Montag, 4. März 2024

Schatten des Todes von Astrid Korten

 

Berlin 1929: Eine neue Zeit bricht an. Die Gesellschaft sehnt sich nach Wohlstand und Glamour, manche streben sogar nach Macht. Mit Spannung wird ein neuer Film der UFA erwartet, der im größten Studio der Universal-Filmstudios in Babelsberg gedreht wird. Doch die Dreharbeiten rufen finstere Gestalten auf den Plan, die dunkle Drohungen gegen alle Beteiligten ausstoßen.

Als eine Mitarbeiterin im Studio tot aufgefunden wird, beginnt Harry Schneider, der Sicherheitschef der UFA, auf eigene Faust in einschlägigen Geheimclubs und unter zwielichtigen Gestalten nach einer Erklärung für den seltsamen Tod der Bühnenbildnerin zu suchen, der von einem berüchtigten Illusionisten prophezeit wurde.
Harry lernt die sinnlich schöne und geheimnisvolle Lara kennen und gerät nicht nur in ihren Bann, sondern auch in einen Sumpf aus Intrigen, Lügen und eiskalter Grausamkeit.



Harry Schneider der Sicherheitschef in den Universal-Filmstudios, besucht gerade eine Vorstellung des Varietékünstlers und Hellsehers Erik Jan Hanussen, als er überraschend an das Filmset zu Fritz Langs neues Film "Frau im Mond" gerufen wird. Tanya eine Mitarbeiterin des Filmteams wurde tot aufgefunden. Während die Polizei an einen Unfall glaubt, ermittelt Schneider auf eigene Faust.

Die Autorin hat es wieder einmal geschafft, mich mit einem ihrer Krimis in den Bann zu ziehen, dieses Mal hat sie die Handlung in die spannende Zeit zwischen den Weltkriegen angesiedelt. Das Berlin der zwanziger Jahre war geprägt von einer einzigartigen Mischung aus kultureller Blüte, politischer Instabilität und wirtschaftlicher Unsicherheit. Die Stadt war ein Schmelztiegel der Künste, Literatur, Film und Musik. Gleichzeitig herrschte eine Atmosphäre der Aufbruchsstimmung und des gesellschaftlichen Wandels, aber auch der Armut und des sozialen Elends. Die wilden Partys, die freizügige Lebensweise und die politischen Spannungen machten das Berlin der zwanziger Jahre zu einer faszinierenden, aber auch turbulenten Zeit. 
Astrid Korten hat die Gabe, diese besondere Stimmung einzufangen und reale Personen und Begebenheiten so in die Handlung einzubinden, dass man als Lesender glauben kann, alles habe sich so zugetragen. 
Wir treffen auf Fritz Lang, den großartigen Regisseur, auf seine Frau Thea von Harbou, auf deren Roman die Handlung des Films beruht, und auch auf Wernher von Braun, der später die V2 Rakete entwickelte und der als Wegbereiter für die Raumfahrt gilt.
Und das sind lange nicht alle historischen Persönlichkeiten, die in diesem Buch eine Rolle spielen. Die Hauptperson allerdings ist Harry Schneider, der Sicherheitschef, der akribisch ermittelt und nicht aufgibt, bis er die Wahrheit über Tanyas Tod erfährt. Ich mochte Harry sehr, er ist ein außerordentlich sympathischer Mensch, der auf der Suche nach der Wahrheit nie aufgibt und er hat mich mitgenommen auf dieser Suche, ich mag es sehr mitzurätseln und mich von überraschenden Wendungen in Erstaunen versetzen zu lassen.

Ein wichtiger Teil dieses Buches sind die Anmerkungen der Autorin, die uns noch einmal vor Augen führt, wie gefährlich die aktuelle politische Situation in Deutschland ist, das Erstarken einer rechten Partei weist erschreckende Parallelen zu den damaligen Geschehnissen auf und wenn wir das zu lassen steuern wir genauso auf einen Abgrund zu wie unsere Großeltern und Eltern.



  • Herausgeber ‏ : ‎ Independently published (4. Februar 2024)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 259 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 979-8878343039


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hier dürft ihr mir eure Kommentare hinterlassen. Bitte beachtet: DATENSCHUTZ: Mit dem Abschicken des Kommentars nehme ich zur Kenntnis und bin einverstanden, dass meine Daten gespeichert und weiterverarbeitet werden!