Mittwoch, 5. März 2025

Der Schattengarten: Wie ich mein Glück im Moos fand von Christine von Brühl

 

Christine von Brühls Mann hat ein verwildertes Grundstück im Wald entdeckt und möchte darauf einen Garten anlegen. Das Gelände ist unwegsam und düster, es gibt weder Wasser noch Strom. Dafür aber Brennnesseln. Christine vom Brühl fühlt sich verloren und fremd. Ihr Mann gewinnt Regenwasser vom Dach und leitet es ins Haus. Sie bewaffnet sich mit Gießkanne und Gummistiefeln und gießt eigenhändig die Rhododendren. Das Projekt ist zu einem gemeinsamen geworden. Aber plötzlich taucht ein neuer Gegner auf. Als wären Trockenheit und fehlendes Licht nicht schon genug. Er ist mächtig, er ist der kosmische Antagonist des halbschattigen Gärtnerpaares: die Wühlmaus. – Eine Geschichte voller Naturverbundenheit, Widerstandswillen und Beziehungssinn. 

Christine von Brühl hat mit "Der Schattengarten: Wie ich mein Glück im Moos fand" einen Roman geschrieben, der auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint. Gartenarbeit ist nichts, was Christine besonders anspricht; sie liebt Gärten eher zum Ansehen und zum Spazierengehen. Als ihr Mann ein verwildertes, schwer zugängliches Stück Land im Wald entdeckt und ohne Absprache mit ihr kauft, hält sich ihre Begeisterung in engen Grenzen. Fortan besteht die Freizeitgestaltung der Familie aus Fahrten zum Grundstück, Unkraut jäten, dem Kampf gegen Trockenheit und gegen Wühlmäuse. Während Christines Mann mit wachsendem Elan das Grundstück in einen Garten verwandelt und dabei manchmal die Familie zu vergessen scheint, braucht Christine länger, bis sie sich mit dem Stück Land verbunden fühlt.

Das Büchlein im Kleinformat umfasst gerade mal 176 Seiten, was wirklich nicht viel ist – und in kurzer Zeit ist man damit auch schon durch. Und doch hat es die Autorin geschafft, auf so kleinem Raum einen Großteil ihres Lebens zu erzählen. Wir erleben mit ihr, wie sie sich anfreundet mit dem Garten, wie ihre Gefühle dem Garten gegenüber von totaler Abneigung über Akzeptanz bis zur Gartenliebe wandeln. Der Titel "Wie ich mein Glück im Moos fand" spiegelt diese persönliche Entwicklung wider, die über die bloße Gartenarbeit hinausgeht. Es geht nicht nur um den Garten; wir erfahren zwischen den Zeilen auch, wie sie ihren Mann immer besser versteht und seine Beweggründe erforscht.

Ich mochte ihren Schreibstil, die Art, wie sie erzählt, ist locker und schnörkellos. Der humorvolle Unterton, der durch das Buch zieht, macht es zu einem unterhaltsamen Lesevergnügen. Allerdings hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht; Christine scheint alle Entscheidungen ihres Mannes recht klaglos hinzunehmen und verzichtet auf das Leben, das sie eigentlich führen wollte. Trotz dieser kritischen Anmerkung ist das Buch eine charmante und leicht lesbare Geschichte über die Entdeckung neuer Leidenschaften. Die Illustrationen von Teresa Habild sind passend zur Geschichte gewählt.





  • Herausgeber ‏ : ‎ Kanon Verlag Berlin; 1. Edition (27. Februar 2025)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 176 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3985681732
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3985681730


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