Klappentext: "Zwischen Himmel und Hölle herrscht Krieg und die Erde ist das Schlachtfeld" Die Gotteskinder erzählt die Geschichte zweier Liebenden - eine Geschichte, die das Schicksal der Menschheit bestimmen wird. Im alten Rom wird ein Junge geboren, der von Gott geschickt wurde, aber die Hölle ist auch nicht untätig und schickt ein Mädchen auf die Erde.
Bruno Meier siedelt seinen Roman „Gotteskinder“ im Rom des Jahres 340 nach Christus an, einer spannenden Epoche zwischen Antike und frühem Christentum. Das Setting ist zweifellos gut gewählt: der Alltag der Sklaven, das Leben in einem reichen römischen Haushalt und die Konflikte zwischen Glaube, gesellschaftlicher Stellung und persönlicher Identität bieten reichlich Stoff für eine vielschichtige Erzählung.
Im Mittelpunkt steht der junge Ashron, Sohn einer Sklavin, der im Haus des wohlhabenden Plancus und seiner Frau Octavia aufwächst. Ashron ist ein stilles, zurückgezogenes Kind, das zunehmend in religiöse Versenkung gleitet. Seine Mutter Magna sorgt sich um ihn, während Octavia versucht, ihn im Unterricht zu fördern und zu verstehen. Das Zusammenspiel von sozialer Abhängigkeit, Glaubenskonflikten und familiären Spannungen ist im Ansatz interessant und hätte das Potenzial zu einer mitreißenden historischen Geschichte.
Gemeinsam mit der Germanin Kyra, die er als Gefangene der Römer kennenlernt, kämpft Ashron sich seinen Weg in die Freiheit und für Gott. Zwischen beiden entsteht eine starke, aber widersprüchliche Beziehung, Kyra teilt Ashrons Mut, seine Zweifel und seine Lust am Kämpfen. Sie wird zur Weggefährtin, die seine Überzeugungen herausfordert und zugleich vertieft, weil sie ihre Freiheit nicht in religiösem Gehorsam, sondern im Handeln sucht. In der Beziehung zwischen den beiden verdichtet sich das zentrale Thema des Romans: Was ist Schicksal, was göttlicher Wille und wie viel liegt letztlich in der Hand des Menschen selbst?
Schwierigkeiten hatte ich jedoch mit dem Schreibstil. Der Text wirkt streckenweise eher erzählend als gestaltend, viele Passagen lesen sich wie eine Nacherzählung statt wie lebendige Szenen. Auch die Wortwahl erschien mir nicht immer passend für die historische Zeit. Formulierungen wie „Mit den Nerven ganz am Ende dreht sie sich von ihm weg“ oder „Wenn das der Fall sein sollte, dann sollten wir uns schnell etwas einfallen lassen“ klingen in meinen Ohren sehr modern, vielleicht habe ich auch in den Gesprächen einfach nur die Wortwahl aus Historienfilmen erwartet, und brechen gelegentlich die Atmosphäre des antiken Roms. Zudem werden Gefühle und Handlungen oft erklärt, statt durch Sprache oder Handlung erfahrbar gemacht. Das nimmt der Geschichte einiges an Tiefe.
Trotzdem ist „Gotteskinder“ kein uninteressantes Buch. Die zentrale Figur Ashron, sein religiöser Eifer und die Frage nach göttlicher Berufung oder Besessenheit geben dem Roman eine eigenwillige, beinahe mystische Note. Wer historische Stoffe mit religiösem Einschlag mag und über stilistische Eigenheiten hinwegsehen kann, findet hier eine ungewöhnliche Mischung aus Antike, Glaubenssuche und innerem Kampf.
- Herausgeber : BoD – Books on Demand
- Erscheinungstermin : 23. Juni 2022
- Auflage : 1.
- Sprache : Deutsch
- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 376 Seiten
- ISBN-10 : 3755797607
- ISBN-13 : 978-3755797609
- Lesealter : Ab 12 Jahren

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