Freitag, 24. Dezember 2021

Talberg 1935 von Max Korn


 Ein Mann, der totgeglaubt war, ist zurückgekehrt. Und einer, der gestern noch lebte, liegt mit zerschmettertem Schädel auf dem Berg.


Der Lehrer Steiner hat einen Turm bauen lassen. Angeblich für Vermessungszwecke. Doch im Wirtshaus erzählen sie sich, er beabsichtige, seine Frau dort hinunterzuwerfen. Aber dann liegt er selber unten, mit zerschmettertem Schädel und leeren Augen. Wer hat seinen perfiden Plan für sich missbraucht? Und wer erbt jetzt den Hof, den der Lehrer nie haben wollte? Seine Frau? Oder der ungeliebte Bruder, dessen Name voreilig ins Kriegerdenkmal gemeißelt worden war? Doch er kehrte zurück, und statt seines Lebens hat er nur einen Arm im Krieg gelassen – und jegliche Menschlichkeit.

Wilhelm Steiner liegt tot am Fuß des Turms, den er selbst auf dem Berg errichten ließ, angeblich um Vermessungen auszuführen, im Dorf geht allerdings das Gerücht er wolle seine Frau dort hinunterwerfen. Ist Elisabeth ihm zuvorgekommen?
Und was führt sein Bruder im Schilde?
Sein Vater Josef Steiner lässt die Polizei aus der Stadt kommen, um den Tod seines Sohnes aufzuklären.

Über dem Ort und den Menschen schwebt eine düstere und unheilschwangere Atmosphäre, die der Autor in sehr bildhaften Beschreibungen zu einzufangen versteht. Ich hatte stets ein klares Bild des Ortes vor Augen, auch die Protagonisten konnte ich mehr sehr gut vorstellen, auch wenn sie  sehr Klischeehaft waren, Klischees sind ja nicht grundsätzlich etwas Schlechtes, sie beschreiben das gewohnte und vertraute, allerdings sollten sie nicht überstrapaziert werden, leider bot keiner der Charaktere in Talberg eine Überraschung, außer vielleicht der verstorbene Wilhelm der ein Geheimnis mit sich trug.
Josef Steiner ist der Despot des Dorfes, vor dem jeder Angst hat, sein Sohn Johannes kam mit einem Trauma aus dem Krieg nach Hause, das seine Psyche zutiefst verletzte, Elisabeth ist die schöne und kluge Außenseiterin im Dorf. Dann sind da noch der Ortsvorsteher Georg Leiner, der ein glühender Anhänger Hitlers ist, es gibt auch einen *Dorftrottel* den jungen Heinrich, der stark wie ein Bär ist, aber nur den Verstand eines Kleinkindes hat. Der eintreffende Polizist Karl, hat einen persönlichen Bezug zu Talberg, Georg Leiner ist sein Onkel. Karl ist, integer und er will unbedingt die Wahrheit herausfinden, was sich allerdings als schwierig erweist, denn die Dorfgemeinschaft nimmt ihn nicht für voll und dann verschwindet auch noch Wilhelms Leiche.


Allerdings war der Kriminalfall an sich recht spannend, die Aufklärung in sich schlüssig, so das ich mich im Großen und Ganzen recht gut unterhalten fühlte. Der Schreibstil ist flüssig und schnörkellos und hat mir gut gefallen.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Heyne Verlag; Originalausgabe Edition (15. November 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 400 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 345342459X
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453424593



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