Dienstag, 30. Oktober 2018

In der Nacht hör ich die Sterne von Paola Perreti

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 Die 9-jährige Mafalda weiß, dass sie in absehbarer Zeit erblinden wird, sie leidet an einer unheilbaren Augenkrankheit und laut ihrer Ärztin bleibt ihr noch ein halbes Jahr bis sie völlig blind ist. Mafalda zählt nicht in Monaten oder Wochen, sie zählt in Schritten. Die Schritte die sie benötigt um vom Moment des Erkennens des Kirschbaums vor ihrer Schule bis zum Baum benötigt.

140 Schritte. Damit ist das erste Kapitel überschrieben und wir lernen Mafalda kennen, das kleine Mädchen schmiedet Pläne, wie ihr Leben aussehen soll, wenn sie vollkommen erblindet ist, sie will in den Kirschbaum ziehen wie der Held in ihrem Lieblingsbuch und nie wieder herunterkommen und sie führt eine Liste mit Dingen, die sie bald nicht mehr tun kann. Mafalda hat Angst, vor dem was auf sie zukommt, Angst davor Allein zu sein. Und zunächst erscheint ihre Angst auch berechtigt, ihre Klassenkameraden tun sich schwer mit ihr Beeinträchtigung umzugehen und auch ihr beste Freundin wendet sich von ihr ab. Erst als Mafalda die neue Hausmeisterin Estella kennenlernt, die ihr immer zur Seite steht und ihr auch schon mal den Kopf gerade rückt, lernt sie, das das Leben trotz aller Widrigkeiten auch noch schöne Seiten für sie bereithalten wird. Und ausgerechnet der Schulrüpel Filippo erweist sich als ein wahrer Freund.

Als ich das Cover und den Titel sah, dachte ich zunächst, bei dem Buch handelt es sich um einen Liebesroman, dann wurde mir das Buch als Rezensionsexemplar angeboten und ich habe mich etwas näher damit beschäftigt worum es in dem Buch wirklich geht und da ich dabei Gänsehaut bekam, nahm ich das Buch an. Die Autorin Paola Peretti weiß, wovon sie schreibt, auch sie wird irgendwann ihr Augenlicht komplett einbüßen. In der Nacht hör ich die Sterne ist das Debüt Paola Perettis, manches kam mir noch etwas unausgereift vor, die Charakterbeschreibungen hätten in manchem Fall gern etwas mehr Raum beanspruchen dürfen, ich wusste zwar das ihre Eltern an der Situation verzweifelten ( welche Eltern würden das nicht) aber ich spürte es nicht, da fehlten sogar mir ein wenig die in Worte gefassten Emotionen. Manchmal zweifelte ich an der Zeit in der die Geschichte spielt, wäre das Internet nicht erwähnt worden oder der Integrationshelfer Fernando, ich hätte geglaubt irgendwo in den 60er oder 70er Jahren zu sein, die Mädchen in Mafaldas Alter die ich kenne sind längst nicht mehr so naiv und kindlich, so manches passte doch eher in meine Generation und dann schienen mir die Kinder wieder viel älter zu sein als 9, ihre Gespräche über die Freundschaft und Liebe zu Jungs, schienen mir viel zu abgeklärt.
Ich habe lange überlegt was mir dieses Buch gibt, was Mafaldas Geschichte für mich bedeuten könnte. Ist es das viel zitierte "Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar"? Eher nicht, denn das kann man sicher nur behaupten wenn sowohl die Augen als auch das Herz richtig funktionieren. Für mich ist es eher, der Gedanke das man seinen Weg so gut man es vermag und egal welche Steine man in den Weg gelegt bekommt gehen muss und auch das ist wieder leicht gesagt wenn man nicht betroffen ist. Aber vielleicht hilft es ja in zukünftigen Situationen.
Die Gänsehaut die ich beim recherchieren ob ich das Buch lesen will auftrat, blieb also aus und dennoch kann ich das Buch durchaus empfehlen und ich hoffe bald noch mehr von Paola Peretti lesen zu dürfen.
Mit einem Klick auf das Cover seid ihr direkt beim Verlag.

 Frau Goethe liest gewährt euch einen genaueren Blick auf das Buch und die Autorin.

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (26. Oktober 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423289678
  • ISBN-13: 978-3423289672
  • Originaltitel: La distanza tra me e il ciliegio

Montag, 29. Oktober 2018

Liebe und Verderben von Kristin Hannah

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Inhalt:
Lenora ist noch ein Kind, als sie 1974 mit ihren Eltern nach Alaska zieht, ihr vom Vietnam Krieg schwer traumatisierter Vater hat dort ein Stück Land geerbt und hofft dort auf einen Neuanfang. Vollkommen unvorbereitet treffen sie in dem kleinen Ort ein, der ihr Zuhause werden soll, immer auf der Flucht vor den Dämonen, die ihr Vater Ernt mit sich trägt. Sie werden mit offenen Armen und Herzen von den neuen Nachbarn aufgenommen, die ihnen selbstlos und grenzenlos bei dem Neustart helfen, auch wenn ihnen schnell klar wird, das sie mit Ernt einen neuen Nachbarn bekommen haben, der vielleicht nicht nur für seine Familie gefährlich werden könnte.

