Queer*Welten ist ein halbjährlich erscheinendes queerfeministisches Science-Fiction- und Fantasy-Zine, das sich zum Ziel gesetzt hat, Kurzgeschichten, Gedichte, Illustrationen und Essaybeiträge zu veröffentlichen, die marginalisierte Erfahrungen und die Geschichten Marginalisierter in einem phantastischen Rahmen sichtbar machen. Außerdem beinhaltet es einen Queertalsbericht mit Rezensionen, Lesetipps, Veranstaltungshinweisen und mehr.
Ich beginne diese Rezension tatsächlich mit einer Begriffserklärung:
Queer ist ein Sammelbegriff für Personen, deren geschlechtliche Identität (wer sie in Bezug auf Geschlecht sind) und/oder sexuelle Orientierung (wen sie begehren oder wie sie lieben) nicht der zweigeschlechtlichen, cis-geschlechtlichen und/oder heterosexuellen Norm entspricht. (Quelle Wikipedia)
Oder wie ich in meiner Naivität immer dachte: Menschen eben.
So einfach ist es aber für wohl nur für Menschen wie mich, für die es vollkommen egal ist, wer wen liebt, oder wie sich jemand kleidet oder wo er herkommt.
Queere Literatur, ist mir zwar nicht fremd, aber die meisten Romane, die mir bisher in die Hände gefallen sind, ließen sich dann doch mit 08/15 Liebesromanen vergleichen und die lese ich nicht, egal wer die Protagonisten sind. (für Lesetipps bin ich an dieser Stelle natürlich dankbar).
Jetzt erscheinen im Ach je Verlag, einem Imprint des Amrûn Verlags, halbjährlich die Queer*Welten, kleine, feine Sammelbändchen mit Kurz und kürzest Geschichten aus dem Bereich Fantasy und Science Fiction, Essays und Rezensionen. Also genau meins und so habe ich mich auf ein Leseabenteuer eingelassen.
Ich hatte ein klein wenig Bedenken, dass ich zwischendurch immer wieder Begriffe googeln muss, aber bis auf eine Geschichte, waren alle durchaus verständlich und wie bei anderen Anthologien haben sie mir mehr oder weniger gut gefallen. Ich kann dieses Mal gar keine Lieblingsstory benennen, besonders die kürzest Geschichten haben mich teilweise sehr beeindruckt, in wenigen Zeilen und damit meine ich wenige, diese Geschichten umfassen nicht einmal eine ganze Buchseite, eine komplette und in sich stimmige Geschichte zu erzählen ist eine starke Leistung.
Die 12 Mini-Fiction Texte haben das Thema Queer-Merfolk, ebenso wie die 5 Kurzgeschichten, und die Heraus*geberinnen Judith Vogt, Lena Richter und Heike Knopp-Sullivan haben ein gutes Händchen bei der Auswahl bewiesen. Durch die Tags zu Beginn jeder Kurzgeschichte habe ich sie vielleicht etwas sorgfältiger gelesen, aber im Großen und Ganzen habe ich versucht unbeeinflusst zu lesen und vor allem unvoreingenommen.
Zu jeder Story gehört eine kurze Vorstellung der Autor*innen und am Ende finden wir noch Rezensionen zu Buchtipps aus verschiedenen Verlagen.
- Herausgeber : Ach je Verlag; 1. Edition (22. Oktober 2022)
- Sprache : Deutsch
- Taschenbuch : 106 Seiten
- ISBN-10 : 3947720955
- ISBN-13 : 978-3947720958
In dieser Ausgabe: Auf See geblieben von Kaj Iden (Kurzgeschichte) toxArt von June Is (Kurzgeschichte) Vom Kinderkriegen von Gerit Virginia Ariel Gerlach (Kurzgeschichte) Schwache Anziehung von Helen Faust (Kurzgeschichte) Raya‘sii: Die Legende von Raya von Jeannie Marschall (Kurzgeschichte) Von Mythpunk bis amazofuturismo: Warum Mikrogenres und Movements die Phantastik facettenreicher machen von Alessandra Reß (Essay) 12 Mini-Fiction Texte zum Thema Queer Merfolk in 9 Sätzen Autor*innen der 9-Satz-Texte: Jonathan Krupitza, Jeannie Marschall, Frank Reiss, kvmw, Anna Zabini, Laura May Strange, Liane Raposa, Emma Hogner, T. B. Persson, Lünn, Chris Balz, Jassi Etter

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Hier dürft ihr mir eure Kommentare hinterlassen. Bitte beachtet: DATENSCHUTZ: Mit dem Abschicken des Kommentars nehme ich zur Kenntnis und bin einverstanden, dass meine Daten gespeichert und weiterverarbeitet werden!