Mittwoch, 30. Oktober 2019

Der unmögliche Mord / Tanja Karmann (Hrsg)

Inhalt: 17 Autorinnen und Autoren haben sich in dieser Anthologie versammelt um die Frage zu klären, wie Verbrechen in der Zukunft aussehen werden, mit welchen Mitteln sie aufgeklärt werden können und gibt es in der Zukunft vielleicht den perfekten Mord?

Meine Meinung:
Der unmögliche Mord, ist ein Zufallsfund den ich auf der FBM19 gemacht habe. Zuerst fiel mir das Cover auf, die Kombination aus Engel, der Farbe schwarz und dem düsteren Blick zog mich fast magisch an, ein Blick auf den Klappentext hat mich dann vollkommen überzeugt. Die Liste der teilnehmenden Autoren ist schon beeindruckend, das die Geschichten keinem festen Genre zuzuordnen sind tat sein übriges.
Meine Neugier war geweckt und wieder zuhause wollte ich nur mal reinschnuppern. Das kostete mich dann zwei schlaflose Nächte, die sich aber definitiv gelohnt haben.

Ich bewerte jetzt nicht jede einzelne Geschichte, ich habe die Erfahrung gemacht, das es sehr mühsam ist nicht zuviel zu verraten, wenn ich erst einmal ins erzählen gerate.
Stellvertretend für alle erzähle ich euch von der ersten Story, sie gab mir schon einen Vorgeschmack auf die Qualität der anderen.

Achtung Spoiler

Tadukeh von Carsten Schmitt.
Die Geschichte beginnt wie ein klassischer, historischer Krimi.
Die Leiche eines jungen Mannes wird in die Pathologie gebracht, so würden wir den Raum wohl nennen, der sich unter der Gendarmeriewache befindet. Der junge Mann wurde wohl ermordet, seine Identität ist ungeklärt, er würde in einem normalen Krimi wohl als unbekannter Toter in einem namenlosen Grab landen. Tadukeh ist aber kein normaler Krimi, der Ermittler Kommissär Charois hat die Möglichkeit mit dem Toten in Verbindung zu treten, sein Leben und seine Vergangenheit zu sehen.
Ob es ihm gelingt den Täter dingfest zu machen und seiner gerechten Strafe zuzuführen und vor allem welche Mittel ihm zur Verfügung stehen, das verrate ich euch dann doch nicht.

Normalerweise kommt jetzt von mir:
Natürlich konnte mich nicht jede Geschichte überzeugen.
Aber was ist schon normal wenn es um eine Anthologie handelt, die so viele verschiedene Genre beinhaltet?
Ich mochte jede Geschichte, ob sie nun von Vampiren handelt wie Staub von Isabella Archan oder ob sie in einer fernen Zukunft in Las Vegas spielt wie Bow 'n' Roll von Mario Steinmetz.

Die Herausgeberin Tanja Karmann hat ein sehr gutes Händchen bei der Auswahl der Autoren und deren Geschichten bewiesen, die sich alle mit spürbarer schreibfreude ans Werk gemacht haben. Auch ihr eigener Beitrag "Das Leben schreibt die besten Geschichten" ist wirklich lesenswert und überrascht mit einer interessanten Auflösung.

Lange Rede, kurzer Sinn
Der unmögliche Mord
ist eine hervorragende Anthologie, die mich wirklich überzeugte.

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar.

  • Broschiert: 250 Seiten
  • Verlag: CONTE-VERLAG (1. März 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 395602186X
  • ISBN-13: 978-3956021862

Dienstag, 29. Oktober 2019

Scherbenbrand von Cornelia Lotter

Inhalt: Margarete Heymann hat nur einen Wunsch: Sie will ans Bauhaus in Weimar. Die von Walter Gropius mit dem Ziel gegründete Schule, eine Einheit zwischenKunst und Handwerk zu schaffen, sollte auch ein Beispiel für die Gleichheit der Geschlechter in der Kunst werden. Jeder sollte ungeachtet seiner Herkunft oder seines Geschlechts die gleichen Möglichkeiten bekommen. Das dem nicht so ist, erkennt Margarete schon bald, und ihr Aufenthalt endet in einem Eklat.

Doch die junge Frau nimmt etwas Wichtiges aus ihrer kurzen Zeit am Bauhaus mit:
Ihre Liebe zur Töpferei.



Meine Meinung.

Margarete Heymann gab es wirklich, ihr beruflicher Werdegang, den Cornelia Lotter in ihrem Buch beschreibt, ist historisch belegt. Was ihr Privatleben angeht, hat sich die Autorin sicherlich die eine oder andere künstlerische Freiheit genommen.