Meine Meinung:
Ich bin im Zwiespalt, was dieses Buch betrifft, es kam schon länger nicht mehr vor, das ich ein Buch an wenigen Abend ausgelesen hatte, das spricht für das Buch, es ist spannend und der Schreibstil ist sehr angenehm. Kristin Hannah hat eine sehr authentische Atmosphäre geschaffen, eine Atmosphäre die für Lenora nur allzu oft von Angst und Gewalt geprägt war. Nicht einmal die ersten zaghaften Schritte in eine gemeinsame Zukunft mit dem Nachbarsjungen Mattie sind unbeschwert, denn Ernt ist gegen die Beziehung und ihre Mutter Cora steckt zu tief in einer emotionalen Abhängigkeit zu ihrem Mann, als das sie ihm etwas entgegenzusetzen hätte, erst als sich Ernt gegen Lenora wendet und auch  diese schlägt, wehrt sie sich.
Kristin Hannah betont immer wieder das Alaska kein Land für Träumer ist, das Leben ist hart und grausam und verzeiht nur einen Fehler, der zweite ist tödlich, wer unvorbereitet in das Land kommt, wird wahrscheinlich scheitern und im Besten falle wieder gehen oder sogar sterben. Allerdings bestand diese Gefahr für Lenora und ihre Eltern nie, sie erfuhren jede mögliche Unterstützung, beim Aufbau der Gebäude auf ihrem Grundstück und auch beim Anlegen von Vorräten für den Winter, denn die Nachbarn waren vielleicht teilweise etwas skurril, aber jeder einzelne von ihnen hatte nur positive Eigenschaften, wenn es so einen Ort gibt, egal wo auf der Welt, will ich da hin. Sofort.
Das war mir zu unrealistisch.
Umso realistischer beschrieb sie das Trauma Ernts und die Situation mit der Cora und Lenora dadurch leben müssen, die ständige Angst vor Ernts Wutausbrüchen und der immer stärker werdenden Paranoia, die auch vor Freunden nicht halt macht. Seine psychischen Probleme wurden immer greifbarer, ich ertappte mich dabei, seiner Familie zuzuflüstern" lass das, sag das nicht, das geht nicht gut aus" wo man sie bei der Hand nehmen und wegbringen sollte, aber dem steht Coras Hörigkeit entgegen, die junge Frau hat mit 16 Jahren mit ihrer Familie gebrochen, um bei Ernt zu sein und nichts was er tut, kann ihre Liebe zu ihm schmälern. Die einzig starke Persönlichkeit ist Lenora, sie wird ihren Weg gehen, sich von ihrem Vater lösen und vielleicht sogar ihre Mutter dazu bringen können ihren Mann zu verlassen, dachte ich über weite Strecken des Buches hinweg, bis zu einem Ereignis, das ihr Leben wieder einmal völlig verändern wird. Da gehe ich jetzt aber nicht näher drauf ein, ich habe wahrscheinlich sowieso schon zu viel verraten.

Liebe und Begehren  ist durchaus lesenswert, ich mochte das Buch trotz meiner Kritikpunkte, denen ich das Ende hinzufügen muss. (Warum verrate ich natürlich auch nicht)

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar.
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  • Gebundene Ausgabe: 591 Seiten
  • Verlag: Rütten & Loening; Auflage: 1. (14. September 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3352009139
  • ISBN-13: 978-3352009136
  • Originaltitel: The Great Alone



Donnerstag, 25. Oktober 2018

Die große acabus Jubiläumsanthologie

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10 Jahre acabus Verlag. Was liegt da näher, als dieses Ereignis mit Kurzgeschichten zu feiern, die dem Leser das bunte Verlagsprogramm näher bringen. 15 Autoren haben einen Beitrag zu dieser Anthologie geleistet und jeder von ihnen hat auf seine Weise die 10 gefeiert und gewürdigt.
Kaum eine Literaturform birgt für Schriftsteller eine so große Herausforderung wie Kurzgeschichten und nicht jeder kann sie meistern. Die Kernaussage einer Story auf wenigen Seiten zu Papier zu bringen, das Wesentliche herauszuarbeiten und dabei Spannung und Emotionen zu erzeugen, ist sicher nicht leicht und auch nicht jedem gegeben. Um so mehr freue ich mich als Leser, wenn ich nach dem Lesen einer Anthologie, die meisten Geschichten mochte und die eine oder andere sogar liebte, wenn es keine gab, die ich persönlich für überflüssig hielt, auch wenn sie meinen Geschmack vielleicht nicht ganz traf.
Natürlich gibt es die eine oder andere Story, die mich sofort für sich ein nahm, gleich die erste zum Beispiel.
 Am zehnten Tag von Michaela Abresch, war eine davon, sie erzählt, wie der Tod seine Arbeit macht, wie er die, die er am Ende in die Arme schließt beobachtet und seine Aufgabe eigentlich nicht infrage stellen darf.
Ich mochte die Geschichte sehr, sie hat mich regelrecht begeistert, hier stimmte alles von der Story bis zum Schreibstil. Dass sie die erste Geschichte im Buch war, war eine sehr gute Wahl.
Jede der Geschichten ließ die Schreibfreude der Autoren erkennen, sie hatten Spaß an der Aufgabe, auch wenn die Geschichten nicht immer lustig waren. 10 Stationen - mit ihm auf dem Kreuzweg, ist eher als tragisch zu bezeichnen, Chriz Wagner lässt uns den Kreuzweg Jesu aus einer ganz anderen Perspektive als gewohnt lesen und liefert die eine oder andere Erklärung. Eine meiner Lieblingsgeschichten.
Ist es für Autoren vielleicht schwierig eine Kurzgeschichte zu schreiben, so ist es für mich als Rezensent auch schwieriger über diese eine Rezension zu verfassen, über den Inhalt ist schnell zu viel verraten. Zum Schluss nur noch so viel.
Die Anthologie zeigt das vielfältige Verlagsprogramm auf sehr unterhaltsame Weise, es ist für jeden etwas dabei und darum gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung.

