Donnerstag, 13. August 2026

Alleinruhelage: Roman von Eva Menasse


Werbung:Rezensionsexemplar


Das Buch beginnt mit den Worten: „Haus, ich verkaufe dich.“ Und da hatte  mich die Autorin Eva Menasse eigentlich schon. Ich spreche nämlich auch mit unserem Haus. Aber ich würde ihm wahrscheinlich nicht verraten, wenn ich es verkaufen wollte.

Dann erzählt die Erzählerin von ihrem ersten Versuch, das Haus zu verkaufen. Sie kommt mit einem Makler nach längerer Abwesenheit dorthin zurück und es herrscht das vollkommene Chaos. Ausgeleerte Schubladen, übervolle Aschenbecher und alles, was eigentlich ziemlich traurig und trostlos sein sollte doch Eva Menasse schreibt darüber, als würde sie von einer freundlichen und einladenden Szenerie erzählenanders kann ich meinen ersten Eindruck nicht beschreiben. Dieser Ton hat mir von Anfang an gefallen und zieht sich durch das ganze Buch. Auch wenn es um Trennungen, Krisen oder andere schwierige Dinge geht, bleibt er erstaunlich leicht.

Das Haus liegt allein am Waldsee, irgendwo in der ostdeutschen Provinz bei Berlin, unweit einer Datschensiedlung aus DDR Zeiten. Gekauft wurde es in den Nachwendezeiten, als es noch ein Ost Schnäppchen für Nicht Ostler war.
In diesem Haus erlebt die Erzählerin ungefähr zwanzig Jahre ihres Lebens. Sie zieht mit ihrem Mann dort ein, Kinder kommen dazu, die Ehe geht irgendwann auseinander, es gibt neue Liebe und wieder Trennungen. Eigentlich also ziemlich viel Leben für ein einziges Haus.
Und nun soll es renoviert werden, dabei helfen Alla aus Moldawien eine Baufrau, wie sie sich selber bezeichnet und Bolek aus Polen, zwei Kettenraucher, die offenbar alles können. Dazu kommen die Nachbarn, mit denen es natürlich auch schon mal Ärger gibt. 

Es wird nicht alles groß erklärt. Das Dahinsterben der Ehe wird nicht ausgebreitet, die schwierigen Geschichten werden nicht dramatisiert. Menasse erzählt einfach weiter. Mal vorwärts, mal rückwärts und manchmal ganz woanders hin.

Vielleicht hat mir das Buch auch deshalb so gut gefallen. Es ist eigentlich ein Roman über Abschiede und schwierige Dinge, liest sich aber überhaupt nicht schwer.Denn es ist auch ein Roman über Neuanfänge.

Ob das Haus am Ende verkauft wird oder ob es sich mit wieder mit einer lila Farbexplosion der Clematis wie zu Beginn des Buches ganz fest in das Herz der namenlosen Erzählerin verankert, so das ein Verkauf nicht in Frage kommt, verrate ich euch nicht.

Ich habe das Buch von der ersten Seite an geliebt und kann es wirklich nur weiterempfehlen.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Kiepenheuer&Witsch
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 13. August 2026
  • Auflage ‏ : ‎ 1.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 224 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3462002627
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3462002621

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