen Freunde ihrer Tochter etwas damit zu tun? Dann erfährt Merrily von einer Verschwörung, die die Kirche von England in ihrer Existenz bedroht. Und sie fragt sich, welche Rolle dabei ihr eigener Bischof spielt …

Meine Meinung:

Meiner Meinung nach ist es zwingend erforderlich ist auch den Vorgängerroman gelesen zu haben um alle Personen miteinander zu verknüpfen.

Der Schreibstil gefällt mir recht gut,stellenweise hätte der Autor nach dem Motto *Weniger ist mehr* schreiben können aber das mindert das Lesevergnügen nur minimal. Das Thema ist spannend erzählt, manchmal wollte ich selber an Geister und Spuk glauben. Der Glaube an Geister und Gespenster passt natürlich hervorragend in eine englische Landschaft. Ich finde es immer wieder interessant zu erfahren das im 21.Jahrhundert der Glaube an Übersinnliches noch so stark ist das die Kirchen Exorzisten ausbilden und das diese dann auch Beschäftigung finden. In diesem Buch muss sich die Exorzistin auch noch mit den Problemen ihrer pubertierenden Tochter auseinandersetzen, die überhaupt nicht mit dem neuen Aufgabenfeld ihrer Mutter einverstanden ist, da sie sich eher zur anderen Seite, den Satanisten hingezogen fühlt.

Ich kann es nur Lesern empfehlen die auch den 1. Band gelesen haben.

Montag, 30. November 2009

Mutige Menschen von Christian Nürnberger

Klappentext:

Christian Nürnberger erzählt von zwölf Frauen und Männern, die den Mut zum Widerstand hatten: Mut, Hitlers Pläne zu durchkreuzen, Mut, Hitlers Befehle zu verweigern, Mut, Menschenleben zu retten: Dietrich Bonhoeffer, Willy Brandt, Georg Elser, Mildred Harnack, Robert Havemann, Fritz Kolbe, Janusz Korczak, Helmuth James Graf von Moltke, Martin Niemöller, Sophie Scholl, Irena Sendler, Claus Schenk Graf von Stauffenberg.

Mein Fazit:

Christian Nürnberger Mutige Menschen 2
Widerstand im tausendjährigen Reich.

Nürnberger führt uns in eine Zeit, die in ein paar Jahren nur noch vom Hören Sagen bekannt sein wird, die Zeitzeugen werden verstorben sein, wir werden uns auf Überlieferungen in Schrift und Bild verlassen müssen. Besonders unsere Kinder müssen informiert werden, über die Fehler der Vergangenheit über die Gräueltaten die begangen wurden, aber auch und das halte ich für besonders wichtig, über die Menschen die versucht haben allein oder in Gruppen, dagegen zu wirken die versucht haben das Grauen aufzuhalten, die Mörder zu stoppen.
Und hier setzt Nürnberger an, er stellt uns 12 Menschen vor die auf die eine oder andere Weise, für die Rechte der Menschen gekämpft haben und dabei ihr Leben ließen, sei es von Stauffenberg, der das Attentat auf Hitler plante oder das Mädchen Sophie Scholl, die zusammen mit ihrem Bruder gegen die Nazis, Flugblätter verteilte, oder Bonhoeffer, der der festen Überzeugung war das sich die Kirchen auf die Seite der schwächeren, der Juden stellen müsste und dafür predigte.
Sie alle kämpften und verloren, für den Augenblick, in meinen Augen jedoch haben sie alle etwas gewonnen, die Achtung und den Respekt der Menschen die nach dem Krieg ihre Geschichten hörten, die erfuhren das es nicht nur Jasager und Mitläufer gab, sondern auch Menschen die mehr oder weniger laut, ihre Stimme erhoben und nein sagten zum Tausendjährigen Reich, nein zur Judenverfolgung und zur Verfolgung homosexueller und politisch anders gesinnter, nein auch zur Verfolgung von Sinti und Roma.
Der Autor beschreibt eine Szene, die sein Vater ihm erzählte, dieser hätte die Gelegenheit gehabt, Hitler zu töten, wenn er denn gewollt hätte, nur, er wollte nicht, er wollte seinem Führer folgen, er wollte zu ihm aufschauen und ihn bewundern, weil er ihm glaubte, wie Millionen anderer auch, den Schrecken den dieser Führer und seine Helfer verbreiteten, sah er nicht.
Vielleicht, würde ein Buch wie die dieses helfen, das mehr Menschen mit offenen Augen, Verstand und Herz ein 3. Reich zu verhindern versuchen, sollte es jemals nötig sein.

Nürnberger, hat ein Sachbuch für Jugendliche geschrieben, das meiner Meinung nach erwachsener ist als der Vorgänger, vielleicht weil es eine Zeit beschreibt die näher am heutigen Geschehen ist. Die Leben dieser zwölf Menschen und der vielen anderen Unbekannten, die im verborgenen gewirkt haben, dürfen niemals in Vergessenheit geraten, weshalb ich das Buch uneingeschränkt als Lektüre für Jugendliche Leser ab 13 Jahren empfehlen möchte.