Die Mitwirkenden:

Michaela Abresch
Sabine Adatepe
Gabriele Albers
Brigitte Bjarnason

Thomas Christen

Caroline DeClair
Esther Grau
Sven R. Kantelhardt
Monika Loerchner
Sibylle Narberhaus
Stefan Schickedanz
Heinz-Joachim Simon
Chriz Wagner
Markus Walther
Torsten Weitze

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar.

Mit einem Klick auf das Cover seid ihr direkt beim Verlag.

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: Acabus Verlag; Auflage: Originalausgabe (15. Oktober 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3862826260
  • ISBN-13: 978-3862826261


Dienstag, 23. Oktober 2018

Vincent Voss: Alles zum Schein

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Inhalt: Hagen von den Goldquellen wird von seinem Vater an die Akademie Splitter und Geist geschickt, um dort zum Magier ausgebildet zu werden. Doch kaum dort angekommen, merkt der junge Mann schon bald, dass er nicht willkommen ist, besonders der Leiter der Akademie Vermont Kornmandel setzt alles daran, Hagen und dessen einzige Freundin an der Akademie Larian Vesslinger loszuwerden. Hagen und Larian kommen einem tödlichen Geheimnis auf die Spur, dessen Wurzeln tief in die Vergangenheit reichen und ganz Lorakis bedrohen.

Meine Meinung: Alles zum Schein ist der 4. Band der Splittermondreihe, die wohl aus dem gleichnamigen Pen & Paper Rollenspiel entstanden ist. Jetzt liegt mir ein lapidares" Macht nichts" auf der Zunge. Weder das Eine noch das Andere stören das Lesevergnügen in irgendeiner Weise. Das Buch ist auch ohne Vorwissen aus den vorigen Büchern sehr gut lesbar und vor allem spannend, man muss auch das Rollenspiel nicht kennen.
Noch braucht man Bedenken zu haben, den Abklatsch eines berühmten und erfolgreichen Zauberers vor sich zu haben, der in der heiteren Atmosphäre seiner Schule, unter liebevollen und wohlmeinenden Menschen seine Fähigkeiten weiterentwickelt. Weder ist die Atmosphäre in der Akademie anders als düster und unheimlich zu bezeichnen, noch sind die Lehrer und Mitschüler wohlmeinend. Gemeinsam mit Hagen muss der Leser ergründen, wer Feind und wer Freund ist an der Akademie und was es mit den verschwundenen oder toten Mitschülern und Lehrern und den verschwundenen Bewohnern der Region auf sich hat, von Larian erfährt Hagen von einem Zirkel dem sich Lehrer und Schüler angeschlossen haben, steckt er hinter allem? Zu Beginn des Buches stellen sich viele Fragen, die dazu zwingen immer noch eine Seite zu lesen, auch wenn man schon längst schlafen sollte.
Mir gefiel es, dass nicht alle Charaktere sofort zu durchschauen waren, das nicht von vornherein klar war, wer Gut und wer Böse ist und das der eine oder andere sich sogar in eine komplett anders als von mir vermutet, Richtung entwickelte.

Alles zum Schein bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung.

Das Cover spiegelt die düstere Atmosphäre der Akademie wider und gefällt mir recht gut, es erinnert an die Gemälde die eine zentrale Rolle in der Geschichte spielen, mit einem Klick darauf gelangt ihr direkt in die Welt Vincent Voss, der euch noch etwas mehr zu Alles zum Schein erzählt, auch davon wer ihm ans Herz gewachsen ist.
Vielleicht haben wir Glück und er entführt uns noch einmal nach Lorakis, mir würde das gefallen.

  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: Feder & Schwert; Auflage: 1. Aufl. (20. September 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783867623292
  • ISBN-13: 978-3867623292
  • ASIN: 3867623295

Montag, 15. Oktober 2018

Thomas Erle: Das Lied der Wächter. Das Erwachen.

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  • #unheimlichekraft
  • Inhalt: Nach einem Atomunfall wird der Schwarzwald größtenteils zum Sperrgebiet erklärt, die dort lebenden Menschen werden evakuiert und das Gebiet mit Mauern und Zäunen abgesperrt die streng überwacht werden. Einige Menschen allerdings schafften es nicht aus der Gefahrenzone oder wollten die Heimat nicht verlassen. Zu den Menschen, die es nicht hinausschafften gehören die Eltern des damals 6 Monate alten Felix, der seither in dem Glauben aufwächst, seine Tante sei seine Mutter.Als diese ihm die Wahrheit über seine Herkunft offenbart, steht für den Jungen fest: Er muss seine Eltern finden.

