Freitag, 5. Mai 2023

Eine Tänzerin in Lyrik Ellen Meissner

Die Autorin über ihr Werk.

Diese Verse entstanden kürzlich in schneller Folge und überraschten mich selber, zumal mein bisheriger Weg ja in wortloser, musikalischer Darstellung bestand, wenn auch stets mit Aussagekraft für menschliche Themen. Oft stand ich als eine Art Rufer als Solistin in meinen Kammertanzabenden auf der Bühne, kämpferisch, romantisch oder tragisch und wurde getragen von Liszt, Bartók, Rachmaninow, also Musik, die ich liebte. Auch das Agieren für einen Kurzfilm vor der Kamera auf den Appellplatz in der Gedenkstätte Buchenwald gehört dazu und daraus wurde ein dramatisches, anklagendes Tanz-Poem. In der Revolutionsoper „Die Stumme von Portici“ mit der Fackel in der Hand führte ich chorische Volksmassen an und versank bei Hamlet als Ophelia im Irrsinn unter dem Weidenbaum. Später, im Stillen entstanden Bilder in Öl, Pastell und Kreide und nun noch die Verse, ein Rückblick, ein Echo, ein Fenster, durch das meine bebrillten Augen gern schauen.

 


Lyrik ist eine Gattung mit musikalischer Sprache und Fokus auf Emotionen. Sie wird oft in Versform präsentiert und hat vielfältige Themen. Lyrik hat eine lange Tradition und kann sowohl von professionellen als auch Amateurdichtern geschrieben werden. Sie hilft, komplexe Emotionen und Gedanken auszudrücken.
 Wie wohl jeder musste auch in Schule Gedichte auswendig lernen und schlimmer noch, sie interpretieren: Was will der Dichter sagen? Und wehe, die eigene Interpretation stimmte nicht mit der Lehrkraft überein. So ist es nicht verwunderlich, wenn ich wie so viele sage, ich mag Gedichte, aber so richtig was mit ihnen anfangen kann ich nicht. Deshalb habe ich mich auch etwas schwergetan, als mir das Lyrikbändchen zur Rezension angeboten wurde, aber ohne Zeitdruck und vor allem ohne den Druck den Sinn hinter den einzelnen Versen suchen zu müssen, konnte ich sie tatsächlich zum größten Teil genießen. 
Bildhaft, das passt auf viele Verse, am meisten natürlich, wenn sie eine Situation beschreiben die jeder von uns kennt, zum Beispiel über frisch gefallenen Schnee.
Ich mochte nicht jeden Vers, das wäre auch seltsam gewesen, aber diesen Vers hier liebe ich.

Auch ein Gedicht hat ein Gesicht.
Man kann es lesen mögen
lieben oder angewidert 
von sich schieben.
(Ellen Meissner)

Ich werde das kleine Büchlein sicher noch häufiger aus dem Regal ziehen.

  • Herausgeber ‏ : ‎ VERRAI-VERLAG; 1. Edition (14. Februar 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 88 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3948342768
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3948342760

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