Frieda Lieken wird auf die Insel Fehmarn versetzt, nachdem sie in Lübeck Opfer einer Mobbingattacke wurde und zu dem noch unter Alkoholeinfluss am Steuer erwischt wurde, bleibt ihr nichts anderes übrig als der Versetzung zuzustimmen. Gleich an ihrem ersten Tag auf der Ferieninsel findet sie ein Leichenteil und macht in den Augen ihres neuen Vorgesetzten Heiner Eisler alles falsch. Eisler würde den Vorfall am liebsten als Unfall einstufen, ohne zu wissen, welches Schicksal den Eigentümer der Hand wirklich getroffen hat, schließlich ist gerade Hauptsaison auf Fehmarn und ein Mord ist nicht Tourismus förderlich. Doch Frieda setzt alles daran, den Fall zu lösen und auch der Kommissar, der zur Unterstützung des kleinen Inselteams aus Lübeck glaubt nicht an einen Unfall, denn zwischenzeitlich wurde ein weiteres Leichenteil gefunden. Eine Spur führt sie zum alten Leuchturm.
Frieda ist nicht begeistert als sie erkennt, wer angereist ist, der ehemalige Freund und Kollege Martin gab ihr während ihrer Zeit in Lübeck nicht die Unterstützung, die sie gebraucht hätte.
Mit Küstenlicht hat Eva Lirot den Auftakt einer neuen Buchreihe geschaffen, in dem die junge Kommissarin Frieda Lieken im Mittelpunkt steht. Die Autorin lässt sich Zeit ihren Lesern die junge Frau vorzustellen, es ist schön die Hauptfigur kennenzulernen, mit all ihren Sorgen, Ängsten und ihrer Wut auf die früheren Kollegen, ihrer Irritation auf die ersten Begegnungen mit ihren neuen Kollegen, aber auch ihre weichere und verletzliche Seite dürfen wir kennenlernen, die tiefe Zuneigung zu ihren Großeltern, bei denen sie Unterschlupf gefunden hat und auch der Kummer über den Verrat ihres Freundes sind in vielen Szenen spürbar. Ich bin schon sehr gespannt auf ihre weitere Entwicklung.
Aber natürlich darf man den eigentlichen Fall nicht aus den Augen lassen und damit auch nicht den Täter, auch ihn lernen wir im Laufe des Buches kennen und das, was wir über ihn lesen, hält uns in gewissem Maß einen Spiegel vor, lassen wir uns nicht alle von dem beeinflussen, was wir tagtäglich in den Nachrichten und auf Social Media, sehen, lesen und hören? Die Nachrichten, auch die seriösen sind voller Schreckensmeldungen, Algorithmen spülen uns Dinge in die Timeline, die manchmal schwer zu ertragen sind, selten wird über wirklich positives berichtet ohne vorher über den Schrecken berichtet der einem positiven Ausgang vorausging.
So ist es nicht verwunderlich, dass es Menschen gibt, die das Positive in der Welt nicht mehr sehen können und wie der Täter in diesem Buch im schlimmsten Fall befürchten, dass der Untergang der Menschheit kurz bevorsteht und mit allen Mitteln versucht ein Erbe zu schaffen, das unvergänglich für alle Ewigkeit Bestand hat.
Wie so oft ist der Täter auch hier jemand, der am Rande der Gesellschaft lebt, zurückgezogen und unbeachtet von seinen Mitbürgern, jemand, dem man eher aus dem Weg geht, wenn man ihm zufällig begegnet. Er sieht sich nicht als der grausame Mörder, der er ist, er sieht sich als Künstler und seine Taten als notwendig, dass er nicht nur eine dunkle Seite hat, sieht man daran, dass er sich liebevoll um einen kleinen Hund kümmert, den er auf der Straße aufgelesen hatte.
Wie so oft ist der Täter auch hier jemand, der am Rande der Gesellschaft lebt, zurückgezogen und unbeachtet von seinen Mitbürgern, jemand, dem man eher aus dem Weg geht, wenn man ihm zufällig begegnet. Er sieht sich nicht als der grausame Mörder, der er ist, er sieht sich als Künstler und seine Taten als notwendig, dass er nicht nur eine dunkle Seite hat, sieht man daran, dass er sich liebevoll um einen kleinen Hund kümmert, den er auf der Straße aufgelesen hatte.
Ich hatte tatsächlich während des Lesens Mitleid mit dem Täter, der offensichtlich unter einer psychischen Erkrankung leidet.
Im Nachwort schrieb die Autorin, dass sie eigentlich einen Cosy Küstenkrimi schreiben wollte, das hat nun nicht wirklich geklappt, zwar hat sie sich mit blutigen Einzelheiten sehr zurückgehalten, aber es braucht nicht viel Fantasie um sich das, was sie nicht schreibt vorzustellen.
Sie hat wieder einmal genau meinen Geschmack getroffen.
- Herausgeber : Independently published (14. Juli 2022)
- Sprache : Deutsch
- Taschenbuch : 220 Seiten
- ISBN-13 : 979-8840566176

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