Meine Meinung: Fantasy im Gmeiner Verlag? Das allein hat mich ja schon sehr neugierig auf das Buch gemacht, war mir der Verlag bisher doch nur durch Regional Krimis und durch True Crime bekannt, die alle eine hohe sprachliche Qualität aufweisen.
Allzu viel konnte also mit einem Ausflug in ein neues Genre nicht schiefgehen.
Thomas Erle entführt seine Leser in ein Gebiet, das eigentlich jeder von uns kennt, die einen mehr, weil sie aus der Region kommen oder ihre Urlaube dort verbrachten, die Anderen zumindest aus dem Erdkundeunterricht und doch ist es völlig fremd, die Landschaft hat sich in 16 Jahren verändert und das ist nicht das Einzige, etwas Unheimliches geht im Schwarzwald vor sich, etwas das nichts mit einem Atomunfall zu tun hat. Mir stellte sich so manches Mal die Frage, ob die Zäune und Mauern, wirklich ein Eindringen in das Sperrgebiet verhindern sollten, oder ob etwas nicht hinauskommen soll. Leider wird diese Frage auch am Ende des Buches nicht beantwortet, da heißt es also abwarten , bis zum Erscheinen des 2. Bands. Etwas zu kurz kamen mir die Fantasy Elemente, immer wenn ich dachte: Jetzt, gehts los, ich erfahre mehr. War dieser Moment auch schon wieder vorbei. Ich hoffe das sich das im zweiten Band ändert, nachdem Thomas Erle seine Protagonisten vorstellte und die Landschaft mehr als ausführlich beschrieb, erwarte ich mehr Hintergründe und etwas mehr der Fanatsy Elemente.
Trotzdem bekommt Das Lied der Wächter von mir eine Leseempfehlung, die Geschichte ist durchaus spannend, der Schreibstil ist bildhaft und flüssig und der Cliff Hanger ist wirklich gemein. ;o)

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Weitere Stimmen zum Buch findet ihr hier:
Seehases Lesewelt
Buchperlenblog
KeJas BlogBuch

  • Taschenbuch: 380 Seiten
  • Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 2018 (4. Oktober 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3839223377
  • ISBN-13: 978-3839223376



Sonntag, 14. Oktober 2018

Das Fehlen des Flüsterns im Wind von Miriam Schäfer

Inhalt:
Ausnahmsweise gibt es wieder einen Auszug aus dem Klappentext, denn es ist schwierig Inhaltsangaben zu Kurzgeschichten zu schreiben ohne die Geschichte nachzuerzählen und damit zu viel zu verraten.

21 phantastische Geschichten vom Grund der Dinge. Zum Gruseln, Träumen und Nachdenken.
Geheimnisvoll, düster und melancholisch erzählt Miriam Schäfer von den Welten zwischen Traum und Wirklichkeit, Licht und Schatten, Wahrheit und Legende.

Meine Meinung:
Der Klappentext verrät schon, diese Geschichten sind zum Nachdenken, so kurz sie teilweise sind, sie sind nicht einfach nur schnell weg gelesen und vergessen. Über eine der kürzesten Geschichten denke ich immer noch nach, aber gerade das macht das Lesen zum Vergnügen. Eigentlich hatte ich vor das Buch auf einer längeren Zugfahrt zu lesen, aber das habe ich nach kurzer Zeit aufgegeben, für diese Stories benötigt man Zeit und Ruhe.
Ich liebe die Geschichte, Purpurnacht. Eine Geistergeschichte in der ein Liebespaar vor einer Zukunft steht in der ein Zusammen sein nicht möglich scheint und Jahre später ein Greis versucht die Vergangenheit zu ändern.Mit Erfolg? Das müsst ihr selber lesen.
Oder: Der Wunsch, diese Geschichte hielt mir eindringlich vor Augen wie wichtig es ist sich Zeit zu nehmen für die wirklich wichtigen Dinge im Leben, für die Menschen die wir lieben, denn bevor wir uns versehen ist unsere Zeit um.

Dieses Buch werde ich sicher noch häufiger zur Hand nehmen um die eine oder andere Geschichte nochmals zu lesen. Es bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung. Miriam Schäfer schreibt vielleicht nicht für die breite Masse, aber für die Leser die gern anspruchsvoller Geschichten lesen.


  • Taschenbuch: 184 Seiten
  • Verlag: Acabus Verlag; Auflage: Originalausgabe (27. Februar 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3862825639
  • ISBN-13: 978-3862825639

Das Bücherhaus auf der #fbm18 Teil 2

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Nach einem leckeren Mittagessen mit Kerstin vom Blog https://seehases-lesewelt.blogspot.com/ und Petra von https://phantastische-fluchten.blogspot.com/, es gab Currywurst und Pommes ;o) ( nein ich habe mein Essen nicht fotografiert, ihr wisst alle wie Essen aussieht) im Schatten des Turms




ging es mit Kerstin weiter zu Andreas M. Sturm, den man wie immer fleißig arbeitend am Stand der Edition Krimi fand und wie immer fand Andreas die Zeit uns von seinem neuen Buch Weihnachtsmorde 2 zu erzählen und uns neugierig zu machen auf die Märchenmorde und die Jobcentermorde, die bald erscheinen werden.
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Diesen tollen Kalender könnt ihr übrigens beim Verlag erwerben, man denkt gar nicht wie tödlich Schönheit sein kann.

Irgendwann mussten wir uns losreißen und schlenderten weiter durch die Hallen um bei Edition Wannenbuch zu landen, der Stand ist immer einen Besuch wert, kann man doch die Bücher mit in die Badewanne nehmen, etwas das ich bisher nur aus dem Bereich Kinderbücher kannte. Und wenn man, wie ich nur eine Dusche hat, gibt es auch hier einen tollen und witzigen Kalender, der ist allerdings nicht für die Wanne geeignet.

