Dienstag, 29. Juni 2021

Tränenrot von Ralf Gebhardt

 


Gleich ihr erster Streifendienst stellt die jungen Polizistinnen Sophie Schellenberg und Nicole Wolff vor gewaltige Probleme. Als sie auf dem Parkplatz eines halleschen Einkaufscenters eine Leiche im Kofferraum eines PKWs finden und auf eigene Faust einem Verdacht folgen, ahnen sie nicht, was es mit dem Italiener Luca Pacano auf sich hat. Sophie hat sich ausgerechnet in ihn verliebt. Schnell geraten sie immer tiefer in die Fänge der Mafia, werden mit Schutzgelderpressung und Drogen konfrontiert. Schließlich erhalten sie ein „Angebot, das sie nicht ablehnen können“: Durch Informationen aus der kriminellen Szene würden sie schnell Polizeikarriere machen, wenn sie sich auf die Seite der Familie Pacano stellen. Die beiden Freundinnen bitten um Bedenkzeit, obwohl Nicole zu diesem Zeitpunkt bereits Lucas Freund Rajko verfallen ist. Als sie eine Party besuchen, auf der sie Luca und Rajko treffen, eskaliert die Situation. Das, was dann passiert, übersteigt ihr Vorstellungsvermögen: Im Strudel des Bösen werden sie selbst von Jägerinnen zu Gejagten.


Sophie und Nicole sind nicht nur Kolleginnen, sie sind auch Freundinnen und gehen seit der Polizeischule gemeinsam durch Dick und Dünn. Weil die Frauenquote auch im Polizeidienst erfüllt werden muss, dürfen die unerfahrenen  Beamtinnen gemeinsam auf Streife, ohne einen erfahrenen Kollegen oder eine Kollegin an ihrer  Seite, was den Lauf der Dinge vielleicht geändert hätte.
Doch es ist wie es ist und Sophie und Nicole sehen sich mit Situationen konfrontiert, die man normalerweise nach Sizilien oder die USA verorten würde.
Ein Mafia-Clan hat die Kontrolle über die kriminelle Szene in Halle und sie wollen ihre Macht mithilfe der beiden Beamtinnen ausweiten, nach dem Motto: Eine Hand wäscht die andere, sollen Nicole und Sophie Informationen an die Familie Pacano weitergeben und dafür Informationen über Verbrechen außerhalb des Clans erhalten. Dazu überreden sollen sie Luca Pacano und Rajko, die rechte Hand des Don. Die Frauen verlieben sich in die Männer, die nur ein Ziel haben, sie auf ihre Seite zu ziehen und auch vor Erpressung mit kompromittierenden Videos  nicht zurückschrecken.

Tränenrot ist ein rasanter Thriller, der wie ein Schnellzug immer mehr Tempo aufnimmt und der auf eine Schlucht zurast, vor der er nicht mehr zu stoppen ist, wenn nicht noch ein Wunder geschieht. Und lange sieht es nicht danach aus, das es irgendeine Art von Wunder geben könnte, das nicht nur Sophie und Nicole retten würde, sondern auch dem Mafia-Clan das Handwerk legen würde. 
Ab und an musste ich  innehalten, die zahlreichen Actionszenen fordern ein hohes Tempo beim Lesen und hätte ich mich dem angepasst, wäre mir vielleicht das eine oder andere Detail entgangen, Luca z.B. überraschte mich, aber das müsst ihr selbst lesen.
Der Thriller ist brutal, auch hier verlangt Ralf Gebhardt seinen Lesern so einiges ab, auch wenn er selten ins Detail geht, aber hey ich habe eine Fantasie die ganz schnell Purzelbäume schlägt, wenn man ihr einen Bildschnipsel hinhält. Der Autor versteht sich meisterhaft auf diese Bildschnipsel, die sich in meinem Kopf zu einem Hochglanzfoto zusammenfügen.

Von mir bekommt Tränenrot eine Leseempfehlung.

  • Herausgeber ‏ : ‎ edition oberkassel (17. Juni 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 300 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3958132340
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3958132344


1 Kommentar:

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