Dienstag, 2. April 2019

Vampirnovelle von Frank Hebben

Enthält Spuren von Spoilern.
Seit Bram Stoker haben Vampire einen festen Platz in der Literatur, sie sind der Inbegriff des Bösen, hinterhältig und manipulativ und manchmal glitzern sie auch. Sie leben meist im verborgenen und im Schutz der Dunkelheit, es ist ja allgemein bekannt, das Vampire kein Sonnenlicht vertragen.
Anders die Vampire in Frank Hebbens Vampirnovelle. Martin, Ruth und Johann sind eine eingeschworene Gemeinschaft, sie geben sich gegenseitig Halt und sind das was man Familie nennen könnte.Sie können bedingt bei Tag unterwegs sein und auch normale Nahrung zu sich nehmen, si müssen für ihren Lebensunterhalt arbeiten und so ist ihr Leben alles andere als Glamourös. Martin ist die Hauptperson in diesem Kurzroman, gerade mal 60 Jahre alt hat er das Leben das er führt eigentlich schon satt, Sex, Drogen und Partys scheinen ihn zu langweilen, er ist frustriert und hegt einen Groll gegen seinen schwer reichen Vater, arbeitet aber in seiner Immobilienfirma, wenn ich auch das Gefühl hatte das seine Arbeit hauptsächlich darin besteht die Angestellten zu schikanieren, mir kam er auf weiten Strecken im Buch vor wie ein Teenager, der seinen Weg noch nicht gefunden hatte. Das ändert sich als er eines Nachts Ava zu seinem Opfer macht und das junge Mädchen nicht tötet sondern sie zu seinesgleichen macht. Martin muss Verantwortung übernehmen, vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben.
Frank Hebben, schafft es das ich als Leser nicht mit den Opfern der Vampire bangte sondern mit den Vampiren hoffte: Hoffentlich werden sie nicht erwischt, hoffentlich fallen die Morde nicht als besonders ungewöhnlich auf.Denn sie töten ja nicht zum Vergnügen sondern um zu überleben,
Natürlich gibt es auch einen Vampirjäger, eine ganze Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht Vampire zu jagen und zu vernichten, deren Anführer De Gruyter scheint eine persönliche Rechnung mit Martins Vater offen zu haben, genaueres wird leider nicht erklärt. De Gruyter setzt einen Plan um der die Welt ins Chaos stürzt und Martin zwingt gemeinsam mit seinen Freunden zu fliehen.
Frank Hebbens Vampirnovelle besticht durch seinen Schreibstil, er versetzte mich in eine bunte, hektische Welt, voller Neonlicht und lauter Musik, die im Tageslicht trüb und grau ist, nichts bleibt am Ende der Nacht als der Wille zu überleben.
Den Kurzroman muss man sorgfältig lesen, so manche Information versteckt sich in Nebensätzen und manches musste ich zweimal lesen.
Ich vergebe für die Vampirnovelle eine Leseempfehlung, der Schreibstil Frank Hebbens ist ungewöhnlich, was ich persönlich sehr mag, die Story ist interessant und sie darf gern noch etwas weitererzählt werden.

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: Begedia Verlag (8. März 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 395777120X
  • ISBN-13: 978-3957771209


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