 Ab in die Wanne
Ab in die Wanne

Um 15 Uhr hatte ich die Gelegenheit am Gmeiner Verlagsstand den Autor Thomas Erle kennen zulernen. Viele von euch kennen ihn vielleicht als Krimiautor nun hat er sich im Bereich Fantasy versucht und der Verlag hat sich auf dieses Abenteuer eingelassen. Ich hatte schon die Gelegenheit den 1 Band der Das Lied der Wächter Trilogie zu lesen, meine Rezension folgt bald. Nur soviel vorab, der 1 Teil, Das Erwachen, hat mich schon sehr neugierig gemacht, wie es wohl weitergeht und welche Fragen beantwortet werden.
Die Pressesprecherin des Verlags hat uns herzlich willkommen geheißen, es ist immer ein Vergnügen sie zu treffen.
Die ersten Kapitel.Soll ich schon rein lesen oder abwarten? Bis zum Erscheinen des Buches dauert es noch sooooooooo lang

Thomas Erle und Petra Wendler


Ein weiteres Highlight war das Bloggertreffen von Isabella Archan und Leon Sachs, während ich von Isabella Archan schon mal etwas gelesen hatte Der Tod bohrt nach, war mir Leon Sachs nur dem Namen nach bekannt, aber das wird nun schnellsten geändert, sein Buch Mein ist die Macht, liegt schon bereit. Ich war ja gespannt ob Isabella auch in Echt so nett und sympathisch ist wie sie mir auf Facebook immer zu sein schien. Ist sie nicht, sie ist noch viel netter, kein Wunder das Leon auf dem Foto so strahlt.

Zum Ende meines Beitrags möchte ich mich noch bei allen bedanken die diesen Messebesuch wieder zu einem tollen und unvergesslichen Erlebnis gemacht haben, es ist schön zu sehen wie ein gemeinsames Hobby völlig Fremde zusammenführt und manchmal als Freunde auseinander gehen lässt.
Eins muss ich euch noch zeigen. Dieses tolle Lesezeichen von Ulla Leuwer.

Zur Webseite Ullas Leseecke
Ein Keksfoto hätte ich noch machen können, aber da war ich zu langsam ;o) Danke Tanja, sehr leckere Kekse backst du.

Das Bücherhaus auf der FBM18 Teil 1.

Frankfurt am Main 12.10.2018 morgens um 8 Uhr, ich war so froh das niemand mit mir reden wollte ;o)


Wie ihr seht und mittlerweile auch alle wisst, versprach es ein wunderschöner Tag zu werden. Ich ließ mich von meinem Fahrer im Gallusviertel absetzen und nach einem Kaffee fuhr ich ganz gemütlich mit der S-Bahn zur Messe, wo gleich um 9 Uhr mein erster Termin auf mich wartete, ich war mit Heike vom Blog https://fraugoetheliest.wordpress.com/ und Martina vom Blog https://leserattenhoehle.blogspot.com/ verabredet, beim Blauen Sofa, das kann ja nicht so schwer zu finden sein, war es aber doch, da wir von unterschiedlichen Sofas sprachen, aber am Ende klappte es doch und wir hatten viel Zeit zum plaudern und tratschen.
Heike und Ich machten uns dann gemeinsam auf den Weg in Halle 3. Unsere erste Station war der Größenwahn Verlag, der eindeutig einen der schönsten Stände auf der Messe hatte und definitiv den gemütlichsten. Leider war das Bett leer ;o)



Weiter ging es zu DTV zum Meet&Greet mit Paola Peretti. Dort trafen wir vorher noch Frank Goldammer, den Autor der Max Keller Reihe und hatten Zeit kurz mit ihm über sein neues Projekt zu sprechen, leider weiß ich jetzt nicht wie viel davon ich euch schon verraten darf, also sag ich nichts, nur so viel: Es hört sich toll an und ich muss das unbedingt lesen und freue mich so lange auf seinen im Dezember erscheinenden neuen Max Keller Band Roter Rabe.

Frank G. und Heike S.
Dann ging es aber auch schon weiter zum Treffen mit  Paola Peretti, die ihr Buch
In der Nacht höre ich die Sterne ebenfalls im DTV Verlag veröffentlichte. Leider bin ich noch nicht dazu gekommen ihr Buch zu lesen, aber während des Gesprächs mit ihr, in dem sie geduldig und sehr ausführlich alle unsere Fragen beantwortete, wuchs meine Neugier und ich freue mich schon sehr auf die Lektüre. Hier bekommt ihr bald einen Link zu einem Interview, von Frau Goethe liest.
Paola erzählte uns von der Entstehung des Buches und was sie am meisten vermissen wird, wenn sie ihr Augenlicht komplett verloren haben wird (Kino und die Natur), wir sprachen über die verschiedenen Cover, das Buch wurde außer auf Deutsch auch noch auf Englisch übersetzt und erschien zuerst natürlich in ihrer Heimat Italien, und welche Erwartungen es beim Leser weckt. Dank deutschem Titel und dem Cover dachte ich zuerst, es würde sich um einen Liebesroman handeln.



Nach einer Stunde war das Treffen schon wieder vorbei, in der Schule waren 60 Minuten immer viel länger.

Vielen Dank an Stefanie Broller vom DTV Verlag für die Einladung.


Nach dem Mittagessen ging es weiter, wie das erzähle ich euch später.

