Mittwoch, 3. April 2019

Kalte Herzen von H.A. Leuschel

In Fünf Geschichten lässt die Autorin fiktive Opfer und Narzissten erzählen und damit ihre Leser eintauchen in eine Welt von der die meisten von uns sagen würden, das ist mir vollkommen fremd, in meinem Umfeld gibt es keine Narzissten. Wirklich nicht? Vielleicht sollte man erst mal den Begriff klären:
Der Ausdruck Narzissmus steht alltagspsychologisch und umgangssprachlich im weitesten Sinne für die Selbstverliebtheit und Selbstbewunderung eines Menschen, der sich für wichtiger und wertvoller einschätzt, als urteilende Beobachter ihn einschätzen.(Quelle Wikipedia)

Das liest sich jetzt nicht sehr bedrohlich, im Gegenteil eine gesunde Portion Narzissmus, würde vielen gut bekommen, ein bisschen Selbstverliebtheit und Selbstbewunderung wäre für viele die sich selber als viel zu gering einschätzen gut. Und solche Narzissten kennen wir alle und wir können im allgemeinen damit umgehen.
Aber, auf das Aber habt ihr gewartet oder? Narzissmus kann auch pathologisch sein, also krankhaft und so stark ausgeprägt, das das Umfeld geschädigt wird.

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung (NPS) zeichnet sich durch einen Mangel an Empathie, Überschätzung der eigenen Fähigkeiten und gesteigertes Verlangen nach Anerkennung aus. ... Pathologischer Narzissmus kann sich sowohl durch Prahlen und Hochstapelei äußern wie auch durch unersättliche Ansprüche und Erwartungen.(Quelle Wikipedia)

in Ihren fiktiven Geschichten erzählt die Autorin von 5 Opfern und Tätern (wobei es mir schwerfällt von Tätern zu sprechen, Narzissmus ist eine Persönlichkeitsstörung, die wohl angeboren ist oder bei kindlichem Narzissmus anerzogen.)

H.A.Leuschel lässt ihre Protagonisten erzählen und schafft damit eine beklemmende und drückende Atmosphäre, sie erzählt von Menschen die sich manchmal über Jahre von einem Narzissten manipilieren und unterdrücken ließen, bis sie alles und jeden der ihnen etwas bedeutete verloren hatten und ihre Welt sich nur noch um den Narzissten drehte. Aber sie schreibt auch, das man sich rechtzeitig aus den Fängen eines Narzissten befreien kann und diese Begegnung als wichtige Erfahrung abbuchen kann, durch die man fürs Leben lernt.
Sie weckt Verständnis für die Opfer aber auch zumindest bei mir, für die "Täter", Hilfe braucht jeder von Ihnen, das wird besonders am letzten Beispiel klar. Lisa lässt ihr Leben als Mutter Revue passieren, als ihr Sohn Lucas geboren wird,dreht sich ihr Leben nur noch um ihr perfektes Kind, nichts kann er falsch machen, nichts wird ihm verwehrt und so erzieht sie ihr Kind zu einem Narzissten der erwartet das ihm jeder Wunsch erfüllt wird einfach weil er er ist, denn so hat Mama ihn ja erzogen.

Das Buch hat mich nachdenklich gemacht, es ist nicht leicht zu lesen, was nicht nur am Schreibstil liegt sondern besonders an den bedrückenden Geschichten.

  • Taschenbuch: 323 Seiten
  • Verlag: Independently published (19. Februar 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1796377430
  • ISBN-13: 978-1796377439




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