Damit hat Cornelia Lotter ein Buch geschaffen, das ein eindrucksvolles Bild der damaligen Zeit vermittelt und ein klein wenig mit dem Mythos BAUHAUS aufräumt.

Sie erzählt von der Stärke, die der jungen Frau innewohnte. Gegen alle Widerstände setzt sie ihren Willen durch. Die Ausbildung in der Töpferwerkstatt des Bauhauses wurde ihr zunächst von Gropius verwehrt. Später wurde sie als begabt, aber nicht für die Werkstatt geeignet, bezeichnet.

Fast 70 Jahre lang begleiten wir Margarete auf ihrem Lebensweg, feiern mit ihr berufliche Erfolge und erleben ihre Niederlagen. 1934 muss sie ihre Keramikwerkstatt weit unter Wert verkaufen, um Repressalien unter den Nazis zu entgehen. Wir erleben, wie sie liebt und leidet, auch der Tod geliebter Angehöriger fordert ihre ganze Kraft.

Das alles hätte nun in einem Tränenmeer enden können oder in einer kitschigen Beschreibung à la Hollywood. Das erspart uns die Autorin aber wie erwartet. Wer die Bücher Cornelia Lotters kennt, weiß, dass sie zwar gefühlvoll aber auch kitschfrei erzählt.

Und so ist auch Scherbenbrand ein eindrucksvolles Porträt einer Frau, die sich in einer der dunkelsten Zeiten deutscher Geschichte zu behaupten weiß.

  • Format: Kindle Ausgabe
  • Dateigröße: 2354 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 194 Seiten



Sonntag, 27. Oktober 2019

Opfer 2117 Jussi Adler-Olsen

Inhalt: Den Inhalt dieses Buches in wenigen Worten zusammenzufassen fällt mir gerade wirklich schwer, es passiert einfach zu viel.
Ich versuche es mal.
Der spanische Journalist Joan, will sich mit einer Story über syrische Bootsflüchtlinge profilieren und fliegt nach Zypern, dort beschließt er eine Story über  Opfer 2117 zu schreiben, eine Frau die scheinbar auf der Flucht ertrunken ist und nun mit anderen Opfern an den Strand gespült wurde.
Diese Story inspiriert einen dänischen Jugendlichen aus gutem Haus, dazu einen Amoklauf zu starten, sobald er Level 2117 in seinem Killer Game erreicht hat, um ein Zeichen zu setzen für die unschuldigen Opfer eines sinnlosen Krieges.
Im Sonderdezernat Q läuft derweil alles seinen fast gewohnten Gang, bis Assad ein Foto der ertrunkenen Frau sieht und im Hintergrund zwei weitere Frauen aus seiner Vergangenheit. Jetzt muss das Team um Carl beweisen das sie vorbehaltlos zu einander stehen um gleich zwei Katastrophen zu verhindern.

Meine Meinung:
Opfer2117 ist der 8. Band der Reihe, ich habe irgendwann den Anschluss verloren und hatte den Sonderermittler Carl und sein Team nicht mehr wirklich auf dem Schirm, bis ich die Vorankündigungen zu diesem Buch gelesen hatte, das Thema hat mich gleich angesprochen. Mittlerweile sind Themen wie Flüchtlingskrise,IS-Terror und Amoklauf leider nicht mehr neu, fast täglich begegnet man ihnen in den Medien. Umso gespannter war ich darauf, wie Jussi Adler-Olsen die Themen umsetzt und ich muss sagen: Gut gemacht.
Ich mochte Schreibstil, des Autors schon immer, hier hat auch der Übersetzer Hannes Thiess einen guten Job gemacht, er ist gewohnt flüssig und hält die Leser am Buch. Die spannende Geschichte tut natürlich ihr Übriges dazu, das man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Er verknüpft die verschiedenen Handlungsstränge sehr geschickt miteinander, so das am Ende alle Fragen beantwortet werden. Besonders gut gefallen hat mir, das ich mehr über Assad erfahren konnte, seine Vergangenheit, bevor er zum Sonderdezernat Q kam, lag ja bisher im Dunkeln.
Auch Rose ist wieder mit im Team, aus der Story erfuhr ich, das sie irgendwann das Team verließ und sich wegen eines Traumas vollständig zurückzog. Ihre Rückkehr vollzog sich allerdings reibungslos, ein Aspekt der mir ebenfalls sehr gut gefiel, evtl. Querelen innerhalb des Teams mag ich gar nicht.

Ich vergebe für Opfer 2117 eine absolute Leseempfehlung. Auch wenn man nicht alle Bücher der Reihe gelesen hat, ist der Einstieg leicht.

  • Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (10. Oktober 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342328210X
  • ISBN-13: 978-3423282109


Samstag, 26. Oktober 2019

Das Lied der Wächter Das Gesetz von Thomas Erle

Inhalt: Nachdem Felix seine Eltern, die nach einem Atomunfall vor 16 Jahren im Schwarzwald gefangen sind, gefunden hatte verlebte er einen schönen Sommer mit ihnen und Chiara. Aber er kann nicht bleiben, getrieben von dem Willen herauszufinden, was den Schwarzwald so sehr verändert hat, macht er sich auf die Suche nach Antworten.

Meine Meinung:
Zunächst einmal, man kann die Trilogie nur im Zusammenhang lesen.
Das Gesetz ist der ausgereifteste Band der Trilogie, des Autors Thomas Erle, er hält sich dieses Mal nicht mit allzu vielen Ortsbeschreibungen auf, nur gerade soviel um dem Leser einen Überblick über die Gegend  zu verschaffen. Dafür konzentriert er sich auf Felix selbst gewählte Aufgabe: Herauszufinden was es mit der geheimnisvollen Kraft auf sich hat. Felix Reise zu Antworten gestaltet sich Schwierig und wird durch Chiaras, Gefangennahme unterbrochen, das Mädchen ist ihm gefolgt und in die Hände der Soldaten und eines Arztes geraten, als Felix sie befreit ist sie nur noch ein Schatten ihrer selbst, um sie zu retten riskiert er alles.

Viele Fragen die sich in den ersten Bänden gestellt haben, werden erwartungsgemäß beantwortet, einige Antworten aber bleiben im Dunkel.
Thomas Erle überlässt es der Fantasie seiner Leser, sich vorzustellen was mit Felix und den Menschen die er liebt weiterhin geschieht, er lässt das Ende offen.
Aber die Botschaft ist klar, das glaube ich zu wissen:
Seid achtsam, mit der Natur und den Menschen, es ist genug für alle da.
Diese Botschaft, sofern Thomas Erle sie wirklich vermitteln wollte, kommt nicht laut und polternd daher, Erle verkneift sich den erhobenen Zeigefinger.
Das Erbe der Wächter: Das Gesetz , ist eine durchaus lesenswerte Trilogie, die vor allem jugendliche Leser ansprechen wird, aber auch Erwachsene werden ihre Freude daran haben.

  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 2019 (9. Oktober 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3839223601
  • ISBN-13: 978-3839223604


Donnerstag, 24. Oktober 2019

FAAR Das versinkende Königreich.Blinde Wächter von Christian Günther

Während sich Alix, Gor und Harmis auf den Weg zum Weltenbruch machen, um den Karthografen Gomar zu finden, verschlägt es Hyron und Syuk nach Kath, die einzig verbliebenen Mitglieder Der Brüder der Schande, suchen ihr Glück zwischen Kampfgruben und alten Tempeln dort treffen sie auf Jelveedi, eine frühere Liebe Hyrons, die mit einer gefährlichen Bitte an sie herantritt.

Meine Meinung:
Gleich zu Beginn des zweiten Teils der FAAR Reihe, war ich gleich wieder mitten im Geschehen. Christian Günther hält sich und damit seine Leser nicht mit langen Erklärungen auf, alles was man aus dem Vorgängerband wissen muss um der Geschichte weiter folgen zu können, wird in Gesprächen und kurzen Rückblenden ausreichend erklärt, trotzdem empfehle ich schon allein um des Vergnügen willens, auch den ersten Teil: Die Aschestadt zu lesen.
Christian Günther beweist mit seiner Buchreihe, das Fantasy mehr kann als nur zu unterhalten, neben einer spannenden und interessanten Handlung die dem Leser viele Rätsel aufgibt und für den Moment wenige Antworten gibt, ich bin sicher die kommen im dritten Teil, erleben wir, das es Freundschaft auch unter vermeintlichen Feinden geben kann, das es nicht darauf ankommt, wie man aussieht oder wo man herkommt, sondern buchstäblich auf die inneren Werte.
Wir erfahren aber auch, das man nicht jedem Freund trauen kann.
Ich mag den Schreibstil des Autors, er erzählt ohne seinen Lesern alles vorzuschreiben, es bleibt genügend Raum für die eigene Fantasie, ich habe genaue Vorstellungen vom Aussehen der Protagonisten und den örtlichen Begebenheiten. Genau so wie ich es mag.

Ich vergebe auch für den 2. Teil der FAAR Reihe eine absolute Leseempfehlung.

  • Broschiert: 300 Seiten
  • Verlag: Amrun Verlag; Auflage: 1 (18. März 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783958692985
  • ISBN-13: 978-3958692985
  • ASIN: 3958692982