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Nanos. Sie bestimmen was du denkst von Timo Leibig


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2028
Deutschland hat sich abgeschottet vom restlichen Europa, das an der Flüchtlingskrise zerbrochen ist, Nachrichten aus dem Rest der Welt kommen kaum oder gar nicht bei der Bevölkerung an. Im TV laufen in Dauerschleife Reden des Bundeskanzlers Johann Kehlis. Wer an ihm Kritik übt, wird denunziert und verhaftet.
Aber Kritik gibt es so gut wie nie, Kelis wird verehrt und die Menschen glauben alles was er propagiert. Nicht ganz freiwillig allerdings, denn im Trinkwasser und den Nahrungsmitteln sind Nanopartikel versteckt, die das Denken der Menschen beeinflussen. Es gibt aber auch Menschen, die gegen die Partikel von Beginn an Immun sind, oder im Laufe der Zeit eine Immunität entwickeln. Und diese Menschen formieren sich im Widerstand.
Als Malek, ein entflohener Häftling, dem Widerstand in die Hände fällt, schließt er sich ihnen zunächst nur an um ein Versprechen einzulösen, das er seinem Besten Freund gab.

Meine Meinung:
Ich liebe "was wäre wenn" Szenarien, wenn Schriftsteller damit spielen und Welten erschaffen die genauso existieren können, und die Welt die Timo Leibig erschaffen hat, liegt ja nun wirklich nicht weit von dem, was sein könnte, ein Diktator der das Volk unterdrückt und jeden aus dem Weg räumen lässt, der auch nur ansatzweise gegen ihn ist. Das sich Kehlis modernster Technik bedient, um seine Ziele durchzusetzen ist auch nicht abwegig, an Nanopartikeln die im Körper eines Menschen etwas bewirken, wird ja geforscht.
Aber auch ohne Nanoteilchen, wäre das Szenario erschreckend genug. Ein Alleinherrscher, der gegen alle Menschlichkeit seinen Willen durchsetzt und dem nur ein paar Widerstandskämpfer entgegenstehen, die mehr Enthusiasmus als Kampferfahrung aufzubieten haben und die einen Kriminellen als Unterstützung in ihren Reihen willkommen heißen, wenn auch erst nach langen Diskussionen untereinander, zeigt, wie verzweifelt die Situation eigentlich ist.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, er ist flüssig und verliert sich nicht in überflüssigen Beschreibungen und dennoch zeichnet Timo Leibig klare Bilder so das man alles vor Augen hat. Im Großen und Ganzen hat mir Nanos. Sie bestimmen was du denkst. Gut gefallen, etwas mehr über die Thematik der Nanoteilchen und ein weit weniger offenes Ende hätten mir zwar besser gefallen, aber ich kann trotzdem guten Gewissens eine Leseempfehlung aussprechen, denn es geht ja weiter und vielleicht werden dann alle Frage beantwortet.

Mit einem Klick auf das Cover seid ihr direkt auf der Autorenwebseite.

  • Broschiert: 512 Seiten
  • Verlag: Penhaligon Verlag (24. September 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3764531908
  • ISBN-13: 978-3764531904

Dienstag, 9. Oktober 2018

NSA Nationales Sicherheit-Amt von Andreas Eschbach

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Inhalt. Weimar 1942. Die Programmstrickerin Helene arbeitet beim NSA. Mit aller Hingabe viel Talent und Können entwickelt die junge Frau Komputerprogramme. Programme die ihr Kollege Lettke für seine eigenen, miesen Zwecke benutzt.

Meine Meinung:
NSA als ich den Titel und den Klappentext las, war meine Neugier schon geweckt. Was wäre gewesen hätten die Nazis tatsächlich schon Computer gehabt, Mobiltelefone und soziale Netzwerke und mit den Nazis natürlich auch schon alle andere Staaten.
Selbstverständlich noch nicht so ausgereift wie in der Gegenwart, aber völlig ausreichend um Regimegegner auszuspionieren und dann auszuschalten.
Ich konnte gar nicht so schnell lesen,wie mein Kopfkino lief, ich musste unbedingt wissen, wie sich Andreas Eschbach die Zeit mit den technischen Möglichkeiten vorstellte. Das Szenario, das der Autor entwickelt ist erschreckend, totale Überwachung, alles was jemals im Weltnetz (Internet) geschrieben wurde, wird archiviert und ist jederzeit abrufbar. Durch die Abschaffung des Bargelds, werden sogar alltägliche Einkäufe gespeichert und anhand der Durchschnittswerte eines Haushalts können die Behörden auf die zu versorgenden Personen schließen und sollten sie zu dem Verdacht kommen, das Regimegegner versteckt werden eingreifen.
Verschwörungstheoretiker sehen hier vielleicht nicht ganz zu unrecht Parallelen zur Gegenwart.
Eschbachs Protagonisten sind liebevoll und detailliert ausgearbeitet, auch wenn sein Focus mehr auf Helene zu liegen scheint als auf Lettke und alle anderen, Helene ist die heimliche Hauptfigur über sie erfahren wir am Meisten, ihr Leben, ihre Beziehungen zu den Regimetreuen Eltern, zu ihrem Onkel der der Regierung eher kritisch gegenübersteht und natürlich zu ihrer großen Liebe Arthur, beschreibt der Autor sehr authentisch. Ich mochte sie sehr. Ganz im Gegensatz zu dem kriminellen Eugen Lettke, der nach meinem Verständnis wonach die Nazis ihren Arierstempel vergaben nur äußerlich den Ansprüchen genügt, innerlich ist er ein Widerling, korrupt, feige, egoistisch, ein Vergewaltiger und Verräter,bei genauerem Nachdenken also doch genau das was die Nazis wollten. Mit Lettke hat Eschbach einen Charakter erschaffen über den ich mich wirklich aufregen konnte.
NSA ist nicht mein erstes Buch des Autors, ich mochte seinen Schreibstil schon immer und auch das er oft aktuelle Themen aufgreift, aber aus irgendeinem Grund hatte ich auch schon häufiger Schwierigkeiten mit dem wie er die Romane enden ließ, ich könnte da jetzt nicht den Finger drauflegen, es war immer nur ein Gefühl. Je näher ich dem Ende kam, desto unruhiger wurde ich also. Vielleicht könnt ihr euch meine Erleichterung vorstellen wenn ihr das Buch gelesen habt, ich liebe das Ende.
Noch kurz zum Cover, das mir auch sehr gut gefällt, es passt zum Buch und mit dem Auge im Mittelpunkt bringt es dem Betrachter das Thema schon sehr nah.

