Dienstag, 28. April 2026

Das Leuchten der Mondfische von Matthias Hübener


Matthias Hübener hat mit Das Leuchten der Mondfische einen Roman geschrieben, der mich schon nach wenigen Seiten eingefangen hat.

Der Einstieg weckte sofort meine Neugier. Der Meeresbiologe Clément gerät auf dem Rückflug von einer Konferenz in ein schweres Unwetter und strandet nach einer Notlandung auf den Marquesas-Inseln. Dort beginnt eine Kette von Ereignissen, die zunächst rätselhaft wirkt. Ein fremdes Päckchen in seinem Gepäck, das ihm wohl von einem Mitreisenden heimlich vor der Zollkontrolle untergeschoben wurde und die Begegnung mit Mareva in der Unterkunft in der er notfallmäßig unterkam geben der Handlung eine Richtung, deren Bedeutung sich erst nach und nach entfaltet.

Parallel dazu eröffnet eine zweite Zeitebene den Blick auf Cléments Verhältnis zu seinem Bruder Thierry. Dieser verfolgt ehrgeizige Ziele und möchte Cléments Forschung über Haie und Mondfische nutzen, um ein Medikament zu entwickeln, das Gesundheit, Schönheit und eine deutlich verlängerte Lebenszeit verspricht. Die im Raum stehenden 150 Jahre Leben haben mich beim Lesen immer wieder beschäftigt. Ich stellte mir immer die Frage, ob ein solch langes Leben tatsächlich erstrebenswert ist und welche Folgen es für eine Welt hätte, in der Ressourcen ohnehin begrenzt sind.

Besonders gelungen finde ich, wie Hübener diese großen Themen mit einer ruhigen, zugänglichen Sprache verbindet. Verlust, Sehnsucht, Verantwortung und die Frage nach dem richtigen Maß ziehen sich durch die Geschichte, ohne aufdringlich zu wirken. Dabei bleiben die verschiedenen Schauplätze, vom Südpazifik über Japan bis nach Frankreich, nicht bloß eine Kulisse, sondern tragen spürbar zur Stimmung und zur Entwicklung der Figuren bei.

Die Figuren selbst sind vielschichtig und glaubwürdig gezeichnet. Clemtent hatte es nach einem Unfall in der Kindheit nicht leicht, unzählige Operationen haben ihm zwar seine Gesundheit bis auf kleinere Einschränkungen zurückgegeben aber durch den Unfall hat sich sein Bruder Thierry von ihm entfremdet, der extrem eifersüchtig auf die Aufmerksamkeit reagierte, die Clement bekam. 

Für mich transportiert der Roman eine klare Botschaft: Das Leben ist gerade deshalb so wertvoll, weil es endlich ist. Und vielleicht lohnt es sich, sich genau das immer wieder bewusst zu machen, nicht die Zeit mit Belanglosem zu füllen, sondern auch die kleinen, unscheinbaren Momente wahrzunehmen und zu genießen.

Dabei lässt sich die Geschichte nicht eindeutig einem Genre zuordnen. Für mich vereint sie Elemente eines Krimis und eines Umweltkrimis mit Themen rund um den Spannungsbogen zwischen Tradition und modernen Entwicklungen. Auch eine leise Liebesgeschichte ist Teil des Ganzen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, was ich hier als sehr passend empfunden habe.




  • Herausgeber ‏ : ‎ Äquatorkind Verlag
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 1. März 2026
  • Auflage ‏ : ‎ 1.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 560 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3948959102
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3948959104

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