Dienstag, 5. Juli 2022

Winterschwestern: Ein Garten im Winter von Kristin Hannah

 

Klappentext:

Noch kurz vor seinem Tod nimmt ihr Vater den Schwestern Nina und Meredith das Versprechen ab, sich um die pflegebedürftige Mutter zu kümmern. Doch der Versuch, dieses Versprechen einzulösen, gerät zur Zerreißprobe – die Mutter war ihr Leben lang kalt und abweisend zu ihren Töchtern, was bei Meredith und Nina tiefe Spuren hinterlassen hat. Denn auch sie haben Schwierigkeiten, Nähe zuzulassen, und drohen die Liebe ihrer Männer zu verlieren. Doch dann kommen sie dem Geheimnis der Mutter auf die Spur, das sie in eine weit entfernte Vergangenheit führt ... 

Bestsellerautorin Kristin Hannah erzählt vom unermesslichen Leid einer Familie im Zweiten Weltkrieg und von seinen Nachwirkungen über Generationen hinweg.

"Ein Garten im Winter": neu übersetzt und in neuer Ausstattung.


Anja ist Withson ist ihren Töchtern Meredith und Nina gegenüber zeit ihres Lebens kalt und unnahbar, all ihre Liebe scheint sie für ihren Mann reserviert zu haben, der sie immer in Schutz nimmt und versucht seinen Töchtern mit Liebe und Zuneigung das zu geben, was die Mutter nicht vermag. Auf dem Sterbebett nimmt er den Schwestern das Versprechen ab, sich, um Anja zu kümmern und Anja soll den Töchtern die Märchen, die sie ihnen in ihrer Kindheit bruchstückhaft erzählte, nochmals vollständig erzählen.


Mit diesen Märchen erzählte Anja ihren Töchtern ihre Geschichte und als sie sich dazu überwinden konnte alles zu erzählen, entwickelte sich bei mir mehr und mehr Verständnis für die leidgeprüfte Frau. Sie erzählt von dem Leid der Menschen in Russland, die nicht nur unter den Auswirkungen des 2. Weltkrieges zu leiden hatten, auch das stalinistische Regime forderte viele Opfer. Der schwarze Ritter aus Anjas Märchen, der Angst und Schrecken verbreitet, steht in ihren Geschichten für Stalin. 
Sie erzählt, dass die Menschen die Tapete von den Wänden rissen, um sie zu kochen, dass sie Gras und Erde aßen, um überhaupt etwas in den Magen zu bekommen, sie erzählt vom Sterben der Kinder. Viel mehr mag ich euch von dem, was Anja erleben musste, gar nicht verraten.



Wir alle wissen von den Grausamkeiten, die ein Krieg mit sich bringt, vom Leid und Elend der Zivilbevölkerung, dem Schrecken auf dem Schlachtfeld und können es uns nicht einmal ansatzweise vorstellen, was diese Erlebnisse mit den Menschen machen und welche Auswirkungen diese auf die Psyche eines Menschen haben und nicht nur auf sie selber, auch auf ihre Nachkommen, wie man im Fall von Nina und Meredith sieht. Beide Frauen haben auf unterschiedliche Weise auf die Zurückweisung ihrer Mutter reagiert. Meredith kümmert sich um die familieneigene Apfelplantage und ihre eigene Familie, von ihrer Mutter hat sie sich im Laufe der Jahre innerlich distanziert und bemüht sich nur für den Vater und den äußeren Schein um die Frau.

Nina reist als Fotojournalistin durch die Welt, immer auf Achse und privat eher unorganisiert, knackt sie nach dem Tod des Vaters als erste die harte Schale, mit der sich Anja umgibt.


Im Großen und Ganzen war ich von dem Buch begeistert, die Autorin schreibt sehr gefühlvoll und mit großem Respekt vor den Menschen, die diese schlimmen Zeiten erleben mussten, einzig das Ende schien mir zu sehr auf Happy End ausgelegt und ein klein wenig kitschig.


  • Herausgeber ‏ : ‎ Aufbau Taschenbuch; 1. Edition (21. Juni 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 456 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3746638186
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3746638188
  • Originaltitel ‏ : ‎ Winter Garden

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