Rosamunde macht sich nicht viel aus der Liebe. Die wohl einzige Jungfrau im London der Swinging Sixties hätte zwar mehr als genug Gelegenheiten für heiße Affären, sitzt aber lieber über den Büchern. Und ausgerechnet sie wird nach einem mäßigen One-Night-Stand schwanger. Im ersten Schreck versucht sie die Angelegenheit mit Gin und einem heißen Bad zu beenden. Doch alles geht schief, und der Abend endet in einem großen Besäufnis.
Rosamunde schafft es nicht, sich gegen das Kind zu entscheiden. Na gut, dann zieht sie es eben allein auf. Auch wenn das Leben als ledige Mutter wohl nicht einfach werden wird.
Nicht in ihren kühnsten Träumen hätte sie für möglich gehalten, sich so rückhaltlos in ihre kleine Tochter zu verlieben. Als diese lebensbedrohlich erkrankt, lernt die eher hasenfüßige Rosamunde sich von einer komplett anderen Seite kennen.
Die Geschichte beginnt mit Rosamundes festem Vorsatz, mit ihrem Freund Hamish zu schlafen, dafür gehen sie in ein Hotel, doch es passiert nichts. Wie eigentlich nie etwas passiert, denn an Sex hat die junge Frau kein wirkliches Interesse, Als sie dann doch nach einem One-Night-Stand schwanger wird, will sie das Kind loswerden, nicht so einfach in den sechziger Jahren und das »Hausmittel«, das sie wählt, funktioniert nicht. Rosamunde entscheidet sich für das Kind, nicht ahnend, das sich damit vor allem ihr Gefühlsleben grundlegend verändert.
Das Buch wurde schon 1965 das erste Mal veröffentlicht und man merkt es ihm in positiven Sinne auch an, Rosamunde ist eine moderne junge Frau, die fast unabhängig ihr eigenes Leben lebt. Allerdings kann man ihr Leben auch als privilegiert bezeichnen und das Glück scheint auf ihrer Seite, sie lebt in einer Wohnung, die ihren Eltern gehört und nach ihrem Studienabschluß bekommt sie sofort einen Job und eine gute Babysitterin. Rosamunde will niemandem zur Last falle, das zeigt sich in vielen Momenten ihres Lebens, sie zögert zum Beispiel Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen, weil dies den Ärzten Arbeit machen würde. Das ist meiner Meinung nach der Mühlstein, den sie um den Hals trägt, von diesem kann sie sich erst befreien als es um das Leben ihrer kleinen Tochter geht.
Margaret Drabble hat einen wunderbaren Roman um die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind geschrieben, und das absolut kitschfrei, das kam mir sehr entgegen, ich mag bekanntlich keine allzu sentimentalen Geschichten.
- Herausgeber : Dörlemann; 1. Edition (22. Februar 2024)
- Sprache : Deutsch
- Gebundene Ausgabe : 280 Seiten
- ISBN-10 : 3038201367
- ISBN-13 : 978-3038201366
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