NSA NATIONALES SICHERTS-AMT bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung.

  • Gebundene Ausgabe: 800 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Hardcover); Auflage: 1. Aufl. 2018 (28. September 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785726252
  • ISBN-13: 978-3785726259

Samstag, 6. Oktober 2018

Forgotten Girl von Eva - Maria Silber

Umschlaggestaltung Annadel Hogen
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 Als das Mädchen Katharina von den zwei Klassenschönheiten Bianca und Anette eingeladen wird mit ihnen am Totenmaar, einem nahen See, zelten zu gehen, ist das schüchterne Mädchen überglücklich, endlich würde sie nicht mehr außen vor sein, endlich hätte sie die Chance Freunde zu finden.
Katharina ahnt nicht das sie nur eingeladen wird, damit die Eltern der anderen beiden Mädchen den Ausflug erlauben, wenn die Tochter des Pfarrers mit gehen darf, können die eigenen Eltern schlecht nein sagen, so die Überlegungen Biancas und Anettes. Am See stoßen Sebastian und Anettes Freund zu ihnen und Katharina merkt schnell, das sie nur Mittel zum Zweck war, doch das was dann geschieht ist an Grausamkeit kaum zu überbieten und nur Katharina und Sebastian überleben die Nacht. Sebastian hat nichts gesehen und Katharina kann sich an nichts erinnern. Janna Habena, lässt der Fall auch 30 Jahre nach den Morden an den Teenagern keine Ruhe.

Die Geschichte beginnt Karfreitag 1984. Zu der Zeit waren die technischen Möglichkeiten der Forensik noch sehr begrenzt, einen Täter anhand seiner DNA zu ermitteln unmöglich und so verwundert es nicht, das auch ein Mordfall ohne Zeugen nach einer gewissen Zeit zu den Akten gelegt wird, Mordakten werden allerdings nie ganz geschlossen und so nimmt sich Janna Habena auch diese Akte immer wieder vor und sucht nach 30 Jahren nochmals das Gespräch mit Katharina in der Hoffnung das sie sich mittlerweile an mehr erinnert. Sie trifft auf ein seelisches Wrack.
Eindrucksvoll schildert Eva-Maria Silber die Qualen eines Menschen, der so etwas erleben musste, der unter Flashbacks leidet, von denen er nicht einmal sicher weiß, ob es sich um reale Bilder aus der Erinnerung handelt oder um Bilder die die Psyche sich ausdenkt, um Lücken zu füllen.
Die Suche Jannas nach dem Täter, hat etwas verzweifeltes, sie klammert sich an jeden Strohhalm und geht jedem, noch so kleinen Hinweis nach während der Leser leider schon früh ahnt, was am See wirklich passiert ist. Aber das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Wir sind häufig leichtfertig mit dem Spruch " Nun reiß dich mal zusammen" oder "Das ist schon so lange her, vergiss es endlich" wenn wir mit den psychischen Problemen anderer konfrontiert werden ohne zu ahnen wie verletzend das für die Betroffenen eigentlich ist, denn zwischen Wollen und Können liegen klaftertiefe Abgründe, die trotz Modernste Behandlungsmethoden und Medikamenten nicht überwunden werden können. Natürlich ist auch die Krimihandlung lesenswert, schließlich handelt es sich nicht um ein Psychologielehrbuch, aber ich mag es sehr wenn gerade Krimis die ja zur Unterhaltung dienen, etwas tiefer gehen und mir etwas mitgeben mit dem ich so absolut nicht gerechnet habe.

Forgotten Girl bekommt von mir eine Leseempfehlung, wobei ich mir manchmal gewünscht hätte, das die Charakterbeschreibungen etwas detaillierter gewesen wären, das kommt bis auf Katharina etwas zu kurz, hier wäre etwas mehr besser gewesen, aber das ist Geschmackssache.

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH (27. März 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3960873778
  • ISBN-13: 978-3960873778

Freitag, 5. Oktober 2018

Fräulein Nettes kurzer Sommer von Karen Duve

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Anette von Droste - Hülshoff (geboren 1797 gestorben 1848). Gehört hat diesen Namen wohl schon jeder, aber was weiß man eigentlich über diese Frau, die in einer Zeit in der Frauen schön und ruhig sein sollten, in der die Erben, die sie zur Welt brachten, wichtiger waren als sie selbst, lebte? Ich wusste nichts über sie, ein oder zwei Titel ihrer Werke waren mir bekannt, ihr Gesicht kannte ich vom 20 DM Schein, das war es aber auch schon.
Als ich den Klappentext zu dem Buch las, machte mich etwas neugierig, im Nachhinein weiß ich nicht einmal mehr, welcher Satz genau es war, es könnte dieser gewesen sein:

"Fräulein Nette ist eine Nervensäge! Dreiundzwanzig Jahre alt, heftig, störrisch und vorlaut, ist sie das schwarze Schaf, das nicht in die Herde ihrer adligen Verwandten passen will."

