Nina die seit Beginn ihrer Schwangerschaft unter einem außergewöhnlichen Geruchssinn leidet, überlebt nur knapp einen Gift-Anschlag, dem mehrere Gäste eines Restaurants zum Opfer fallen, eines der Opfer ist Ricky, der Vater ihres ungeborenen Kindes.
Als einzig Überlebende steht die junge Frau plötzlich selbst im Focus der Ermittlungen und wird gleichzeitig vom Leiter der Ermittlungen Kommissar Koller mehr als angemessen und zulässig in die Aufklärung des Falles eingebunden. Der ehemalige Hundeführer macht sich Ninas außergewöhnlichen Geruchssinn zunutze. Gleichzeitig versucht die junge Frau etwas mehr über den Vater ihres Kindes herauszufinden, den sie kaum kannte, sie will dem Kind später alles, was möglich ist über Ricky erzählen können, anders als ihre, mittlerweile verstorbene, Großmutter und Mutter die nichts über Ninas Vater preisgaben.
Überhaupt ist das Verhältnis zwischen Nina und ihrer Mutter eher schwierig, sie kommunizieren eigentlich nur über den Anrufbeantworter und Nina erfährt erst durch die Polizei das ihre Mutter sich nicht wie gedacht in Australien aufhält, sondern in Europa.
Die Schnüfflerin ist der erste Band einer Reihe um die 23-jährige Schulabbrecherin Nina und so viele Themen wie neben dem Kriminalfall angeschnitten wurden, wird es noch einige weitere Bände geben, Stoff dafür gibt es genügend, es gibt so einiges in Ninas Leben, das neugierig macht und auch die weitere Entwicklung der jungen Frau und ihr weiterer Lebensweg bieten viel potenzial für spannende Bücher.
Ich mochte Nina, sie hat zwar ihr Leben überhaupt nicht auf der Reihe, Beziehungen zu pflegen oder einen Job auf Dauer zu behalten ist nicht ihr Ding und die Gründe dafür liegen wie so oft in der Vergangenheit. Doch die junge Frau jammert nicht, nach und nach reflektiert sie ihr Leben und sicherlich wird sie an sich arbeiten, um nicht nur zu Erkennen, sondern auch zu verinnerlichen, dass sie allein für ihr Leben verantwortlich ist. Das macht diese Protagonistin sehr sympathisch.
Fast hätte ich den Kriminalfall vergessen: Wer hat die Restaurantbesucher vergiftet und warum?
Diese Frage beschäftigt natürlich nicht nur die Leser, sondern auch Nina und die Ermittler.
Gemeinsam mit Nina verfolgen wir Spuren, die ins Nichts führen oder auch einmal im Kreis um an anderer Stelle in eine komplett andere Richtung zu führen. Nach und nach enthüllen sich die Puzzleteile um am Ende eine klares und nachvollziehbares Bild zu ergeben, ein Bild das in die gleichzeitig grausamen wie bedauernswerten tiefen der menschlichen Psyche blicken lässt.
Ich habe aber auch ein klein wenig Kritik.
Ich hoffe doch sehr das eine Mordverdächtige oder ein Opfer niemals so aktiv in die Ermittlungsarbeit der Polizei einbezogen werden, egal welche Beweggründe die Ermittler haben. Natürlich ist mir bewusst, dass das Buch genau darauf aufbaut und ich bin zwiegespalten, auf der einen Seite ist das Verhältnis Ninas zu Koller sehr interessant und ich bin gespannt, inwieweit sich ihre künftige Zusammenarbeit entwickeln wird, die wird es geben da bin ich mir sicher, auf der anderen Seite wäre etwas mehr Realismus schön gewesen.
Alles in allem hat mich Die Schnüfflerin sehr gut unterhalten, der Krimi bietet eine gute Mischung aus Spannung und Witz, das ist Nina zu verdanken die ihren Humor niemals so ganz verliert.
- Herausgeber : Knaur TB; 1. Edition (13. Januar 2020)
- Sprache : Deutsch
- Taschenbuch : 384 Seiten
- ISBN-10 : 3426523825
- ISBN-13 : 978-3426523827

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