Wenn ein Buch mich nachts wach hält, dann weiß ich: Das ist ein Volltreffer. Utz Anhalts "Hexensturm – Das Lachen der Frauen" hat mich sofort gefesselt – ein historisch-phantastischer Roman, der die Grausamkeit der Hexenverfolgungen mit baskischen Mythen verwebt und eine starke Geschichte von weiblicher Stärke erzählt.
Der Roman spielt im Baskenland des frühen 17. Jahrhunderts, wo der Hexenrichter Pierre de Lancre sein Unwesen treibt. Pierre de Lancre ist übrigens eine reale historische Figur, der Prozesse gegen die Frauen der Kabeljaufischer durchführte, während ihre Männer auf See waren. Im Zentrum steht Hegoa, die mit ihrer Freundin Itsaso einen verzweifelten Brief an den französischen König schreibt, um das Morden zu stoppen. Doch Morguy die Hegoa wegen Diebstahls entlassen hatte denunziert sie aus Rache als Hexe. Hegoa wird grausam gefoltert und gesteht alles, was ihr vorgeworfen wird.
Hegoa ist keine bloßes Opfer, sondern eine starke Frau mit Rückgrat. Itsaso ist ihre treue Freundin und die mythischen Wesen wie Basajaun und Laminak verkörpern die wilde Seele des Baskenlands. Anhalt lässt seine Figuren lebendig werden; sie lachen, leiden und rebellieren und ich, ich war immer ganz nah bei ihnen.
Utz Anhalt schreibt klar und eindringlich, mit vielen Naturbildern, die den Wechsel von Realität zu Mythos gut darstellen. Beschreibungen wie mondblaue Nächte oder der Scheiterhaufen sind sehr lebendig ich konnte mir alles gut vorstellen und fühlte fast das Leiden der Frauen. Der Titel Das Lachen der Frauen passt perfekt: Er steht für ein triumphierendes Lachen gegen die Unterdrückung. Ich hätte gern noch ein wenig mehr über die Mythen der Basken erfahren, aber da werde ich mir die Informationen noch zusammensuchen.
Als Fantasy- und Krimifan bin ich hier voll auf meine Kosten gekommen: Historische Authentizität plus dunkle Magie ergeben einen Roman, der sich von Standard-Hexenstorys abhebt.

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