Wer war diese junge Frau, was hat sie bewegt, wovon hat sie geträumt?
Ich weiß nicht, inwieweit Karen Duve sich an die historischen Fakten gehalten hat, ich gehe aber davon aus, dass sie ganz nah an dem blieb was wirklich geschah.
560 Seiten umfasst der Roman und ich muss zugeben, die ersten Seiten fielen mir etwas schwer, ich musste mich erst einfinden, mich vertraut machen mit einer mir völlig unbekannten Epoche. Aber nachdem diese Hürde genommen war, entwickelte ich mehr und mehr Spaß an dem Buch, an den Begegnungen mit den großen Dichtern und Denken, die sich auch gern mal daneben benahmen und teilweise so gar nicht dem Bild entsprechen, das man sich anhand ihrer Werke von ihnen machte. Natürlich lag mein Hauptaugenmerk auf Anette von Droste-Hülshoff, die trotz oder vielleicht auch gerade wegen der Widerstände, auf die sie stieß, eine der ganz großen Dichterinnen ihrer Zeit war.
Das Buch hat mich dazu angeregt noch mehr über Sie zu erfahren, das Literaturverzeichnis am Ende des Buches wird mir dabei sicher eine große Hilfe sein.
Gut gefallen haben mir auch die Beschreibungen der Orte und der Personen, die äußerlichen Merkmale und bei den Personen auch die Persönlichkeit, ich hatte recht klare Bilder vor Augen, was mich abwechselnd schmunzeln und im Falle der verhungernden Menschen, denen Anette auf einer ihrer Reisen begegnet auch schlucken ließ, eine Szene, die erkennen ließ wie tief die Achtung vor dem Adel noch in den Menschen verwurzelt war. Das mir diese kurze Szene beim Schreiben wieder einfiel, ist meiner Meinung nach ein weiterer Beweis für die sprachliche Qualität des Buches.
Fräulein Nettes kurzer Sommer, ist ein Buch, das Zeit erfordert, nicht nur wegen seiner Länge, das liest man nicht schnell mal zwischendurch und das ist auch gut so.

Mit einem Klick auf das Cover, das meiner Meinung nach sehr gelungen ist, gelangt ihr direkt zum Verlag.

  • Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
  • Verlag: Galiani-Berlin (7. September 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783869711386
  • ISBN-13: 978-3869711386

Dienstag, 2. Oktober 2018

Wellenwut von Lars Winter (Autor), Wolfgang Keller (Illustrator)

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Inhalt: Das Ermittlerduo Norden und Pfarrer Klinger kommt der Bitte eines alten Schulfreundes nach, an Bord des Flusskreuzfahrtschiffes Commedia ungewöhnliche Vorkommnisse aufzuklären. Was zunächst nur an Streiche erinnert, die aus dem Ruder laufen, gipfelt zunächst in einem Mord im Spa Bereich.
Wellenwut ist der 5 Band der Reihe um das Ermittlerduo Norden und Klinger und es wäre sicherlich von Vorteil die vorigen Bände gelesen zu haben um sich ein genaues Bild des Duos und ihrer bestimmt sehr spannenden Geschichte machen zu können, für den aktuellen Fall ist es aber nicht nötig, mehr über sie zu wissen, da treibt mich dann sicherlich meine persönliche Neugier dazu auch die Vorgängerbände zur Hand zu nehmen.
Zu Beginn erinnerte mich Wellenwut noch etwas an Tod auf dem Nil, was mich etwas wundert, denn dieses Buch habe ich nie gelesen, und ich weiß nur aus dem gleichnamigen Film worum es eigentlich geht, vielleicht assoziiert jeder der von Agatha Christie zumindest schon mal gehört hat, ähnliche Handlungsorte mit ihren Büchern.
Nun haben wir aber kein Buch der englischen Schriftstellerin vor uns, sondern einen Modernen und intelligenten Krimi aus der Feder Lars Winters, der nichts an Spannung vermissen lässt, ohne allzu blutig zu sein, ganz ohne Blut geht es allerdings nicht.
Der Autor hat es geschafft die Atmosphäre auf einem Kreuzfahrtschiff in Worte zu fassen, diese eigene in sich abgeschlossene Welt, wo alles reibungslos funktionieren muss, um den Gästen das Erlebnis zu gewährleisten, dass sie erwarten.
Ich mag Norden und Klinger, sie haben beide ihre eigene Art und sie ergänzen sich wunderbar, den berühmten Puzzleteilchen Vergleich erspare ich euch.
Fazit für die Story: Sehr lesenswert.
Jetzt kommt aber noch etwas, ihr müsst dieses Buch lesen, und zwar als Print Exemplar, das muss man in die Hand nehmen können, die Aufmachung ist einfach nur fantastisch, nicht nur das Cover das an ein Gemälde erinnert ist wunderschön, nein auch im Buch findet ihr zahlreiche Illustrationen und am Ende die Ermittlungsakte Nordens, die aus Skizzen besteht.

Illustriert von Wolfgang Keller

Ich kam manchmal nicht zum Lesen, weil ich mir die Bilder, die hervorragend zum Text passen ansehen musste.

Mit einem Klick auf das Cover seid ihr direkt beim Verlag

  • Gebundene Ausgabe: 360 Seiten
  • Verlag: Wind und Sterne; Auflage: Der fünfte Fall des außergewöhnlichen Ermittlerduos. (1. März 2018)
  • Künstleredition
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3946186467
  • ISBN-13: 978-3946186465