Eine Nacht, die das Leben einer Familie in einen Trümmerhaufen verwandelt: Zwei Schwestern werden an einem Sommertag als vermisst gemeldet und drei Tage später ermordet aufgefunden. Die Mutter wird wegen Doppelmordes verurteilt. Ein Justizirrtum?
Dann der Paukenschlag: 23 Jahre nach dem Mord gesteht der Vater gegenüber Zeugen die Tat. Zwei pensionierte Richterinnen rollen als Judges find Justice nach amerikanischem Vorbild den zwanzig Jahre alten Mordfall wieder auf. Er oder sie, welches Elternteil hat die unfassbare Tat begangen? Oder war alles doch ganz anders?
Eva-Maria Silber und Kirsten Wilczek, beide mit dem Justizwesen bestens vertraut, verarbeiten einen Fall, der die Öffentlichkeit über Jahrzehnte fesselte, zu einem schockierend authentischen Thriller.
Als die Schwestern Susanne und Claudia ermordet aufgefunden werden, ist für die Öffentlichkeit und die Ermittler schnell klar, ihre eigene Mutter Heidrun Bosman hat die 6- und 8-jährigen Mädchen ermordet. Nur die junge Staatsanwältin Marie-Louise verweigert sich der Vorverurteilung und wird deshalb von dem Fall abgezogen. Als Jahre später der Vater den Mord gegenüber Zeugen gesteht, rollen Marie-Louise und Marte, die als Richterin kurz vor der Pensionierung steht, den Fall nach dem Vorbild der amerikanischen Organisation Judges find Justice, wieder auf.
Schwesterntod ist ein True Crime Thriller, der auf dem Monika Weimar beruht, die angeblich ihre Töchter Melanie und Karola tötete, um für ihren Liebhaber einem amerikanischen Soldaten frei zu sein. Ich erinnere mich noch recht gut an die Hexenjagd, die es damals gab. Manchmal schien es, als wäre das schlimmste Verbrechen, das Monika Weimar begangen hatte, ihre Affäre mit dem US-Soldaten. Der mutmaßliche Mord an den Kindern rückte Zeitweise in den Hintergrund und auch das gerade diese Affäre ein starkes Motiv für ihren Ehemann Reinhard Weimar gewesen sein könnte, interessierte die Ermittler scheinbar nicht.
Die Autorinnen Eva-Maria Silber und Kirsten Wilczek lassen ihre Geschichte nicht nur im Jahr 2010 spielen, sondern auch in Rückblenden im Jahr 1987, das ist immer gut gekennzeichnet aber auch ohne die Zeitangaben ist schnell klar in welcher Zeit die Handlung gerade angesiedelt ist, die Art und Weise wie mit der Verdächtigen Heidrun umgegangen wurde, entbehrte jeglicher Menschlichkeit, da war es mir teilweise schon vollkommen egal, ob sie die Kinder tötete oder nicht, so geht man nicht mit Menschen um.
*Ich habe ja gesagt, dass sie mir nicht glauben würden* hauchte Heidrun.
*Da haben Sie recht! Ich könnte mir vorstellen, dass der Schaden beim Todeskampf einer ihrer Töchter entstanden ist. Aber beim Fick mit ihrem Neger? Nee*
Heidrun erklärt sich daraufhin bereit, die Szene nachzustellen und bevor Marie-Louise das verhindern kann, wird sie auf einem Parkplatz umringt von Polizeibeamten und Reportern zur Schau gestellt.
Da drehte sich mir fast der Magen um.
Marie-Louise und Marte sind ein Dream-Team, perfekt aufeinander eingespielt, als Schwestern kennen sie sich in- und auswendig und sorgen mit ihren Dialogen und der Art wie sie miteinander umgehen für uneingeschränktes Lesevergnügen. Ich mochte die beiden wirklich sehr.
Es muss Menschen geben die sich selbstlos für andere einsetzen ohne Ansicht der Person oder der Umstände, die einzig und allein nach Faktenlage urteilen, na ja und ein bisschen auf ihr Bauchgefühl hören.
Schwesterntod bekommt von mir eine Leseempfehlung.
Ich habe noch einen Lieblingssatz aus dem Buch für euch:
Der Morgen musste eine angeregte Nacht verbracht haben. Sein Sonnenaufgang lächelte Pausbäckchenrosa.
- Herausgeber : dp Verlag (24. März 2021)
- Sprache : Deutsch
- Taschenbuch : 348 Seiten
- ISBN-10 : 3968173279
- ISBN-13 : 978-3968173276

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